Ovarialapoplexie: Ursachen, Symptome und Therapie

Die Ovarialapoplexie, auch bekannt als Eierstockblutung, ist ein plötzliches Ereignis, das durch das Platzen einer Zyste oder eines Follikels im Eierstock und die daraus resultierende Blutung in die Bauchhöhle gekennzeichnet ist. Obwohl sie beängstigend sein kann, ist sie in den meisten Fällen nicht lebensbedrohlich und kann konservativ behandelt werden.

Ursachen der Ovarialapoplexie

Die genauen Ursachen der Ovarialapoplexie sind nicht immer eindeutig, aber es gibt mehrere Faktoren, die das Risiko erhöhen können:

  • Zysten am Eierstock: Eine Zyste am Eierstock ist ein Hohlraum im Gewebe, in welchem sich Flüssigkeit ansammelt. Sogenannte funktionelle Ovarialzysten sind in der Regel gutartige Veränderungen und treten in den allermeisten Fällen nur während der Geschlechtsreife auf, weil sie hormonabhängig sind. Die Eierstöcke von Frauen mit PCOS produzieren zu viel von diesen männlichen Sexualhormonen, wodurch der Haushalt aus dem Gleichgewicht gerät. An den Eierstöcken (Ovarien) sind zahlreiche Bläschen im Gewebe (Zysten) zu erkennen - daher die Bezeichnung „polyzystisch“.
  • Eisprung: Während des Eisprungs platzt der Follikel, um die Eizelle freizusetzen. Dieser Vorgang kann manchmal zu einer Blutung führen.
  • Medikamente: Einige Medikamente, insbesondere Blutverdünner, können das Risiko einer Blutung erhöhen.
  • Körperliche Anstrengung: Starke körperliche Anstrengung oder Trauma im Bauchbereich können in seltenen Fällen eine Ovarialapoplexie auslösen.
  • Gerinnungsstörungen: In seltenen Fällen können Gerinnungsstörungen das Risiko einer Ovarialapoplexie erhöhen.

Symptome der Ovarialapoplexie

Die Symptome der Ovarialapoplexie können variieren, abhängig von der Stärke der Blutung. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Plötzliche, starke Schmerzen im Unterbauch: Ein typisches Symptom sind beispielsweise unklare Schmerzen im Unterbauch. Platzt eine Zyste auf, macht sich das mit einem plötzlichen, stechenden Schmerz bemerkbar.
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr: Auch Schmerzen beim Geschlechtsverkehr können ein Hinweis auf eine Zyste sein.
  • Übelkeit und Erbrechen:
  • Schwindel und Schwäche:
  • Blutdruckabfall: In schweren Fällen kann es zu einem Blutdruckabfall und Schock kommen.
  • Zyklusstörungen: Die gutartigen Gewebsveränderungen können aber auch den Zyklus durcheinanderbringen, etwa wenn die Zyste Geschlechtshormone bildet. Dabei sind starke oder ausbleibende Regelblutungen sowie Schmierblutungen möglich.
  • Druckgefühl, Bauchschwellung sowie Verstopfung oder Beschwerden beim Wasserlassen: Sehr große Zysten können auf umliegende Organe wie Darm oder Blase drücken.

Diagnose der Ovarialapoplexie

Die Diagnose der Ovarialapoplexie basiert in der Regel auf den Symptomen der Patientin, einer körperlichen Untersuchung und bildgebenden Verfahren.

  • Körperliche Untersuchung:
  • Ultraschall: Besteht der Verdacht auf eine Erkrankung der Eierstöcke, führen unsere Gynäkologinnen und Gynäkologen eine vaginale Ultraschalluntersuchung durch.
  • CT oder MRT: In einigen Fällen kann eine CT- oder MRT-Untersuchung erforderlich sein, um die Diagnose zu bestätigen und andere Ursachen für die Symptome auszuschließen.
  • Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen können helfen, den Schweregrad der Blutung zu beurteilen und andere Erkrankungen auszuschließen.

Therapie der Ovarialapoplexie

Die Therapie der Ovarialapoplexie hängt von der Stärke der Blutung und den Symptomen der Patientin ab.

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  • Konservative Therapie: In den meisten Fällen ist eine konservative Therapie ausreichend. Diese umfasst:
    • Schmerzlinderung: Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol können helfen, die Schmerzen zu lindern.
    • Bettruhe:
    • Beobachtung: Der Zustand der Patientin wird engmaschig überwacht, um sicherzustellen, dass sich die Blutung nicht verschlimmert.
  • Operative Therapie: In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Blutung zu stoppen. Dies ist in der Regel der Fall, wenn die Blutung sehr stark ist oder die Patientin Anzeichen eines Schocks zeigt.

Sollte ein operativer Eingriff nötig sein, wird diese in den meisten Fällen per Bauchspiegelung (Laparoskopie) durchgeführt. Dabei bringen unsere Ärzt:innen die Instrumente durch kleine Schnitte in den Bauchraum ein. In der Regel erfolgt ein solch minimalinvasiver Eingriff ambulant. Durch die sehr kleinen Schnitte erzielen wir ein kosmetisch besseres Ergebnis im Vergleich zu einer großen Operations-Narbe. Durch den geringen Blutverlust werden Sie sich zudem schnell wieder erholen und können das Krankenhaus noch am gleichen Tag verlassen. Bei einer solchen Operation können Eierstock und Eileiter meist erhalten werden, ohne dass der Eierstock seine Hormonproduktion einschränkt. Nach der Operation können wir Ihnen durch die Untersuchung des entnommenen Gewebes sicher mitteilen, um welche Erkrankung es sich genau handelt.

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS)

Das polyzystische Ovarsyndrom (PCOS) betrifft 5 bis 18 Prozent aller Frauen im geschlechtsreifen Alter und zählt damit zu den häufigsten Hormonstörungen überhaupt. Bei PCOS tanzen die Hormone aus der Reihe: Der Zyklus verläuft unregelmäßig, männliche Hormone werden vermehrt produziert, und in den Eierstöcken bilden sich Zysten.

Symptome des PCOS

Typische Anzeichen des PCO-Syndroms sind Zyklusstörungen, verstärkte Körperbehaarung, Hautprobleme und Haarausfall. Auch der Eisprung bleibt oftmals aus. Das PCO-Syndrom äußert sich durch ein vielfältiges Symptombild, das individuell stark variieren kann. Während manche Betroffene aufgrund des hormonellen Ungleichgewichts deutliche körperliche Veränderungen wahrnehmen, zeigen sich bei anderen nur schwach ausgeprägte Symptome.

  • Unregelmäßiger Zyklus: Eine unregelmäßige oder vollständig ausbleibende Regelblutung (Amenorrhö) tritt bei vielen Betroffenen von PCOS auf. Oftmals kommen auch längere Zyklusphasen von mehr als 35 Tagen vor.
  • Ausbleibender Eisprung: Ein weiteres typisches Merkmal ist ein seltener oder gänzlich ausbleibender Eisprung. Dies kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und das Eintreten einer Schwangerschaft erschweren.
  • Verstärkte Körperbehaarung: Bei einem Teil der Betroffenen entwickelt sich aufgrund des PCO-Syndroms ein eher männliches Behaarungsmuster (Hirsutismus) mit vermehrtem Haarwuchs im Gesichtsbereich sowie an Bauch und Rücken. Ein überhöhter Androgenspiegel kann zu Haarwuchs an bestimmten Gesichtspartien, am Kinn oder an Körperteilen führen, die bei Männern häufiger behaart sind (z.B. zwischen den Brüsten oder um die Brustwarzen herum).
  • Fettige Haut und Akne: Die Hormonstörung bei PCOS führt häufig zu Hautunreinheiten mit vermehrt fettigen Hautpartien und einer verstärkten Neigung zu Akne.
  • Haarausfall: Ein weiteres Symptom kann androgenetische Alopezie sein - Haarausfall am Kopf nach männlichem Muster, der durch das hormonelle Ungleichgewicht verursacht wird.
  • Stimmveränderungen: Bei einigen Betroffenen kann es durch die Hormonveränderungen auch zu einer Vertiefung der Stimmlage kommen.

Ursachen des PCOS

Die genauen Ursachen von PCOS sind noch nicht vollständig verstanden. Es wird vermutet, dass ein gestörter Insulinstoffwechsel eine zentrale Rolle spielt. Genetische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle - Mütter von Betroffenen sind häufig ebenfalls erkrankt.

Diagnose des PCOS

In einer gynäkologischen Praxis kann die Diagnose PCOS durch die Erfassung des Menstruationszyklus, der körperlichen Symptome sowie durch Ultraschalluntersuchungen und Laborwerte gestellt werden.

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Therapie des PCOS

Neben der Einnahme von Medikamenten ist auch die Anpassung des Lebensstils wichtig.

Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom)

Etwa 7.200 Frauen sind in Deutschland jährlich von Eierstockkrebs betroffen. Es handelt sich bei dieser Krebserkrankung um einen bösartigen Tumor der weiblichen Geschlechtsorgane. Der Fachbegriff für Eierstockkrebs lautet Ovarialkarzinom. Da sich zu Beginn der Erkrankung keine Beschwerden bemerkbar machen, wird Eierstockkrebs häufig erst spät erkannt. Das Risiko für Eierstockkrebs steigt mit zunehmendem Alter, im Schnitt wird die Diagnose mit 68 Jahren gestellt.

Symptome von Eierstockkrebs

Eierstockkrebs verursacht zu Beginn keine Symptome. Der Tumor hat Raum, um im Bauch- und Beckenbereich zu wachsen - Frühsymptome zeigen sich daher meist nicht. Aus diesem Grund bleibt Eierstockkrebs zunächst häufig unbemerkt. Erst wenn er größer ist und andere Organe beeinträchtigt, kommt es zu Beschwerden. Diese möglichen Anzeichen sind jedoch häufig unspezifisch, das bedeutet, sie können auch andere Ursachen haben und lassen nicht gleich auf ein Ovarialkarzinom schließen.

Mögliche Anzeichen für Eierstockkrebs:

  • Schmerzen im Bauch- oder Beckenbereich
  • Ungewollte Gewichtsabnahme oder Zunahme des Bauchumfangs
  • Blähungen oder Verstopfung
  • Häufigerer Harndrang als üblich
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Zyklusstörungen oder Blutungen nach den Wechseljahren

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