Parkinson Behandlung in Hattingen: Spezialisten und innovative Therapieansätze

Morbus Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die vor allem motorische Fähigkeiten beeinträchtigt. In Hattingen und Umgebung gibt es spezialisierte Einrichtungen, die sich der Diagnose und Behandlung dieser komplexen Erkrankung widmen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Parkinson-Behandlung in Hattingen, von spezialisierten Abteilungen bis hin zu innovativen Therapieansätzen.

Zertifizierte Parkinson-Spezialabteilung im Ev. Krankenhaus Hattingen

Das Evangelische Krankenhaus Hattingen verfügt über eine zertifizierte Parkinson-Spezialabteilung, die sich auf die Behandlung von Patienten mit Morbus Parkinson und anderen Parkinsonsyndromen/Bewegungsstörungen konzentriert. Die Abteilung für Neurologie und Komplementärmedizin unter der Leitung von Dr. Sandra Szymanski bietet ein umfassendes Behandlungsspektrum, das sowohl schulmedizinische als auch komplementärmedizinische Ansätze integriert.

Multiprofessionelles Therapeutenteam

Für die Patienten steht ein multiprofessionelles Therapeutenteam bereit, das verschiedene Therapieformen in Einzel- und Gruppenbehandlungen anbietet:

  • Yoga und Meditation
  • Physiotherapie
  • Ergotherapie
  • Logopädie
  • Psychologische Diagnostik und Begleitung
  • Verschiedene Massageformen
  • Therapeutische Güsse und Umschläge
  • Ayurvedische Einläufe (Vasti, Nasya)

Zusätzlich erhalten die Patienten in der Regel eine vegetarische ayurvedische Ernährung sowie eine allgemeine und individualisierte Ernährungs- und Lebensstilberatung. Regelmäßige Informationen über den neuesten Stand der Krankheitsursachen und Therapiemöglichkeiten sind ebenfalls fester Bestandteil des Behandlungskonzepts.

Komplementärmedizin als Ergänzung zur Schulmedizin

Die Abteilung für Neurologie und Komplementärmedizin im EvK Hattingen verfolgt einen integrativen Ansatz, der konventionelle medizinische Methoden mit komplementärmedizinischen Verfahren wie Ayurveda kombiniert. Dieser Ansatz basiert auf der Erkenntnis, dass bei chronischen Erkrankungen wie Parkinson konventionelle Methoden allein oft nicht ausreichend wirksam sind.

Lesen Sie auch: Parkinson-Medikamente: Was Sie beachten müssen

Ayurveda-Konzept

Die Klinik integriert das traditionsreiche Ayurveda-Konzept in die Parkinson-Therapie. Dieser ganzheitliche Ansatz ist in Deutschland einzigartig und umfasst ayurvedische Ernährung, traditionelle Ayurveda-Therapien wie Stirnölgüsse sowie schulmedizinische Maßnahmen. Die Einbeziehung der 5000 Jahre alten indischen Medizin führt bei vielen Patienten zu einem vollständigen Wechsel des Lebensstils.

Erfahrungen aus der indischen Medizin

Die Abteilung greift auf die Erfahrungen der indischen Medizin zurück, die bereits vor zweitausend Jahren neben entgiftenden Maßnahmen auch L-Dopa-haltige Präparate, Dopaminergika, MAO-B-Hemmer, Acetylcholinesterasehemmer und Psyllium als Laxans verordnet hat. Die Klinik behandelt erfolgreich Riechstörungen und Störungen des Magendarmtrakts, die als frühe Anzeichen von Parkinson gelten, neben den übrigen motorischen und nicht-motorischen Symptomen der Erkrankung.

Ursprünge und Entwicklung der Abteilung

Die Abteilung für Neurologie und Komplementärmedizin wurde 2009 von Univ.-Prof. Dr. Dr. Horst Przuntek gegründet und mit Unterstützung von Dr. Szymanski, Dr. Mackowiak und den Ayurveda-Ärzten Dr. Sunil Kumar und Dr. Sandeep Nair aufgebaut.

Die Klinik für Neurologie am EvK Hattingen

Die Klinik für Neurologie am EvK Hattingen diagnostiziert und behandelt das gesamte Spektrum neurologischer Erkrankungen. Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Diagnostik und Behandlung von entzündlichen/autoimmunen Erkrankungen des Nervensystems, wie z.B. Multiple Sklerose, Myasthenia gravis, Neuromyelitis optica Spektrumserkrankung, entzündliche Polyneuropathien, Muskelerkrankungen und Parkinson. Die Klinik versorgt auch überregional Patientinnen und Patienten über Hattingen und Bochum hinaus.

Parkinson-Spezialambulanz

Die Parkinson-Spezialambulanz richtet sich an Patienten mit Verdacht auf oder bereits gesicherter Diagnose von Morbus Parkinson oder anderen extrapyramidal-motorischen Erkrankungen (Dystonie, Multisystematrophie u.a.). In frühen Stadien der Erkrankung werden eine differenzierte Initialbehandlung mit Medikamenten und zusätzliche Therapieverfahren eingeleitet. Die Parkinson-Ambulanz ist an der Erforschung der Ursachen des Morbus Parkinson und an der Entwicklung neuer Therapiemöglichkeiten beteiligt.

Lesen Sie auch: Die Stadien der Parkinson-Krankheit erklärt

Therapieansätze bei Morbus Parkinson

Die medikamentöse Therapie des Morbus Parkinson beinhaltet die symptomatische Behandlung, die Behandlung eventueller Nebenwirkungen des Parkinson-Syndroms sowie im Verlauf die Optimierung der Medikation bei Auftreten von Wirkschwankungen und anderen Therapiekomplikationen. Nicht-medikamentöse Therapie in Form einer intensiven physio- und ergotherapeutischen Behandlung sowie logopädische Maßnahmen haben eine hohe Relevanz.

Tiefe Hirnstimulation

In Kooperation mit der Neurochirurgischen Klinik im Knappschaftskrankenhaus Langendreer wird für Patienten mit fortgeschrittenem Morbus Parkinson die Therapie mittels Tiefenhirnstimulation ("Hirnschrittmacher") des Nucleus subthalamicus angeboten. Dadurch kann schwer betroffenen Patienten, die medikamentös nicht mehr ausreichend behandelbar sind, eine weitere, moderne Therapieoption zur Verfügung gestellt werden.

Kontinuierliche Dopamin-Behandlung

Eine weitere Therapiemöglichkeit stellt die kontinuierliche Behandlung mit Dopamin (DuoDopa®) über eine durch die Bauchdecke implantierte Dünndarmsonde dar. Diese Behandlungsform wird bei Patienten mit schweren Wirkungsschwankungen und sogenannten Fluktuationen der Beweglichkeit erfolgreich durchgeführt.

Physiotherapie bei Parkinson

Physiotherapie sollte möglichst direkt nach der Diagnose Parkinson begonnen werden, um die Bewegungsfähigkeit zu erhalten und zu fördern. Fehlende flüssige Bewegungsabläufe werden neu eingeübt und ein erhöhter Muskeltonus vermindert. Physiotherapie fördert die Beweglichkeit frühzeitig und beugt Gelenkversteifungen vor. Sie unterstützt bei Gangunsicherheit z.B. durch Gangschule und Laufbandtraining und reguliert die Muskelspannung.

Aktivierende Therapie

Mit den aktivierenden Therapien werden alle Behandlungsformen zusammengefasst, die heute die medikamentöse Behandlung unterstützen. Kernfeld der aktivierenden Therapie ist vor allem die Krankengymnastik oder auch die Physiotherapie. Die Ergotherapie fokussiert sich insbesondere auf alltagsrelevante Tätigkeiten, z.B. schneiden mit Besteck oder duschen oder ähnliches. Die Sprach- und Sprechtherapie nimmt sich insbesondere der Lautheit der Sprache der Patienten an, aber auch der Sprechverständlichkeit und viele Patienten im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium leiden unter Schluckproblem die hier auch sehr effizient behandelt werden können.

Lesen Sie auch: Überblick zur Dopamin-Erhöhung bei Parkinson

Spezialisierte Therapieangebote im St. Josef-Hospital Bochum

Das St. Josef-Hospital in Bochum bietet verschiedene spezialisierte Therapieangebote für Parkinson-Patienten, darunter:

  • EAP (Erweiterte Ambulante Physiotherapie): Bei komplexen Fällen sichert die EAP eine besonders intensive und umfassende Betreuung.
  • HWS-Training: Bei akuten Problemen mit der Halswirbelsäule helfen wir mit schmerzlindernden Techniken.
  • Isokinetisches Training: Eine Spezialform des dynamischen Krafttrainings mit maximaler Belastung über den gesamten Bewegungsbereich.
  • Kardiotraining: Ein maßgeschneidertes Ausdauer- und Kraftausdauertraining zur Stärkung von Herz und Kreislauf.
  • Laufbandanalyse: Erfasst individuelle Besonderheiten des Laufstils und gibt Tipps für ein gesünderes und effektiveres Lauftraining.
  • Medizinisches Aufbautraining: Nach schwerwiegenden Erkrankungen oder Operationen wird ein individueller Therapieplan erstellt und ein angepasstes Aufbautraining durchgeführt.
  • Medizinisches Gerätetraining (MTT): Trainieren Sie Kraft und Koordination an speziellen Geräten mit individuellem Ziel.
  • Skoliose-Training: Spezialisierte Experten arbeiten Hand in Hand mit der Skoliose-Fachabteilung der Orthopädie des Katholischen Klinikums Bochum.
  • Sling-Training: Arbeiten Sie mit variablen Seil-und Schlingensystemen und dem eigenen Körpergewicht daran, das natürliche Zusammenspiel kompletter Muskelgruppen zu stärken.
  • Lee Silverman Voice Treatment (LSVT): Eine Therapie, die auf die motorischen Beeinträchtigungen von Parkinson-Patienten ausgerichtet ist.
  • Biocircuit: Ein Zirkeltraining-Konzept, bei dem Sie Ihren ganzen Körper in nur 28 Minuten effektiv und nach individuellen Vorgaben trainieren.

Die Rolle des Neurologen

Ein erfahrener Neurologe, der sich mit Parkinson auskennt, ist der richtige Ansprechpartner, wenn erste Symptome auftreten. Frühzeichen werden häufig nicht eindeutig zugeordnet, sodass es immer Sinn macht bei Zweifel einen versierten Neurologen aufzusuchen.

Diagnose von Parkinson

Die Grundlage der Diagnose ist immer die gründliche und kompetente klinisch-neurologische Untersuchung. Anhand derer kann ein Parkinson-Syndrom, also das Zusammentreffen der klassischen Symptome, zweifelsfrei bestätigt werden. Die Frage die sich dann stellt ist, ob es sich um die Parkinsonsche Erkrankung handelt oder eine andere Variante. Dafür sind oft noch andere Untersuchungen notwendig z.B. ein Bild des Gehirns, wobei sich heutzutage die Kernspintomographie des Gehirn anbietet, um andere Ursachen die eine Parkinson-Krankheit imitieren können auszuschließen.

Hirnszintigraphie

Die Hirnszintigraphie ermöglicht es, am lebenden Menschen die Funktionsfähigkeit der Dopaminzellen im Gehirn direkt zu bestimmen.

Leben mit Tiefer Hirnstimulation (THS)

Prinzipiell kann ein Patient, der eine tiefe Hirnstimulation hat, alle Dinge tun, die er auch vorher gemacht hat. Es ist im Wesentlichen keine Einschränkung der Lebensqualität beziehungsweise der Möglichkeit, sich frei zu bewegen.

Medikamenten-Pumpe

Medikamenten-Pumpen sorgen dafür, dass das Medikament immer sehr gleichmäßig entweder unter die Haut gebracht wird oder in den Darm hinein gebracht wird. Damit wird es möglich Patienten unabhängig von Tabletteneinnahme zu machen, denn die Tabletteneinnahme sorgt natürlich dafür, dass gewisse Schwankungen in der Versorgung des Gehirns mit dem Medikament auftreten.

Video-unterstützte Parkinson-Therapie

Die video-unterstützte Therapie ermöglicht es dem Patienten, im häuslichen Umfeld zu verbleiben und dennoch mit dem behandelnden Arzt in Kontakt zu treten.

tags: #parkinson #behandlung #in #hattingen #wie #lange