Süßholzwurzeltee: Wirkung, Anwendung und Risiken

Die Süßholzwurzel, bekannt für ihren süßen Geschmack, der dem von Rohrzucker um ein Vielfaches überlegen ist, birgt eine Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen. Verantwortlich für diese Süße ist der Inhaltsstoff Glycyrrhizin, der auch der Lakritze ihren charakteristischen Geschmack verleiht. Seit Jahrhunderten wird die Süßholzwurzel in verschiedenen Kulturen als Heilmittel eingesetzt.

Historischer Hintergrund und Verwendung

Schon die alten Ägypter schätzten Lakritze als Hustenmittel und Durstlöscher. Römische Soldaten führten sie angeblich als Teil ihrer Standardausrüstung mit, und auch im Ersten Weltkrieg wurde sie von französischen und türkischen Soldaten genutzt. Hildegard von Bingen, eine Universalgelehrte des 11. Jahrhunderts, empfahl Süßholz bei Lungenleiden und Verdauungsbeschwerden. Im Mittelalter erweiterte sich das Anwendungsspektrum der Pflanze, und Lonicerus, ein deutscher Naturforscher des 16. Jahrhunderts, beschrieb ihre Wirksamkeit gegen zahlreiche Beschwerden von Brust, Lunge, Leber, Magen, Blase und Nieren.

Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Die Süßholzwurzel zählt zu den am besten untersuchten Heilpflanzen. Bisher wurden rund 400 verschiedene Wirkstoffe identifiziert. Zu den wichtigsten gehören:

  • Triterpensaponine: Insbesondere Glycyrrhizin, das etwa 50-mal süßer ist als Zucker, wirkt entzündungshemmend und schleimlösend.
  • Flavonoide: Diese Stoffe, die für die gelbe Farbe der Wurzel verantwortlich sind, wirken antioxidativ, antibakteriell, antiviral und können bei der Prävention von altersbedingten degenerativen Erkrankungen helfen.

Die in der Süßholzwurzel enthaltenen Saponine können festsitzenden Schleim verflüssigen und dessen Abtransport fördern.

Anwendung von Süßholzwurzeltee

Süßholzwurzeltee kann bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt werden:

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  • Atemwegserkrankungen: Bei Entzündungen der oberen Atemwege und Husten kann Süßholzwurzeltee schleimlösend wirken und das Abhusten erleichtern.
  • Magen-Darm-Beschwerden: Die entzündungshemmende Wirkung kann sich bei Gastritis, Völlegefühl, Blähungen, Reizdarm und sogar Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren positiv auswirken. Süßholzwurzeltee kann die Schleimproduktion im Magen anregen und so die Magenschleimhaut schützen. Es gibt Hinweise darauf, dass Süßholz das Bakterium Helicobacter pylori bekämpfen kann.

Zubereitung von Süßholzwurzeltee

Übergießen Sie ein bis zwei Teelöffel (4 bis 5 g) getrocknete Süßholzwurzeln mit einer Tasse (150 ml) heißem Wasser. Lassen Sie den Tee 10 bis 15 Minuten ziehen und sieben Sie die Wurzeln anschließend ab. Trinken Sie bis zu 3 Tassen Süßholzwurzeltee zwischen den Mahlzeiten über einen Zeitraum von maximal vier bis sechs Wochen.

Mögliche Nebenwirkungen und Risiken

Bei übermäßigem oder zu langem Konsum von Süßholzwurzel können Nebenwirkungen auftreten:

  • Mineral- und Kaliumverluste: Diese können zu Bluthochdruck, Wassereinlagerungen (Ödeme) und in seltenen Fällen zu Eiweißausscheidungen führen.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Süßholzwurzel kann Wechselwirkungen mit Kortisonpräparaten, Herzmitteln oder entwässernden Arzneien eingehen.

Kontraindikationen

Auf Süßholzwurzel verzichten sollten Sie, wenn Sie bereits an erhöhtem Blutdruck, Diabetes oder Nierenproblemen leiden. Auch während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte die Heilpflanze gemieden werden. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten das Arzneimittel in der Regel nicht anwenden.

Süßholzwurzel und Demenz: Ein potenzieller Zusammenhang

Es gibt Hinweise darauf, dass Süßholzwurzel eine positive Wirkung auf die kognitiven Fähigkeiten haben und das Risiko für Demenzerkrankungen senken könnte, insbesondere bei Frauen. Dies könnte mit den Phytoöstrogenen in der Wurzel zusammenhängen, die den Östrogenhaushalt regulieren und so den Energiehaushalt der Gehirnzellen positiv beeinflussen können.

Weitere Anwendungsgebiete

  • Hormonelle Probleme: Süßholzwurzel kann bei Wechseljahresbeschwerden, Krämpfen und Schmerzen während der Menstruation helfen.
  • Niedriger Blutdruck: Eine Tasse Süßholztee pro Tag kann bei niedrigem Blutdruck hilfreich sein.
  • Hautprobleme: Mit seiner antiseptischen Wirkung kann Süßholz förderlich sein, Harnsteine aufzulösen und hilft bei Hautproblemen.

Wo kann man Süßholzwurzel kaufen?

Süßholzwurzeln sind in Apotheken, Bioläden, Teeläden etc. erhältlich. In Apotheken erhältliche Süßholzwurzeln verfügen über Arzneibuchqualität. Achten Sie beim Kauf auf die FairWild-Zertifizierung, die einen fairen Handel garantiert.

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