PET/CT-Untersuchung des Gehirns: Ein umfassender Überblick

Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) in Kombination mit der Computertomographie (CT), kurz PET/CT, ist ein hochmodernes bildgebendes Verfahren, das in der Diagnostik von Gehirnerkrankungen, insbesondere bei Demenzformen, eine wichtige Rolle spielt. Dieses Verfahren ermöglicht es, Stoffwechselprozesse im Gehirn sichtbar zu machen und Veränderungen frühzeitig zu erkennen, oft bevor andere bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomographie (MRT) Auffälligkeiten zeigen.

Grundlagen der PET/CT

Die PET/CT vereint die Vorteile der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und der Computertomographie (CT) in einem Gerät. Die PET ist in der Lage, den Stoffwechsel in den Zellen darzustellen, während die CT eine detaillierte räumliche Darstellung des Körpers liefert. Durch die Kombination beider Verfahren können Tumore frühzeitig erkannt und präzise beurteilt werden, beispielsweise ob es sich um gutartige oder bösartige Veränderungen handelt. Zudem eignet sich die PET/CT hervorragend zur Verlaufskontrolle, um zu zeigen, ob ein Tumor auf eine Behandlung anspricht. Die PET/CT ist das derzeit modernste bildgebende Verfahren zur Tumorsuche.

Funktionsweise der PET

Bei der PET werden radioaktive Substanzen eingesetzt, um Veränderungen der Gewebeaktivität im Körper sichtbar zu machen. Diese Substanzen, sogenannte Tracer oder Radiopharmaka, werden in den Körper eingebracht und reichern sich je nach Stoffwechselaktivität in unterschiedlichem Maße im Gewebe an. Die von den radioaktiven Stoffen freigesetzten Positronen werden von einer Gammakamera detektiert und in Schnittbildern dargestellt.

Funktionsweise der CT

Die Computertomographie (CT) erzeugt eine dreidimensionale Darstellung der Körperstruktur mithilfe von Röntgenstrahlen. Die CT-Bilder werden anschließend mit den PET-Bildern kombiniert, um eine genaue anatomische Zuordnung der Stoffwechselprozesse zu ermöglichen. In der Regel erfolgt die CT für die PET/CT als sogenannter Low-Dose-CT-Scan, der mit geringerer Strahlenbelastung für den Patienten verbunden ist.

Anwendungsbereiche der PET/CT bei Hirn-Diagnostik

Die F-18-FDG-PET/CT zur Hirn-Diagnostik wird vor allem angewendet, um verschiedene Demenzformen zu differenzieren. Hintergrund der Untersuchung ist, dass bei einer Demenz bestimmte Bereiche des Gehirns weniger Zucker verstoffwechseln als das normale Hirngewebe. Durch radioaktiv markierten Zucker (Flour-18-Desoxy-Clucose) können solche Bereiche des Gehirns nachgewiesen werden. In einigen Fällen wird die Untersuchung auch bei anderen Funktionsstörungen des Gehirns angewendet.

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Demenzdiagnostik

Insbesondere bei der Abklärung von Demenzerkrankungen, wie Alzheimer, ist die PET/CT eine der empfindlichsten bildgebenden Methoden. Sie ermöglicht oft eine frühe Diagnose, noch bevor andere Verfahren Veränderungen im Gehirn erkennen können. Dies ist von großer Bedeutung, da eine rechtzeitige Therapie den Krankheitsverlauf verlangsamen kann.

Weitere neurologische Indikationen

Neben der Demenzdiagnostik kann die PET/CT auch bei anderen neurologischen Erkrankungen eingesetzt werden, beispielsweise bei der Diagnostik von Epilepsie.

Vorbereitung auf die Untersuchung

Eine sorgfältige Vorbereitung ist entscheidend für den Erfolg der PET/CT-Untersuchung. Patienten sollten die Anweisungen des behandelnden Arztes genau befolgen.

Nüchternheit

Vor einer FDG-PET/CT-Untersuchung ist eine mindestens sechsstündige Nüchternheit erforderlich. In manchen Fällen wird jedoch eine längere, mind. 12-stündige Nahrungskarenz gefordert. Idealerweise essen Sie nichts mehr ab dem Vorabend. Bitte verzichten Sie unbedingt auf Kaugummis, Bonbons und andere Süßigkeiten sowie kalorienhaltige Getränke.

Medikamente

Ihre Medikamente können Sie wie gewohnt einnehmen. Bitte bringen Sie außerdem die Befunde Ihrer Voruntersuchungen mit. Bei Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) mit Insulinpflicht bitten wir vorab um Rücksprache, auch bei bekannten morgendlichen Nüchtern-Blutzuckerwerten über 150 mg/dl, damit wir entsprechend die letzte Essenseinheit und Insulingabe koordinieren können. Die peroralen Antidiabetika (wie z.B.

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Notwendige Informationen

Es ist wichtig, dem Arzt vor der Untersuchung alle relevanten Informationen mitzuteilen, darunter:

  • Symptome
  • Ergebnisse der bisherigen Untersuchungen
  • Vorliegen von Diabetes mellitus
  • Vorliegen anderer Erkrankungen des Gehirns

Was Sie am Untersuchungstag mitbringen sollten

Wir empfehlen, metallischen Schmuck und Piercings ebenso wie Wertgegenstände zuhause zu lassen. Das Mitbringen folgender Dinge erleichtert Ihnen und uns den Ablauf am Untersuchungstag:

  • Versicherungskarte
  • Voraufnahmen oder Vorbefunde aus anderen Kliniken oder von auswärtigen Untersuchungen (auf CD oder DVD, bitte nicht nur Internetadressen oder QR-Codes), falls vorhanden
  • gültiger Überweisungsschein (bei gesetzlich Versicherten)
  • Liste eingenommener Medikamente auf Papier
  • ggf. Allergiepass

Ablauf der PET/CT-Untersuchung des Gehirns

Die PET/CT-Untersuchung umfasst mehrere Schritte, die in der Regel ambulant durchgeführt werden können.

Aufklärungsgespräch und Vorbereitung

Zunächst findet ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit dem Patienten statt. Danach wird F-18-FDG über eine Vene eingespritzt. Es dauert circa 60 bis 90 Minuten, bis sich der Traubenzucker im Körper anreichert.

Injektion des Tracers

Über eine Vene wird Ihnen der radioaktiv markierte Zucker gespritzt. Nach einer kurzen Ruhepause von ca. fünfzehn Minuten wird Ihnen eine schwach radioaktive Substanz injiziert. Die verwendeten Substanzen werden sehr gut vertragen, allergische Reaktionen sind nicht bekannt.

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Aufnahmephase

Anschließend entspannen Sie etwa eine halbe Stunde lang in einem Ruheraum. Danach müssen Sie etwa 45 Minuten still liegen. Während der Untersuchung liegen Sie auf einer Liege, die sich in die kegelförmige Öffnung des PET/CT-Gerätes hineinbewegt. Die Öffnung ist relativ weit und die Röhre so kurz, dass Sie sich nicht eingeengt fühlen müssen.

Bildaufnahme

Die eigentliche Aufnahme der Bilder erfolgt liegend im PET/CT-Scanner und dauert etwa 30 bis 40 Minuten. Anschließend werden mit dem PET/CT Bilder vom Körper aufgezeichnet. Die Aufnahmen dauern ca. Während der Untersuchung liegen Sie auf einer Liege, die sich in die kegelförmige Öffnung des PET/CT-Gerätes hineinbewegt. Die Öffnung ist relativ weit und die Röhre so kurz, dass Sie sich nicht eingeengt fühlen müssen.

Dauer der Untersuchung

Die Untersuchung dauert insgesamt ca. zwei bis drei Stunden. Bitte planen Sie mindestens drei Stunden für die FDG-PET/CT-Untersuchung ein.

Nach der Untersuchung

Nach der Untersuchung bleiben Sie noch eine Weile bei uns. Sie können in der Zeit gern viel trinken. Dadurch wird der Rest von dem Tracer schneller ausgeschieden. Wenn Sie unsere Klinik verlassen, können Sie alles so machen wie üblich. Es gibt dann keine Einschränkungen mehr. Vermutlich wollen Sie nach der Untersuchung erst einmal frühstücken… Nach der Untersuchung sollten Sie viel trinken und häufig auf Toilette gehen.

Auswertung und Befund

Die Bilder und der Befund werden innerhalb eines Tages ausgewertet und Ihrem behandelnden Arzt schnellstmöglich zugeschickt. Sie selbst bekommen eine CD mit den PET/CT-Bildern. Ihre zuweisende Klinik bzw. Ihr Arzt erhält möglichst zeitnah einen schriftlichen Befundbericht. Je nach Fragestellung erfordern Auswertung und ärztliche Befundung des umfangreichen Bildmaterials zusätzlichen Aufwand.

Interpretation der Ergebnisse

Bei der Beurteilung der Bilder ist jeweils zu beachten, dass zwischen physiologischem und pathologischem Uptake des Tracers unterschieden werden muss. Eine erhöhte Anreicherung wird bei der Darstellung der PET/CT mittels heller Punkte oder Flecken angezeigt. Die Tumorzellen „leuchten“ in der Darstellung auf.

Vorteile und Nachteile der PET/CT

Wie jedes medizinische Verfahren hat auch die PET/CT Vor- und Nachteile, die sorgfältig abgewogen werden müssen.

Vorteile

  • Frühe Erkennung von Veränderungen im Gehirn, oft bevor andere Verfahren Auffälligkeiten zeigen
  • Hohe Empfindlichkeit und Genauigkeit bei der Diagnose von Demenzerkrankungen
  • Möglichkeit, den Stoffwechsel in verschiedenen Gehirnregionen zu beurteilen
  • Genaue anatomische Zuordnung der Befunde durch Kombination mit der CT
  • Geeignet zur Verlaufskontrolle von Therapien

Nachteile

  • Strahlenbelastung durch die radioaktiven Substanzen und die CT-Untersuchung
  • Mögliche allergische Reaktionen auf die Tracer oder Kontrastmittel
  • Kostenintensives Verfahren
  • Nicht flächendeckend verfügbar, da spezielle Ausrüstung und Expertise erforderlich sind
  • Erhöhte Anreicherung der Radionuklide zeigt nicht immer tumoröses Gewebe an. So kann die Darstellung durch Entzündungen im Gewebe verändert werden. Auch zeigen nicht alle Tumoren eine erhöhte Zellaktivität, weshalb die Untersuchung der PET-CT nicht für jede Tumorart geeignet ist.

Kosten der PET/CT

Die Positronen-Emissions-Tomographie zählt zu den teuersten bildgebenden Verfahren der heutigen Medizin. Eine Ganzkörper-PET-CT kostet (Stand 2008) in Deutschland ca. 1123€. Die radioaktiv markierte Substanz wird für jeden Patienten einzeln bestellt (Kosten: mehrere hundert Euro) und ist nicht lagerfähig. Im Rahmen eines stationären Aufenthaltes übernimmt die Gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland in der Regel die Kosten für diese Untersuchung. Sofern Sie gesetzlich krankenversichert sind, können wir je nach Erkrankung und Krankenversicherung einen Termin erst vergeben, wenn die Kostenübernahme durch Ihre Krankenkasse bestätigt ist.

Risiken und Nebenwirkungen

Die verwendeten Substanzen werden sehr gut vertragen, allergische Reaktionen sind nicht bekannt. Da bei der PET-CT körperfremde Arzneien (Tracer oder Kontrastmittel für die CT) verabreicht werden, kann es als Nebenwirkung jederzeit zu allergischen Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock mit Herz-Kreislauf-Stillstand kommen. Falls Sie ein erhöhtes Allergierisiko aufweisen oder bereits entsprechende Erfahrung gemacht haben, besprechen Sie dies mit unseren Spezialisten.

Sie werden bei der Untersuchung einer schwachen Strahlenbelastung ausgesetzt. Um diese noch weiter zu vermindern, erhalten Sie Flüssigkeit, in der Regel als Infusion, zusammen mit einem harntreibenden Medikament. Das eingesetzte Radionuklid F-18 zerfällt mit einer Halbwertszeit von weniger als zwei Stunden. Dadurch baut sich die Radioaktivität schnell ab. Das ist für Sie von Vorteil, weil Ihre Strahlenbelastung dadurch vergleichsweise gering ist.

Spezialisten für PET/CT

Im Allgemeinen sind Ärzte der Nuklearmedizin die Spezialisten für die Untersuchung der Positronen-Emissions-Tomographie. Wir helfen Ihnen einen Experten für Ihre Erkrankung zu finden.

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