Neuropathischer Schmerz im Fuß: Ursachen und moderne Therapieansätze

Neuropathische Schmerzen im Fuß stellen eine erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität dar. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und vielfältigen Therapiemöglichkeiten, die im Bereich der neuropathischen Fußschmerzen zur Verfügung stehen.

Einführung

Nervenschmerzen im Fuß sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Sie entstehen durch Schädigungen oder Funktionsstörungen der Nerven im Fußbereich. Diese Schädigungen können verschiedene Ursachen haben und sich in unterschiedlichen Formen äußern. Die neuropathischen Schmerzen unterscheiden sich grundsätzlich von anderen Schmerzarten wie Rücken-, Kopf- oder Tumorschmerzen.

Grundlagen der Fußnerven

Die Fußnerven sind Teil des peripheren Nervensystems und spielen eine entscheidende Rolle bei der Weiterleitung von Sinneseindrücken zum Gehirn und der Steuerung der Muskeln. Sie werden auch als Interdigitalnerven (Nervi digitales plantares communes) bezeichnet. Genau genommen handelt es sich dabei um Nervenäste, die zwischen den Mittelfußknochen an der Fußsohle bis in die Zehen und die Zehenzwischenräume verlaufen. Auf Höhe der Mittelfußknochen teilen sich diese beiden Nerven in die Interdigitalnerven auf. Eine Schädigung dieser Nerven kann zu einer Vielzahl von Beschwerden führen.

Anatomie des Fußes

Um die Entstehung von Nervenschmerzen im Fuß besser zu verstehen, ist es wichtig, die anatomische Struktur des Fußes zu kennen. Der Fuß besteht aus drei Hauptbereichen:

  • Fußwurzel (Tarsus): Sie befindet sich im hinteren Bereich des Fußes und besteht aus sieben Knochen.
  • Mittelfuß (Metatarsus): Dieser Bereich liegt zwischen der Fußwurzel und den Zehen und wird von fünf Mittelfußknochen gebildet. Die Mittelfußknochenköpfchen sind mit einem Band, dem Ligamentum intermetatarsale, verbunden.
  • Vorfuß (Antetarsus): Den vorderen Bereich bilden die fünf Zehen. Die große Zehe bezeichnet die Medizin als 1., die Kleinzehe als 5.

Jeder Fuß hat außerdem ein Längsgewölbe (von vorne nach hinten) und ein Quergewölbe (quer zum Längsgewölbe auf Höhe der Mittelfußknochen). Gebildet werden die Fußgewölbe von Sehnen, Bändern und Muskeln, die an den Fußknochen ansetzen.

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Die Fußsohle ist die Unterseite des Fußes und gleichzeitig ein Fettpolster, das Stöße dämpfen kann. Zwischen den Muskeln und der Haut spannt sich eine Sehnenplatte aus Bindegewebe - die Plantaraponeurose (auch Plantarfaszie). Plantar bedeutet so viel wie „zur Fußsohle gehörend“. Die Sehnenplatte stabilisiert unter anderem das Längsgewölbe im Fuß. Außerdem ist sie mit der Haut der Fußsohle verwachsen und damit nicht verschiebbar. Das ermöglicht einen sicheren Stand. Die Oberseite des Mittelfußes wird als Fußrücken (auch Spann/Rist) bezeichnet.

Erscheinungsformen neuropathischer Schmerzen im Fuß

Nervenschmerzen im Fuß können sich in verschiedenen Formen manifestieren, wobei die Polyneuropathie und das Morton Neurom zu den häufigsten zählen.

Polyneuropathie

Die Polyneuropathie ist eine neurologische Erkrankung, die mehrere periphere Nerven betrifft. Die Polyneuropathie gehört zu den häufigsten neurologischen Krankheiten. Die Polyneuropathie ist eine neurologische Erkrankung der peripheren Nerven, die Empfindungen, Muskelbewegung sowie auch das vegetative Nervensystem steuern. Typische Symptome sind Kribbeln, Brennen und Taubheit, die anfangs an beiden Füßen und Beinen auftreten. Ihren Ursprung haben die Gefühlsstörungen in den langen Nerven, die Muskeln, Haut und Organe mit dem Gehirn verbinden. Schäden an den Nerven führen dazu, dass die Weiterleitung von Informationen zwischen Gehirn, Rückenmark und dem Rest des Körpers gestört ist. Je nachdem, welche Nerven betroffen sind, können bei der Polyneuropathie unterschiedliche Beschwerden im Vordergrund stehen.

Oft leiden Diabetiker infolge dauerhaft erhöhter Blutzuckerwerte unter dieser Nervenschädigung. Die Erkrankung beginnt meist an den unteren Extremitäten, ist oft symmetrisch ausgeprägt und schreitet allmählich voran. „Eine Polyneuropathie macht sich oft zunächst in Regionen bemerkbar, die weit weg vom Rückenmark liegen. Je größer die Distanz eines Nervs und seiner Verzweigungen vom Rückenmark ist, desto schlechter wird er im Fall der Nervenerkrankung versorgt. Erste Symptome sind daher oft ein Brennen oder schmerzhafte Missempfindungen in beiden Füßen sowie auch Taubheits- oder Pelzigkeitsgefühle. Manchmal fühlen sich die Beine geschwollen an, obwohl sie nicht verdickt sind oder Patienten spüren einen unangenehmen Druck an den Füßen, obwohl die Schuhe nicht zu eng sind“, berichtet Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN) mit Sitz in Krefeld. Die Beschwerden treten dabei insbesondere in Ruhe auf - zumeist nachts im Liegen. Bei Bewegung und Aktivität lassen sie oft nach. Eine diabetische Polyneuropathie entwickelt sich in den meisten Fällen sehr langsam, mit anfänglich oft sehr milden Beschwerden. Der Verlauf ist vielfach sogar so schleichend, dass die Betroffenen selbst lange nichts davon bemerken. „Erkrankte passen ihre Wahrnehmung oft an die sich allmählich verändernde Empfindungsfähigkeit der Nerven an. Das hat zufolge, dass die diabetische Polyneuropathie eher selten im Anfangsstadium erkannt wird“, warnt Dr. Bergmann. „Besonders problematisch ist dies, wenn durch die fehlende Schmerzwahrnehmung die Patienten kleinste Wunden an den Füßen nicht bemerken. Bei der diabetischen Polyneuropathie ist eine optimale Blutzuckereinstellung der entscheidende Faktor, um der Entwicklung oder einem raschen Fortschreiten der Erkrankung entgegenzuwirken. Bei ersten Anzeichen einer Nervenschädigung sollte unbedingt zeitnah ein Nervenarzt oder Neurologe aufgesucht werden. „Können die Schmerzen frühzeitig behandelt werden, verringert sich die Gefahr einer Chronifizierung des Nervenschmerzes“, betont der niedergelassene Nervenarzt. Viele Ursachen können eine Polyneuropathie zur Folge haben, wobei Diabetes mellitus und Alkoholismus an erster Stelle stehen. Aber auch Infektions- oder Stoffwechselkrankheiten, Mangelernährung.

  • Diabetische Polyneuropathie: Hier hat der dauerhaft erhöhte Blutzuckerspiegel die feinen Nervenendigungen geschädigt.
  • Small-Fiber-Neuropathien: Bei einer Untergruppe der Neuropathien sind insbesondere die dünnen, kleinen Nervenfasern der Haut betroffen.

Morton Neurom

Ein Morton Neurom (auch Morton-Neuralgie oder Morton-Metatarsalgie) ist die Verdickung einer Nervenhülle im Mittelfuß. Sie tritt meistens zwischen der 3. und 4. Zehe auf und ist schmerzhaft, weil sie Druck auf den Nerv ausübt. Die Morton-Neuralgie ist eine Reaktion auf eine permanente Reizung der Nerven, weil diese dauerhaft zusammengedrückt werden (Kompression). Benannt wurde das Morton Neurom nach dem US-amerikanischen Chirurgen Thomas G. Morton (1835-1903). Neurom steht dabei für die Vermehrung von Nervengewebe. Doch was ist das Morton Neurom nun eigentlich genau? Es können sowohl einer als auch beide Füße betroffen sein. Bei rund zwei Drittel der Patientinnen und Patienten findet sich die Nervenreizung zwischen der 3. und der 4. Zehe - seltener zwischen der 2. und 3. Die Nervenverdickungen werden auch als Nervenknoten bezeichnet. Diese sind nicht immer gleich groß, sondern von Patient zu Patient sehr unterschiedlich: Zwischen wenigen Millimetern und der Größe einer Erbse ist alles möglich. Jeder einzelne dieser Umbauprozesse führt zu einer Größenzunahme des betroffenen Nervs und der Strukturen um ihn herum - und dadurch zu starker mechanischer Belastung beim Laufen. Frauen leiden etwa viermal häufiger unter dem Morton Neurom als Männer. Die Symptome bei einem Morton Neurom lassen sich oft nicht klar einordnen, weil sie bei Betroffenen unterschiedlich ausfallen können. Typisch sind brennende oder stechende Schmerzen im Mittelfuß und in den Zehen (Mittelfußschmerzen und Vorfußschmerzen), die plötzlich einschießen. Die Beschwerden verschlimmern sich bei Fortschreiten der Krankheit. Der Fuß wird vorne breiter. Auch Belastungsschmerzen sind typisch.

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Tarsaltunnelsyndrom

Beim Tarsaltunnelsyndrom wird dieser Nerv durch erhöhten Druck eingeklemmt, was zu Missempfindungen und Sensibilitätsstörungen wie beispielsweise Kribbeln, Taubheitsgefühle oder ein pelziges Gefühl führen kann. Ursache eines Tarsaltunnelsyndroms kann zum Beispiel eine Fußfehlstellung (z.B.

Ursachen und Risikofaktoren

Viele Ursachen können eine Polyneuropathie zur Folge haben, wobei Diabetes mellitus und Alkoholismus an erster Stelle stehen. Aber auch Infektions- oder Stoffwechselkrankheiten, Mangelernährung (z.B.

Diabetes Mellitus

Oft leiden Diabetiker infolge dauerhaft erhöhter Blutzuckerwerte unter dieser Nervenschädigung. Bei der diabetischen Polyneuropathie ist eine optimale Blutzuckereinstellung der entscheidende Faktor, um der Entwicklung oder einem raschen Fortschreiten der Erkrankung entgegenzuwirken. Hat ein Diabetes schleichend über viele Jahre die Nerven angegriffen, muss der Patient seine Blutzuckerwerte in den Griff bekommen, um die Nervenschädigung zu stoppen. Allerdings führt eine zu rasche Senkung der Blutzuckerwerte zu weiteren Nervenschäden. Als optimal gilt eine sanfte Senkung des HbA1c-Wertes um weniger als zwei Prozentpunkte über einen Zeitraum von drei Monaten. Bei Altersdiabetes empfehlen Ärzte eine Umstellung des Lebensstils mit Gewichtsreduktion und viel Bewegung.

Alkoholmissbrauch

Übermäßiger Alkoholkonsum schädigt die Nerven und führt zu ähnlichen Symptomen wie bei diabetischer Neuropathie.

Weitere Ursachen

Aber auch Infektions- oder Stoffwechselkrankheiten, Mangelernährung. Infektionskrankheiten und Stoffwechselstörungen sind weitere mögliche Auslöser für Nervenschmerzen.

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Risikofaktoren für Morton Neurom

Laut Statistiken erhöht enges Schuhwerk, besonders mit hohen Absätzen, das Risiko für ein Morton Neurom deutlich. Sportarten mit hoher Stoßbelastung steigern die Wahrscheinlichkeit für ein Morton Neurom um bis zu 30%. Fehlstellungen wie Hammerzehen oder Spreizfüße können das Risiko sogar um 50% erhöhen. In etwa 20-30% der Fälle spielt auch eine genetische Veranlagung eine Rolle.

Symptome neuropathischer Schmerzen im Fuß

Nervenschmerzen im Fuß äußern sich durch verschiedene Symptome, die sowohl akut als auch chronisch auftreten können.

Typische Symptome

Typische Symptome der Nervenkrankheit Polyneuropathie sind Kribbeln, Brennen und Taubheit, die anfangs an beiden Füßen und Beinen auftreten.

  • Stechende Schmerzen beim Auftreten, die plötzlich ohne Verletzung oder Unfall einsetzen, sind ein typisches Symptom für eine Überbelastung des Fußes.
  • Das Morton-Neurom verursacht typischerweise stechende oder brennende Schmerzen im Vorfuß, die beim Gehen oder Tragen enger Schuhe verstärkt werden. Oft wird auch ein Taubheitsgefühl in den betroffenen Zehen wahrgenommen.
  • Beim Tarsaltunnelsyndrom wird dieser Nerv durch erhöhten Druck eingeklemmt, was zu Missempfindungen und Sensibilitätsstörungen wie beispielsweise Kribbeln, Taubheitsgefühle oder ein pelziges Gefühl führen kann.

Spezifische Symptome

  • Akute Beschwerden: Bei akuten Fußschmerzen treten oft plötzliche, intensive Empfindungen auf. Betroffene berichten von stechenden, brennenden oder einschießenden Schmerzen. Diese können von kurzer Dauer sein, aber auch über Stunden oder Tage anhalten.
  • Chronische Beschwerden: Chronische Nervenschmerzen im Fuß entwickeln sich oft schleichend und bleiben über Monate bestehen. Typische Anzeichen sind anhaltende Kribbel- oder Taubheitsgefühle, besonders in den Zehen und im Vorderfuß. Bei der Diabetischen Neuropathie, einer häufigen Ursache für chronische Fußschmerzen, verstärken sich diese Symptome oft nachts.

Begleiterscheinungen

Neben den direkten Schmerzen können weitere Symptome auftreten:

  • Überempfindlichkeit gegenüber Berührungen
  • Verändertes Temperaturempfinden
  • Muskelschwäche in den Füßen
  • Gleichgewichtsstörungen

Diagnose neuropathischer Schmerzen im Fuß

Die Diagnose von Nervenschmerzen im Fuß erfordert eine gründliche Untersuchung. Ärzte setzen verschiedene Methoden ein:

Anamnese und körperliche Untersuchung

Zunächst wird die Ärztin/der Arzt eine gründliche Anamnese durchführen, um die Krankengeschichte der betroffenen Person zu erfahren und mögliche Risikofaktoren zu erfassen. Bei der körperlichen Untersuchung konzentriert sich das medizinische Fachpersonal auf den Vorfußbereich, insbesondere auf die Stellen zwischen den Mittelfußknochen, um durch Druck oder spezielle Manipulationen Schmerzreaktionen oder die typischen Symptome eines Morton-Neuroms hervorzurufen.

Neurologische Untersuchung

Dabei prüft der Arzt die Hautempfindlichkeit, Reflexe und Muskelkraft. Die quantitative sensorische Testung (QST) wird häufig eingesetzt, um die Empfindlichkeit der Haut genau zu messen.

Elektrophysiologische Tests

Elektrophysiologische Untersuchungen liefern wertvolle Informationen über die Funktion der Nerven. Die Neurographie misst die Nervenleitgeschwindigkeit und kann Schädigungen aufdecken. Somatosensibel evozierte Potenziale (SEP) prüfen die gesamte Gefühlsbahn von der Haut bis zum Gehirn.

Bildgebende Verfahren

Moderne bildgebende Verfahren spielen eine wichtige Rolle bei der Diagnose von Nervenschmerzen. MRT-Untersuchungen können Nervenschädigungen sichtbar machen und helfen, die Ursache der Beschwerden zu identifizieren.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von Nervenschmerzen im Fuß erfordert oft einen umfassenden Ansatz. Ärzte setzen auf verschiedene Therapiemöglichkeiten, um Patienten Linderung zu verschaffen. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Grunderkrankung. Bei Diabetes etwa ist die Normalisierung des Blutzuckerspiegels entscheidend.

Konservative Therapie

Konservative Behandlungen des Fußes umfassen alle nicht-operativen Therapiemethoden.

  • Physiotherapie und Bewegungsbäder: Diese können die Durchblutung fördern und Muskeln stärken.
  • Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): Diese wird als ergänzende Methode eingesetzt.
  • Orthopädische Einlagen: Es empfiehlt sich auf bequeme, gut passende Schuhe zu achten und zusätzlich orthopädische Einlagen zu tragen.
  • Fußgymnastik: Auch regelmäßige Fußgymnastik wirkt sich positiv aus und kann die Muskulatur stärken.
  • Gewichtsreduktion und Diabetesmanagement: Auch Lebensstiländerungen wie Gewichtsreduktion und Diabetesmanagement.

Medikamentöse Behandlung

  • Antidepressiva: Antidepressiva wie Amitriptylin werden häufig zur Schmerzlinderung verschrieben. Sie müssen oft langsam dosiert werden, um Nebenwirkungen zu minimieren.
  • Antikonvulsiva: Antikonvulsiva wie Gabapentin werden häufig zur Schmerzlinderung verschrieben. Sie müssen oft langsam dosiert werden, um Nebenwirkungen zu minimieren.
  • Opioide: Bei starken Schmerzen kommen Opioide zum Einsatz.
  • Lokale Behandlungsmöglichkeiten: Lokale Behandlungsmöglichkeiten umfassen Lidocain-Pflaster und Capsaicin-Cremes. Capsaicin ist für die Schärfe der Chilischoten verantwortlich und hat sich in Form von Capsaicin-Pflastern auf der Haut in Studien als erfolgversprechendes Mittel gegen Polyneuropathie erwiesen. Es betäubt nicht nur den schmerzenden Bereich und steigert die Durchblutung, sondern scheint sogar die Neubildung kleiner Nervenfasern anzuregen.

Operative Eingriffe

In einigen Fällen können die Ursachen der Fußschmerzen nur durch eine Operation behoben werden. Bei anhaltenden Schmerzen oder deutlichen Fehlstellungen des Fußes, die konservativ nicht oder nicht mehr zu korrigieren sind, sollte man über einen operativen Eingriff nachdenken - auch um Folgeschäden, zum Beispiel fortschreitenden Gelenkverschleiß, zu vermeiden. In manchen Fällen, besonders beim Morton Neurom, kann eine Operation nötig sein. Dabei wird der betroffene Nerv entlastet oder teilweise entfernt. Die Entscheidung für einen Eingriff treffen Arzt und Patient gemeinsam nach Abwägung aller Behandlungsmöglichkeiten.

Alternative Heilmethoden

Einige Patienten berichten von Erfolgen mit Akupunktur oder Magnetfeldtherapie. Die Wirksamkeit dieser Methoden bei Nervenschmerzen ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Sie können aber als ergänzende Maßnahmen in Betracht gezogen werden.

Spezielle Therapieansätze bei Morton Neurom

Die Therapie des Morton Neuroms erfolgt in der Hauptsache konservativ, d. h. ohne chirurgischen Eingriff. Vordergrund steht, den Druck auf die Nerven zu verringern, um die Rückbildung des Morton Neuroms zu fördern.

Konservative Behandlung

  • Entlastung des Fußes: Wer unter Fußschmerzen leidet, sollte grundsätzlich eine Überlastung des Fußes durch zu langes Gehen oder Stehen vermeiden.
  • Spezielle Schuhe und Einlagen: Es empfiehlt sich auf bequeme, gut passende Schuhe zu achten und zusätzlich orthopädische Einlagen zu tragen, um den Druck auf die plantaren Fußnerven zu reduzieren.
  • Physiotherapie und Fußgymnastik: Eine intensive Physiotherapie und Fußgymnastik bezieht auch die Wadenmuskulatur ein. Fußgymnastik eignet sich auch nach einer operativen Behandlung des Morton Neuroms.
  • Injektionen: Häufig tritt eine Besserung der Beschwerden nach gezielten Injektionen mit Schmerzmittel an die Nervenenden ein.

Operative Behandlung

Die nervenerhaltende operative Behandlung des Morton Neuroms durch Neurolyse bzw. Dekompression verschafft dem plantaren Fußnerven mehr Raum:

  1. Weitung des Bandes zwischen den Mittelfußknochen (Ligamentum intermetatarsale; grau).
  2. Umstellung der Zehenknochen (Metatarsalknochen, blau) durch eine minimalinvasive Osteotomie.

Prävention

Um Nervenschmerzen im Fuß vorzubeugen, können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden:

  • Optimale Blutzuckereinstellung bei Diabetes: Bei der diabetischen Polyneuropathie ist eine optimale Blutzuckereinstellung der entscheidende Faktor, um der Entwicklung oder einem raschen Fortschreiten der Erkrankung entgegenzuwirken.
  • Vermeidung von Alkoholmissbrauch: Übermäßiger Alkoholkonsum schädigt die Nerven und führt zu ähnlichen Symptomen wie bei diabetischer Neuropathie.
  • Geeignetes Schuhwerk: Grundsätzlich sollte sich das Schuhwerk dem Fuß anpassen und nicht umgekehrt. Dann können viele Fußbeschwerden oder Schmerzen schon im Vorfeld vermieden werden.
  • Regelmäßige Fußpflege und Inspektion: Besonders bei Diabetikern ist eine sorgfältige Fußpflege wichtig, um Verletzungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
  • Fußgymnastik: Auch regelmäßige Fußgymnastik wirkt sich positiv aus und kann die Muskulatur stärken.

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