Die Parkinson-Krankheit ist eine komplexe neurologische Erkrankung, die Betroffene und deren Angehörige vor erhebliche Herausforderungen stellt. Umso wichtiger ist es, dass Ärzt*innen, spezialisiertes Pflegepersonal und Therapeuten stets auf dem neuesten Stand der Forschung und Therapieoptionen sind. Fortbildungsveranstaltungen, insbesondere im Bereich der Pumpentherapie und anderer innovativer Behandlungsansätze, spielen hierbei eine zentrale Rolle. Dieser Artikel beleuchtet aktuelle Fortbildungsangebote, deren Inhalte und Zielsetzungen, um einen umfassenden Überblick über die Möglichkeiten der Parkinson-Behandlung zu geben.
Grundlagen und Symptomatik der Parkinson-Erkrankung
Viele Fortbildungen beginnen mit einer Einführung in die Grundlagen der Parkinson-Erkrankung. Dabei werden die Symptomatik, atypische Parkinsonsyndrome und die Parkinson-Demenz dargestellt. Ein tiefes Verständnis dieser Grundlagen ist essenziell, um die verschiedenen Therapieansätze und ihre Wirkmechanismen zu verstehen.
Medikamentöse Therapie, Tiefe Hirnstimulation und Pumpentherapie
Ein zentraler Bestandteil von Parkinson-Fortbildungen ist die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Therapieformen. Neben der medikamentösen Therapie werden die Tiefe Hirnstimulation (THS) und die Pumpentherapie ausführlich behandelt.
Medikamentöse Therapie
Die medikamentöse Therapie zielt darauf ab, den Dopaminmangel im Gehirn auszugleichen. L-Dopa ist der Goldstandard, aber auch Dopaminagonisten spielen eine wichtige Rolle. In Fortbildungen wird diskutiert, wann welche Medikamente eingesetzt werden sollten und wie die Therapie im Verlauf der Erkrankung angepasst werden kann, um Fluktuationen zu vermeiden.
Tiefe Hirnstimulation (THS)
Die Tiefe Hirnstimulation ist ein neurochirurgisches Verfahren, bei dem Elektroden in bestimmte Hirnareale implantiert werden, um die Symptome der Parkinson-Krankheit zu lindern. Fortbildungen bieten Einblicke in die neuesten Techniken und zeigen anhand von Video-Fallbeispielen, wie die THS das Leben der Patient*innen signifikant verbessern kann.
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Pumpentherapie
Die Pumpentherapie, insbesondere die kontinuierliche Apomorphin-Therapie, ist eine etablierte Behandlungsoption im fortgeschrittenen Parkinson-Stadium. Sie ermöglicht eine kontinuierliche Medikamentengabe und kann so helfen, motorische Fluktuationen zu reduzieren.
Evidenzbasierte aktivierende Therapieformen in Logopädie, Ergo- und Physiotherapie
Neben den medikamentösen und apparativen Therapien spielen aktivierende Therapieformen eine entscheidende Rolle. Logopädie, Ergotherapie und Physiotherapie tragen dazu bei, die motorischen und nicht-motorischen Symptome der Parkinson-Krankheit zu verbessern.
Physiotherapie und Ergotherapie
Fortbildungen für Physio- und Ergotherapeut*innen vermitteln aktuelle Therapiekonzepte und Strategien zur Überwindung von Bewegungsstörungen. Dazu gehören Cueing, Anti-Freezing-Strategien, LSVT®BIG und rhythmisch-auditive Stimulation. Auch der Umgang mit nicht-motorischen Störungen wie vegetativen, exekutiven und psychischen Problemen wird thematisiert.
Logopädie
Die logopädische Therapie zielt darauf ab, die Sprech- und Schluckfunktion der Patient*innen zu verbessern. Evidenzbasierte aktivierende Therapieformen werden in Fortbildungen vorgestellt und deren Anwendung demonstriert.
Interdisziplinäre Versorgung von Parkinson-Patienten
Die interdisziplinäre Versorgung von Parkinson-Patienten ist ein zentrales Thema vieler Fortbildungen. Neurologen, Pflegekräfte, Therapeuten und andere Fachkräfte arbeiten zusammen, um die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.
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Parkinson-Netzwerke und -Zentren
Parkinson-Netzwerke und -Zentren spielen eine wichtige Rolle bei der Koordination der interdisziplinären Versorgung. Sie bieten Betroffenen und ihren Angehörigen umfassende Informationen und Unterstützung.
Die Rolle der Parkinson-Nurse
Parkinson-Nurses nehmen eine zentrale Rolle in der Versorgungskette ein. Sie agieren an der Schnittstelle zwischen Betroffenen, Angehörigen, ärztlichen Fachkräften, Kliniken und sozialen Diensten. Ihre Aufgaben umfassen die Betreuung von Patient*innen mit tiefer Hirnstimulation oder Medikamentenpumpen, die Pflege bei Parkinson-bedingter Demenz sowie die sozialmedizinische und psychologische Beratung.
Aktuelle Fortbildungsveranstaltungen und Termine
Es gibt zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen, die sich mit der Parkinson-Krankheit und ihren Therapieoptionen beschäftigen. Im Folgenden werden einige Beispiele genannt:
Parkinson Akademie
Die Parkinson Akademie richtet sich an Ärzt*innen und spezialisiertes Pflegepersonal, die ihre Kenntnisse und Fähigkeiten in der Parkinsonbehandlung erweitern möchten. Die Veranstaltung bietet fundierte und praxisnahe Einblicke in innovative Therapiemöglichkeiten wie die Tiefe Hirnstimulation und Pumpenbehandlung.
Fortbildung für Physio- und Ergotherapeut*innen in Grünstadt
Diese Fortbildung richtet sich an Physio- und Ergotherapeut*innen in Praxen, stationären und ambulanten Therapiezentren sowie für Mitarbeitende in der Parkinson-Komplexbehandlung. Sie informiert über den aktuellen Stand von Forschung und klinischer Anwendung aktivierender Parkinsontherapie und vermittelt Strategien zur Überwindung von Bewegungsstörungen.
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Berliner Epilepsie-Parkinson-Seminar
Das Berliner Epilepsie-Parkinson-Seminar behandelt traditionell die Themenschwerpunkte Epilepsie und Parkinson. Ausgewiesene Experten referieren über aktuelle Fälle, Breaking News und Kontroversen.
Digitale Gesundheitstechnologien in der Parkinson-Behandlung
Digitale Gesundheitstechnologien eröffnen zahlreiche neue Möglichkeiten in der Parkinson-Behandlung. Sensorbasierte Ganganalyse, Migräne-Monitoring und Schlaganfallnachsorge sind nur einige Beispiele.
Geriatrische Besonderheiten bei der Parkinson-Krankheit
Bei älteren Menschen mit Parkinson gibt es geriatrische Besonderheiten zu beachten. Die Therapie motorischer und nicht-motorischer Symptome muss an die Bedürfnisse älterer Patient*innen angepasst werden.
Neue Stadiensysteme für die Parkinson-Krankheit
Ein neues Stadiensystem für die Parkinson-Krankheit könnte der Forschung eine entscheidende Wende bringen. Es ermöglicht eine präzisere Einteilung der Erkrankung und könnte dazu beitragen, dass klinische Studien erfolgreicher werden.
Die Rolle der Dopaminagonisten in der Parkinsontherapie
Dopaminagonisten spielen eine wichtige Rolle in der Parkinsontherapie. Sie wirken auf die Dopaminrezeptoren im Gehirn und können die Symptome der Erkrankung lindern. In Fortbildungen werden die pharmakologischen Eigenschaften der verschiedenen Dopaminagonisten und ihre Vor- und Nachteile diskutiert.
Neuropsychiatrische Symptome bei Morbus Parkinson
Neuropsychiatrische Symptome wie Tagesmüdigkeit/Fatigue, Angst, Depression und Demenz sind häufige Begleiter der Parkinson-Krankheit. In Fortbildungen werden die wichtigsten neuropsychiatrischen Symptome erläutert und Behandlungsstrategien vorgestellt.
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