Leistenbruch-OP bei Morbus Parkinson: Risiken und Behandlungsoptionen

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch Zittern, verlangsamte Bewegungen, Muskelsteifheit und Gleichgewichtsstörungen gekennzeichnet ist. Obwohl Parkinson selbst nicht direkt zu einem Leistenbruch führt, können die Symptome und Behandlungen die Wahrscheinlichkeit eines solchen Ereignisses beeinflussen oder die Entscheidungsfindung bezüglich einer Operation komplizieren. Ein Leistenbruch (Leistenhernie) entsteht, wenn Gewebe aus dem Bauchraum durch eine Schwachstelle in der Bauchwand in der Leistengegend austritt.

Parkinson-Erkrankung: Eine Übersicht

Die Parkinson-Krankheit ist die häufigste und bekannteste Bewegungsstörung. Im deutschsprachigen Raum wird Parkinson auch als Schüttellähmung bezeichnet. Die Parkinson-Krankheit ist durch eine Schädigung bestimmter Hirnregionen gekennzeichnet. Dies führt zu einer gestörten Ausschüttung des Botenstoffs Dopamin, der für die Steuerung von Bewegungen notwendig ist. Infolgedessen verlangsamen sich Bewegungs- und Denkabläufe. Parkinson ist eine degenerative Erkrankung, was bedeutet, dass Gewebe oder Funktionen verloren gehen.

Symptome der Parkinson-Krankheit

Parkinson entwickelt sich langsam und schleichend, wobei die Symptome zu Beginn meist nur auf einer Körperseite auftreten. Zu den frühen Symptomen gehören:

  • Geruchsstörungen
  • Stimmungsprobleme
  • Gestörtes Farbensehen
  • Verändertes Schlafverhalten
  • Schmerzen und Missempfindungen

Die vier Hauptsymptome von Parkinson sind:

  1. Muskelstarre (Rigor): Die Muskeln sind dauerhaft angespannt, auch im Ruhezustand. Dies kann zu Symptomen wie Ziehen im betroffenen Bereich oder dem Gefühl führen, bei jeder Bewegung gegen einen zähen Widerstand anzukämpfen.
  2. Bradykinese: Parkinson-Patienten bewegen sich langsamer und haben Schwierigkeiten, Bewegungen zu starten. Auch Gestik und Mimik verändern sich, und die Sprache kann leise, monoton und undeutlich werden.
  3. Parkinson-Tremor (Muskelzittern): Typisch ist ein Zittern, das in Ruhe auftritt (Ruhe-Tremor). Es beginnt meist in den Armen und Händen und kann sich später auf die Beine und Füße ausweiten.
  4. Instabile Körperhaltung mit Neigung zu Stürzen: Die Stell- und Haltereflexe sind gestört, was zu Unsicherheit beim Gehen und einem erhöhten Sturzrisiko führt.

Neben den motorischen Symptomen treten auch nicht-motorische Symptome auf, die in vier Gruppen zusammengefasst werden können:

Lesen Sie auch: Diagnose von Leistenbruch und eingeklemmtem Nerv: Methoden und Verfahren

  • Neuropsychiatrische Störungen: Antriebsarmut, depressive Verstimmungen, Störungen der Impulskontrolle, des Denkens und der Gedanken.
  • Schlafstörungen: Häufiges Erwachen, oft als Folge erhöhter Müdigkeit während des Tages.
  • Autonome Funktionsstörungen: Schwankender Blutdruck, Kontrollverlust über Blase und Darm.
  • Sinnesstörungen: Verminderte Fähigkeit zu riechen und Farben wahrzunehmen, sowie Schmerzen.

Risikofaktoren und Ursachen

Das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung steigt mit dem Lebensalter. Bei bis zu 30 Prozent der Parkinsonkranken spielt eine genetische Vorbelastung eine Rolle. Auslöser ist eine Schädigung von Nervenzellen im Gehirn, die den Botenstoff Dopamin ausschütten, was zu einem Dopamin-Mangel führt. Bei den meisten Parkinson-Erkrankten ist die Ursache für die Zellschädigung im Gehirn unbekannt.

Diagnose und Therapie

Um die Diagnose Parkinson zu stellen, werden die klassischen Symptome wie Zittern, verlangsamte Bewegungen, steife Muskeln und Gleichgewichtsstörungen berücksichtigt. Verschiedene Untersuchungen, wie der DAT-Scan, können bereits in der frühen Phase der Erkrankung zur Sicherung der Diagnose beitragen.

Bislang ist die Parkinson-Krankheit nicht heilbar. Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten können jedoch den Krankheitsverlauf beeinflussen. Die Therapie umfasst die Behandlung von motorischen und nicht-motorischen Symptomen. Medikamentöse Behandlungen zielen darauf ab, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen. In den letzten Jahren wird neben der medikamentösen Behandlung immer häufiger die Tiefe Hirnstimulation eingesetzt. Ergänzend sind Krankengymnastik und Ergotherapie wichtige Bestandteile der Parkinson-Behandlung.

Leistenbruch: Ursachen, Symptome und Operationsverfahren

Ein Leistenbruch entsteht, wenn Gewebe aus dem Bauchraum durch eine Schwachstelle in der Bauchwand in der Leistengegend austritt. Dies kann durch angeborene Schwächen, altersbedingten Verschleiß oder Belastungen wie schweres Heben oder chronischen Husten verursacht werden.

Ursachen und Entstehung

Die Leiste wird durch kräftige Muskeln und Sehnen gestützt. Wenn wir husten, niesen oder schwer heben, lastet dort hoher Druck. Wird dem Druck nicht mehr Stand gehalten, kommt es zum Leistenbruch. Das Bauchfell durchbricht den Leistenkanal, wodurch sich ein Bruchsack bildet, der Teile des Darmes oder des Fettgewebes enthalten kann.

Lesen Sie auch: Prävention von Taubheit nach Leistenbruch-OP

Symptome eines Leistenbruchs

Patienten spüren bei einem Leistenbruch zunächst nur ein leichtes Ziehen in der Leistengegend. Später werden die Leistenbrüche oft als Beule sichtbar. Klemmt sich der Inhalt des Bruchsackes ein, treten starke Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Fieber auf. Dann handelt es sich bei dem Leistenbruch um einen Notfall, der tödlich enden kann und eine Operation dringend erforderlich macht.

Operationsverfahren bei Leistenbruch

Bei Leistenbrüchen werden in der Regel verschiedene Operationsverfahren eingesetzt:

  • OP nach Shouldice: Ein offenes Verfahren, bei dem der Bruch im Leistenkanal mittels Nähten verschlossen wird.
  • OP nach Desarda: Ein netzfreies Verfahren, bei dem körpereigenes Fasziengewebe verwendet wird, um die Leistenkanalhinterwand zu verstärken.
  • OP nach Lichtenstein: Ein offenes Verfahren, bei dem der Bruch mittels eines eingenähten Netzes verschlossen wird.
  • TAPP-Verfahren: Ein minimal-invasives Verfahren, bei dem ein Netz zwischen Bauchfell und der Muskulatur der Bauchwand eingebracht wird.
  • TEP- oder TEPP-Verfahren: Eine minimal-invasive OP-Technik, bei der ein Kunststoffnetz zwischen den Bauchdeckenschichten eingelegt wird und die Bauchwand verstärkt.

Die Wahl des Operationsverfahrens hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Größe des Bruchs, der Gesundheitszustand des Patienten und die Erfahrung des Chirurgen.

Risiken der Leistenbruch-OP bei Parkinson-Patienten

Für Parkinson-Patienten können zusätzliche Risiken bei einer Leistenbruch-Operation bestehen. Diese Risiken sind hauptsächlich auf die Symptome der Parkinson-Krankheit und die damit verbundenen Behandlungen zurückzuführen.

Medikamentöse Behandlung und Interaktionen

Die medikamentöse Behandlung von Parkinson kann Wechselwirkungen mit Anästhetika und anderen Medikamenten haben, die während und nach der Operation eingesetzt werden. Es ist wichtig, dass der Anästhesist und der Chirurg über alle Medikamente informiert sind, die der Patient einnimmt, um potenzielle Komplikationen zu vermeiden.

Lesen Sie auch: Behandlung bei Leistenbruch und Taubheitsgefühl im Bein

Erhöhtes Sturzrisiko und postoperative Rehabilitation

Parkinson-Patienten haben aufgrund von Gleichgewichtsstörungen und Muskelsteifheit ein erhöhtes Sturzrisiko. Dies kann die postoperative Rehabilitation erschweren und das Risiko von Komplikationen wie Wundheilungsstörungen erhöhen. Es ist wichtig, dass geeignete Maßnahmen ergriffen werden, um Stürze zu verhindern und die Rehabilitation zu unterstützen.

Kognitive Beeinträchtigungen und Compliance

Einige Parkinson-Patienten leiden unter kognitiven Beeinträchtigungen, die die Fähigkeit beeinträchtigen können, postoperative Anweisungen zu befolgen. Dies kann die Einhaltung von Medikamentenplänen und Rehabilitationsprogrammen erschweren. Es ist wichtig, dass Angehörige oder Pflegekräfte in die postoperative Betreuung einbezogen werden, um sicherzustellen, dass der Patient die notwendige Unterstützung erhält.

Autonome Funktionsstörungen und Komplikationen

Autonome Funktionsstörungen wie Blutdruckschwankungen, Blasen- und Darmprobleme können bei Parkinson-Patienten häufiger auftreten. Diese Störungen können das Risiko von Komplikationen wie Harnverhalt oder Verstopfung nach der Operation erhöhen. Es ist wichtig, dass diese Störungen vor und nach der Operation angemessen behandelt werden.

Tiefe Hirnstimulation (THS) und Leistenbruch-OP

Die Tiefe Hirnstimulation (THS) ist eine operative Behandlungsmethode, die bei Parkinson-Patienten eingesetzt wird, bei denen die medikamentöse Therapie nicht mehr ausreichend wirkt. Bei der THS werden Elektroden in bestimmte Hirnregionen implantiert, um die unkoordinierte Kommunikation im Gehirn direkter und gleichmäßiger zu beeinflussen.

Auswirkungen der THS auf die Leistenbruch-OP

Die THS kann sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Leistenbruch-OP haben. Einerseits kann die THS die motorischen Symptome von Parkinson verbessern und somit das Sturzrisiko reduzieren und die postoperative Rehabilitation erleichtern. Andererseits kann die THS auch zu Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen, Verwirrtheitszuständen oder kognitiven Veränderungen führen, die die postoperative Betreuung erschweren können.

Entscheidung für oder gegen eine Leistenbruch-OP bei THS-Patienten

Die Entscheidung für oder gegen eine Leistenbruch-OP bei THS-Patienten sollte sorgfältig abgewogen werden. Es ist wichtig, die potenziellen Vorteile und Risiken der Operation zu berücksichtigen und die individuellen Bedürfnisse und Präferenzen des Patienten zu berücksichtigen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Neurologen, dem Chirurgen und dem Anästhesisten ist entscheidend, um die bestmögliche Behandlungsstrategie zu entwickeln.

tags: #op #leistenbruch #bei #mb #parkinson