Einführung
Das Parkinson Terminator Projekt ist eine ambitionierte Initiative, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Parkinson-Krankheit bis 2030 von der Liste unheilbarer Krankheiten zu streichen. Angesichts der Tatsache, dass schätzungsweise 400.000 Menschen in Deutschland an Parkinson erkrankt sind, und der Krankheit als zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung, ist die Dringlichkeit solcher Forschungsprojekte unbestreitbar. Dieses Projekt verfolgt einen multidisziplinären Ansatz, der Patienten, Angehörige, Wissenschaftler, Künstler, Sportler, Unternehmen und Patientenorganisationen einbezieht, um das komplexe Problem der Parkinson-Krankheit aus verschiedenen Perspektiven anzugehen.
Die Vision: Heilung durch gemeinschaftliches Engagement
Das Parkinson Terminator Projekt basiert auf der Überzeugung, dass eine von Patienten ausgehende Initiative, die von der gesamten Gesellschaft getragen wird, den Schlüssel zur Heilung der Parkinson-Krankheit darstellt. Dr. Uwe Radelof, Initiator des Projekts, betont die Notwendigkeit, das menschliche Gehirn, das komplexeste System im Universum, so gut zu verstehen, dass es repariert werden kann. Dies erfordert technologische Entwicklung in einer neuen Dimension und macht das Projekt zu einem High-Tech-Vorhaben.
Multidisziplinärer Ansatz und Beteiligung der Gesellschaft
Das Parkinson Terminator Projekt zeichnet sich durch seinen umfassenden Ansatz aus, der verschiedene Akteure der Gesellschaft einbezieht. Dazu gehören:
- Patienten und Angehörige: Sie stehen im Mittelpunkt des Projekts und bringen ihre Erfahrungen und Bedürfnisse ein.
- Wissenschaftler: Führende Köpfe aus verschiedenen Disziplinen arbeiten an der Erforschung der Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten von Parkinson. Zu den beteiligten Wissenschaftlern gehören unter anderem:
- Prof. Dr. Wolfgang Oertel (Universität Marburg)
- Prof. Dr. Günter Höglinger (Medizinische Hochschule Hannover)
- Prof. Dr. Walter J. Schulz (Universität Düsseldorf)
- Prof. Dr. Rudi Balling (Luxembourg Centre for Systems Biomedicine)
- Prof. Dr. Hans Lehrach (Max-Planck-Institut für Molekulare Genetik, Berlin)
- Prof. Dr. Manfred W. Kilimann (Universität Leipzig)
- Prof. Dr. Thomas Müller (Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee)
- Künstler und Sportler: Sie tragen dazu bei, das Bewusstsein für die Krankheit zu schärfen und Spenden zu sammeln.
- Unternehmen und Unternehmer: Sie unterstützen das Projekt finanziell und mit ihrem Know-how.
- Patientenorganisationen: Sie bieten Unterstützung und Informationen für Betroffene und ihre Familien.
Diese breite Beteiligung soll sicherstellen, dass das Projekt die Bedürfnisse der Parkinson-Community widerspiegelt und die bestmöglichen Ergebnisse erzielt.
Initiativen und Veranstaltungen zur Förderung des Projekts
Um das Projekt voranzutreiben und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren, wurden verschiedene Initiativen und Veranstaltungen ins Leben gerufen:
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- Konzert des Sinfonie-Orchesters Schöneberg: Das Projekt war Schirmherr des Konzerts in der Universität der Künste (UdK) am 7. März 2020.
- "Very Little Great Rhine Ride 2020": Eine Radtour, die darauf abzielte, die Öffentlichkeit und das Europäische Parlament auf das Projekt aufmerksam zu machen und Unterstützer und Sponsoren zu finden.
- ONLINE BRAINSTORM-Briefing: Am 18. September 2020 wurde das Projekt im Rahmen eines Online-Briefings vorgestellt.
- Parkinson-Tag 2023 in Berlin-Weißensee: Die Berliner Parkinson-Selbsthilfegruppe lud zu Vorträgen und Diskussionen über Therapien, Medikamente und Trainingsmethoden ein.
Der Brainstorm Fund: Ein öffentlich-privates Finanzierungsprojekt
In Zusammenarbeit mit der kENUP Foundation soll ein öffentlich-privates Finanzierungsprojekt namens "Brainstorm Fund" umgesetzt werden. Dieser Fonds soll die notwendigen Mittel bereitstellen, um die Forschung und Entwicklung im Bereich der Parkinson-Krankheit voranzutreiben.
Individueller Heilversuch und das Thema "Autophagie beeinflussendes Medikament"
Das Parkinson Terminator Projekt widmet sich unter anderem dem Thema "Autophagie beeinflussendes Medikament". Autophagie ist ein zellulärer Prozess, bei dem beschädigte oder überflüssige Zellbestandteile abgebaut und recycelt werden. Die Beeinflussung der Autophagie könnte ein vielversprechender Therapieansatz für neurodegenerative Erkrankungen wie Parkinson sein.
Ein Beispiel für ein Autophagie beeinflussendes Medikament ist Rapamycin, das ursprünglich als Immunsuppressivum entwickelt wurde, aber auch eine starke Autophagie induzierende Wirkung hat. Es gibt verschiedene Studien, die die Rolle der Autophagie bei Parkinson und die potenziellen therapeutischen Anwendungen von Autophagie beeinflussenden Medikamenten untersuchen.
Die Bedeutung der Selbsthilfe und Information
Joachim Hütter, Leiter der Berliner Selbsthilfegruppe der deutschen Parkinson Vereinigung (dPV), betont die Bedeutung der Selbsthilfe und umfassenden Information für Parkinson-Patienten. Er rät Betroffenen, sich nicht allein auf die Ärzte zu verlassen, sondern sich auch selbst umfassend über die Krankheit zu informieren und sich mit anderen auszutauschen.
Die persönliche Geschichte von Dr. Uwe Radelof
Die Geschichte von Dr. Uwe Radelof, dem Initiator des Parkinson Terminator Projekts, ist inspirierend. Nach seiner eigenen Parkinson-Diagnose im Jahr 2008 beschloss er, den Kampf gegen die Krankheit aufzunehmen und das Projekt zu initiieren. Sein Ziel ist es, bis 2030 ein Heilmittel gegen Parkinson zu finden und anderen Erkrankten Mut zu machen.
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Ziele und Phasen des Projekts
Das Parkinson Terminator Projekt ist in verschiedene Phasen unterteilt:
- Erste Phase: Schaffung der Voraussetzungen für das Projekt durch Fundraising-Aktivitäten und Gewinnung der Unterstützung von Patienten, Wissenschaftlern und Politikern.
- Zweite Phase: Erarbeitung einer "Roadmap" oder eines "Masterplans" für das Projekt, die in einem führenden Wissenschaftsjournal veröffentlicht werden soll.
- "PARKINSON TERMINATOR-SYMPOSIUM": Bildung eines "CHAMPIONS-LEAGUE-TEAMS" der internationalen Wissenschaftler-Gemeinschaft.
Finanzbedarf und Mehrwert für Geldgeber
Das Projekt benötigt erhebliche finanzielle Mittel, um seine Ziele zu erreichen. Geldgebern wird ein Mehrwert angeboten, wie z.B. der Erwerb von Geschäftsanteilen, besonderen Informationsrechten oder besonderen Produkten zu besonderen Preisen.
Das Parkinson-Syndrom als Dopaminmangel-induzierte Symptomatik
Das Projekt betrachtet das Parkinson-Syndrom als eine Dopaminmangel-induzierte Symptomatik, die sich von Patient zu Patient sehr individuell ausprägt. Daher ist es wichtig, die Ursachen des multikausalen Parkinson Syndroms individuell zu diagnostizieren und die identifizierten Krankheitsherde gezielt auszuschalten.
Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und neuesten Technologien
Um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen, setzt das Projekt auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) und neuesten Technologien. Diese sollen dazu beitragen, die komplexen Zusammenhänge der Parkinson-Krankheit besser zu verstehen und neue Therapieansätze zu entwickeln.
Kunsttherapie und Parkinson: Eine unerwartete Verbindung
Obwohl es auf den ersten Blick nicht offensichtlich erscheint, gibt es eine Verbindung zwischen Parkinson und Kunsttherapie. Die Kunsttherapie kann Patienten helfen, ihre Erfahrungen mit der Krankheit zu verarbeiten und neue Wege der Krankheitsbewältigung zu finden.
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Kritik an der "Militarisierung der Sprache" im Zusammenhang mit Krankheiten
Susan Sontag kritisierte die "Militarisierung der Sprache" im Zusammenhang mit Krankheiten wie Krebs und AIDS. Sie argumentierte, dass eine solche Sprache Krankheiten dämonisiert und zu einer Prüfung für das Individuum macht. Uwe Radelof formulierte für das „Parkinson-Terminator-Projekt“ in einem fiktiven Rückblick aus dem Jahr 2030: „Das Parkinson Terminator-Project avancierte zu einem Model-Projekt in der Gesundheitsforschung. Sein Siegeszug katalysierte Terminator-Projekte für viele andere Krankheiten. Inzwischen sind regelrechte Gesundheitsarmeen entstanden, die den Krankheiten den Krieg erklärt haben. Eine Art „Dritter Weltkrieg“ ist im Gange. Hier kämpfen jedoch keine Menschen gegen Menschen. Es kämpft die Menschheit gegen ihre größten Feinde - die Krankheiten.“
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