Die Parkinson-Krankheit stellt Betroffene und ihre Angehörigen vor große Herausforderungen. In Nordrhein-Westfalen (NRW) gibt es zahlreiche Selbsthilfegruppen, die Unterstützung, Austausch und Gemeinschaft bieten. Diese Gruppen sind ein wichtiger Anlaufpunkt, um mit der Krankheit besser umzugehen und neuen Lebensmut zu schöpfen.
Was ist Morbus Parkinson?
Morbus Parkinson, auch idiopathisches Parkinson-Syndrom (IPS) genannt, ist eine langsam fortschreitende neurologische Erkrankung. Sie wurde erstmals 1817 von dem englischen Arzt Dr. James Parkinson beschrieben. Die Erkrankung betrifft bestimmte Gebiete des Gehirns und führt durch die Degeneration von Nervenzellen zu einem Mangel des Botenstoffes Dopamin. Dieser Mangel verursacht in der Folge Bewegungsstörungen.
Es gibt drei Haupttypen von Parkinson-Erkrankungen:
- Morbus Parkinson (IPS): Die klassische Form, die viele Systeme im Gehirn betreffen kann und daher unterschiedlich verläuft. Sie kann in jedem Lebensalter auftreten, wobei die Häufigkeit mit zunehmendem Alter steigt. Der mittlere Krankheitsbeginn liegt zwischen 55 und 60 Jahren.
Frühsymptome von Morbus Parkinson
Die Parkinson-Krankheit kann sich durch verschiedene Frühsymptome bemerkbar machen, die sowohl nicht-motorischer als auch motorischer Natur sein können.
Nicht-motorische Frühsymptome:
- Riechstörung
- Depression
- Obstipation (weniger als drei Stuhlentleerungen pro Woche)
- REM-Schlaf-Verhaltensstörung (Ausleben von Träumen in Form von Motorik, z.B. nächtliches Umsichschlagen)
Motorische Frühsymptome:
- Beginn meist asymmetrisch
Die Bedeutung von Selbsthilfegruppen
Das Leben mit Parkinson ist eine große Herausforderung. Selbsthilfegruppen bieten einen Rahmen, in dem Betroffene und Angehörige:
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- Erfahrungen austauschen: Der Austausch mit anderen Betroffenen ermöglicht es, von ihren Erfahrungen zu lernen und sich verstanden zu fühlen.
- Wissen erwerben: In den Gruppen werden oft Informationen über die Erkrankung, Behandlungsmöglichkeiten und den Umgang mit den Symptomen vermittelt.
- Unterstützung finden: Die Gemeinschaft mit anderen Erkrankten kann den nötigen Rückhalt geben, um mit der Krankheit zurechtzukommen und neuen Lebensmut zu schöpfen.
Aktivitäten in Parkinson Selbsthilfegruppen
Die Aktivitäten in Selbsthilfegruppen sind vielfältig und können je nach Gruppe variieren. Häufige Angebote sind:
- Beweglichkeitstraining: Einschränkungen der Beweglichkeit sind ein typisches Merkmal der Parkinson-Krankheit. Durch angeleitete Übungen wird diesen unerwünschten Krankheitsfolgen entgegengewirkt. Das Training wirkt sich positiv auf die Beweglichkeit, die Selbstwahrnehmung und das Wohlbefinden aus.
- Vorträge und Workshops: Experten informieren über verschiedene Aspekte der Erkrankung und geben praktische Tipps für den Alltag.
- Gesprächsrunden: Hier können sich die Teilnehmer austauschen, ihre Sorgen und Ängste teilen und sich gegenseitig Mut machen.
- Gemeinsame Unternehmungen: Ausflüge, kulturelle Veranstaltungen oder gesellige Treffen stärken den Zusammenhalt und fördern die Lebensqualität.
Beispiele für Parkinson Selbsthilfegruppen in NRW und ihre Aktivitäten
In NRW gibt es zahlreiche Selbsthilfegruppen für Parkinson-Betroffene. Einige Beispiele sind:
- Selbsthilfegruppe beim Deutschen Roten Kreuz: Diese Gruppe bietet Betroffenen und Angehörigen die Möglichkeit, sich auszutauschen und bessere Kenntnisse über die Erkrankung zu gewinnen. Die Treffen finden dienstags von 10:00 bis 12:00 Uhr im DRK-Haus, Harkortstr. statt.
- Veranstaltungen in der Casa Usera, Venloer Str.: Hier finden regelmäßig offene Fragestunden mit Ärzten, Vorträge über Therapiemöglichkeiten und Kurse wie LSVT® BIG (Mobil trotz Parkinson) statt.
- Veranstaltungen in Holtkamp´s Deele, Bocketaler Str. und Bauernhofcafé Gehring, Tecklenburger Str.: Diese Orte dienen oft als Treffpunkte für Vorträge und Austausch.
- Klinikum Dortmund: Als Haus der Maximalversorgung bietet das Klinikum Dortmund medizinische Spitzenleistung und veranstaltet möglicherweise auch Selbsthilfegruppentreffen oder Informationsveranstaltungen für Parkinson-Patienten.
Weitere Beispiele für Veranstaltungen und Aktivitäten:
- Neurostimulation bei Morbus Parkinson (Vortrag)
- Therapiemöglichkeiten bei fortgeschrittenem Morbus Parkinson (Vortrag)
- Kunsttherapie-Kurse
- Ausflüge, z.B. nach Zons mit Lunchbuffet auf dem Schiff
Nutzen von Bewegung und Sport bei Parkinson
Bewegung und Sport spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Parkinson. Regelmäßiges Training kann helfen, die motorischen Fähigkeiten zu verbessern, die Steifigkeit zu reduzieren und das Gleichgewicht zu stabilisieren. Zudem wirkt sich Sport positiv auf die Stimmung und das Selbstbewusstsein aus.
Die Foto zeigt die Wichtigkeit von Beweglichkeitstraining in Parkinson-Selbsthilfegruppen. Durch angeleitete Übungen wird unerwünschten Krankheitsfolgen entgegengewirkt. Das Training stärkt nicht nur die Beweglichkeit, sondern auch die Selbstwahrnehmung und das Wohlbefinden.
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