Haarpflege- und Körperpflegetipps für Parkinson-Patienten und ältere Menschen

Die Parkinson-Krankheit und das Alter können die Fähigkeit zur Selbstpflege beeinträchtigen. Dieser Artikel bietet umfassende Ratschläge zur Körper- und Haarpflege für Parkinson-Patienten und ältere Menschen, wobei der Schwerpunkt auf der Aufrechterhaltung der Würde, der Förderung der Unabhängigkeit und der Gewährleistung von Komfort und Sicherheit liegt.

Körperpflege im Bett: Unterstützung und Anleitung

Für bettlägerige Patienten ist die Körperpflege eine besondere Herausforderung. Hier sind einige Tipps, um diesen Prozess zu erleichtern:

  • Vorbereitung ist der Schlüssel: Stellen Sie alle benötigten Materialien bereit, bevor Sie beginnen. Dazu gehören Waschlappen, Waschlotion, Handtücher, ein Rasierapparat, ein Kamm, frische Bettwäsche, ein Spiegel und Zahnputzzeug.
  • Aktivierende Pflege: Lagern Sie den Patienten in Rückenlage mit erhöhtem Oberkörper, damit er alle Arbeitsschritte sehen und sich aktiv einbringen kann.
  • Gesicht waschen: Beginnen Sie mit dem Gesicht, verwenden Sie Seife nur auf Wunsch des Patienten und meiden Sie die Augenregion. Reinigen Sie die Augen von außen nach innen. Trocknen Sie Stirn, Wangen, Kinn, Nase und Mundpartie ab.
  • Ohren waschen: Waschen und trocknen Sie Ohren und Ohrmuscheln sorgfältig.
  • Oberkörper und Extremitäten: Ziehen Sie das Hemd des Patienten aus und legen Sie es über den Oberkörper. Waschen und trocknen Sie Hals, Achselhöhlen, Arme und Hände (achten Sie auf die Fingerzwischenräume). Reinigen Sie dann Brustkorb und Bauch, wobei dem Bauchnabel besondere Aufmerksamkeit zukommt.
  • Rücken waschen: Waschen Sie den Rücken je nach den Möglichkeiten des Patienten. Frische Wäsche anziehen.
  • Beine, Füße und Zehen: Waschen Sie Beine, Füße und Zehen (achten Sie auf die Zehenzwischenräume!) und trocknen Sie sie gründlich ab.
  • Genitalbereich waschen: Wechseln Sie Waschlappen und Handtuch (oder verwenden Sie Einmalwaschlappen). Waschen Sie vom Bauchnabel abwärts und trocknen Sie die Leisten gründlich ab.
  • Intimpflege bei Frauen: Lassen Sie die Patientin die Beine aufstellen und spreizen. Spreizen Sie die großen Schamlippen und reinigen Sie von der oberen Genitalregion zum After (von vorne nach hinten) und trocknen Sie ab.
  • Intimpflege bei Männern: Ziehen Sie die Vorhaut ganz zurück und waschen und trocknen Sie den Penis. Schieben Sie die Vorhaut wieder zurück. Waschen Sie die Hoden von vorn Richtung After und trocknen Sie ab.
  • Gesäß waschen: Drehen Sie den Patienten auf die Seite. Waschen und trocknen Sie den After in Richtung Steißbein. Reinigen Sie dann die andere Seite.
  • Unterstützung im Bett: Stellen Sie alle benötigten Utensilien bereit und richten Sie den Oberkörper auf. Geben Sie dem Patienten nach Bedarf Unterstützung, z.B. beim Rückenwaschen.

Körperpflege am Waschbecken: Förderung der Selbstständigkeit

Die Körperpflege am Waschbecken ist oft für ältere Menschen geeignet.

  • Transfer: Der Transfer zum Waschbecken erfolgt oft mit Unterstützung oder im Rollstuhl.
  • Sitzgelegenheit: Am Waschbecken sollte eine Sitzgelegenheit sein, möglichst mit Armlehnen.
  • Achten Sie auf Katheter und Infusionen.
  • Fließendes Wasser: Der Patient sollte sich unter fließendem Wasser waschen.
  • Hilfestellung: Je nach Bedarf erfolgt eine Hilfestellung, z.B. beim Rückenwaschen oder beim Abtrocknen.
  • Intimpflege: Führen Sie die Intimpflege nur durch, wenn der Pflegebedürftige stehen kann (sonst im Bett).
  • Frische Wäsche: Ziehen Sie danach frische Wäsche an.

Duschen: Die optimale Reinigungsform

Das Duschen ist die optimalste Reinigungsform, da der Körper komplett gewaschen wird, kaum Rückstände bleiben und es aktivierend wirkt.

  • Rutschsicherheit: Achten Sie auf eine rutschsichere Unterlage.
  • Hilfsmittel: Verwenden Sie bei Bedarf einen Stuhl oder Duschhocker (möglichst mit Saugnäpfen) und evtl. Haltegriffe.
  • Materialien: Stellen Sie alle Materialien bereit (Seife, Waschlappen, Handtücher usw.).
  • Unterstützung: Der Patient wird je nach Bedarf unterstützt, z.B. beim An- und Auskleiden, Wasserstrahl einstellen, Waschen von nicht erreichbaren Körperstellen, Abtrocknen usw.
  • Oberkörper: Reinigen Sie den Oberkörper mit einem Waschlappen (besonders Achselhöhlen und bei Frauen unter der Brust waschen).
  • Haare waschen: Achten Sie beim Haarewaschen darauf, dass kein Shampoo in die Augen läuft.
  • Intimbereich: Waschen Sie den Intimbereich im Stehen.
  • Abtrocknen: Trocknen Sie den gesamten Körper gut ab.
  • Frische Wäsche: Ziehen Sie frische Wäsche an und föhnen Sie evtl. die Haare.

Praktische Tipps für die Körperpflege

  • Wasserwechsel: Beim Waschen im Bett ist grundsätzlich kein Wasserwechsel erforderlich, wenn die Reihenfolge Oberkörper, Beine, Füße und Intimbereich eingehalten wird.
  • Seifenrückstände: Entfernen Sie Seifenrückstände nach der Körperpflege und kontrollieren Sie die Haut auf Restfeuchtigkeit.
  • Hautpflege: Trockene Haut sollte mit Körperöl oder Hautlotion gepflegt werden.
  • Verletzungen: Achten Sie auf Verletzungen und/oder Druckstellen. Bei bettlägerigen Patienten regelmäßige Lagewechsel nach Plan, um Druckstellen (Ulcera) zu vermeiden.
  • Nägel: Schneiden Sie die Nägel kurz, um Kratzverletzungen zu vermeiden.
  • Ohrenreinigung: Regelmäßige Ohrenreinigung (sonst droht "falsche" Schwerhörigkeit).
  • Mundhygiene: Regelmäßige Mundhygiene, inklusive Prothesenkontrolle.

Haarpflege: Grundlagen für gesundes Haar

Eine gesunde Haarpflege beginnt von innen und setzt eine ausgewogene Ernährung voraus. Die Haare benötigen intensive Pflege, damit sie glänzend werden.

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  • Haarwäsche: Eine leicht zu pflegende Haarfrisur und regelmäßige Haarwäsche sind wichtig. Duschen ist einfacher als Baden, eventuell unter Zuhilfenahme eines Stuhls, auf den sich der Patient während des Duschens setzen kann.
  • Frisur: Frisieren Sie den Pflegepatienten so, wie er es gerne mag. Besonders ältere Frauen mögen es, gelegentlich von einem Friseur frisiert zu werden. Vereinbaren Sie für sie Termine für Friseurbesuche oder lassen Sie einen mobilen Friseur ins Haus kommen.
  • Selbstständigkeit fördern: Wenn der Pflegebedürftige noch selber etwas zur Haarwäsche beitragen kann, gewähren Sie ihm diese eigene Aktivität. Kann er sich beispielsweise noch selber die Haare kämmen, geben Sie ihm einen Kamm und halten Sie ihm einen Spiegel hin.
  • Haartyp beachten: Unterschiedliche Haartypen haben unterschiedliche Ansprüche an die richtige Pflege.
  • Schonende Behandlung: Vermeiden Sie Produkte, die das Haar nachhaltig schädigen können.
  • Spliss vermeiden: Regelmäßiges Spitzenschneiden ist ratsam, um Spliss zu vermeiden.
  • Volumen: Lockiges Haar hat mehr Volumen als glattes Haar.
  • Entwirren: Verwirrtes Haar sollte mit einem grobzinkigen Kamm entwirrt werden.

Haarpflege bei fettiger Kopfhaut

Fettige Haut tritt auf, wenn die Talgdrüsen der Haut übermäßig viel Talg produzieren. Dies kann auch die Kopfhaut betreffen, was zu schnell fettenden Haaren führt.

  • Ursachen: Hormonelle Veränderungen, Jahreszeit, Klima und Stress können die Talgproduktion beeinflussen.
  • Reinigung: Verwenden Sie ein pH-hautneutrales Reinigungsgel, um die Haut sanft von überschüssigem Fett zu befreien.
  • Pflegeprodukte: Verwenden Sie öl- bzw. lipidfreie Pflegeprodukte wie Seren, Fluids oder ein Gel.
  • Mineralpuder: Mineralpuder kann helfen, den glänzenden Teint im Laufe des Tages zu reduzieren.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit Vitamin E, Selen, Zink, Vitamin C und Vitamin A ist essenziell.
  • Peelings: Regelmäßige Peelings können verstopfte Poren öffnen und überschüssigen Talg entfernen.
  • Feuchtigkeitspflege: Tragen Sie nach der Reinigung eine leichte Feuchtigkeitspflege mit geringem Fettgehalt auf.
  • Vermeiden Sie reichhaltige Gesichtscremes und komedogene Inhaltsstoffe.
  • Ernährung: Reduzieren Sie den Konsum von Lebensmitteln mit viel Zucker oder raffinierten Kohlenhydraten.
  • Trinken Sie ausreichend Flüssigkeit.
  • Darmgesundheit: Pflegen Sie Ihren Darm mit ballaststoffreichen Lebensmitteln.

Hausmittel bei fettiger Haut

  • Gurkenmaske: Pürierte Gurke mit Quark verrühren und als Maske auftragen.
  • Naturjoghurt: Naturjoghurt als Gesichtsmaske auftragen, um den pH-Wert der Haut zu regulieren und abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen.
  • Heilerde: Heilerde kann überschüssiges Fett aufnehmen und hat eine reinigende Wirkung.
  • Apfelessig: Apfelessig kann anti-mikrobielle Eigenschaften haben und den pH-Wert der Haut regulieren.
  • Dampfbad: Ein Dampfbad reinigt die Haut porentief und sorgt dafür, dass überschüssiger Talg abfließen kann.
  • Teebaumöl: Verdünntes Teebaumöl kann helfen, die übermäßige Talgproduktion in Schach zu halten.

Make-up bei fettiger Haut

  • Reinigung: Reinigen Sie die fettige Haut, um den in der Nacht produzierten Talg zu befreien.
  • Make-up: Verwenden Sie nicht-komedogene, ölfreie Produkte mit einer leichten Textur oder mattem Finish.
  • Primer: Ein mattierender Primer bietet eine gute Basis, um die Haut auf die Foundation vorzubereiten.
  • Foundation: Verwenden Sie eine flüssige Foundation, um vergrößerte Poren und Unregelmäßigkeiten abzudecken.

Seborrhoische Dermatitis: Ursachen und Behandlung

Seborrhoische Dermatitis ist eine chronische Hauterkrankung, die sich durch rote Flecken mit weißen oder gelblichen Schuppen in fettigen Hautbereichen wie Kopfhaut und Gesicht äußert.

  • Ursachen: Die genauen Ursachen sind unbekannt, aber ein Hefepilz namens Malassezia restricta wird als Hauptverdächtiger angesehen.
  • Symptome: Rote Flecken, fettige oder verkrustete Schuppen, Juckreiz oder Brennen.
  • Behandlung: Es gibt keine definitive Heilbehandlung, aber Shampoos, eine ausgewogene Ernährung, Stressabbau und entspannende Aktivitäten können helfen.
  • Milde Produkte: Verwenden Sie milde Produkte für die tägliche Hygiene.
  • Hifas da Terra Mico-Repair Serum: Dieses Serum hat eine entzündungshemmende und antioxidative Wirkung.

Haarwäsche im Bett: Tipps und Tricks

Die Haarwäsche im Bett kann eine Herausforderung sein, aber mit den richtigen Tipps und Tricks kann sie erleichtert werden.

  • Vorbereitung: Legen Sie alle benötigten Utensilien bereit, einschließlich mildem Shampoo, das nicht in den Augen brennt.
  • Raumtemperatur: Schließen Sie Fenster und Türen, um Zugluft zu vermeiden. Erhöhen Sie gegebenenfalls die Raumtemperatur.
  • Platz schaffen: Schaffen Sie Platz für die Haarwäsche, indem Sie das Bett umlagern oder verstellen.
  • Lagerung: Lagern Sie den Pflegebedürftigen so, dass sein Kopf weit genug über die Bettkante hinausragt. Verwenden Sie Kissen oder ein aufgerolltes Handtuch, um den Nacken bequem abzustützen.
  • Waschbecken: Verwenden Sie eine spezielle Haarwaschwanne oder ein aufblasbares Waschbecken mit Aussparung für den Nacken.
  • Unterlage: Legen Sie eine saugfähige und wasserundurchlässige Unterlage unter den Oberkörper und Kopf.
  • Unterstützung: Stützen Sie den Kopf des Pflegebedürftigen stets mit einer Hand ab, um Verletzungen zu vermeiden.
  • Betthöhe: Passen Sie die Betthöhe an, um die Arbeit zu erleichtern.
  • Wassertemperatur: Lassen Sie den Pflegebedürftigen die Wassertemperatur prüfen, bevor Sie beginnen.
  • Augenschutz: Platzieren Sie einen trockenen oder ausgewrungenen Waschlappen über dem Augenbereich.
  • Haare waschen: Gießen Sie etwas Wasser vom Haaransatz im Stirnbereich nach hinten in die Haarspitzen. Shampoonieren Sie die Haare und spülen Sie sie gründlich aus.
  • Trocknen: Drücken Sie die Feuchtigkeit vorsichtig mit den Händen aus. Entfernen Sie das Haarwaschbecken oder die Schüssel und frottieren Sie die Haare mit einem Handtuch. Trocknen Sie die Haare vollständig, um Erkältungen vorzubeugen.
  • Kämmen: Kämmen Sie die Haare mit einer Bürste oder einem grobzinkigen Kamm, um Knoten schmerzfrei zu entwirren.

Wann eine Haarwäsche unterlassen werden sollte

Bei Erkrankungen im Ohr oder nach einer Operation sollte eine Haarwäsche unterlassen werden.

Häufigkeit der Haarwäsche

Wie oft Haare gewaschen werden, sollten Betroffene selbst entscheiden. Empfohlen wird mindestens ein Mal pro Woche.

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Die Bedeutung von Verständnis, Geduld und Einfühlsamkeit

Entscheidend für eine erfolgreiche Körper- und Haarpflege in der Altenpflege sind immer Verständnis, Geduld und Einfühlsamkeit.

Parkinson-Krankheit: Was ist das?

Parkinson ist eine neurologische Erkrankung, die oft als "Zitterlähmung" bezeichnet wird. Veränderungen im Gehirn führen dazu, dass Bewegungen schwieriger werden.

Parkinson vorbeugen: 5 Tipps

  1. Aktiver Lebensstil: Regelmäßige körperliche Aktivität ist entscheidend.
  2. Gehirntraining: Fordern Sie Ihr Gehirn heraus, um das Risiko von Parkinson zu verringern.
  3. Gesunde Ernährung: Wählen Sie Lebensmittel, die reich an Antioxidantien, Vitaminen und Mineralstoffen sind.
  4. Blutdruck kontrollieren: Halten Sie Ihren Blutdruck im Normalbereich.
  5. Alkohol vermeiden: Reduzieren Sie Ihren Alkoholkonsum.

Parkinson-Medikamente und ihre Wirkung

Parkinson-Medikamente müssen nach einem ärztlich vorgegebenen Zeitschema eingenommen werden. Die konkrete Medikamenteneinnahme darf nicht mit eiweißreichen Lebensmitteln erfolgen.

Kommunikation bei Parkinson

Die zwischenmenschliche Kommunikation verändert sich im Verlauf der Parkinsonerkrankung deutlich. Das Sprechen wird leiser, der Gesichtsausdruck erstarrt und die Wahrnehmung von Sprache verändert sich.

Auswirkungen auf das Essen und Schlucken

Die Bewegungsveränderungen durch die Parkinsonerkrankung wirken sich auch auf das Essen und Schlucken aus.

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Psychische Auswirkungen der Parkinson-Krankheit

Bei der Parkinsonerkrankung kommt es zu einem Mangel des Botenstoffes Dopamin, welcher auch als Glückshormon bekannt ist. Dieser Mangel kann zu Stimmungstiefs oder auch zu Ängsten bei den Erkrankten führen.

Kognitive Veränderungen bei Parkinson

Im Verlauf der Parkinsonerkrankung kann es zu Veränderungen in der Hirnleistung des Denkens kommen, zur akuten Verwirrtheit (Delir) oder auch zu einer Demenz.

Impulskontrollstörungen

Impulskontrollstörungen sind eine mögliche Komplikation der Parkinsonmedikamente.

Schlafstörungen

Schlafstörungen sind bei der Parkinsonerkrankung sehr häufig.

Auswirkungen auf den Alltag

Die Parkinsonerkrankung wirkt sich auch auf den gemeinsamen Alltag in der Familie aus. Viele Abläufe verlangsamen sich und die Planbarkeit von Aktivitäten nimmt ab.

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