Parkinson ohne Fluktuation: Ursachen, Symptome und Therapieansätze

Parkinson ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die weltweit Millionen von Menschen betrifft. Ein Kennzeichen sind motorische Symptome, die durch den Abbau von Dopamin-produzierenden Nervenzellen im Gehirn entstehen. Während viele Parkinson-Patienten im Laufe des Tages Schwankungen in der Ausprägung ihrer Symptome erleben, gibt es auch Fälle, in denen diese Fluktuationen weniger stark oder gar nicht vorhanden sind. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Therapieansätze bei Parkinson ohne Fluktuation.

Einführung in Morbus Parkinson

Parkinson ist eine chronische, degenerative neurologische Krankheit, von der weltweit etwa 10 Millionen Menschen betroffen sind. Die Parkinson-Symptome werden durch die Degeneration von Nervenzellen (Neuronen) im Gehirn verursacht, die einen chemischen Stoff namens Dopamin produzieren. Dopamin spielt eine Schlüsselrolle bei der Regulierung von Bewegungen, und ein Dopaminmangel im Gehirn kann bei Menschen mit Parkinson eine Reihe von Symptomen hervorrufen.

Was ist Parkinson?

Parkinson zählt zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems und beginnt meist schleichend. Die ersten Krankheitszeichen weisen nicht immer eindeutig auf Parkinson hin. Bis zur Diagnose Parkinson können daher oft Jahre vergehen. Die Parkinson-Erkrankung wird auch Morbus Parkinson genannt. Sie ist eine chronische, also dauerhafte und fortschreitende Erkrankung der Nervenzellen in dem Teil des Gehirns, der für die Kontrolle der Bewegungen zuständig ist.

Ursachen von Parkinson

Welche konkrete Ursache der Abbau der Nervenzellen im Gehirn hat, ist bis heute ungeklärt. Parkinson ist eine chronische Erkrankung. Das bedeutet, dass sie derzeit nicht geheilt werden kann. Dank wirksamer Therapien können die Beschwerden jedoch gut behandelt und damit gelindert werden.

Ursächlich für die Beschwerden bei einer Parkinson-Erkrankung ist ein Mangel des Botenstoffs Dopamin. Dieser Stoff wird in den Nervenzellen der Substantia Nigra (schwarze Substanz) gebildet. Ihren Namen hat diese Region im Gehirn aufgrund ihrer dunklen Färbung. Sie liegt in den Basalganglien, einem Netzwerk von Nervenzellen, das für die Steuerung der Bewegungen verantwortlich ist. Grundsätzlich nimmt die Zahl der Nervenzellen in der Substantia Nigra bei jedem Menschen im Laufe seines Lebens ab. Bei Menschen mit Parkinson verläuft dieser Zellabbau jedoch beschleunigt. Sind etwa 50 bis 60 Prozent der Dopamin bildenden Zellen abgestorben, treten die typischen motorischen Symptome auf.

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Hinweise deuten darauf, dass das Zusammenspiel mehrerer Faktoren das Auftreten der Erkrankung begünstigen kann:

  • Alter: Das bedeutet in keinem Fall, dass jeder alte Mensch ein erhöhtes Parkinson-Risiko hat. Bei jedem Menschen verringert sich die Anzahl der Nervenzellen in der Substantia Nigra im Laufe seines Lebens. Dieser Prozess verläuft jedoch meist so langsam, dass er innerhalb der durchschnittlichen Lebenserwartung nicht zu Beschwerden führt. Im gesunden Alterungsprozess gehen pro Jahrzehnt etwa 5 Prozent der Dopamin bildenden Zellen der Substantia Nigra zugrunde. Bei Parkinson-Patienten ist ein zehnfaches Absterben der Dopamin bildenden Zellen, sowie eine Ansammlung kleiner Eiweißablagerungen (Lewykörper) in den Nervenzellen in verschiedenen Regionen des Gehirns vorhanden. Dann kann es sein, dass irgendwann zu wenig Dopamin bildende Zellen vorhanden sind und es zu einem Mangel an Dopamin kommt.
  • Genetische Ursache: In sehr wenigen Fällen ist Parkinson erblich bedingt. Etwa 5 Prozent der Betroffenen haben einen nahen Verwandten mit Parkinson. Dabei wird die Erkrankung meist nicht direkt von den Eltern an die Kinder vererbt. Vielmehr geht man davon aus, dass ein Zusammenspiel verschiedener genetischer Anlagen einige Menschen anfälliger für Parkinson macht als andere.
  • Giftstoffe: Es scheint, dass verschiedene Schadstoffe das Risiko für eine Parkinson-Erkrankung erhöhen können. Dazu zählen unter anderem Lösungsmittel auf Kohlenwasserstoffbasis, Pestizide und Nervengifte. Verschiedene Beobachtungen haben gezeigt, dass Menschen in ländlichen, Gebieten, die nicht an die städtische Wasserversorgung angeschlossen sind, sondern sich über einen eigenen Brunnen mit Wasser versorgen, ein erhöhtes Parkinson-Risiko haben, wenn Pestizide aus der Landwirtschaft in das Wasser gelangen.
  • Kopfverletzungen: Bestimmte Arten von Kopfverletzungen können das Risiko erhöhen, an sekundärem Parkinson zu erkranken. Durch schwere Schläge auf den Kopf, wie sie beispielsweise beim Boxen vorkommen, Schlaganfälle oder Hirntumore kann die Substantia Nigra geschädigt werden. Ist der Zellverlust in dieser Region des Gehirns zu groß, kann es zu einem Dopamin-Mangel und damit zu Parkinson-Beschwerden kommen.

Parkinson-Syndrom

Unter Parkinson-Syndrom versteht man eine Vielzahl von ähnlichen Erkrankungen, die sich auf gemeinsame Symptome beziehen. Als Morbus Parkinson bezeichnet man hingegen die Erkrankung im engeren Sinne (englisch Parkinson's disease = Erkrankung, Krankheit). Im Deutschen wird vom primärem oder idiopathischem Parkinson-Syndrom (IPS) gesprochen. Andere Formen werden unter atypischem und sekundärem Parkinson-Syndrom zusammengefasst.

Das idiopathische Parkinson-Syndrom (IPS) führt zu einer Störung der Übertragung von Reizen im Hirn, indem sie die Botenstoff Dopamin-produzierenden Nervenzellen (Neurone) im Gehirn zugrunde gehen lässt. Am deutlichsten zeigt sich dieses Absterben in der „Schwarzen Substanz“ (Substantia nigra) in den Basalganglien, dem „Keller des Gehirns“. Die Folge ist ein Mangel am Botenstoff Dopamin.

Das Hauptsymptom, ohne das kein Parkinson-Syndrom diagnostiziert werden kann, ist die Bewegungsverarmung (Akinese), die gekennzeichnet ist durch eine Bewegungsverlangsamung (Bradykinese) und kleinräumiger werdende Bewegungen (Hypokinese). Muskelsteife (Rigor) oder Ruhezittern (Tremor) oder Gleichgewichtsstörungen (posturale Instabilität) kommen hinzu. Überdies gibt es zusätzliche, nichtmotorische Symptome im vegetativen Nervensystem (z. B. häufiger Harndrang) und in der Psyche (z. B. Depression).

Symptome von Parkinson

Eines der häufigsten und bekanntesten Symptome von Parkinson ist das Zittern (Tremor), aber die Krankheit kann auch eine ganze Reihe anderer nicht-motorischer und motorischer Symptome verursachen. Abgesehen vom Tremor gehören zu den häufigen motorischen Parkinson-Symptomen Steifheit oder Steifheit der Gliedmaßen, langsame Bewegungen oder Bradykinesie sowie Störungen des Gleichgewichts und der Koordination.

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Motorische Symptome

Vier klassische Krankheitszeichen sind im Krankheitsverlauf typisch für Parkinson: Muskelzittern (Tremor), Muskelsteifheit (Rigor), die Verlangsamung der Bewegung (Bradykinese) sowie Gang- und Gleichgewichtsstörungen (posturale Instabilität). Sie werden als Kardinalsymptome bezeichnet. Diese Symptome können einzeln oder in Kombination vorkommen.

  • Muskelzittern (Tremor): Das auffälligste Krankheitszeichen bei Parkinson ist das Muskelzittern, der sogenannte Tremor. Er wird von den Betroffenen meist als Erstes wahrgenommen. In vielen Fällen handelt es sich dabei um ein Zittern im Ruhezustand. Das bedeutet, dass der Tremor in Ruhesituationen besonders ausgeprägt ist und in der Bewegung verschwindet. Seltener äußert sich der Tremor auch beim Halten von Dingen oder in Bewegung als sogenannter Halte- bzw. Aktionstremor. In der Regel zeigt er sich zunächst an den oberen Extremitäten, also an den Armen und am Kopf. Seltener betrifft er auch die Füße. Ein Tremor muss nicht zwangsläufig auftreten. Nur etwa die Hälfte aller Betroffenen stellt gleich zu Beginn der Erkrankung ein Muskelzittern fest. Bei rund 10 Prozent verläuft Parkinson sogar völlig ohne Tremor.
  • Muskelsteifheit (Rigor): Der sogenannte Rigor oder auch Muskelsteifheit tritt bei den meisten Betroffenen auf. Spannt ein gesunder Mensch einen Muskel an, kommt es automatisch zur Entspannung des Gegenmuskels. Diese Reaktion ist durch Parkinson eingeschränkt. Sowohl die Beuge- als auch die Streckmuskeln sind permanent angespannt. Dadurch wird der gesamte Körper steif. Versucht beispielsweise eine zweite Person Arm oder Bein eines Betroffenen zu strecken, ist dies nur schwer möglich, obwohl kein aktiver Widerstand geleistet wird. In der Folge sind Bewegungen oft nur stufenweise oder ruckartig möglich. Der Rigor ist auch an der Entwicklung von Fehlstellungen beteiligt. So bewegen sich Betroffene oft vornübergebeugt oder halten die Schultern nach vorn gezogen. Auch kann es zur leicht angewinkelten Haltung von Ellbogen- und Kniegelenken sowie zu gebeugten Fingergelenken kommen.
  • Verlangsamung der Bewegung (Bradykinese): Die Verlangsamung der Bewegung wird als Bradykinese bezeichnet. Eine Steigerung ist die Bewegungsarmut, die man Akinese nennt. Betroffene können Bewegungen oft nur verzögert einleiten. Das zeigt sich vor allem bei spontanen Bewegungen, beispielsweise beim Aufstehen zur Begrüßung oder beim unvermittelten Losgehen. Die Bradykinese zeigt sich auch am Gang. Betroffene machen oft kleine Schritte und schlurfen. Ebenso kann es sein, dass die Arme nicht oder kaum mehr mitschwingen. Meist sind gleitende Bewegungen erschwert, sie erfolgen ruckartig. Manchmal verharren Betroffene mitten im Bewegungsablauf. Das wird auch als „Freezing“ bezeichnet. Bewegungen wirken dann wie eingefroren. Solche Situationen können auch durch emotionalen Stress ausgelöst werden. Darüber hinaus kann es zu weiteren Beschwerden kommen. So kann beispielsweise die Mimik verlangsamt sein und starr wirken. Die Zahl der Lidschläge kann abnehmen und die Augenbewegungen können vermindert sein. Dadurch erscheint der Gesichtsausdruck möglicherweise weniger lebhaft. Da auch die an Stimm- und Sprachbildung beteiligten Muskeln von der Bradykinese betroffen sein können, sprechen manche Betroffene leiser als gewöhnlich oder monotoner. Häufig haben Menschen mit Parkinson auch Schwierigkeiten beim Schlucken. Der Speichel wird dann nicht optimal abtransportiert, ein erhöhter Speichelfluss (Hypersalivation) ist die Folge. Die Feinmotorik kann ebenfalls beeinträchtigt sein, was sich beispielsweise in der Schrift zeigt. Diese wird zum Zeilenende hin kleiner und weicht nach oben aus.
  • Gang- und Gleichgewichtsstörungen (posturale Instabilität): Die oben genannten Beschwerden können bei starker Ausprägung zu Gang- und Gleichgewichtsstörungen führen, der sogenannten posturalen Instabilität. Bewegungen werden dann nicht schnell genug ausgeglichen. Schon geringe Einwirkungen von außen, wie beispielsweise ein Anrempeln im Gedränge, können in manchen Fällen zu einem Sturz führen.

Nicht-motorische Beschwerden

Neben den Beschwerden, die sich auf die Körperbewegung auswirken, kann Parkinson auch vegetative Störungen - also Störungen, die nicht dem Willen oder dem Bewusstsein unterliegen - sowie psychische Veränderungen verursachen. So kann es unter anderem zu Störungen im Magen-Darm-Trakt kommen. Die Magenentleerung ist durch die Erkrankung verzögert, die Darmmuskulatur arbeitet verlangsamt. Mögliche Folgen sind eine frühzeitige Sättigung, Völlegefühl oder Unwohlsein nach den Mahlzeiten. Bei etwa der Hälfte aller Betroffenen treten Blasenfunktionsstörungen auf. Sie können sich als plötzliche Inkontinenz oder als häufiger Harndrang mit kleinsten Mengen äußern. Darüber hinaus können auch Sexualstörungen wie Libido-, Potenz- oder Ejakulationsstörungen auftreten.

Einigen Menschen mit Parkinson ist es aufgrund ihrer Erkrankung unangenehm, sich in der Öffentlichkeit zu zeigen. Diese soziale Unsicherheit kann bis hin zu einem völligen Rückzug, im schlimmsten Fall zu depressiven Zuständen führen. Im weiteren Krankheitsverlauf kann es in seltenen Fällen zur Entwicklung einer Parkinson-Demenz kommen.

Frühe Anzeichen

Mit welchen Beschwerden Parkinson einhergeht und wie stark diese ausgeprägt sind, ist bei jedem Betroffenen anders. In manchen Fällen sind die Beeinträchtigungen in der Bewegung noch nach Jahrzehnten sehr gering, in anderen nehmen sie innerhalb weniger Jahre stark zu. Da die Erkrankung meist im höheren Lebensalter auftritt, werden diese Symptome manchmal als normale Altersschwäche abgetan.

Die ersten Anzeichen einer Parkinson-Erkrankung können oft sehr unspezifisch sein. Doch je früher Parkinson diagnostiziert wird, desto eher ist es möglich, die Erkrankung zwar nicht zu heilen, aber wirksam zu behandeln und Ihre Lebensqualität damit lange zu erhalten.

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Frühe Anzeichen einer Erkrankung können sein:

  • Verlust und Störung des Geruchssinns
  • Schlafstörungen, geträumte Bewegungen werden ausgelebt
  • Schulterschmerzen / Gelenkschmerzen
  • Verstopfungen
  • Sehstörungen
  • Verkrampfte und verkleinerte Handschrift
  • Gesichtszüge verlieren an Ausdruck
  • Schwierigkeiten beim Gehen, allgemeine Verlangsamung
  • Verlangsamte Reaktionsfähigkeit
  • Müdigkeit
  • Halluzinationen, Angstzustände, Reizbarkeit, Apathie, Vitalitätsverluste

Symptome ohne Fluktuationen

Die Parkinson-Erkrankung ist durch eine Vielzahl von Symptomen gekennzeichnet, die sich im Laufe des Tages und über längere Zeiträume verändern können. Diese Schwankungen, auch Fluktuationen genannt, sind ein häufiges Merkmal der Erkrankung. Sie können sich in der Intensität der Symptome, dem Ansprechen auf Medikamente oder dem Auftreten von unwillkürlichen Bewegungen äußern.

Bei manchen Menschen mit Parkinson treten diese Fluktuationen jedoch nicht oder nur in geringem Maße auf. Ihre Symptome bleiben über den Tag hinweg relativ stabil, was sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich bringen kann.

Mögliche Ursachen für fehlende Fluktuationen:

  • Frühes Stadium der Erkrankung: In den frühen Stadien von Parkinson sind die Symptome oft milder und konstanter. Die Dopamin-produzierenden Zellen im Gehirn sind noch nicht so stark geschädigt, so dass die Medikamente gleichmäßiger wirken können.
  • Bestimmte Parkinson-Formen: Es gibt verschiedene Subtypen von Parkinson, die sich in ihren Symptomen und ihrem Verlauf unterscheiden. Einige dieser Subtypen sind weniger anfällig für Fluktuationen.
  • Individuelle Unterschiede: Jeder Mensch mit Parkinson erlebt die Erkrankung anders. Genetische Faktoren, Lebensstil und andere Erkrankungen können beeinflussen, wie sich die Symptome entwickeln und ob Fluktuationen auftreten.
  • Optimale medikamentöse Einstellung: Eine sorgfältige Anpassung der Medikamente kann dazu beitragen, Fluktuationen zu reduzieren oder zu verhindern. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Patienten und dem behandelnden Arzt.

Diagnose von Parkinson

Einen speziellen Parkinson-Test, mit dessen Hilfe eine schnelle und sichere Diagnose gestellt werden könnte, gibt es nicht. Eine erfahrene Neurologin oder ein erfahrener Neurologe ist jedoch in der Lage, die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen wie ein Puzzle zusammenzusetzen und so zur richtigen Diagnose zu gelangen. Dazu muss sie oder er Ihren Krankheitsverlauf gut kennen. Die Basis der Untersuchung bildet ein ausführliches Gespräch (Anamnese). Ihre Neurologin oder Ihr Neurologe wird Sie dabei zu Art und Dauer Ihrer Beschwerden befragen und Sie auf die Hauptsymptome der Erkrankung hin untersuchen: Muskelzittern (Tremor), Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese), Versteifung der Muskulatur (Rigor) sowie Gang- oder Gleichgewichtsstörungen (posturale Instabilität).

Um andere Erkrankungen auszuschließen und die Diagnose Parkinson zu bestätigen, können in der Neurologie Tätige zudem testen, ob Sie auf die Gabe von Levodopa ansprechen. Bessern sich die Beschwerden unter dem Wirkstoff Levodopa, ist das ein weiteres Indiz für eine Parkinson-Erkrankung. Bleiben die Beschwerden gleich oder verschlechtern sie sich, deutet das fast immer auf eine andere Erkrankung hin.

Auch der Einsatz bildgebender Verfahren kann dabei helfen, andere Erkrankungen auszuschließen und die Verdachtsdiagnose Parkinson zu erhärten. Hierzu zählen die Computertomografie (CT), die Magnetresonanztomografie (MRT), die Ultraschalluntersuchung sowie die Single-Photonen-Emissions-Computertomografie (SPECT).

Selbstcheck zur Früherkennung

Folgender Selbstcheck zur Früherkennung der deutschen Parkinson-Vereinigung e.V. (DPV) ist hilfreich:

  1. Kommt es vor, dass Ihre Hand zittert, obwohl sie entspannt aufliegt?
  2. Ist ein Arm angewinkelt oder schlenkert beim Gehen nicht mit?
  3. Haben Sie eine vorübergebeugte Körperhaltung?
  4. Haben Sie einen leicht schlurfenden Gang oder ziehen Sie ein Bein nach?
  5. Haben Sie einen kleinschrittigen Gang und kommt es vor, dass Sie stolpern oder stürzen?
  6. Leiden Sie an Antriebs- und Initiativemangel?
  7. Haben Sie häufig Schmerzen im Nacken-Schultergürtel-Bereich?
  8. Haben Sie bemerkt, dass Sie sich von Ihren Freunden und Angehörigen zurückziehen, dass Sie Kontakte meiden und zu nichts Lust haben?
  9. Haben Sie Veränderungen in Ihrer Stimme bemerkt? Ist sie monotoner und leiser als früher oder hört sie sich heiser an?
  10. Haben Sie eine Verkleinerung Ihrer Schrift bemerkt?
  11. Leiden Sie an „innerem Zittern“ oder „innerer Unruhe“?
  12. Haben Sie Schlafstörungen?

Therapieansätze bei Parkinson

Die Behandlung der motorischen Symptome von Parkinson umfasst in der Regel Medikamente, die Dopamin ersetzen oder die Dopaminproduktion im Gehirn anregen. In einigen Fällen können auch chirurgische Verfahren zur Linderung der Symptome eingesetzt werden.

Die Therapie bei Parkinson Patienten setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen: Medikation, therapeutische Interventionen, Physio- , Ergo-, Logo- und Psychotherapie.

Medikamentöse Behandlung

Nach wie vor ist die Dopamin-Ersatztherapie der wichtigste Baustein in der medikamentösen Therapie der Parkinson-Krankheit. Damit ist die Gabe der Dopamin-Vorläufersubstanz Levodopa und anderer Antiparkinsonika gemeint, die die Wirkung von Levodopa und Dopamin verstärken sowie Dopamin-Agonisten (Dopamin-Nachahmer).

  • Levodopa: Der Neurotransmitter Dopamin fehlt bei Morbus Parkinson im Hirn. Dopamin kann die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden, während seine Vorstufe Levodopa das kann. Damit mehr Levodopa im Hirn zu Dopamin verstoffwechselt werden kann, wird sein Abbau außerhalb des Gehirns mit Benserazid oder Carbidopa gehemmt. Diese Zusatzstoffe sind in allen Levodopa-Präparaten enthalten. Levodopa ist so schon seit einem halben Jahrhundert als Antiparkinson-Mittel im Einsatz. Ein gutes Ansprechen gilt als ein wichtiger diagnostischer Hinweis für das Vorliegen des klassischen Morbus Parkinson.
  • Dopaminagonisten: Sie wirken, indem sie den Mangel an Botenstoffs ausgleichen. Sie wirken nicht wie Levodopa, sondern wirken direkt. Bekannte Beispiele sind Pramipexol und Ropinirol.
  • MAO-B-Hemmer: Sie hemmen den Abbau von Dopamin im Gehirn und können so die Wirkung von Levodopa unterstützen. Bekannte Beispiele sind Selegilin und Rasagilin.
  • COMT-Inhibitoren: Sie blockieren ein Enzym, das Levodopa abbaut, und können so die Wirkdauer von Levodopa verlängern. Bekannte Beispiele sind Entacapon und Tolcapon.
  • NMDA-Antagonisten: Ein Medikament, das vor allem gegen die Verlangsamung der Bewegung wirkt, ist Amantadin.
  • Anticholinergika: Sie können helfen, das Zittern und die Muskelsteife zu reduzieren. Bekannte Beispiele sind Biperiden und Bornaprin.

Nicht-medikamentöse Behandlung

Neben der medikamentösen Behandlung gibt es auch nicht-medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit Parkinson. Dazu gehören Rehabilitationsmaßnahmen, die den Betroffenen helfen können, ihre Mobilität, ihr Gleichgewicht und ihre Koordination zu verbessern. Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sind allesamt Rehabilitationsformen, die bei der Behandlung der Parkinson-Symptome wirksam sein können. Ein Physiotherapeut kann beispielsweise in allen Stadien der Krankheit hilfreich sein. In den frühen Stadien sind Bewegungseinschränkungen nicht immer so offensichtlich, und ein Physiotherapeut, der auf Parkinson spezialisiert ist, kann helfen, Bewegungsprobleme früher und schneller zu erkennen. Übungen, die von einem geschulten Physiotherapeuten angeboten werden, können dabei helfen, bestimmte motorische Symptome gezielt zu behandeln. Außerdem kann häufiges, direktes Feedback dazu beitragen, dass Sie wissen, wie Sie selbst effektiv und sicher trainieren können.

Chirurgische Behandlung

Tiefe Hirnstimulation (DBS - Deep Brain Stimulation) und Pumpen sind zwei chirurgische Behandlungsmöglichkeiten für die Parkinson-Krankheit. Bei der tiefen Hiernstimulation wird ein kleines Gerät, ein sogenannter Neurostimulator, in das Gehirn implantiert. Der Neurostimulator sendet elektrische Impulse an bestimmte Bereiche des Gehirns, um Symptome wie Zittern, Steifheit und langsame Bewegungen zu verbessern. Die tiefe Hirnstimulation ist in der Regel Menschen mit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung vorbehalten, die auf Medikamente nicht mehr gut ansprechen.

Mit Pumpen werden Medikamente direkt durch einen kleinen Schlauch (entweder subkutan oder über den Darm) verabreicht. Dies ermöglicht eine präzisere und gleichmäßigere Dosierung der Medikamente, was zur Verbesserung der Symptome beitragen und das Risiko von Nebenwirkungen verringern kann. Wie die tiefe Hirnstimulation werden Pumpen in der Regel bei Menschen mit fortgeschrittener Parkinson-Erkrankung eingesetzt, die auf die Standardmedikamente nicht mehr gut ansprechen.

Änderungen des Lebensstils (d. h. Ernährung und Bewegung)

Eine ausgewogene Ernährung in Kombination mit regelmäßiger körperlicher Betätigung kann das Gleichgewicht verbessern, die Muskelmasse erhalten und möglicherweise sogar vergrößern und die allgemeine Mobilität erhöhen.

Wenn Sie nicht wissen, wo Sie anfangen sollen, empfiehlt sich eine Kombination aus Aerobic-, Kraft- und Gleichgewichtsübungen. Dazu können ein Spaziergang im Freien, Radfahren, die Verwendung von Widerstandsbändern und Yoga gehören.

Tägliche Beobachtung der Symptome

Die Überwachung Ihrer Parkinson-Symptome ist ein wichtiger erster Schritt zum Selbstmanagement. Indem Sie Ihre Symptome festhalten, können Sie 1) ein besseres Verständnis dafür gewinnen, wie es Ihnen geht, 2) allgemeine und potenzielle langfristige Trends erkennen und 3) einen Bezugspunkt haben, wenn Sie mit Ihrem Arzt und Pflegeteam sprechen.

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