Parkinson-Krankheit: Psychische Symptome und deren Auswirkungen

Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die sich nicht nur durch motorische Symptome wie Zittern, Steifigkeit und verlangsamte Bewegungen äußert, sondern auch eine Vielzahl von psychischen Symptomen hervorrufen kann. Diese psychischen Begleiterscheinungen können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen und bedürfen daher einer umfassendenDiagnostik und Behandlung.

Was ist die Parkinson-Krankheit?

Die Parkinson-Krankheit, auch Morbus Parkinson genannt, ist eine chronische, langsam fortschreitende Erkrankung des Gehirns. Sie gehört zu den neurodegenerativen Erkrankungen, die das extrapyramidal-motorische System (EPS) und die Basalganglien betreffen. Die Erkrankung ist durch den fortschreitenden Verlust von Nervenzellen gekennzeichnet, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dopamin ist für die Übertragung von Signalen im Gehirn verantwortlich, die für die Steuerung von Bewegungen notwendig sind. Ein Mangel an Dopamin führt zu den typischen motorischen Symptomen der Parkinson-Krankheit.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen der Parkinson-Krankheit sind bis heute nicht vollständig geklärt. Es wird angenommen, dass ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren eine Rolle spielt, darunter:

  • Alter: Das Risiko, an Parkinson zu erkranken, steigt mit zunehmendem Alter. Das mittlere Alter, in dem die Erkrankung erstmals auftritt, liegt bei 55 Jahren.
  • Genetische Veranlagung: Bei einigen Patienten mit Parkinson-Krankheit sind weitere Familienmitglieder betroffen. In diesen Fällen spielen genetische Faktoren eine Rolle. Bislang sind 16 Gen-Loci (PARK 1-21) für seltene, autosomal vererbte Formen beschrieben; für 12 Gen-Loci sind die verantwortlichen Gene identifiziert. Für die früh auftretende, autosomal rezessive Parkinson-Krankheit wurden Mutationen in den Genen PARKIN, PINK1 und DJ-1 als Ursache detektiert. Mutationen im LRRK2-Gen werden mit autosomal-dominanter Parkinson-Krankheit mit unvollständiger Penetranz in Verbindung gebracht. Monogen vererbte Formen weisen häufig eine Punktmutation im alpha-Synclein-Gen auf.
  • Umwelteinflüsse: Verschiedene Umweltfaktoren wie Pestizide, Lösungsmittel und Feinstaub können das Risiko, an Parkinson zu erkranken, erhöhen. Eine Exposition gegenüber Pestiziden, Lindan, Rotenon oder Lösungsmitteln auf Basis von Trichlorethylen, Tetrachlorkohlenstoff und Perchlorethylen erhöhen das Erkrankungsrisiko.
  • Wiederholte schwere Kopfverletzungen: Wiederholte schwere Kopfverletzungen können das Risiko, an Parkinson zu erkranken, erhöhen.
  • Andere Erkrankungen: In seltenen Fällen können andere Erkrankungen des Gehirns, wie z. B. Hirntumore oder Entzündungen, Parkinson-ähnliche Symptome verursachen.

Motorische Symptome der Parkinson-Krankheit

Die Parkinson-Krankheit ist vor allem für ihre motorischen Symptome bekannt, die als Kardinalsymptome bezeichnet werden:

  • Bewegungsverlangsamung (Bradykinese): Die Bradykinese bzw. Verlangsamung der Bewegungsgeschwindigkeit ist das zentrale Kardinalsymptom des idiopathischen Parkinson-Syndroms. Sie ist durch eine erschwerte und verzögerte Initiierung von Willkürbewegungen und eine Verlangsamung paralleler motorischer Tätigkeiten oder der Durchführung rascher sequenzieller Bewegungen, die im Verlauf nahezu regelhaft an Amplitude verlieren (Dekrement), definiert. Im klinischen Alltag sind auch die Begriffe Akinese (gestörte Bewegungsinitiation und Bewegungsblockade) oder Hypokinese (verminderte Bewegungsamplitude und verminderte Spontanbewegungen) gebräuchlich.
  • Muskelsteifigkeit (Rigor): Rigor beschreibt eine Tonuserhöhung, die während des gesamten Bewegungsumfangs auftritt und unabhängig von der Geschwindigkeit der Gelenksbewegung ist. Die Beschwerden werden anfangs häufig als Muskelverspannungen fehlgedeutet und nicht selten als orthopädisches Problem behandelt. Wird ein Rigor vom Tremor überlagert, kommt es zum sogenannten Zahnradphänomen. Die Symptomatik wird verstärkt, wenn eine zweite Person die Extremitäten passiv streckt oder beugt. Körpernahe Muskeln sind oft stärker betroffen als körperferne Muskelgruppen (axialer Rigor).
  • Zittern (Tremor): Beim Tremor werden drei Formen unterschieden:klassischer Parkinsontremor: tritt bei unterstützten Armen in Ruhe mit einer Frequenz von ca. 4-6 Hz in Erscheinung (höhere Frequenzen in frühen Krankheitsstadien möglich), wegweisend ist die Amplitudenabnahme beim Beginn von Willkürbewegungen, hat oft ein Pillendreher-Erscheinungsbild, typisch ist die Aktivierbarkeit des Tremors durch geistige Beschäftigung oder EmotionenHaltetremor: beim Heben des betroffenen Körperteils, meist feinschlägig und hochfrequent, mittlere Frequenz zwischen 5-7 Hz, häufig kombiniert mit einem RuhetremorAktionstremor: tritt bei willkürlicher Muskelaktivität auf, Frequenz 8-12 HzDie verschiedenen Tremorformen können unterschiedlich auf eine Behandlung ansprechen.
  • Haltungsinstabilität (posturale Instabilität): Posturale Instabilität beschreibt die Unfähigkeit, den Körper stabil aufrechtzuerhalten. Die posturalen Reflexe gehen meist im mittleren Stadium der Erkrankung verloren. Auffallend ist eine gebückte Körperhaltung mit leicht gebeugten Knien. Gestörte Stellreflexe führen zu einer zunehmenden Gang- und Standunsicherheit. Plötzliche und rasche Bewegung können nicht mehr ausbalanciert und abgefangen werden. Ausgleichs- und Wendebewegungen fallen immer schwerer, woraus eine große Angst zu stürzen resultiert.

Psychische Symptome der Parkinson-Krankheit

Neben den motorischen Symptomen können bei der Parkinson-Krankheit auch eine Reihe von psychischen Symptomen auftreten. Diese können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen und bedürfen daher einer sorgfältigenDiagnostik und Behandlung. Zu den häufigsten psychischen Symptomen gehören:

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Depressionen

Depressionen sind eines der häufigsten nicht-motorischen Symptome der Parkinson-Krankheit. Schätzungsweise 20 bis 40 % der Parkinson-Patienten leiden an einer Depression. Diese Störung zeigt sich in einem deutlichen Verlust der Fähigkeit, Freude oder Glück zu empfinden sowie in einer erheblichen Beeinträchtigung, Interesse an den Dingen des früheren Lebens zu zeigen. Depressionen können bei Parkinson-Patienten sehr unterschiedlich in Erscheinung treten. Sie resultieren entweder aus dem gestörten Transmittergleichgewicht ("Sekundäre Depression") oder einer anhaltenden emotionalen Reaktion auf die Erkrankung, ihre Symptome und deren Behandlung ("Anpassungsstörung"). Häufig sind auch geringgradigere Ausprägungen depressiver Zustände, welche nicht dem Vollbild einer typischen Depression entsprechen. Im klinischen Erscheinungsbild unterscheidet sich eine solche „subsyndromale“ oder „subklinische“ Depression deutlich von solchen Depressionen, die „aus sich heraus“ entstehen ("Primäre Depression"). Die geringgradigeren, "subsyndromalen spezifischen" Depressionen sind nicht so sehr wie die primären Depressionen durch Selbstvorwürfe und -anklagen sowie akute Selbsttötungsneigung gekennzeichnet, sondern äußern sich unter anderem in starker Verzagtheit und Traurigkeit über reale Verluste (z.B. der Gesundheit).

Depressionen können durch die Veränderungen im Gehirn verursacht werden, die durch die Parkinson-Krankheit hervorgerufen werden. Die Degeneration führt nämlich nicht nur zu einem Dopaminmangel, sondern auch zu einem Mangel an Serotonin, dem „Glückshormon“. Diese Veränderungen können schon Jahre vor den ersten deutlich sichtbaren motorischen Symptomen wie der Bradykinese oder dem Tremor auftreten. Depressive Verstimmungen, Reizbarkeit oder Angststörungen, sowie der allgemeine soziale Rückzug gelten deshalb als Frühwarnzeichen von neurodegenerativen Erkrankungen wie Morbus Parkinson. Jedoch sind diese Symptome sehr allgemein und nicht jede Depression ist ein Frühsymptom der Parkinson-Erkrankung.

Depressionen können aber auch als Reaktion auf die Diagnose und die fortschreitende Erkrankung auftreten. Die Betroffenen fühlen sich möglicherweise hilflos, hoffnungslos und isoliert. Die Einschränkungen in der Lebensqualität und Selbstständigkeit können ebenfalls zu Depressionen führen.

Es ist wichtig, Depressionen bei Parkinson-Patienten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Unbehandelte Depressionen können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen und dieBewältigung der Erkrankung erschweren.

Angstzustände

Angstzustände sind ebenfalls häufige psychische Symptome bei der Parkinson-Krankheit. Ängste äußern sich bei Parkinson-Patienten vor allem in übermäßig starken Sorgen vor möglichem Unglück, welches einem selbst oder einer nahestehende Person widerfahren könnte. Auch plötzlich auftretende Angstanfälle und umgrenzte Ängste vor bestimmten Orten und Situation sind relativ häufig. Wie die Depressionen sind Angstzustände oftmals die unmittelbare Folge des gestörten Transmitterhaushaltes im Gehirn. In diesen Fällen kann eine medikamentöse Behandlung angezeigt sein. Oft empfinden die Betroffenen aber auch Scham und Unsicherheit, wenn sie mit ihren auffälligen Parkinsonsymptomen in die Öffentlichkeit gehen müssen. Durch die damit verbundene Aufregung treten die Symptome verstärkt hervor, so dass die Patienten derartigen Situationen auszuweichen versuchen oder sie sogar ganz meiden. Dadurch werden die Ängste im Laufe der Zeit jedoch immer stärker, es folgt eine zunehmende soziale Isolation, die nicht selten in einer depressiven Krankheitsbewältigung mündet.

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Apathie

Apathie ist eine Störung, die einer Depression sehr ähnlich sieht. Diese Störung sieht einer Depression sehr ähnlich, denn hier wie dort ist der „Antrieb“ stark beeinträchtigt. Bei beiden Störungen liegt die Schwierigkeit darin, aus eigener Motivation heraus eine Handlung in die Tat umzusetzen, neue Ideen zu entwickeln oder emotional „in Schwung zu kommen“. Im Gegensatz zu einer Depression können die Betroffenen mit einer vorrangig apathischen Problematik dieses jedoch leisten, wenn sie durch andere dazu angehalten werden. Es handelt sich bei der Apathie also um das Defizit, Initiative zu entwickeln, nicht um die für die Depression typische Unfähigkeit, Freude zu empfinden. Damit ist die Apathie stärker durch das Defizit kennzeichnet, sich selbst zu regulieren bzw.

Die Betroffenen zeigen wenig Interesse an ihrer Umgebung, sind antriebslos und haben Schwierigkeiten,Initiativen zu ergreifen. Apathie kann die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen und die Bewältigung der Erkrankung erschweren.

Psychosen und Halluzinationen

Psychosen und Halluzinationen können bei Parkinson-Patienten auftreten, insbesondere im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung. Grundsätzlich alle Parkinson-Medikamente und auch viele andere Medikamente können bei Parkinson-Patienten eine Psychose verursachen, die behandelt werden muss. Man schätzt, dass 10 bis 30% aller Patienten eine solche Krise im Verlauf der Erkrankung entwickeln. Ein Frühsymptom sind ein unruhiger Schlaf und lebhafte Träume. Dann kommt es zu Verkennungen der Umwelt (Fachwort: Illusionen) und zu Trugbildern (Fachwort Halluzinationen). Später können Wahnvorstellungen und Verwirrtheitszustände auftreten.

Bei Halluzinationen handelt es sich meistens um visuelle Erscheinungen, Zustände also, bei denen man vermeintlich etwas zu sehen glaubt, was in der Realität so jedoch nicht vorhanden ist. Das können beispielsweise im Raum anwesende Tiere sein. Dieses Geschehen bahnt sich häufig in der Nacht an. Dabei werden die Träume lebhafter und farbiger. Zudem schlafen die Betroffenen unruhiger und sprechen dabei. Die Halluzinationen werden jedoch selten als bedrohlich erlebt. Akustische Scheinwahrnehmungen sind sehr viel seltener und taktile Wahrnehmungen (also durch Berührung) kommen praktisch gar nicht vor.

Psychosen und Halluzinationen können durch die Parkinson-Krankheit selbst oder durch die Medikamente zur Behandlung der Erkrankung verursacht werden. Es ist wichtig, diese Symptome frühzeitig zu erkennen und zu behandeln, um das Wohlbefinden der Betroffenen zu verbessern.

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Kognitive Beeinträchtigungen und Demenz

Kognitive Beeinträchtigungen, wie z. B. Gedächtnisprobleme, Aufmerksamkeitsstörungen undVerlangsamung des Denkens (Bradyphrenie), treten häufig bei Parkinson-Patienten auf. Fast immer treten so genannte „Teilleistungsstörungen“ auf. Diese zeigen sich vor allem in einer allgemeinen Verlangsamung („Bradyphrenie“) bestimmter Denkabläufe. Regelhaft sind auch Aufmerksamkeitsleistungen betroffen. Das zeigt sich beispielsweise, wenn schnell von einen Thema auf ein anderes gewechselt wird oder zwei Dinge gleichzeitig zu tun sind. Insgesamt sind alle geistigen Leistungen erschwert, bei denen die jeweilige Aufgabe unter Zeitdruck und vor allem ohne äußere Hilfe zu bewältigen ist. Soll ein Parkinsonpatient zum Beispiel nach Aufforderung einen bestimmten Begriff nennen, hat er oft Schwierigkeiten. Wird dagegen der erste Buchstabe gegeben, kann er ihn zumeist korrekt äußern. Ebenso können Gedächtnisleistungen und bestimmte Denk- sowie Sprechabläufe dann fehlerfrei vollzogen werden, wenn genügend Zeit vorhanden ist und weder Ablenkungen noch Mehrfachanforderungen bestehen (z.B. gleichzeitig Gehen und Sprechen).

Im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung kann sich eine Demenz entwickeln. Die Parkinson-Demenz gehört zu den „sekundären“, also auf die Grundkrankheit zurückzuführenden Demenzen. Parkinson-Patienten leiden daran etwas häufiger als altersvergleichbare Personen ohne diese Krankheit, doch ist sie bei weitem nicht so häufig, wie gelegentlich behauptet. Patienten mit einem Parkinson erscheinen auf Grund der sehr regelhaft auftretenden kognitiven Teilleistungsstörungen (s.o.) oft als würden sie an Demenz leiden, weisen bei genauer Untersuchung aber entweder die genannten spezifischen Leistungseinbußen oder andere Formen geistiger Beeinträchtigung auf. Eine Parkinson-Demenz liegt also nur vor, wennein substantieller Abbau im Vergleich zum früheren geistigen Leistungsniveau feststellbar ist.in verschiedenen kognitiven Domänen (z.B. Gedächtnis, Aufmerksamkeit, Raumvorstellung etc.) erhebliche Defizite identifiziert werden,eine signifikante Beeinträchtigung der alltäglichen Lebensbewältigung vorliegt, welche nicht auf die motorischen Parkinsonsymptome zurückzuführen ist undder kognitive Zustand sich langsam aber stetig verschlechtert.Im Gegensatz zur Alzheimer-Demenz sind bei der Parkinson-Demenz etwas stärker die Funktionen des "Planens und Handelns" ( die sog. "Exekutivfunktionen) betroffen.

Schlafstörungen

Schlafstörungen treten in allen Stadien der Parkinson-Erkrankung und bei der Mehrzahl der Betroffenen auf. Bis zu 90 % aller Menschen mit Parkinson sind im Verlauf der Erkrankung von Tagesmüdigkeit und Ein- und Durchschlafstörungen betroffen. Da es allerdings verschiedene Ursachen für das Auftreten von Schlafstörungen bei Parkinson gibt, ist einegezielte Behandlung nur nach sorgfältiger Analyse der Symptome und der Begleitumstände möglich. Hier ist besonders darauf zu achten, dass abends keine aufmunternden Parkinson-Medikamente eingenommen werden. Dies betrifft Präparate, die die Wirkstoffe Selegilin oder Amantadin enthalten.

Impulsive Verhaltensweisen und Verhaltenssüchte

Oftmals, und zwar insbesondere bei Gabe der so genannten „Dopaminagonisten“ (Medikamenten also, welche den noch im Gehirn verfügbaren Botenstoff Dopamin anregen), kann es zu einer Steigerung der sexuellen Motivation kommen. Dieses wird oft als angenehm erlebt. So erfahren die Betroffenen nach vielen Jahren sexueller Inaktivität plötzlich wieder Verlangen und Freude an entsprechenden Handlungen. Ist der Drang zu sexuellen Handlungen aber nicht mehr steuerbar und wird ihm fast zwanghaft nachgegangen, spricht man von einer „Impulskontrollstörung“. Gelegentlich wird auch die Bezeichnung „Verhaltenssucht“ gewählt, da sich dieser Drang auch in anderen Verhaltensbereichen wie dem Einkaufen, Essen oder Spielen (Automaten, Roulette, Wettspiele etc.) ausdrücken kann und viele Merkmale einer „stofflichen“ Sucht (z.B. einer Alkoholabhängigkeit) aufweist. Die Betroffenen fühlen sich dabei wie ferngesteuert. Anders als beim normalen Essen, Spielen, Kaufen oder Sexualverhalten kommt es bei der impulsiven Ausübung nicht zu grundlegend angenehmen Gefühlen oder zur tiefen Entspannung. Es tritt auf, wenn die entsprechenden Auslöser anwesend sind, und es zeigt sich auch dann, wenn die Konsequenzen gar nicht mehr angenehm, sondern sogar unangenehm oder schädlich sind.

Diagnose

Die Diagnose von psychischen Symptomen bei der Parkinson-Krankheit kann schwierig sein, da sich die Symptome der Parkinson-Krankheit und die psychischen Symptome überschneiden können. Es ist daher wichtig, dass die Betroffenen von einem erfahrenen Arzt untersucht werden, der die verschiedenen Ursachen der Symptome berücksichtigen kann.

Zur Diagnose von psychischen Symptomen bei der Parkinson-Krankheit können verschiedene Untersuchungsmethoden eingesetzt werden, darunter:

  • Klinische Untersuchung: Der Arzt wird den Patienten nach seinen Symptomen fragen und eine körperliche Untersuchung durchführen.
  • Psychiatrische Untersuchung: Der Arzt wird den Patienten nach seinen psychischen Symptomen fragen und eine psychiatrische Untersuchung durchführen.
  • Neurologische Untersuchung: Der Arzt wird den Patienten auf neurologische Symptome untersuchen, wie z. B. Zittern, Steifigkeit und Bewegungsverlangsamung.
  • Neuropsychologische Tests: Neuropsychologische Tests können eingesetzt werden, um die kognitiven Fähigkeiten des Patienten zu beurteilen, wie z. B. Gedächtnis, Aufmerksamkeit und exekutive Funktionen.
  • Bildgebende Verfahren: Bildgebende Verfahren, wie z. B. Magnetresonanztomographie (MRT), können eingesetzt werden, um andere Ursachen der Symptome auszuschließen.

Behandlung

Die Behandlung von psychischen Symptomen bei der Parkinson-Krankheit umfasst in der Regel eine Kombination aus medikamentöser Therapie und nicht-medikamentösen Maßnahmen.

Medikamentöse Therapie

Zur Behandlung von psychischen Symptomen bei der Parkinson-Krankheit können verschiedene Medikamente eingesetzt werden, darunter:

  • Antidepressiva: Antidepressiva können zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden. In jedem Fall kann man die im Zusammenhang mit einer Parkinson-Erkrankung auftretenden Depressionen gut mit Medikamenten sowie therapeutischen Gesprächen mit einem Arzt oder spezialisierten Psychologen behandeln.
  • Anxiolytika: Anxiolytika können zur Behandlung von Angstzuständen eingesetzt werden.
  • Antipsychotika: Atypische Neuroleptika, Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer können im Einzelfall eingesetzt werden, um die Symptome zu beeinflussen.
  • Medikamente zur Verbesserung der kognitiven Funktion: Zur Verbesserung der kognitiven Funktion können Medikamente eingesetzt werden, die die Konzentration von Dopamin oder anderen Neurotransmittern im Gehirn erhöhen.

Nicht-medikamentöse Maßnahmen

Neben der medikamentösen Therapie können auch verschiedene nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Behandlung von psychischen Symptomen bei der Parkinson-Krankheit eingesetzt werden, darunter:

  • Psychotherapie: Psychotherapie, insbesondere kognitive Verhaltenstherapie, kann helfen,Angstzustände und Depressionen zu bewältigen. Auch formalisierte Psychotherapien haben sich als wirksam erwiesen und werden in den aktuellen "AWMF S-3" Leitlinien empfohlen. Diese Art ängstlich-depressiver Krankheitsverarbeitung lässt sich heute gut mit einer Psychotherapie behandeln, sofern diese in Form einer so genannten „Verhaltenstherapie“ (auch: „Kognitive Verhaltenstherapie“) durchgeführt wird.
  • Ergotherapie: Ergotherapie kann helfen, dieAlltagsfähigkeiten zu verbessern und dieUnabhängigkeit zu erhalten.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die motorischen Fähigkeiten zu verbessern und dieBeweglichkeit zu erhalten.
  • Logopädie: Logopädie kann helfen, dieSprache und das Schlucken zu verbessern.
  • Soziale Unterstützung: Soziale Unterstützung durch Familie, Freunde und Selbsthilfegruppen kann helfen, die Isolation zu verringern und das Wohlbefinden zu verbessern.
  • Regelmäßige körperliche Aktivität: Regelmäßige körperliche Aktivität wird empfohlen.In der Allgemeinbevölkerung ist gut dokumentiert, dass körperliche Betätigung depressive Symptome lindern und sogar verhindern kann, da bei körperlicher Betätigung wohltuende Endorphine freigesetzt werden und das Training Stress abbaut, das Selbstvertrauen stärkt und soziale Kontakte fördert. Könnte körperliche Betätigung zur Linderung von Depressionen bei Menschen mit Parkinson beitragen? In einer Studie teilten die Forscher die Menschen mit Parkinson in zwei Gruppen ein: eine Gruppe mit frühem Beginn, die 48 Wochen lang an drei Tagen in der Woche eine Stunde lang an einem strengen formalen Übungsprogramm in der Gruppe teilnahm, und eine Gruppe mit verzögertem Beginn, die das gleiche Programm nur in den Wochen 24 bis 48 absolvierte. Am Ende des Programms berichteten die Teilnehmer der Gruppe mit frühem Beginn deutlich weniger depressive Symptome als die Teilnehmer der Gruppe mit verzögertem Beginn.Regelmäßige körperliche Betätigung kann daher indirekt Depressionen bekämpfen, indem sie Parkinson-Patienten besser in die Lage versetzt, an den Aktivitäten des täglichen Lebens teilzunehmen.Es sind zwar noch weitere Studien erforderlich, um die volle Wirkung von Bewegung auf die kognitiven Funktionen zu verstehen, aber es gibt eine Reihe von Studien, die darauf hindeuten, dass körperliche Aktivität die geistige Leistungsfähigkeit bei Parkinson-Patienten verbessern kann. In einer in PLoS One veröffentlichten Studie analysierten Forscher elf Studien mit 508 Patienten, um mehr darüber zu erfahren, wie sich körperliche Aktivität auf Aufmerksamkeit, ausführende Funktionen, Verarbeitungsgeschwindigkeit und Gedächtnis auswirkt. Sie fanden heraus, dass sich jede Form von körperlicher Betätigung positiv auf die ausführenden Funktionen, die Aufmerksamkeit und das Gedächtnis auswirkt, während sich bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit keine Vorteile zeigten.In einer Studie berichteten Teilnehmer, die ein sechsmonatiges Programm mit drei 70-minütigen Trainingseinheiten pro Woche für Krafttraining, Gleichgewicht und motorische Koordination sowie Aerobic absolvierten, über besseren Schlaf und bessere funktionelle Fähigkeiten im Vergleich zu 17 Kontrollteilnehmern, die sich nicht bewegten. In einer anderen Studie berichteten Menschen mit leichter bis mittelschwerer Parkinson-Erkrankung über besseren Schlaf und eine deutlich verbesserte Lebensqualität, nachdem sie drei Monate lang dreimal pro Woche an 36 Gruppensitzungen mit Aerobic und Muskeltraining teilgenommen hatten.
  • Achten Sie außerdem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr.
  • Führen Sie regelmäßig erlernte Übungen aus Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und neuropsychologischer Therapie durch.
  • Aufklärung und Informationen über die Erkrankung sind wichtig. Für Parkinson-Patient*innen und Bezugspersonen werden Schulungsprogramme angeboten.

Unterstützung für Angehörige

Angehörige von Parkinson-Patienten sind oft stark belastet. Sie leiden vor allem unter den Verhaltensstörungen und den kognitiven Defiziten der Betroffenen. So finden sich bei den Angehörigen - die meisten von ihnen sind weiblichen - erhebliche körperliche und psychische Beeinträchtigungen. Gelegentlich werden drei Typen unterschieden, der "Kämpfer", der "Fallmanager" und der "Ausgeglichene". Gerade die Kämpfertypen, also diejenigen, die sich stets mit maximaler Wucht in alle Angelegenheiten der Krankheit und ihrer Behandlungen werfen, sind einem erhöhten Depressionsrisiko ausgesetzt. Der damit einhergehende Verlust angenehmer Aktivitäten verstärkt dieses Risiko. Aber auch Rollen- und Zielkonflikte, oft ausgelöst durch den Wunsch, "für das Alter eigentlich andere Pläne gehabt zu haben" und nun ja nicht mehr anders zu können" sind innerpsychische Quellen emotionaler Belastungen. des Weiteren gehen eine betreuerseitige Neigung zur Überversorgung und die Betroffenenerfahrung der Bevormundung oft Hand-in-Hand. Die Aussage: "Du Erwin, es ist zwölf Uhr" mit der Reaktion: "Gib' doch endlich mal Ruhe, dauernd machst Du die Oberschwester", stehen stellvertretend für damit zusammenhängende Kommunikationsstörungen. Vielleicht wollte die Ehefrau ihren Partner ja gar nicht indirekt an die Tabletteneinnnahme erinnern? Die Situation der erkrankten, mit ihrer eingeschränkten Mimik und der veränderten Sprechweise macht es den Gesprächspartner oft schwer, das Gemeinte eine Aussage zu erfassen - zumal gezeigt worden ist, dass auch die Parkinson-Patienten Derartiges bei ihren Gesprächspartnern nur schlecht korrekt identifizieren können.

Es ist wichtig, dass Angehörige sich selbst nicht vergessen und sich Unterstützung suchen. Es gibt verschiedene Angebote für Angehörige von Parkinson-Patienten, wie z. B. Selbsthilfegruppen, Beratungsstellen und Entlastungsangebote.

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