Parkinson Selbsthilfegruppe Stade: Ein Wegweiser zu Unterstützung und Gemeinschaft

Die Diagnose Parkinson kann das Leben eines Menschen grundlegend verändern. Doch Betroffene und ihre Angehörigen sind nicht allein. Die Parkinson Selbsthilfegruppe Stade bietet einen wichtigen Anlaufpunkt für Austausch, Information und gegenseitige Unterstützung. Dieser Artikel beleuchtet die Arbeit der Selbsthilfegruppe, ihre Angebote und die Bedeutung der Selbsthilfe im Umgang mit der Parkinson-Krankheit.

Der erste Verdacht und die Akzeptanz der Krankheit

Oft sind es die kleinen Veränderungen im Alltag, die auf eine Parkinson-Erkrankung hindeuten können. So war es auch bei Margriet Probst, der Leiterin der Stader Regionalgruppe der Deutschen Parkinson Vereinigung. Ihre Tochter bemerkte im Jahr 2009 eine Veränderung in ihrer Mimik und ihren Bewegungen. Nach der Diagnose lernte Margriet Probst, die Krankheit zu akzeptieren und sich nicht von ihr überfordern zu lassen. Ihre Botschaft ist klar: "Gib nie auf! Betroffen zu sein, ist kein Grund zu resignieren."

Die Stader Regionalgruppe: Ein Ort der Begegnung und des Austauschs

Schon kurz nach ihrer Diagnose schloss sich Margriet Probst der Stader Regionalgruppe der Deutschen Parkinson Vereinigung an. Heute leitet sie die Selbsthilfegruppe gemeinsam mit Andreas Tews aus Bremervörde. Die Gruppe bietet Betroffenen und ihren Angehörigen die Möglichkeit, sich auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und voneinander zu lernen.

Angebote und Aktivitäten der Selbsthilfegruppe

Die Stader Parkinson Selbsthilfegruppe bietet eine Vielzahl von Angeboten und Aktivitäten für ihre Mitglieder:

  • Gesprächsnachmittage: Jeden zweiten Donnerstag im Monat findet ab 14.30 Uhr ein Gesprächsnachmittag im Landhaus "Am Tivoli" in Horneburg statt. Hier können sich Betroffene austauschen und von Referenten Wissenswertes im Umgang mit der Krankheit erfahren.
  • Angehörigentreffen: Regelmäßig werden Angehörigentreffen im Mehrgenerationenhaus in Horneburg veranstaltet. Diese Treffen bieten Angehörigen die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen und Unterstützung zu finden.
  • Ausflüge: Die Gruppe organisiert regelmäßig Ausflüge, um die Gemeinschaft zu stärken und den Alltag aufzulockern.

Leben mit Parkinson: Einschränkungen und neue Perspektiven

Margriet Probst hat gelernt, mit den Einschränkungen der Krankheit umzugehen. Sie passt ihren Alltag an, indem sie sich beispielsweise beim Kochen hinsetzt oder sich bei der Haus- und Gartenarbeit helfen lässt. Längere Wege bewältigt sie seit einigen Jahren mit einem Rollator. Sie leidet zudem unter der Sonderform der Kamptokormie, bei der sich der Oberkörper stark nach vorne neigt, was die Rückenmuskulatur stark beansprucht. Gegen die Schmerzen nimmt sie regelmäßig Medikamente.

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Trotz der Einschränkungen betont Margriet Probst, wie wichtig es ist, die positiven Aspekte des Lebens nicht aus den Augen zu verlieren: "Weil ich eben weiß, dass ich viele Dinge aufgrund der Krankheit nicht mehr machen kann, schätze ich umso mehr die Dinge, die mir Parkinson erlauben."

Was ist Parkinson? Eine kurze Erklärung

Die Parkinson'sche Krankheit ist eine Stoffwechselstörung im zentralen Nervensystem. Sie entsteht durch einen Mangel an Dopamin im Gehirn, einer Überträgersubstanz, die für die Weiterleitung von Nervenimpulsen verantwortlich ist. Typische Symptome sind Zittern, verlangsamte Bewegungen, eine verminderte Mimik sowie Schwierigkeiten beim Schreiben und Sprechen. Die medikamentöse Therapie zielt darauf ab, den Dopaminmangel auszugleichen.

Die Bedeutung von Selbsthilfegruppen

Selbsthilfegruppen spielen eine wichtige Rolle im Umgang mit chronischen Krankheiten wie Parkinson. Sie fördern die Eigenständigkeit und das Selbstvertrauen der Mitglieder. Durch den Austausch mit anderen Betroffenen können sich die Mitglieder gegenseitig unterstützen, Mut machen und neue Perspektiven gewinnen.

Margriet Probst betont: "Selbsthilfegruppen fördern die Eigenständigkeit und das Selbstvertrauen jedes einzelnen Mitglieds."

Die Selbsthilfekontaktstelle Stade: Unterstützung für Gruppen und Interessierte

Die Selbsthilfekontaktstelle des Paritätischen Stade ist eine wichtige Anlaufstelle für alle, die sich einer Selbsthilfegruppe anschließen oder eine Gruppe gründen möchten. Sie bietet Beratung, Unterstützung und Vernetzungsmöglichkeiten für Selbsthilfegruppen im Landkreis Stade und der Metropolregion Hamburg.

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Angebote der Selbsthilfekontaktstelle Stade

  • Unterstützung bei der Suche nach Selbsthilfegruppen
  • Beratung bei der Gründung einer Selbsthilfegruppe
  • Unterstützung bei Antragsstellungen
  • Beratung und Begleitung durch hauptamtliche Pädagogen
  • Vernetzung mit anderen Selbsthilfegruppen
  • Informationen zu finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten
  • Unterstützung bei organisatorischen Problemen
  • Vermittlung von Kontakten zu Kommunen, Krankenkassen, Verbänden und anderen Institutionen

Die Selbsthilfekontaktstelle Stade achtet auf die Autonomie der Selbsthilfegruppen und bietet methodisches und fachliches Know-how. Sie unterstützt die Gruppen bei Gründungen, Fachfragen oder Krisen, während die Gruppen sich eigenverantwortlich organisieren.

Die ZISS: Eine weitere Anlaufstelle für Selbsthilfe im Landkreis Rotenburg (Wümme)

Auch die ZISS (Zentrale Informationsstelle für Selbsthilfe) im Landkreis Rotenburg (Wümme) bietet Unterstützung für Selbsthilfegruppen und Interessierte. Sie sammelt und stellt Informationen zur Selbsthilfe zur Verfügung, informiert über finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten und vermittelt Kontakte zwischen den Selbsthilfegruppen.

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