Pfefferminztee und Pfefferminzöl: Natürliche Hilfe bei Migräne und Kopfschmerzen

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Stress, Schlafmangel oder Überlastung können die Ursachen sein. Weltweite epidemiologische Studien zeigen, dass im Erwachsenenalter mehr als 11% der Bevölkerung an Migräne, 42% an Kopfschmerzen vom Spannungstyp und 3% an täglich auftretenden Kopfschmerzen leiden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) listet Kopfschmerzen auf der Rangliste der am meisten behindernden Erkrankungen für beide Geschlechter auf dem 10. Platz und für Frauen auf dem 5. Platz.

Ätherische Öle, insbesondere Pfefferminzöl, können eine wohltuende Linderung und natürliche Hilfe bei Kopfschmerzen und beginnender Migräne bieten. Pfefferminztee ist nicht nur ein erfrischendes Getränk, sondern hat auch eine heilsame Wirkung auf den Körper. Bereits im Mittelalter war die Pfefferminze ein geschätztes Heilmittel bei diversen Beschwerden.

Die Pfefferminze und ihre Inhaltsstoffe

Die Pfefferminze (Mentha x piperita L.) ist eine natürliche Kreuzung zwischen Wasserminze und Ährenminze. Sie gehört zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) und wird seit Jahrtausenden als Heilpflanze verwendet. Die Pfefferminze enthält ätherisches Öl, das einen hohen Gehalt an Menthol aufweist. Es verleiht der Pfefferminze seine unter anderem entzündungshemmende, beruhigende und schmerzlindernde Wirkung.

Man verwendet sowohl die Pfefferminzblätter als auch das ätherische Öl der Pfefferminze (Oleum menthae piperitae) in verschiedenen Formen:

  • Pfefferminzblätter (Menthae piperitae folium)
  • Pfefferminzblättertrockenextrakt (Menthae piperitae folii extractum siccum)
  • Pfefferminzöl (Oleum menthae piperitae)
  • Pfefferminztinktur (Menthae piperitae tinctura)

Pfefferminzblattzubereitungen sind entweder als Kräutertee zum Trinken oder in flüssiger oder fester Form zum Einnehmen erhältlich. Pfefferminzöl enthält konzentrierte ätherische Öle, die durch Wasserdampfdestillation aus den blühenden Teilen und Blättern der Pfefferminzpflanze gewonnen werden. Darin befinden sich unter anderem die Wirkstoffe Menthol (früher als Pfefferminzcampher bezeichnet) und Menthon, wobei Menthol für den charakteristischen Geruch des Öls verantwortlich ist. Ätherisches Pfefferminzöl enthält einen hohen Anteil Menthol.

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Die Wirkung von Pfefferminztee

Die Heilkraft der Pfefferminze steckt in den Blättern: Neben unter anderem Gerb- und Bitterstoffen sowie Flavonoiden ist das ätherische Öl der wohl wichtigste Bestandteil. Das darin enthaltene Menthol verleiht dem Kraut nicht nur seinen leicht pfeffrigen Geschmack, es wirkt zugleich antibakteriell, antiviral, beruhigend, kühlend, krampflösend und schmerzlindernd. Darüber hinaus regt Pfefferminze die Verdauung und den Gallenfluss an.

Ein heilwirksamer Pfefferminztee wird aus den Blättern der echten Pfefferminze (Mentha x piperita) hergestellt. Das Würz- und Heilkraut ist reich an ätherischem Öl, das einen hohen Gehalt an Menthol aufweist.

Pfefferminztee kann bei verschiedenen Beschwerden helfen:

  • Erkältungsbeschwerden: Das ätherische Öl wirkt schleimlösend und lässt uns aufatmen.
  • Magen-Darm-Beschwerden: Dank seiner schmerz- und krampflösenden Wirkung vermag der Tee Bauchschmerzen und -krämpfe sowie Übelkeit zu lindern. Er wirkt zudem wohltuend bei Völlegefühl, Blähungen und anderen Verdauungsproblemen.
  • Nervosität: Seine beruhigenden Eigenschaften helfen auch gut bei Nervosität, die oftmals auf den Magen schlägt.
  • Entzündungen im Mundraum: Wer kalten Pfefferminztee als Mundspülung nutzt, kann sich die entzündungshemmende Wirkung zunutze machen.
  • Hautprobleme: Äußerlich angewendet kommt die kühlende Wirkung von Pfefferminztee zum Beispiel bei Sonnenbrand oder Mückenstichen zum Einsatz.

Die Wirkung von Pfefferminzöl

Je nach Pfefferminz-Präparat und entsprechenden Inhaltsstoffen und Dosierungen werden unterschiedlich Wirkmechanismen diskutiert:

  1. Kühlende und schmerzlindernde Wirkung: Das enthaltene Menthol wirkt auf die Kälterezeptoren auf der Haut und kann bei lokaler Anwendung einen kühlenden Effekt auslösen. Damit lässt sich auch eine schmerzlindernde Wirkung erklären, denn die Kältereize führen zu einer Blockade der Weiterleitung von Schmerzreizen. Dafür bedarf es aber tendenziell höhere Menthol-Konzentration von 2-5%, damit sich diese lokalanästhetische Wirkung entfalten kann.
  2. Beeinflussung von Schmerzbotenstoffen: Pfefferminzöl kann auch die Wirkung von Schmerzbotenstoffen wie Serotonin herabsetzen.
  3. Muskelentspannung: Menthol kann Muskelentspannung fördern, indem es die glatte Muskulatur entspannt. Dies kann Muskelverspannungen lösen und die Durchblutung verbessern.
  4. Vasokonstriktion: Wendest du Pfefferminzöl lokal auf der Haut an, kann es zu einer Vaskonstriktion kommen, d.h. es ziehen sich die Gefäße zusammen.
  5. Beruhigende Wirkung durch Aromatherapie: Der frische Duft des Pfefferminzöls kann eine beruhigende Wirkung haben und wird auch gerne in der Aromatherapie eingesetzt.

Pfefferminzöl bei Kopfschmerzen und Migräne: Studienlage

Studien konnten die Wirksamkeit der lokalen Anwendung von Pfefferminzöl bei Kopfschmerzen vom Spannungstyp (auch als Spannungskopfschmerz bekannt) nachweisen. Die Wirksamkeit war in einer Studie sogar vergleichbar mit der von Acetylsalicylsäure (Aspirin) oder Paracetamol.

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Pfefferminzöl ist daher auch in der Praxisleitlinie „Primäre Kopfschmerzen“ der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin als ein Standard-Akuttherapie-Maßnahme von Spannungskopfschmerzen bei Erwachsenen und Kindern über 6 Jahren gelistet. Kopfschmerzen vom Spannungstyp sind die häufigste Form von Kopfschmerzen und können laut Berichten von Migräne-Betroffenen oft in einen Migräne-Anfall übergehen.

Auch während einer Migräneattacke können somit die oben genannten Effekte wie Kühlung, Schmerzlinderung, Entspannung und Vasokonstriktion vorteilhaft sein. Es gibt zudem Studien, die einen Effekt von Pfefferminzöl auf Migräne-Kopfschmerzen nachweisen konnten, wobei die Effekt je nach Präparat und der entsprechenden Zusammensetzung sowie Dosierung variieren.

Man ist sich dennoch über folgende Vorteile der Anwendung von Pfefferminzöl bei Migräne einig: Es hat keine systemischen Effekte, da es nur lokal wirkt, es besteht kein Risiko für einen Medikamenten-Übergebrauchs-Kopfschmerz (MÜK), und es ist eine gute Alternative zu Schmerzmitteln, wenn Kontraindikationen wie Schwangerschaft, Stillzeit oder Kindesalter vorliegen.

Die richtige Anwendung von Pfefferminzöl

Am besten wendest du Pfefferminzöl niemals unverdünnt bzw. in zu starken Konzentrationen an, da dies zu Reizungen führen kann. Die gängigen Produkte werden jedoch meist sowieso bereits verdünnt angeboten. Eine zu geringe Konzentration ist jedoch auch nicht vorteilhaft, da Studien die beste Wirkung für 10 %-iges Pfefferminzöl gezeigt haben (auch die Empfehlung in den allgemeinen Leitlinien).

Dabei trägst du das Pfefferminzöl großflächig auf Stirn und Schläfen auf. Achte dabei darauf, dass du das Öl nicht in die Augen bekommst. Bei akuten Kopfschmerzen kannst du das Öl zweimal innerhalb von 15 Minuten anwenden. Denn im Vergleich zu einem Placebo konnte mit Pfefferminzöl bereits nach 15 Minuten eine signifikante Reduktion der Kopfschmerzen erzielt werden.

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Bei akuten Kopfschmerzen solltest Du das Öl zwei Mal innerhalb der ersten 15 Minuten an der Schläfe auftragen. Du kannst das Öl danach noch beliebig oft weiter anwenden. Die erste Besserung soll sich bereits nach 15 Minuten einstellen.

Wenn Du selbst nichts anmischen möchtest, gibt es in den Drogerien und Apotheken auch Pfefferminzöl Roller zu kaufen. Achte darauf, dass das Öl nicht in Deine Augen oder an Deine Schleimhäute gelangt.

Mögliche Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und Kontraindikationen

Tee gegen Kopfschmerzen, der aus Pfefferminzblättern hergestellt wird, enthält nur eine sehr geringe Konzentration. Auch Pfefferminzöl ist in der allgemein empfohlenen Dosierung über die Haut aufgenommen gut verträglich, kann aber bei höherer Dosierung unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen, wie zum Beispiel allergische Reaktionen oder Hautausschläge und -reizungen.

Pfefferminzöl sollte nicht bei Babys und Kleinkindern unter sechs Jahren sowie Asthma-Betroffenen angewendet werden, da die Einatmung des Menthols zu Atemnot und entsprechenden Asthmaanfällen führen kann.

Tipps zur Zubereitung von Pfefferminztee

Ob frisch oder getrocknet, beides ist möglich, um sich einen heilsamen Pfefferminztee zuzubereiten. Nehmen Sie dafür einen Esslöffel zerkleinerte Blätter (etwa 1,5 Gramm), geben Sie sie in einem großen Sieb in eine Teekanne und gießen Sie 150 Milliliter kochendes Wasser darüber. Lassen Sie den Tee fünf bis zehn Minuten zugedeckt ziehen. Das ist wichtig, damit die ätherischen Öle nicht zusammen mit dem Wasserdampf der Kanne entfliehen. Anschließen seihen Sie die Blätter ab.

Erfrischend-fruchtig schmeckt der Pfefferminztee, wenn Sie ihn mit etwas frisch gepresstem Zitronensaft verfeinern. Die Zitrone punktet ebenfalls mit antibakteriellen Eigenschaften. Geben Sie den Saft erst in den Tee, wenn er Trinktemperatur erreicht hat. Das gilt auch, falls Sie zum Süßen etwas Honig hineinrühren möchten.

Empfohlen werden maximal zwei bis vier Tassen Pfefferminztee, die man über den Tag verteilt trinkt. Grundsätzlich gilt aber auch bei Heilkräutern: Am besten in Maßen, nicht in Massen.

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