Parkinson-Behandlung in Barmbek: Ein umfassender Überblick

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die das Nervensystem betrifft. Dabei kommt es zu einem kontinuierlichen Verlust von Gehirnzellen, was wiederum zu einem Mangel an wichtigen Botenstoffen wie Dopamin führt. Dieser Mangel verursacht die typischen Symptome der Parkinson-Krankheit, wie z.B. Schüttellähmungen. Das Marienkrankenhaus Hamburg und die Asklepios Klinik Barmbek bieten umfassende Diagnostik und moderne Behandlungsmöglichkeiten für Parkinson-Patienten an.

Was ist Parkinson?

Bei der Parkinson-Krankheit handelt es sich um eine degenerative Erkrankung des Nervensystems, bei der es zu einem fortführenden Verlust von Gehirnzellen kommt. Dieser Zellverlust hat zur Folge, dass wichtige Botenstoffe, die für die Bewegungsabläufe des Körpers notwendig sind (zum Beispiel Dopamin), nicht mehr produziert werden können. Es kommt dann zu den für Parkinson typischen Schüttellähmungen. Die meisten Betroffenen sind über 60 Jahre alt, wobei Männer häufiger an Parkinson leiden als Frauen. Die Symptomentwicklung erfolgt schleichend, sodass die Erkrankung meist erst in einem fortgeschrittenen Stadium wahrgenommen wird. Zu den typischen Symptomen zählen eine allgemeine Bewegungsverlangsamung, Zittern in Ruhezuständen und eine Versteifung der Muskeln.

Diagnostik im Marienkrankenhaus Hamburg

Zur Diagnosestellung erfolgt eine körperliche und neurologische Untersuchung, bei der unter anderem die Bewegungsfunktionen untersucht werden. Zudem führen wir Gedächtnistests, einen Ultraschall des Gehirns und weitere Untersuchungen durch. Ergänzend dient ein pharmakologischer Funktionstest, bei dem Sie Levodopamin erhalten, zur Abklärung der Diagnose. Teil der Diagnostik ist auch eine spezielle Schluckuntersuchung, die sogenannte flexible endoskopische Evaluation des Schluckakts (FEES).

Individuelle Therapieansätze

Aufgrund des unterschiedlichen Fortschreitens der Erkrankung ist jede Therapie individuell. Verschiedene Medikationen (unter anderem die Gabe von Dopamin) werden dabei ergänzt durch krankengymnastische Übungen für kontrollierte Bewegungsabläufe.

Parkinson-Komplexbehandlung im Marienkrankenhaus Hamburg

Zur besseren Einstellung der Erkrankung bieten wir im Marienkrankenhaus Hamburg eine Parkinson-Komplexbehandlung an. Dies ist eine spezielle, fachübergreifende Therapie, bei der Sie sich mindestens 14 Tage in stationärer Behandlung befinden. Ziel ist es, Ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern und Ihnen die Bewältigung des Alltags zu erleichtern. Wir kümmern uns dabei um eine Verbesserung Ihrer motorischen und nicht-motorischen Parkinson-Symptome. In der Komplexbehandlung legen wir großen Wert auf die Therapie von Sprech- und Schluckstörungen, Schlafstörungen, Schmerzen und Gangstörungen. Zum Einsatz kommt dabei ein Amplitudentraining und eine speziell auf Parkinson-Betroffene abgestimmte Gangstabilisierung. Unsere Psychologinnen und Psychologen beschäftigen sich ausführlich mit der Untersuchung Ihrer Gedächtnisleistung und behandeln darüber hinaus psychische Begleitsymptome. Im Marienkrankenhaus Hamburg haben wir große Erfahrung in der Einstellung auf verschiedene kontinuierlichen Medikamentenpumpensystem bei der Parkinsonerkrankung. Dabei wird Ihnen das Parkinsonmedikament zum Beispiel kontinuierlich über die Haut verabreicht.

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Parkinson und Demenz

Oft wird Parkinson mit einer Demenz verwechselt. Doch nur bei rund 40 Prozent aller Parkinson-Erkrankungen tritt gleichzeitig eine Demenz auf, verbunden mit Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen. In der Neurologie im Marienkrankenhaus Hamburg unterstützen wir Sie frühzeitig bei der Diagnosestellung.

Behandlungsmethoden bei Asklepios

Die Parkinson-Krankheit ist derzeit nicht heilbar. Mit der Behandlung wollen wir jedoch Symptome lindern und die Lebensqualität unserer Patient:innen verbessern. Bei Asklepios bieten wir verschiedene Behandlungsmethoden an, die unsere Behandlungsteams individuell auf die Bedürfnisse unserer Patient:innen abstimmen.

Medikamentöse Therapie

Die Therapie mit Medikamenten ist die häufigste Behandlungsform bei der Parkinson-Krankheit. Sie basiert vor allem auf der Gabe von Präparaten mit dem Wirkstoff Levodopa, einem Vorläufer des Nervenbotenstoffs Dopamin. Bei biologisch jüngeren Patienten sind Dopaminagonisten (Dopaminähnliche Wirkstoffe) oder MAO-B-Hemmer (verlangsamen den Abbau von Nervenbotenstoffen) bei Erkrankungsbeginn unter Umständen besser geeignet. Levodopa kombinieren Ärzt:innen im Krankheitsverlauf oft mit anderen Medikamenten wie Dopaminagonisten, MAO-B-Hemmern oder COMT-Hemmern (verlangsamen ebenfalls den Abbau von Nervenbotenstoffen), um die Wirksamkeit zu erhöhen und Nebenwirkungen zu verringern. Für besondere Situationen stehen eine Vielzahl weiterer Optionen bei der Gabe von Medikamenten zur Verfügung, zum Beispiel Injektionspens, unter die Zunge verabreichte Tropfen, Inhalationen und Pumpentherapien.

Tiefe Hirnstimulation und MR-gesteuerter fokussierter Ultraschall

Darüber hinaus bringen wir nicht-medikamentöse Verfahren zum Einsatz. Dazu zählt die tiefe Hirnstimulation, bei der implantierte Elektroden Impulse in bestimmte Hirnregionen abgeben. Ein weiteres Verfahren ist der MR-gesteuerte fokussierte Ultraschall, bei dem mithilfe eines MRT-Bildes gezielt Ultraschallwellen Nervenzellen veröden, die einen Tremor auslösen. Die individuell eingestellte Behandlung mit Medikamenten und die Auswahl der Therapieverfahren erfordert eine sorgfältige Überwachung und Anpassung durch Neurolog:innen, um die bestmögliche Symptomkontrolle zu erreichen. Unsere Spezialist:innen bei Asklepios verfügen über umfassende Erfahrungen.

Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie

Physiotherapie spielt eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Parkinson-Patient:innen. Sie hilft, die Mobilität zu erhalten, die Muskelkraft zu verbessern und die Balance und Koordination zu fördern. Spezielle physiotherapeutische Übungen sind darauf ausgerichtet, die Gangsicherheit zu erhöhen und das Risiko von Stürzen zu minimieren. Ergotherapie unterstützt Parkinson-Patient:innen dabei, ihre Selbstständigkeit im Alltag zu bewahren. Durch gezielte Maßnahmen werden feinmotorische Fähigkeiten trainiert und Strategien entwickelt, um alltägliche Herausforderungen wie Anziehen, Essen und Schreiben zu bewältigen. Da die Parkinson-Krankheit auch die Sprach- und Schluckfähigkeit beeinträchtigen kann, ist die Logopädie (Sprachheilkunde) ein wichtiger Bestandteil der Therapie. Unsere Logopäd:innen bei Asklepios arbeiten mit ihren Patient:innen an Übungen zur Stärkung der Stimme und Verbesserung der Artikulation.

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Psychologische Betreuung und Parkinson-Komplex-Behandlung

Die psychologische Betreuung ist ein wesentlicher Aspekt der Behandlung, da die Parkinson-Krankheit auch emotionale und kognitive Veränderungen (Verständnisschwierigkeiten) mit sich bringen kann. Unsere Parkinson-Komplex-Behandlung umfasst ein multidisziplinäres Team aus Neurolog:innen, Physiotherapeut:innen, Ergotherapeut:innen, Logopäd:innen und Psycholog:innen, die gemeinsam daran arbeiten, die Symptome unserer Patient:innen zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern. Unsere Ärzt:innen und unser medizinisches Fachpersonal legen größten Wert darauf, dass Sie sich jederzeit gut über die Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten informiert fühlen. Scheuen Sie sich daher nicht, aktiv nachzuhaken, falls mal ein Punkt unklar geblieben ist.

Teilstationäre Parkinson-Tagesklinik im UKE

Seit 2016 bietet das UKE ein zusätzliches Behandlungsangebot für Parkinson-Patient:innen im Rahmen einer neu gegründeten teilstationären Tagesklinik an. Wir haben für Sie ein spezifisches und multiprofessionelles Behandlungskonzept entwickelt, über das wir Sie in dieser Broschüre informieren möchten. Im Rahmen der Tagesklinik besteht an 5 Tagen innerhalb eines Zeitraumes von 3 Wochen die Möglichkeit, mit ausreichend Zeit Ihre individuellen Probleme zu erfassen und einen persönlich auf Sie zugeschnittenen Therapieplan zu erstellen. Dies betrifft Patient:innen, die eine optimierte Einstellung ihrer Medikation, einer Medikamentenpumpe oder der Tiefen Hirnstimulation benötigen und bei denen ein ambulanter Termin nicht ausreichend ist. Dies ist der Fall, wenn eine engmaschige Verlaufskontrolle notwendig ist, eine stationäre Behandlung jedoch nicht sinnvoll erscheint, da die realistische Alltagsbelastung berücksichtigt werden soll. Neben den medikamentösen soll auch ein Fokus auf begleitende nicht-medikamentöse Therapien gelegt werden. Ein interdisziplinäres Team aus Ärzt:innen, Parkinson-Nurses, Psycholog:innen, Musiktherapeut:innen, Logopäd:innen, Ergo- und Physiotherapeut:innen sowie assoziierten Mitarbeitenden mit Schwerpunkt Parkinson kümmert sich um Sie.

Angebot der Tagesklinik

  • Mehrfache Arztkontakte (Anamnese & Problemanalyse)
  • Individueller Therapieplan inklusive:
    • Physiotherapie/Sportgruppe
    • Ergotherapie
    • Logopädie
    • ggf. Ernährungsberatung
    • ggf. Beratung durch Sozialdienst
    • Musiktherapie
    • Diverse Schnupperkurse (z.B. Stressbewältigung nach Kaluza, LSVT® BIG)
    • ggf. Psychotherapie
  • Mehrfache Kontakte mit Parkinson-Nurse (motorische & kognitive Testung)
  • Ermittlung der Kerndefizite
  • Weiterführende interdisziplinäre Diagnostik/Therapie

Vorbereitung auf die Tagesklinik

Vor Beginn der tagesklinischen Behandlung benötigen wir einige Informationen zu den Parkinson-Patient:innen. Dies dient dazu, in Bezug auf den Aufnahmezeitpunkt eine Prioritätenliste festzulegen und einzuschätzen, welche Ziele in der Tagesklinik verfolgt werden sollen.

Kickboxen als Therapieergänzung

Aufgrund der besonderen Kombination von Training des Gleichgewichts, Körperkontrolle, Koordination und Beanspruchung sowohl der oberen als auch der unteren Extremitäten gehen wir davon aus, das Kick-Boxen als ganzheitliches Körpertraining zur Kontrolle der Krankheitssymptome und insbesondere zur Vermeidung von Stürzen bei Parkinson besonders hilfreich ist. Der Bewegungsablauf enthält darüber hinaus große Bewegungen in repetitiver Form. Die Effektivität von beim Kickboxen üblichen Bewegungsmustern wurde bereits für die LSVT-BIG® Therapie bei Parkinson in zahlreichen Studien nachgewiesen. Des Weiteren fordert und fördert Kickboxen Konzentration, Multitasking, Daueraufmerksamkeit und Aufmerksamkeitswechsel (Attention-Shifting), alles neuropsychologische Fähigkeiten, die bei Parkinson regelhaft beeinträchtigt sind.

Parkinson Nurse Beate Schönwald gewinnt Stiftungspreis

Unsere Parkinson Nurse Beate Schönwald gewinnt den Stiftungspreis Praxis 2024 der Hilde-Ulrichs-Stiftung„Die Verbesserungen hinsichtlich Körperhaltung, Gangstabilität, Sprache und Stimmung wurden bei den Teilnehmern wahrgenommen und beschrieben und darüber hinaus auch durch eine wissenschaftliche Bachelor-Arbeit begleitet”, erläutert May Evers, stellv. Kuratoriumsvorsitzende der Hilde-Ulrichs-Stiftung die Entscheidung der Jury.„Das harte „Kickparkinson”-Training hat sich ausgezahlt - sowohl körperlich als auch mental”, zieht Beate Schönwald, selbst begeisterte Kickboxerin, eine erfreuliche Bilanz. „Dieser Einsatz zahlt sich immer aus, egal ob im Sport oder Leben.

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Hamburger Parkinson Symposium 2026

Wir laden Sie herzlich zur Veranstaltung "Hamburger Parkinson Symposium 2026" am 10. Wir haben ein aktuelles und interessantes Programm für Sie zusammengestellt. Der MRT-gesteuerte, fokussierte Ultraschall (MRgFUS) ist eine vielversprechende Behandlungsoption für den Essentiellen Tremor und die Parkinson-Krankheit, über die uns Herr Dr. Paschen aus Kiel berichten wird. Herr Prof. Urban wird über den aktuellen Stand der medikamentösen Therapie motorischer Symptome der Parkinson-Krankheit referieren. Über das Erkennen und die Behandlung psychiatrischer Symptome wie Impulskontrollstörungen, Parkinson-Psychose und Delir wird Herr Dr. Der Einfluss von Umweltfaktoren und Pestiziden auf Inzidenz und Prävalenz der Parkinson-Krankheit istviel diskutiert und hoch relevant. Herr PD Dr. Höllerhage aus Hannover wird uns über den aktuellen Standinformieren. Welche Perspektiven sich hieraus für Patient:innen und Behandler:innen im Hinblick auf die Bewegungsstörungen ergeben könnten, darüber wird Frau Dr. Großmann aus Barmbek referieren. Mit dem interessanten Fall von Herrn Dr. Wir freuen uns über Ihre Teilnahme, ob vor Ort oder imRahmen der Hybridveranstaltung digital von zu Hauseaus. Prof. Dr. med. Peter P. Dr. med. Im Anmeldeprozess legen Sie sich einen Account an.

Ergotherapie in der Parkinson-Behandlung

Professor Dr. Herr Professor Ceballos-Baumann, was halten Sie von dem Heilmittel Ergotherapie zur begleitenden Behandlung von Parkinson-Patienten? Ich halte Ergotherapie für sehr wichtig in der Behandlung der chronisch kranken Parkinson-Patienten. Ähnlich wie bei der Behandlung von Schlaganfall-Patienten hat die Ergotherapie gezeigt, dass sie für die Betroffenen die Teilnahme am Leben erleichtern und ihre Lebensqualität verbessern kann. Aus meiner Erfahrung weiß ich, wie wichtig das Training im Alltag ist. Die Patienten müssen das in der Therapie Gelernte außerhalb des Krankenhauses anwenden, beispielsweise in eine Straßenbahn steigen und einkaufen gehen. Durch die große Überlappung von Parkinson und Demenz bekommen Wahrnehmungs- und Gedächtnistraining sowie die Schulung des Sozialverhaltens als Domäne der Ergotherapie einen neuen Stellenwert. Für uns Behandelnde haben die Vor-Ort-Übungen vor allem prognostische Bedeutung: Ist der Patient nach der Krankenhausentlassung in der Lage, alleine zu leben? Außerdem tragen die Erfahrungen außerhalb des Krankenhauses zum Angstabbau bei. Viele Patienten fürchten sich vor Stürzen und sind dadurch immobilisiert. Es entsteht ein Circulus Vitiosus: Die Angst führt zu Immobilität, die eine tatsächliche Verschlechterung der Muskel- und Kreislaufsituation zur Folge hat, was wiederum die Angst verstärkt. Dagegen helfen Übungen im persönlichen Umfeld des Patienten. Er muss wieder Selbstvertrauen bekommen, sich z.B. in der Küche zurechtfinden und die entsprechenden Schritte und Handgriffe erlernen. Auch Kompensations- und Ersatzstrategien, Hilfsmittelversorgung oder Wohnraum- und Arbeitsplatzanpassung können helfen.

Einbeziehung von Angehörigen

Wie können Angehörige in die ergotherapeutische Behandlung von Parkinson-Patienten mit einbezogen werden? Dies kann man gut an der Thematik Sturz verdeutlichen. Die Angehörigen sind hier häufig verunsichert: Wie soll ich damit umgehen? Was kann ich tun? Wie verhalte ich mich richtig? Bei uns in der Klinik bietet die Ergotherapie zusammen mit der Physiotherapie Angehörigen-Workshops zum Thema: „Was tun bei Gangstörungen, Stürzen oder Unbeweglichkeit?“ an.

Ziele der Ergotherapie

Was sind die vornehmlichen Ziele der Ergotherapie bei Parkinson-Patienten? Wird Ergotherapie häufig und in ausreichendem Maße verordnet? Ich weiß durch die Deutsche Parkinson-Vereinigung, dass niedergelassene Ärzte bei der Verordnung von Ergotherapie zum Teil sehr zurückhaltend sind. Das liegt in erster Linie daran, dass die niedergelassenen Kollegen Angst vor Regressforderungen haben. Auf der anderen Seite besteht hier Aufklärungs- und Informationsbedarf. Gibt es Studien zum Thema „Parkinson und Ergotherapie“? Es laufen aktuelle Studien, allerdings vor allem in England und Holland. Schwierig gestaltet sich die Finanzierung von Studien.

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