Ongentys 50 mg: Wirkungen, Anwendungen und Nebenwirkungen im Überblick

Ongentys 50 mg ist ein Medikament, das den Wirkstoff Opicapon enthält. Es wird zur Behandlung der Parkinson-Krankheit und damit zusammenhängender Bewegungsstörungen eingesetzt. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Anwendung, Wirkungsweise und möglichen Nebenwirkungen von Ongentys 50 mg.

Was ist Ongentys 50 mg?

Ongentys 50 mg ist ein Arzneimittel, das den Wirkstoff Opicapon enthält. Es wird angewendet zur Behandlung der Parkinson-Krankheit und damit zusammenhängender Bewegungsstörungen. Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende Erkrankung des Nervensystems, welche Zittern verursacht und Ihre Bewegungen beeinträchtigt.

Das Präparat ist zur Anwendung bei Erwachsenen, die bereits Arzneimittel einnehmen, welche Levodopa und einen so genannten DOPA-Decarboxylase-Hemmer enthalten. Es verstärkt die Wirkungen von Levodopa und hilft, die Beschwerden der Parkinson-Krankheit und die Bewegungsstörungen zu lindern.

Anwendungsgebiete von Ongentys

Ongentys ist zugelassen zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit Morbus Parkinson, die an On-Off-Fluktuationen leiden. Das Präparat wird angewendet zur Behandlung der Parkinson-Krankheit und damit zusammenhängender Bewegungsstörungen. Nach mehreren Jahren einer Therapie mit L-Dopa treten bei Parkinson-Patienten in der Regel motorische Fluktuationen auf, die das Therapiemanagement erheblich erschweren - und in der Praxis oft unterdiagnostiziert sind. Neben End-of-dose-Fluktuationen, die sich mit dem COMT-Hemmer Opicapon erfolgreich eindämmen lassen, gibt es auch plötzlich auftretende OFF-Episoden, gegen die Apomorphin als innovativer Sublingualfilm wirksam eingesetzt werden kann.

Wirkungsweise von Opicapon

Opicapon hemmt das Enzym Catechol-O-Methyltransferase (COMT). Wie alle COMT-Inhibitoren wird Opicapon stets mit Levodopa kombiniert, um dessen zentrale Wirkung durch die Hemmung des peripheren Abbaus zu verstärken. Es bindet in vivo mit hoher Affinität an COMT. Dieser Komplex dissoziiert kaum, wodurch die im Vergleich zu anderen COMT-Hemmern längere Wirkdauer zustande kommt. Opicapon erhöht und verlängert die Bioverfügbarkeit von L-Dopa; es verlängert die On-Zeit und verkürzt die Off-Zeit jeweils um etwa eine Stunde. Aufgrund des unterschiedlichen Wirkansatzes können COMT- und MAO-Hemmer kombiniert werden.

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Dosierung und Anwendung

Nehmen Sie dieses Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt ein. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind. Die empfohlene Dosis beträgt 50 mg einmal täglich. Die Patienten nehmen beim Zubettgehen eine Hartkapsel Ongentys im Ganzen mit einem Glas Wasser ein. Der Abstand zur Einnahme von Levodopa-Kombinationspräparaten soll dabei mindestens eine Stunde betragen.

Die Dosierung weiterer Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit muss gegebenenfalls angepasst werden, wenn Sie mit der Einnahme des Präparates beginnen. Befolgen Sie die Anweisungen, die Ihnen Ihr Arzt gegeben hat.

Wenn Sie eine Einnahme vergessen haben, sollten Sie die Behandlung fortsetzen und die nächste Einnahme zum vorgesehenen Zeitpunkt vornehmen. Nehmen Sie nicht die doppelte Menge ein, wenn Sie die vorherige Einnahme vergessen haben. Brechen Sie die Behandlung nicht ab, es sei denn, Ihr Arzt weist Sie entsprechend an. Andernfalls können sich Ihre Beschwerden verschlechtern. Wenn Sie die Einnahme abbrechen, muss Ihr Arzt die Dosierung Ihrer anderen Arzneimittel zur Behandlung der Parkinson-Krankheit gegebenenfalls anpassen.

Gegenanzeigen

Das Arzneimittel darf nicht eingenommen werden,wenn:

  • Sie allergisch gegen Opicapon oder einen der sonstigen Bestandteile dieses Arzneimittels sind;
  • Sie einen Tumor der Nebenniere (Phäochromozytom) oder des Nervensystems (Paragangliom) oder einen anderen Tumor haben, der das Risiko für einen starken Blutdruckanstieg erhöht;
  • es bei Ihnen jemals zu einem malignen neuroleptischen Syndrom, einer seltenen Reaktion auf Arzneimittel zur Behandlung von Psychosen gekommen ist;
  • es bei Ihnen jemals zu einer als Rhabdomyolyse bezeichneten seltenen Muskelerkrankung gekommen ist, die nicht auf eine Verletzung zurückzuführen war;
  • Sie bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen, so genannte Monoaminoxidase (MAO)-Hemmer (z. B. Phenelzin, Tranylcypromin oder Moclobemid), einnehmen.

Nicht eingesetzt werden darf Ongentys bei Patienten, bei denen eine Catecholamin-sezernierende Neubildung, etwa ein Phäochromozytom oder ein Paragangliom, vorliegt oder die gleichzeitig Monoaminoxidase (MAO)-Hemmer wie Phenelzin, Tranylcypromin oder Moclobemid einnehmen. Sofern es sich bei den MAO-Hemmern um Arzneistoffe zur Behandlung des Morbus Parkinson handelt, ist die gleichzeitige Anwendung erlaubt.

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Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie das Präparat einnehmen, wenn:

  • Ihre Leberfunktion stark eingeschränkt ist und wenn es bei Ihnen innerhalb kurzer Zeit zu Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Schwäche oder Erschöpfung gekommen ist. Ihr Arzt muss Ihre Behandlung gegebenenfalls überdenken.
  • Sie oder Ihre Angehörigen/Pflegepersonen feststellen, dass Sie den Drang oder das Verlangen entwickeln, sich in einer für Sie ungewöhnlichen Weise zu verhalten, oder Sie dem Impuls, dem Drang oder der Versuchung nicht widerstehen können, bestimmte Aktivitäten auszuführen, die Ihnen oder anderen schaden können. Diese Verhaltensauffälligkeiten werden als Störungen der Impulskontrolle bezeichnet und können Spielsucht, krankhaft gesteigertes sexuelles Verlangen oder eine vermehrte Beschäftigung mit sexuellen Gedanken oder Gefühlen einschließen. Verhaltensauffälligkeiten dieser Art wurden bei Patienten berichtet, die mit anderen Arzneimitteln gegen die Parkinson- Krankheit behandelt wurden. Ihr Arzt muss Ihre Therapien gegebenenfalls überdenken.

Da das Arzneimittel zusammen mit anderen, Levodopa-haltigen Arzneimitteln angewendet wird, lesen Sie bitte auch die Packungsbeilagen dieser Arzneimittel sorgfältig durch.

Bei Einnahme des Präparates zusammen mit Levodopa können Sie sich benommen, schwindlig oder schläfrig fühlen. Wenn es bei Ihnen zu einer dieser Nebenwirkungen kommt, dürfen Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein, oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Einnahme dieses Arzneimittels Ihren Arzt oder Apotheker um Rat. Schwangere Frauen und Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, sollen Opicapon nicht einnehmen.

Es ist nicht bekannt, ob das Präparat beim Menschen in die Muttermilch übergeht. Da ein Risiko für das Baby/Kleinkind nicht ausgeschlossen werden kann, sollten Sie während der Behandlung mit dem Präparat abstillen. Von einer Anwendung in der Stillzeit wird nach derzeitigen Erkenntnissen abgeraten. Eventuell ist ein Abstillen in Erwägung zu ziehen.

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Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.

Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie eines der folgenden Arzneimittel einnehmen:

  • Arzneimittel zur Behandlung von Depressionen oder Angststörungen wie Venlafaxin, Maprotilin und Desipramin. Bei Einnahme des Präparates zusammen mit diesen Arzneimitteln kann sich das Risiko für Nebenwirkungen erhöhen. Ihr Arzt muss Ihre Behandlung gegebenenfalls anpassen;
  • Safinamid zur Behandlung der Parkinson-Krankheit. Es liegen keine Erfahrungen zur gleichzeitigen Einnahme des Präparates und Safinamid vor. Ihr Arzt muss Ihre Behandlung gegebenenfalls anpassen;
  • Repaglinid zur Behandlung der Zuckerkrankheit (Diabetes). Bei gleichzeitiger Anwendung des Präparates und Repaglinid kann es zu einer verstärkten Wirkung von Repaglinid kommen;
  • Arzneimittel zur Behandlung von Asthma wie Rimiterol oder Isoprenalin. Das Präparat kann deren Wirkung verstärken;
  • Arzneimittel zur Behandlung allergischer Reaktionen wie Adrenalin. Das Präparat kann deren Wirkung verstärken;
  • Arzneimittel zur Behandlung einer Herzinsuffizienz wie Dobutamin, Dopamin oder Dopexamin. Das Präparat kann deren Wirkungen verstärken;
  • Arzneimittel zur Behandlung hoher Cholesterinwerte wie Rosuvastatin, Simvastatin, Atorvastatin oder Pravastatin. Das Präparat kann deren Wirkungen verstärken;
  • Arzneimittel mit Wirkung auf das Immunsystem wie Methotrexat.

Mögliche Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Die von dem Präparat hervorgerufenen Nebenwirkungen sind in der Regel leicht bis mäßig ausgeprägt und treten meist innerhalb der ersten Behandlungswochen auf. Manche Nebenwirkungen können auf die verstärkten Wirkungen durch Anwendung des Präpatrates zusammen mit Levodopa zurückzuführen sein.

Wenden Sie sich sofort an Ihren Arzt, wenn bei Ihnen zu Behandlungsbeginn Nebenwirkungen auftreten. Viele der Nebenwirkungen lassen sich dadurch beherrschen, dass Ihr Arzt die Dosierung Ihres Levodopa-haltigen Arzneimittels anpasst.

Informieren Sie Ihren Arzt so bald wie möglich, wenn Sie eine der folgenden Nebenwirkungen bemerken:

Sehr häufig: kann mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen

  • unwillkürliche und nicht kontrollierbare oder nur mit Schwierigkeiten durchführbare oder schmerzhafte Körperbewegungen (Dyskinesie).

Häufig: kann bis zu 1 von 10 Behandelten betreffen

  • Verstopfung
  • Mundtrockenheit
  • Erbrechen
  • erhöhte Spiegel des Enzyms Kreatinkinase in Ihrem Blut
  • Muskelkrämpfe
  • Schwindelgefühl
  • Kopfschmerzen
  • Schläfrigkeit
  • Ein- oder Durchschlafstörungen
  • ungewöhnliche Träume
  • Trugwahrnehmungen oder optische Sinnestäuschungen (Halluzinationen)
  • Blutdruckabfall beim Lagewechsel zum Stehen, wodurch es zu Schwindelgefühl, Benommenheit oder Ohnmacht kommen kann (orthostatische Hypotonie).

Gelegentlich: kann bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen

  • Herzklopfen oder unregelmäßiger Herzschlag
  • verstopftes Ohr
  • trockenes Auge
  • Bauchschmerzen oder aufgetriebener Bauch
  • Verdauungsstörungen
  • Gewichtsverlust
  • Appetitlosigkeit
  • erhöhte Blutfettwerte (Triglyzeride)
  • Muskelzuckungen, -steife oder -schmerzen
  • Schmerzen in Armen oder Beinen
  • verändertes Geschmacksempfinden
  • überschießende Körperbewegungen
  • Ohnmacht
  • Angst
  • Depressionen
  • Hören von Dingen, die nicht da sind
  • Albträume
  • Schlafstörung
  • Verfärbung des Urins
  • nächtlicher Harndrang
  • Atemnot
  • Blutdruckanstieg oder -abfall

Lagerung

Bitte schützen Sie das Arzneimittel vor hohen Temperaturen und direkter Sonneneinstrahlung. Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren.

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