Migräne ist eine spezielle Art von Kopfschmerz, die anfallsartig auftritt. Im Gegensatz zu Spannungskopfschmerzen handelt es sich dabei um intensive pochende oder pulsierende Schmerzen auf nur einer Seite des Kopfes. Betroffene klagen zudem über unangenehme Begleitsymptome wie Übelkeit und Erbrechen sowie über eine starke Licht- und Lärmempfindlichkeit. Nurofen, mit dem Wirkstoff Ibuprofen, ist ein häufig verwendetes Medikament zur Behandlung von Migräneattacken. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkung von Nurofen bei Migräne, gibt Hinweise zur richtigen Anwendung und erklärt, was bei der Einnahme zu beachten ist.
Was ist Migräne?
Migräne ist mehr als nur ein starker Kopfschmerz. Es handelt sich um eine neurologische Erkrankung, die durch wiederkehrende, anfallsartige Kopfschmerzen gekennzeichnet ist. Diese Kopfschmerzen sind oft von Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit begleitet. Eine besondere Form der Migräne betrifft rund 20 % der Patienten. Bei ihnen kündigen sich die Anfälle durch Sehstörungen in Form von sich ausbreitenden Lichtblitzen oder blinden Stellen im Sehfeld an.
Wie wirkt Nurofen bei Migräne?
Nurofen enthält den Wirkstoff Ibuprofen. Der Wirkstoff gehört zu einer Gruppe von Stoffen, die sowohl gegen Schmerzen, als auch gegen Entzündungen wirken und Fieber senken können. Alle drei Wirkungen beruhen vor allem auf der Hemmung eines körpereigenen Stoffes, genannt Prostaglandin. Ibuprofen ist ein nicht-steroidales Antirheumatikum (NSAR). Das 2-Phenylpropionsäurederivat wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend, indem es die Cyclooxygenasen (COX) COX-1 und COX-2 hemmt. Dadurch wird die Bildung von Prostaglandinen blockiert. Prostaglandine spielen eine wichtige Rolle im Entzündungsgeschehen. Da Prostaglandine auch die schützende Magenschleimhaut aufbauen, ist als Nebenwirkung eine Reduktion der Schleimschicht zu beachten. Die COX-Hemmung führt zudem zu einer vermehrten Bildung von Leukotrienen. Bei Asthmatikern steigt das Risiko für eine Bronchokonstriktion.
Nurofen 400mg wirkt nicht nur schnell bei Migräne, sondern sorgt auch dafür, dass Sie von Schmerzen befreit werden. Die Dragees haben eine analgetische, entzündungshemmende und fiebersenkende Wirkung, die zwischen vier und acht Stunden anhält. Die glatte Schale der Dragees ist leicht zu schlucken.
Anwendungsgebiete von Nurofen
Nurofen wird zur kurzzeitigen symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen und Fieber eingesetzt. Nurofen überzogene Tabletten sind zusätzlich geeignet für die akute Kopfschmerzphase bei Migräne mit und ohne Aura sowie bei Spannungskopfschmerzen. Nurofen Weichkapseln sind zusätzlich bei Schmerzen im Zusammenhang mit Erkältungen indiziert.
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Dosierung und Anwendung von Nurofen
Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden. Nehmen Sie das Arzneimittel unzerkaut mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
- Erwachsene und Kinder über 12 Jahre: 1 Tablette, falls erforderlich, danach eine Tablette alle 4-6 Stunden.
Es ist wichtig, Nurofen so früh wie möglich bei den ersten Anzeichen einer Migräneattacke einzunehmen. Während einer Migräne-Attacke kann es zu Aufnahmestörungen in Magen und Darm kommen, sodass die Medikamente oftmals ihre volle Wirkung nicht entfalten. Zudem ist es wichtig, eine ausreichende Menge der Substanz zu verwenden.
Was ist bei der Einnahme von Nurofen zu beachten?
- Dauer der Anwendung: Ohne ärztlichen Rat sollten Erwachsene das Arzneimittel nicht länger als 3 Tage bei Fieber bzw. für mehr als 4 Tage bei Schmerzen anwenden. Jugendliche sollten das Arzneimittel ohne ärztlichen Rat nicht länger als 3 Tage anwenden. Wenn sich die Symptome verschlimmern, sollte generell ärztlicher Rat eingeholt werden.
- Überdosierung: Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Kopfschmerzen, Schwindel, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blutdruckabfall, Benommenheit sowie zu Atemstörungen kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.
- Einnahme vergessen: Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
- Gegenanzeigen: Nurofen darf nicht eingenommen werden bei Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe, stark eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion, schwerer Herzschwäche, Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Geschwüren im Verdauungstrakt, aktiven Blutungen, Blutbildungsstörungen oder schwerem Flüssigkeitsmangel.
- Vorsicht: Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Schmerzmittelübergebrauch: Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
- Nierenschädigung: Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen. Werden mehrere Schmerzmittel kombiniert, oder sind in einem Schmerzmittel mehrere Wirkstoffe enthalten, erhöht sich das Risiko dafür.
- Allergien: Vorsicht bei Allergie gegen bestimmte Schmerzmittel (Nichtsteroidale Antirheumatika)!
- Wechselwirkungen: Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
- Alkohol: Alkoholgenuss soll während einer Dauerbehandlung möglichst vermieden werden.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Bei Migräne und anderen primären Kopfschmerzarten sollten Sie sich so schnell wie möglich in fachärztliche Behandlung begeben.
Alternativen zu Nurofen
Zur Behandlung von leichten Migräneattacken sind folgende Kombinationen möglich: ein Medikament gegen die Übelkeit (Metoclopramid oder Domperidon - beide verschreibungspflichtig) mit einem Schmerzmittel (Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen, Paracetamol oder Phenazon ). Die Gabe eines Medikaments gegen Übelkeit und Erbrechen hat sich in der Behandlung der Migräneattacke als sinnvoll erwiesen, da sie einerseits direkt und gezielt die Symptome Übelkeit und Erbrechen reduziert, andererseits die Magen- und Darmaktivität normalisieren kann. Dadurch kann die Aufnahme des Medikamentes gegen die Schmerzen verbessert und beschleunigt werden.
Triptane sind Mittel der 1. Wahl bei Migräne, da sie ganz effektiv und spezifisch Attacken kupieren. Bei Migräneattacken mit Übelkeit und Erbrechen haben sich Nasenspray und Zäpfchen als besonders vorteilhaft erwiesen. Eine weitere Möglichkeit ist, mit einer Fertigspritze sich das Medikament selbst unter die Haut zu spritzen. Grund: Der Magen wird umgangen, der Wirkstoff kann direkt aufgenommen werden.
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Nicht-medikamentöse Maßnahmen bei Migräne
Neben der Einnahme von Medikamenten gibt es auch verschiedene nicht-medikamentöse Maßnahmen, die bei Migräne helfen können:
- Reizabschirmung: Es gehört zu einer der ersten Maßnahmen in der Behandlung des Migräneanfalles, eine Reizabschirmung einzuleiten. Da die Lärm- und Lichtempfindlichkeit vielen Betroffenen gut bekannt ist, aber aufgrund der Alltagsbedingungen eine Reizabschirmung nicht immer möglich ist, versuchen sich viele Menschen durch schnelle und übermäßige Einnahme von Medikamenten arbeitsfähig zu erhalten. Diese Situation ist ein wesentlicher Grund für einen medikamentösen Fehlgebrauch mit der Gefahr eines Dauerkopfschmerzes durch Medikamentenübergebrauch.
- Entspannungstechniken: Bei einer Migräneattacke können verschiedene Entspannungstechniken sowie Bettruhe in einem abgedunkelten Raum dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern und den Anfall besser zu bewältigen.
- Lebensstiländerung: Wichtig ist zudem, den Lebensstil zu verändern und Migräne-Auslöser zu vermeiden. Bei einem Patienten ist es grelles Licht, bei einer anderen Patientin Lärm. Auch Übermüdung und Stress spielt eine Rolle.
Nurofen in Schwangerschaft und Stillzeit
- Schwangerschaft: Wenden Sie sich an Ihren Arzt. Es spielen verschiedene Überlegungen eine Rolle, ob und wie das Arzneimittel in der Schwangerschaft angewendet werden kann. Medikamente mit dem Wirkstoff Ibuprofen sollten während der ersten sechs Schwangerschaftsmonate grundsätzlich nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden. In den letzten drei Monaten der Schwangerschaft darf Ibuprofen nicht eingenommen werden.
- Stillzeit: Wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Er wird Ihre besondere Ausgangslage prüfen und Sie entsprechend beraten, ob und wie Sie mit dem Stillen weitermachen können. Während der Stillzeit ist eine kurzfristige Einnahme vertretbar.
Nurofen bei Kindern und Jugendlichen
- Kinder unter 12 Jahren: Das Arzneimittel sollte in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden. Es gibt Präparate, die von der Wirkstoffstärke und/oder Darreichungsform her besser geeignet sind.
- Kinder und Erwachsene unter 40 kg Körpergewicht: Das Arzneimittel sollte in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden.
- Jugendliche: Teenager leiden häufig unter Migräne. Ebenso kann die hormonelle Umstellung in der Pubertät Migräne begünstigen. Hier greifen dieselben Maßnahmen zur Prävention und Therapie wie bei erwachsenen Patienten: Neben ausgiebigem Schlaf, Ruhepausen und Entspannungstechniken können altersgerechte Schmerztabletten für eine Linderung der Beschwerden sorgen.
Kinder nehmen ein- bis dreimal täglich 7 bis 10 mg Ibuprofen pro kg KG ein. Die Tageshöchstdosis beträgt 30 mg Ibuprofen pro kg KG, wobei zwischen den Einnahmen Zeitabstände von 6 bis 8 Stunden liegen sollten.
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