Einleitung
Die Diagnose Parkinson ist für viele Betroffene ein einschneidendes Erlebnis. Im Saarland, speziell in St. Wendel, bietet die Selbsthilfegruppe "Jung und Parkinson" (JuP) eine wichtige Anlaufstelle. Diese Regionalgruppe hat sich zum Ziel gesetzt, Betroffenen und ihren Angehörigen Hoffnung, Unterstützung und Informationen zu bieten.
Entstehung und Struktur der Selbsthilfegruppe
Die Regionalgruppe St. Wendel von "Jung und Parkinson" trifft sich regelmäßig im Unternehmer- und Technologiezentrum (UTZ) in St. Wendel, immer am zweiten Montag im Monat. Gegründet wurde die Gruppe auf Initiative von Michael Ost (Leiter der Gruppe in Saarlouis), der Physiotherapeutin Christina Sattler und dem Logopäden Norbert Mayer. Wolfgang Leidinger leitet die Gruppe in St. Wendel und wurde anfangs von Michael Ost unterstützt. Die Gruppe JuP Saar trifft sich seit Oktober 2021 immer am letzten Samstag im Monat im Mehrgenerationenhaus der Diakonie auf dem Steinrausch.
Ziele und Aktivitäten der Gruppe
Die Selbsthilfegruppe "Jung und Parkinson" verfolgt mehrere wichtige Ziele:
- Erfahrungsaustausch: Betroffene und Angehörige können sich über ihre Erfahrungen mit der Krankheit austauschen, was besonders wertvoll ist, da der Weg zur Diagnose oft langwierig und die Symptome sehr individuell sein können.
- Information: Die Gruppe organisiert Vorträge und Besuche in Forschungszentren, um die Mitglieder über aktuelle Entwicklungen in der Parkinson-Forschung und Behandlung zu informieren. So besuchte man im vergangenen Jahr das National Centre of Excellence in Research on Parkinson’s Disease in Luxemburg.
- Sportliche Aktivitäten: Regelmäßige sportliche Betätigung ist ein wichtiger Bestandteil der Gruppenaktivitäten, um die körperliche Fitness und Beweglichkeit der Mitglieder so lange wie möglich zu erhalten. Dazu gehören Tai-Chi-Kurse und Boule.
- Emotionale Unterstützung: Die Gruppe bietet einen Raum, in dem man offen über Probleme und Sorgen sprechen und emotionale Unterstützung finden kann.
Bedeutung des Erfahrungsaustauschs
Wolfgang Leidinger betont die Wichtigkeit des Erfahrungsaustauschs mit Leidensgenossen. Die Symptome von Parkinson können bei jedem Patienten anders sein, selbst im gleichen Stadium der Krankheit. Daher ist es hilfreich, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, um Strategien zur Bewältigung des Alltags zu entwickeln und sich gegenseitig Mut zu machen. Viele Betroffene empfinden es als hilfreich, von den Erfahrungen anderer zu profitieren und sich gegenseitig Mut zu machen.
Sportliche Betätigung als wichtiger Therapiebaustein
Die Selbsthilfegruppe "Jung und Parkinson" legt großen Wert auf sportliche Aktivitäten. Ein Gruppenmitglied berichtete von den positiven Auswirkungen von Boule auf Parkinson-Patienten. Boule macht nicht nur Spaß, sondern findet auch an der frischen Luft statt und fördert den Kontakt zu anderen Menschen. Die Gruppe hat auch Tai-Chi-Kurse absolviert. Bewegung, wie regelmäßige Spaziergänge oder Sport, kann stimmungsaufhellend wirken.
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Angebote der Hochwald-Kliniken Weiskirchen
Die Hochwald-Kliniken Weiskirchen unterstützen und fördern die Selbsthilfegruppen im Saarland als selbsthilfefreundliche Rehabilitationsklinik. Sie bieten Rehabilitanden die Möglichkeit, an Selbsthilfegruppen teilzunehmen und Kontakte zu Menschen zu knüpfen, die ähnliche Herausforderungen bewältigen. Die Kliniken arbeiten mit verschiedenen Selbsthilfegruppen zusammen, unter anderem zu den Themen Depression, Rheuma, Herzsport, Stoma, Krebs und Osteoporose.
Die Hochwald-Kliniken legen großen Wert auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit den regionalen Selbsthilfegruppen, da diese bei der dauerhaften Sicherung des Rehabilitationserfolges mitwirken. Der gemeinsame Erfahrungsaustausch unter Gleichbetroffenen und die gegenseitige Unterstützung im Alltag tragen dazu bei, den Behandlungserfolg einer Rehabilitation nachhaltig zu sichern.
Parkinson-Tanzkreis in St. Wendel
In St. Wendel gibt es auch einen Tanzkreis für Parkinson-Patienten, der vom TSC Rubin angeboten wird. Stefan Jank leitete den Tanzkreis, der am 30. Oktober im Clubheim des TSC Rubin startete.
Informationen zum Thema Parkinson
Parkinson ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Im Saarland gibt es rund 1600 Parkinson-Erkrankungen. Die Erkrankung führt vor allem zu Bewegungsproblemen, aber auch zu Belastungen im emotionalen und sozialen Bereich. Ausgelöst wird die Parkinson-Krankheit durch den Ausfall der Dopamin-Produktion. Dopamin ist ein menschlicher Botenstoff, der für die Koordination der Bewegungen wichtig ist.
Erste Anzeichen können beispielsweise vermeintlich rheumatische Beschwerden im Schulter- oder Beckenbereich, Zittern in Ruhephasen und Muskelstarre sein. Auch ein verändertes Schriftbild kann ein erstes Warnsignal sein. Am häufigsten tritt die Erkrankung zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auf.
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Die Therapie erfolgt hauptsächlich durch Medikamente. Daneben sind für die Selbstständigkeit und das Wohlbefinden des Patienten unterstützende Behandlungen, wie Krankengymnastik, Entspannungstherapien und eine ausgewogene Ernährung wichtig.
Vorträge und Informationsveranstaltungen
Dr. Robert Liszka, Chefarzt der Abteilung für Neurologie, Stroke Unit im Marienhaus Klinikum St. Wendel-Ottweiler, hält regelmäßig Vorträge über die Parkinson-Krankheit. Er informierte über die Symptome, Diagnostik und moderne medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten der Parkinson-Krankheit.
Auch im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gesund informiert“ in St. Wendel werden regelmäßig Informationen zu neurologischen Erkrankungen, insbesondere Parkinson, vermittelt.
Selbsthilfe bei verschiedenen Erkrankungen
Selbsthilfegruppen spielen eine wichtige Rolle bei der Bewältigung verschiedener Erkrankungen. Sie bieten Betroffenen die Möglichkeit, sich auszutauschen, gegenseitig zu unterstützen und von den Erfahrungen anderer zu profitieren.
- Depressionen: Eine Selbsthilfegruppe bei Depressionen kann durch den Austausch, regelmäßige körperliche Bewegung und die Etablierung einer stabilen Tagesstruktur Betroffene unterstützen.
- Rheuma: Der Austausch in Selbsthilfegruppen bei Rheuma kann ebenfalls sehr wertvoll sein, da Betroffene von den Erfahrungen anderer lernen und emotionale Unterstützung finden können.
- Stoma: Der Austausch in Selbsthilfegruppen kann dabei helfen, praktische Tipps für die Pflege des Stomas zu erhalten und den Umgang mit emotionalen Belastungen zu erleichtern.
- Krebs: Der Austausch in Selbsthilfegruppen bietet emotionale Unterstützung und den Raum, Ängste und Sorgen zu teilen.
- Osteoporose: Der Austausch in Selbsthilfegruppen kann Unterstützung und wertvolle Tipps zum Umgang mit der Krankheit bieten.
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