Die Parkinson-Krankheit, auch bekannt als Morbus Parkinson oder Parkinson-Syndrom, ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung des Nervensystems. Sie gehört zu den häufigsten neurodegenerativen Erkrankungen weltweit, wobei nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste ist. In Deutschland sind schätzungsweise 400.000 Menschen von Parkinson betroffen. Die Erkrankung manifestiert sich in der Regel zwischen dem 55. und 60. Lebensjahr, kann aber auch jüngere Menschen betreffen. Der Welt-Parkinson-Tag wird jährlich am 11. April gefeiert, dem Geburtstag von James Parkinson, der die Krankheit erstmals 1817 beschrieb.
Was ist Parkinson?
Parkinson ist eine Erkrankung, bei der Nervenzellen im Gehirn nach und nach absterben, was zu einem Mangel des Botenstoffs Dopamin führt. Dieser Mangel führt zu Bewegungsstörungen wie verlangsamten Bewegungen (Bradykinese), Muskelsteifheit (Rigor) und unkontrollierbarem Zittern (Tremor).
Man unterscheidet drei Hauptformen des Parkinson-Syndroms:
- Idiopathisches Parkinson-Syndrom: Die häufigste Form, bei der die Ursache unbekannt ist.
- Sekundäres Parkinson-Syndrom: Seltene Form, die durch bestimmte Erkrankungen, Vergiftungen oder Medikamente ausgelöst wird.
- Atypisches Parkinson-Syndrom: Tritt als Folge anderer neurodegenerativer Erkrankungen auf.
Das Lebenszeitrisiko, an Morbus Parkinson zu erkranken, liegt für Männer bei zwei und für Frauen bei 1,3 Prozent.
Ursachen von Parkinson
Die Ursache der Parkinson-Krankheit liegt im Mittelhirn, genauer gesagt in der Substantia nigra. Dort werden Nervenzellen produziert, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Bei Parkinson sterben diese Zellen ab, was zu einem Dopaminmangel und einem Ungleichgewicht der Nervenbotenstoffe im Gehirn führt.
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Was genau zum Absterben der Neuronen führt, ist noch nicht abschließend geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Risikofaktoren, die eine Rolle spielen können:
- Alter: Das Risiko, an Parkinson zu erkranken, steigt mit dem Alter.
- Genetische Faktoren: In einigen Fällen ist Parkinson erblich bedingt. Veränderungen in Genen wie GBA, LRRK2, PRKN oder SNCA können das Risiko erhöhen.
- Umweltfaktoren: Pestizide, Lösungsmittel, polychlorierte Biphenyle und häufige Kopftraumata können das Parkinson-Risiko erhöhen.
Symptome von Parkinson
Parkinson entwickelt sich schleichend. Erste Anzeichen können schon Jahre vor den typischen Parkinson-Symptomen auftreten. Viele Symptome treten zunächst nur auf einer Körperseite auf.
Zu den frühen Anzeichen von Parkinson gehören:
- Schlafstörungen
- Sehstörungen
- Riechstörungen
- Muskel- und Gelenkschmerzen
- Beschwerden im Nacken- oder Lendenwirbelbereich
- Störung der Feinmotorik
- Veränderung beim Mitschwingen der Arme beim Gehen
- Abgeschlagenheit
- Müdigkeit
- Unsicherheit und Unruhe
- Zittern
- Depressive Verstimmung
Klassische Parkinson-Symptome sind:
- Zittern (Tremor)
- Bewegungsstörungen (Bradykinese, Rigor)
- Gleichgewichtsstörungen
- Gang- und Haltungsstörungen
Weitere mögliche Symptome sind:
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- "Einfrieren" von Bewegungen (Freezing)
- Sprachschwierigkeiten
- Schluckbeschwerden
- Störungen der vegetativen Funktionen (Blutdruck, Verdauung)
- Depressionen
- Geistige Beeinträchtigungen bis hin zur Demenz
Diagnose von Parkinson
Sobald Symptome bemerkt werden, sollte ein Neurologe aufgesucht werden. Die Diagnose wird anhand verschiedener Tests gestellt, darunter Riechtests, L-Dopa-Tests und bildgebende Verfahren wie MRT oder CT.
Bei der Diagnose betrachtet der Arzt die klassischen Symptome wie Zittern, verlangsamte Bewegungen, steife Muskeln und Gleichgewichtsstörungen. Auch die nicht-sichtbaren Symptome wie Geruchsstörungen, Stimmungsprobleme, gestörtes Farbensehen und verändertes Schlafverhalten werden berücksichtigt.
Therapie von Parkinson
Parkinson ist derzeit nicht heilbar, aber die Symptome können durch verschiedene Therapien gelindert werden.
Medikamentöse Therapie
Die medikamentöse Behandlung zielt darauf ab, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen. Dazu werden verschiedene Medikamente eingesetzt:
- Levodopa (L-Dopa): Ersetzt den Botenstoff Dopamin.
- Dopaminagonisten: Wirken wie Dopamin.
- COMT-Hemmer: Verhindern den Abbau von Dopamin.
- MAO-B-Hemmer: Verlangsamen den Abbau von Dopamin.
- NMDA-Antagonisten: Beeinflussen die Beweglichkeit.
Die Medikamente müssen zu festgelegten Zeiten eingenommen werden, um eine optimale Wirkung zu erzielen.
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Tiefe Hirnstimulation (THS)
In einigen Fällen kann ein operativer Eingriff, die tiefe Hirnstimulation, sinnvoll sein. Dabei werden Elektroden ins Gehirn eingesetzt, die bestimmte Hirnregionen durch elektrische Impulse positiv beeinflussen. Die THS eignet sich für Patienten, bei denen die medikamentöse Therapie Komplikationen verursacht, die sich nicht ausreichend bessern lassen.
Weitere Therapien
Ergänzend zur medikamentösen Behandlung werden weitere Therapien eingesetzt:
- Physiotherapie: Fördert die Beweglichkeit, Reaktionsfähigkeit und Stabilität des Körpers.
- Ergotherapie: Unterstützt bei der Erhaltung und Verbesserung von Alltagsfunktionen.
- Logopädie: Verbessert die Sprechstörung.
Selbsthilfe
Patienten können auch selbst einiges tun, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen:
- Regelmäßige Bewegung und Sport
- Ausreichend Schlaf
- Mediterrane Ernährung
- Soziale Kontakte und Aktivitäten
Leben mit Parkinson
Die Diagnose Parkinson stellt Patienten und Angehörige vor viele Herausforderungen. Es ist wichtig, sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen und sich Unterstützung zu suchen. Der Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr hilfreich sein.
Trotz der Einschränkungen, die Parkinson mit sich bringt, ist es möglich, ein erfülltes Leben zu führen. Eine frühzeitige Diagnose und eine passgenaue Therapie können die Lebensqualität langfristig bewahren. Sportliche Betätigung, Reisen, Teilnahme am gesellschaftlichen Leben und der Arbeit werden, je nach individueller Symptomatik, sogar ausdrücklich empfohlen.
Stadien von Parkinson
Der Verlauf des Parkinson-Syndroms lässt sich in fünf Stadien beschreiben:
- Stadium 0: Keine erkennbaren Symptome.
- Stadium 1: Erste Symptome auf einer Körperseite.
- Stadium 2: Symptome auf beiden Körperseiten.
- Stadium 3: Langsamere Bewegungen.
- Stadium 4: Stark erkennbare Beschwerden, aber noch selbstständiges Stehen und Gehen möglich.
- Stadium 5: Hilfs- und Pflegebedürftigkeit.
Forschung
Die Forschung beschäftigt sich intensiv mit der Parkinson-Krankheit, um die Ursachen besser zu verstehen und neue Therapien zu entwickeln. Vielversprechende Erfolge gibt es mit neuen molekularen und genetischen Methoden, die Anlass zur Hoffnung geben, dass in den nächsten Jahrzehnten Therapien zum Einsatz kommen könnten, die die Parkinson-Krankheit verzögern oder gar heilen könnten.
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