Beidseitige Oberkieferschwellung: Ursachen, Symptome und Behandlungen

Eine beidseitige Oberkieferschwellung, oft als dicke Backe bezeichnet, kann vielfältige Ursachen haben und ist ein häufiges Symptom in der Zahnmedizin. Obwohl solche Schwellungen oft harmlos sind und von selbst abklingen, können sie manchmal auf ernstere zahnmedizinische oder gesundheitliche Probleme hindeuten. Es ist wichtig, die verschiedenen möglichen Ursachen zu kennen, um rechtzeitig die richtige Behandlung einzuleiten.

Ursachen einer beidseitigen Oberkieferschwellung

Die Ursachen für eine beidseitige Oberkieferschwellung können vielfältig sein und reichen von lokalen Entzündungen bis hin zu systemischen Erkrankungen. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

Zahnbedingte Ursachen

  • Kariöse Zähne: Karies ist eine der häufigsten Ursachen für geschwollene Wangen. Die Zerstörung der Zahnstruktur durch Bakterien führt zu Entzündungen, die sich bis in das Zahnmark ausbreiten und eine Schwellung verursachen können. Der Körper reagiert auf die Infektion, indem er mehr Blut und Immunzellen in den Bereich schickt, um die Infektion zu bekämpfen.
  • Weisheitszahnextraktion: Die Entfernung von Weisheitszähnen ist ein häufiger Eingriff, der zu Schwellungen führen kann. Nach der Extraktion reagiert der Körper auf den Eingriff, was zu einer Schwellung der Wange führt. Dies ist in der Regel ein Zeichen des Heilungsprozesses.
  • Wundheilungsstörungen nach Zahnentfernung: Eine Wundheilungsstörung nach einer Zahnentfernung kann ebenfalls zu einer Schwellung führen. Wenn sich der Bereich des fehlenden Zahnes nicht durch ein Blutgerinnsel verschließt, kann eine "trockene Alveole" entstehen, die oft mit starken Schmerzen verbunden ist.
  • Wurzelbehandlungen: Obwohl Wurzelbehandlungen darauf abzielen, Schmerzen zu lindern und die Gesundheit des Zahnes wiederherzustellen, können sie manchmal zu vorübergehenden Schwellungen führen. Die Schwellung ist oft Teil des natürlichen Heilungsprozesses, bei dem der Körper auf die Entfernung des infizierten Gewebes reagiert.
  • Abszedierter Zahn: Ein stark abszedierter Zahn kann zu Schwellungen oder Knoten im Kieferbereich führen. Dieser Zustand ist normalerweise schmerzhaft und tritt sehr plötzlich auf. Der Knoten kann ein vergrößerter Lymphknoten sein, der auf die Infektion reagiert, oder er kann eine Drainage der Infektion sein.

Entzündungen im Kieferbereich

  • Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis maxillaris): Die Kieferhöhlenentzündung ist eine Entzündung der Schleimhäute in den Kieferhöhlen, die Schmerzen im Wangenbereich und Kopfschmerzen verursachen kann. Sie äußert sich durch ein dumpfes Druck- und Schmerzgefühl in den Wangen und wird meist durch die Ausbreitung eines bakteriellen oder viralen Infektes ausgelöst.
  • Perikoronitis: Eine Entzündung des Zahnfleisches um einen Weisheitszahn (Perikoronitis) kann ebenfalls zu Schmerzen im Kiefer und in der Umgebung des Weisheitszahns führen.
  • Entzündungen des Kieferknochens (Osteomyelitis): Entzündungen des Kieferknochens können den ganzen Körper beeinflussen und zu starken Schmerzen, Fieber und Schwellungen führen.

Weitere Ursachen

  • Allergien: In einigen Fällen kann auch eine Allergie eine Schwellung der Kieferhöhle verursachen, ohne dass eitriges Sekret aus der Nase kommt.
  • Speicheldrüsenerkrankungen: Erkrankungen der Speicheldrüsen, wie z.B. Speichelsteine oder Entzündungen, können ebenfalls zu Schwellungen im Wangen- und Unterkieferbereich führen.
  • Kiefergelenkerkrankungen (CMD): Eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) bezeichnet eine schmerzhafte Fehlregulation des Kauapparates, die durch ein gestörtes Zusammenspiel verschiedener Muskeln, Sehnen und Gelenke ausgelöst wird. Die Beschwerden können Schmerzen im Bereich des Kiefers, des Unterkiefers, der Zähne und der Gesichtsmuskulatur auf der betroffenen Seite sein.
  • Verspannungen der Kiefermuskulatur: Verspannungen der Kiefermuskulatur können durch Stress oder andere Faktoren verursacht werden und zu Kieferschmerzen führen.
  • Schlechte Körperhaltung: Eine schlechte Körperhaltung kann zu einer Fehlbelastung des Kiefergelenks und zu Kieferschmerzen führen.
  • Unfälle im Gesicht oder Kieferbereich: Unfälle im Gesicht oder Kieferbereich können ebenfalls zu Kieferschmerzen führen.
  • Nächtliches Zähneknirschen (Bruxismus): Nächtliches Zähneknirschen ist eine unwillkürliche Anspannung der Kaumuskulatur, die zu einem Pressen des Gelenks oder Knirschen der Zähne führt. Dies geschieht meist unbewusst im Schlaf, kann aber auch tagsüber auftreten.
  • Seltene Krankheiten: In seltenen Fällen können Kieferschmerzen auch ein Hinweis auf eine Krebserkrankung im Bereich des Kiefers sein. Weiterhin kann eine Trigeminusneuralgie in Betracht kommen.

Symptome einer beidseitigen Oberkieferschwellung

Geschwollene Wangen können von einer Reihe von Symptomen begleitet werden, die auf eine zugrunde liegende zahnmedizinische Problematik hinweisen. Es ist entscheidend, diese Anzeichen zu erkennen, um rechtzeitig handeln zu können.

Typische Symptome

  • Schmerzen: Anhaltende Schmerzen, die beim Kauen oder bei Kontakt mit sehr heißen oder kalten Speisen und Getränken intensiver werden, können auf kariöse Zähne hinweisen. Starke Schmerzen nach einer Weisheitszahnextraktion oder Wurzelbehandlung, die nicht auf Schmerzmittel ansprechen, sind ebenfalls ein Warnsignal.
  • Schwellung: Eine anhaltende oder sich verstärkende Schwellung, insbesondere nach einem zahnmedizinischen Eingriff, kann ein Hinweis auf eine Infektion oder andere Komplikationen sein.
  • Fieber: Fieber kann ein Zeichen für eine Infektion sein und sollte nicht ignoriert werden.
  • Eitriger Nasenausfluss: Ein eitriger Nasenausfluss kann auf eine Kieferhöhlenentzündung hindeuten.
  • Erhöhte Temperatur und Abgeschlagenheit: Auch allgemeine Symptome wie eine erhöhte Körpertemperatur und Abgeschlagenheit können auftreten.
  • Beschwerden im Gesichtsbereich: Unangenehme Druckgefühle oder Kopfschmerzen im Gesichtsbereich können auf eine Kieferhöhlenentzündung hindeuten.
  • Erschwerte Nasenatmung: Häufig kann der Patient nur erschwert durch die Nase atmen.
  • Eiteransammlung im Kiefer: Eine Eiteransammlung im Kiefer kann mit einer Geweberötung und einer heißen, eventuell geschwollenen Wange einhergehen.

Warnzeichen

  • Starke, unerträgliche Schmerzen: Starke, unerträgliche Schmerzen, die nicht auf Schmerzmittel ansprechen, sind ein Alarmsignal.
  • Ausbreitung der Schwellung: Eine Ausbreitung der Schwellung auf andere Bereiche wie das Auge oder den Hals erfordert sofortige medizinische Aufmerksamkeit.
  • Anhaltende Blutungen: Anhaltende Blutungen nach einem zahnmedizinischen Eingriff sollten ebenfalls ärztlich abgeklärt werden.
  • Auftreten von Eiter: Das Auftreten von Eiter ist ein weiteres Warnsignal, das nicht ignoriert werden darf.

Diagnose einer beidseitigen Oberkieferschwellung

Die Diagnose einer beidseitigen Oberkieferschwellung erfordert eine sorgfältige Untersuchung und Anamnese durch einen Zahnarzt oder Arzt.

Diagnostische Verfahren

  • Klinische Untersuchung: Der Arzt wird den Mund- und Kieferbereich sorgfältig untersuchen, um die Ursache der Schwellung zu identifizieren.
  • Anamnese: Eine detaillierte Anamnese, in der der Arzt nach Vorerkrankungen, aktuellen Beschwerden und Medikamenteneinnahme fragt, ist wichtig für die Diagnose.
  • Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen, CT-Scans oder MRT-Untersuchungen können helfen, den Zustand der Kieferhöhle und des Kieferknochens zu beurteilen und die Diagnose zu bestätigen.

Behandlung einer beidseitigen Oberkieferschwellung

Die Behandlung einer beidseitigen Oberkieferschwellung hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab.

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Zahnärztliche Behandlungen

  • Kariesbehandlung: Bei kariösen Zähnen muss die Karies entfernt und der Zahn gefüllt werden.
  • Wurzelbehandlung: Eine Wurzelbehandlung kann erforderlich sein, um einen infizierten Zahn zu retten.
  • Zahnextraktion: In einigen Fällen kann es notwendig sein, einen Zahn zu entfernen, um die Infektion zu beseitigen.
  • Behandlung von Wundheilungsstörungen: Eine "trockene Alveole" muss behandelt werden, um eine regelrechte Knochenheilung zu ermöglichen.

Medizinische Behandlungen

  • Antibiotika: Bei bakteriellen Infektionen können Antibiotika verschrieben werden.
  • Schmerzmittel: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können helfen, starke Schmerzen zu lindern.
  • Abschwellende Medikamente: Abschwellende Medikamente können die Schmerzen schnell reduzieren.
  • Entzündungshemmende Nasensprays oder Nasentropfen: Diese können ebenfalls helfen, die Schwellung zu reduzieren.
  • Operation: In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Abfluss von Sekret und Eiter zu ermöglichen oder um anatomische Besonderheiten zu korrigieren.

Hausmittel und erste Schritte zur Linderung

  • Kälteanwendungen: Das Auflegen eines Eisbeutels auf die Außenseite der Wange kann helfen, die Schwellung und das Unbehagen zu reduzieren.
  • Salbeitee: Salbeitee, bekannt für seine entzündungshemmenden Eigenschaften, kann als Gurgellösung verwendet werden, um die Heilung zu unterstützen und Beschwerden zu lindern.
  • Kamille: Kamille, eine Pflanze mit beruhigenden und entzündungshemmenden Effekten, kann als Tee zum Gurgeln oder als Aufguss zur Anwendung auf die betroffene Stelle genutzt werden.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Sie sollten ausreichend Wasser und ungesüßten Tee trinken, um sicherzustellen, dass das Sekret, das sich in den Kieferhöhlen befindet, nicht zu sehr eindickt und leicht abtransportiert werden kann.
  • Nasendusche: Mit einer Nasendusche können Sie ebenfalls Erleichterung für Ihre Kieferhöhlen erhalten.

Präventive Maßnahmen

Die beste Strategie, um beidseitigen Oberkieferschwellungen vorzubeugen, ist eine gute Mundhygiene und regelmäßige zahnärztliche Kontrollen.

Mundhygiene

  • Regelmäßiges Zähneputzen: Eine effektive tägliche Routine, die gründliches Zähneputzen und Zahnseide umfasst, kann das Risiko von Karies und anderen zahnmedizinischen Problemen erheblich reduzieren.
  • Zahnseide: Die Verwendung von Zahnseide hilft, Plaque und Essensreste zwischen den Zähnen zu entfernen.

Ernährung

  • Ausgewogene Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, reich an Vitaminen und Mineralien, unterstützt die allgemeine Mundgesundheit.
  • Zuckerarme Ernährung: Zuckerhaltige und säurehaltige Lebensmittel und Getränke sollten in Maßen konsumiert werden, da sie den Zahnschmelz angreifen und das Risiko von Karies erhöhen können.

Zahnärztliche Kontrollen

  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Regelmäßige zahnärztliche Kontrolluntersuchungen sind entscheidend, um frühzeitig Probleme zu erkennen und zu behandeln, bevor sie schwerwiegend werden.
  • Professionelle Zahnreinigung: Eine professionelle Zahnreinigung kann helfen, Plaque und Zahnstein zu entfernen, die mit der Zahnbürste nicht erreicht werden können.

Weitere Maßnahmen

  • Vermeidung von Risikofaktoren: Raucher neigen eher zu einer Nasennebenhöhlenentzündung oder einer Kieferhöhlentzündung, da das Nikotin die Schleimhäute irritiert.
  • Feuchthalten der Schleimhäute: Die Schleimhäute sollten feucht gehalten werden, trockene Heizungsluft ist kontraproduktiv.
  • Bewegung an der frischen Luft: Genügend Bewegung an der frischen Luft ist außerdem eine gute Vorsorge.
  • Sorgfältige Nachsorge nach zahnmedizinischen Eingriffen: Für Personen, die sich einer Weisheitszahnextraktion oder einer Wurzelbehandlung unterziehen müssen, ist es wichtig, den Nachsorgeanweisungen des Zahnarztes genau zu folgen.

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