Parkinson, Aphasie, Dysphagie: Therapieansätze in Gelsenkirchen

Einführung

Die Behandlung von neurologischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson, Aphasie und Dysphagie erfordert einen multidisziplinären Ansatz. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Therapieformen, insbesondere die logopädischen Interventionen, die in Gelsenkirchen zur Verfügung stehen, um Betroffenen zu helfen, ihre Lebensqualität zu verbessern.

Logopädie: Ein zentraler Baustein der Therapie

Die Logopädie spielt eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckbeeinträchtigungen, die häufig im Zusammenhang mit neurologischen Erkrankungen auftreten. In Gelsenkirchen bieten Logopäden eine umfassende Diagnostik und Therapie an, die auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten ist.

Indikation und Verordnung

Vor Beginn einer logopädischen Behandlung steht eine ärztliche Untersuchung, bei der die medizinische Indikation für die Therapie festgestellt wird. Um Erfolge zu sichern oder Störungen vorzubeugen, können präventive Maßnahmen ergriffen werden. Nach der Verordnung durch den Arzt erhalten Patienten individuell abgestimmte Übungen und Beratungen. Bei Bedarf werden auch ärztlich verordnete Hausbesuche durchgeführt.

Behandlungsspektrum

Das Behandlungsspektrum der Logopädie ist vielfältig und umfasst unter anderem:

  • Sprachtherapie bei Morbus Parkinson: Verbesserung der Verständlichkeit und Kommunikationsfähigkeit.
  • Aphasietherapie: Behandlung von Sprachverlust nach Schlaganfall oder anderen Hirnschädigungen.
  • Dysphagie- und Atemtherapie: Behandlung von Schluckstörungen, die häufig bei neurologischen Erkrankungen auftreten, einschließlich bei COVID-19 Patienten.
  • Stimmtherapie: Behandlung von Stimmstörungen, die durch Überbeanspruchung, Infektionen oder neurologische Ursachen entstehen können.

Aphasie: Sprachverlust und seine Behandlung

Aphasie ist ein teilweiser oder vollständiger Verlust der Sprache, der durch eine Schädigung der Sprachzentren im Gehirn verursacht wird, beispielsweise durch einen Schlaganfall. Betroffene haben Schwierigkeiten, Wörter zu finden, Sprache zu verstehen oder sich verständlich auszudrücken. Die logopädische Therapie zielt darauf ab, die Sprachfähigkeit wiederherzustellen oder zu verbessern.

Lesen Sie auch: Parkinson-Medikamente: Was Sie beachten müssen

Ursachen von Aphasie

  • Schlaganfall
  • Unfall
  • Operation
  • Erkrankungen (z. B. Morbus Parkinson, MS, ALS)

Therapieschwerpunkte bei Aphasie

  • Wortfindung
  • Sprachverständnis
  • Verständlichkeit

Dysphagie: Schluckstörungen erkennen und behandeln

Dysphagie bezeichnet eine Funktionsstörung der am Schluckablauf beteiligten Muskeln. Sie kann verschiedene Ursachen haben und tritt häufig nach Schlaganfällen, bei Morbus Parkinson oder anderen neurologischen Erkrankungen auf. Die logopädische Therapie zielt darauf ab, die Schluckfunktion zu verbessern und das Risiko von Komplikationen wie Aspiration (Eindringen von Nahrung in die Atemwege) zu reduzieren.

Ursachen von Dysphagie

  • Schlaganfall
  • Unfall
  • Operation
  • Erkrankungen (z. B. Morbus Parkinson, MS, ALS)

Diagnostik von Dysphagie

Zur Diagnostik von Dysphagie wird in Gelsenkirchen unter anderem die video-dokumentierte Schluckendoskopie (FEES) eingesetzt.

Therapieansätze bei Dysphagie

  • Funktionelles Training der am Schlucken beteiligten Muskeln
  • Anpassung der Konsistenz der Nahrung
  • Schulung von Kompensationsstrategien

Morbus Parkinson: Logopädie als wichtiger Bestandteil der Therapie

Morbus Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die sich unter anderem durch Muskelzittern, Steifigkeit und verlangsamte Bewegungen auszeichnet. Viele Parkinson-Patienten entwickeln im Laufe der Erkrankung auch Sprach- und Schluckstörungen. Die logopädische Therapie kann helfen, die Kommunikationsfähigkeit und die Schluckfunktion zu erhalten oder zu verbessern.

Sprachtherapie bei Parkinson

  • Verbesserung der Lautstärke und Artikulation
  • Training der Sprechgeschwindigkeit
  • Erhaltung der Stimmqualität

Schlucktherapie bei Parkinson

  • Anpassung der Konsistenz der Nahrung
  • Schulung von Schlucktechniken
  • Vorbeugung von Aspiration

Neurologische Diagnostik in Gelsenkirchen

Eine umfassende neurologische Diagnostik ist die Grundlage für eine erfolgreiche Therapie. In Gelsenkirchen stehen verschiedene Untersuchungsmethoden zur Verfügung, um die Ursachen von neurologischen Erkrankungen zu erkennen und die bestmögliche Behandlung einzuleiten.

Ultraschall

  • Ultraschall der hirnversorgenden Gefäße: Diagnose von Gefäßverengungen und -verschlüssen, die zu Schlaganfällen führen können.
  • Ultraschall von Nerven und Muskeln: Diagnose von Nerven-Engpass-Syndromen, Polyneuropathien und Muskelkrankheiten.
  • Ultraschall des Gehirns: Aufdeckung von krankhaften Befunden im System der Dopamin-Zellen, der Basalganglien sowie der Liquorräume.
  • Ultraschall der Augenhöhle: Aufschluss über mögliche Ursachen von chronischen Kopfschmerzen und Sehstörungen.

Schwindel-Diagnostik

  • Untersuchung des Gleichgewichtsorgans im Innenohr zur Diagnose von peripher-vestibulären Störungen.
  • Untersuchung der unwillkürlichen Augenbewegungen (Nystagmus) zur Beurteilung der Funktion des Gleichgewichtsorgans.

Neurophysiologie

  • Elektroenzephalographie (EEG): Untersuchung der elektrischen Funktionsfähigkeit des Gehirns zur Diagnose von Bewusstseinsstörungen und epileptischen Anfällen.
  • Elektroneurographie (ENG): Prüfung der Funktion der peripheren Nerven.
  • Evozierte Potentiale (EP): Prüfung der Funktionsfähigkeit wichtiger Leitungsbahnen des Nervensystems.
  • Autonomes Nervensystem: Untersuchung des autonomen Nervensystems zur Abklärung von nicht-epileptischen Bewußtseinsstörungen.
  • Blutdruckmonitoring: Aufzeichnung eines Tages- und Nachtprofils des Blutdrucks zur Diagnose einer arteriellen Hypertonie.

Liquor-Diagnostik

  • Untersuchung des Nervenwassers zur Diagnose von akuten und chronischen Entzündungen des Nervensystems.

Neuropsychologie

  • Standardisierte Befunderhebung und kognitive Leistungstestungen zur Diagnose von Störungen der Aufmerksamkeit, des Gedächtnisses, der Exekutivfunktionen und der visuellen Wahrnehmung.

Therapiebegleitende Maßnahmen

Neben der logopädischen Therapie und der neurologischen Diagnostik können weitere Maßnahmen den Behandlungserfolg unterstützen.

Lesen Sie auch: Die Stadien der Parkinson-Krankheit erklärt

Musikalische Mittel

  • Einsatz von Musik zur Förderung der Sprachentwicklung und Kommunikation bei Kindern.

Gebärden und frühes Lesen lernen

  • Unterstützung des Spracherwerbs bei Kindern mit geistiger Behinderung durch Gebärden und frühes Lesen lernen.

NOVAFON Local Vibration Voice Therapy (NLVVT)

  • Evidenzbasierte Stimmtherapie mit dem NOVAFON zur Verbesserung der Stimmqualität.

Selbsthilfegruppen

In Gelsenkirchen gibt es eine Selbsthilfegruppe für Aphasiker und deren Angehörige, die von Logopäden mitbetreut wird. Selbsthilfegruppen bieten Betroffenen und ihren Familien eine wichtige Unterstützung und die Möglichkeit, sich mit anderen auszutauschen.

Lesen Sie auch: Überblick zur Dopamin-Erhöhung bei Parkinson

tags: #parkinson #aphasie #dysphagie #gelsenkirchen