Schlaganfall nach Chemotherapie: Phasen, Behandlung und Rehabilitation

Ein Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall, bei dem jede Minute zählt. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte des Schlaganfalls, insbesondere im Zusammenhang mit Chemotherapie, und bietet einen umfassenden Überblick über Ursachen, Diagnose, Behandlung und Rehabilitation.

Einleitung

Der Begriff "Schlaganfall", auch bekannt als Apoplex oder Hirninsult oder Hirnblutung, wird oft als Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen verwendet. Ein Schlaganfall entsteht durch eine mangelhafte Durchblutung des Gehirns, meist ausgelöst durch ein Blutgerinnsel, das ein Gefäß im Gehirn verschließt. In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 200.000 Menschen einen Schlaganfall. Damit zählt der Schlaganfall zu den häufigsten Erkrankungen mit akutem Behandlungsbedarf und bleibt eine der führenden Todesursachen.

Die Stroke Unit: Kompetenzzentrum für Schlaganfallpatienten

In der Ambulanz ist die Stroke Unit eine spezialisierte Station innerhalb der Klinik für Neurologie, die auf die sofortige Versorgung von Schlaganfallpatienten und -patientinnen ausgelegt ist. Aber was ist eine Stroke Unit genau und welche Aufgaben erfüllt sie im Krankenhaus? Per Definition ist eine Stroke Unit eine spezialisierte Abteilung in einem Krankenhaus oder Klinikum. Was bedeutet es, wenn Einrichtungen über eine Stroke Unit verfügen? Kliniken oder Krankenhäuser mit einer Stroke Unit innerhalb des Fachbereichs Neurologie haben die Möglichkeit, Patientinnen und Patienten mit einem akuten Schlaganfall intensiv zu betreuen.

Ausstattung und interdisziplinäre Zusammenarbeit

Eine Stroke Unit ist speziell dafür eingerichtet, Schlaganfallpatienten und -patientinnen lückenlos medizinisch zu überwachen und schnell zu behandeln. Die Ausstattung umfasst moderne Überwachungsmonitore, die Herzfrequenz, Blutdruck, Sauerstoffsättigung und neurologische Funktionen kontinuierlich erfassen. Typisch für ein Krankenhaus mit Stroke Unit ist die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen, von der Neurologie über die Kardiologie bis zur Neurochirurgie. So lassen sich die genauen Ursachen möglichst schnell erkennen und behandeln.

Bedeutung der Zeit

Die ersten Stunden nach einem Schlaganfall entscheiden darüber, wie stark das Gehirn geschädigt wird. Je mehr Zeit bis zur medizinischen Versorgung vergeht, desto höher ist das Risiko bleibender Einschränkungen. Deshalb ist es wichtig, die Anzeichen eines Schlaganfalls zu erkennen und sofort zu reagieren. Ein akuter Schlaganfall ist ein Notfall, bei dem Sie sofort den Rettungsdienst unter der 112 verständigen sollten. Denn für die anschließende Versorgung in der Stroke Unit zählt jede Minute.

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Der FAST-Test

Der sogenannte FAST-Test kann in vielen Fällen Hinweise auf einen Schlaganfall geben. FAST steht für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit):

  • Face: Bitten Sie die Person zu lächeln. Hängt ein Mundwinkel herab, kann das auf eine Halbseitenlähmung hinweisen.
  • Arms: Lassen Sie beide Arme nach vorne strecken, die Handflächen zeigen dabei nach oben. Bei einer Lähmung sinkt ein Arm ab oder kann nicht gehoben werden.
  • Speech: Fordern Sie die Person auf, einen einfachen Satz zu sprechen. Ist das nicht möglich oder klingt die Sprache verwaschen, könnte eine Sprachstörung vorliegen.
  • Time: Bei einem dieser Anzeichen wählen Sie sofort die 112 und schildern die Symptome.

Diagnostik und Therapie auf der Stroke Unit

Sobald Schlaganfallpatienten und -patientinnen auf der Stroke Unit im Krankenhaus ankommen, beginnt das Team umgehend mit der neurologischen Diagnostik und bespricht die individuell passende Therapie. Je nach Befund kann eine medikamentöse Behandlung wie die intravenöse Thrombolyse oder ein minimal-invasiver Eingriff wie die mechanische Thrombektomie notwendig sein.

Umfassende Versorgung auf der Stroke Unit

Die Behandlung auf der Stroke Unit umfasst eine intensive Diagnostik, Therapie und Versorgung, darunter:

  • intensive Überwachung mittels Monitoranlage: kontinuierliche Kontrolle von Blutdruck, Puls, Temperatur und Atmung
  • bildgebende und funktionelle Diagnostik: Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT), Elektrokardiogramm (EKG), Angiografie oder Echokardiografie
  • spezifische Therapieverfahren: z. B.

Zertifizierung und Qualitätssicherung

Eine Stroke Unit wird nach festen Qualitätsstandards zertifiziert. Die Zertifizierung bestätigt, dass die Stroke Unit im Krankenhaus eine strukturierte, hochwertige Versorgung in der Akutphase eines Schlaganfalls sicherstellt.

Aufgaben der Stroke Unit in der Akutphase

Die Stroke Unit ist auf die Behandlung von Schlaganfallpatienten und -patientinnen in der Akutphase spezialisiert. Ihre Aufgaben umfassen:

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  • schnelle neurologische Diagnostik
  • Einleitung spezifischer Therapien wie Thrombolyse oder Thrombektomie
  • kontinuierliches Monitoring und Überwachung lebenswichtiger Funktionen
  • frühzeitige Erkennung und Behandlung möglicher Komplikationen
  • interdisziplinäre Ursachenklärung und Therapieplanung
  • Vorbereitung der weiteren Versorgung, z. B.

Interventionelle Neuroradiologie

Hinter dem Begriff der interventionellen Neuroradiologie verbirgt sich die Behandlung von Schlaganfallpatienten, Menschen mit Aneurysmen im Gehirn und Patienten mit angeborenen Gefäßfehlbildungen.

Schlaganfall und Krebs: Ein komplexer Zusammenhang

Die Kombination von Schlaganfall und Tumorerkrankung ist im klinischen Alltag nicht selten. Nach neueren Untersuchungen ist jedoch das Schlaganfallrisiko bei Patienten mit Tumorerkrankungen nicht erhöht. Tumorspezifische Veränderungen wie Koagulopathien und zelluläre Mechanismen wie Leukozytosen und Thrombozytopathien können zu unterschiedlichen Typen von Schlaganfällen führen.

Schlaganfallrisiko bei Krebspatienten

Eine onkologische oder insbesondere hämatoonkologische Diagnose kann das Risiko für Schlaganfälle erhöhen. Der Großteil der ischämischen Hirninfarkte bzw. transitorischen ischämischen Attacken (TIA; per Definition Symptomdauer <24 Stunden und bildgebend nicht nachweisbare zerebrale Läsion) wird in der ätiologischen Aufarbeitung der atherosklerotischen Makro- und Mikroangiopathie sowie der kardial-embolischen Genese zugeordnet.

Krebs als Risikofaktor für rezidivierende Thromboembolien

Allerdings konnten die Forscher nur das Vorhandensein eines Adenokarzinoms als statistisch signifikanten unabhängigen Risikofaktor für ein rezidivierendes thromboembolisches Ereignis identifizieren.

Immunologische Aspekte des Schlaganfalls

Ein Schlaganfall gilt nicht als klassische Entzündungskrankheit. Doch er führt zu einer heftigen Immunreaktion - und zwar im ganzen Körper.

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Immunreaktion im Gehirn

Ein Schlaganfall löst im Gehirn eine starke Immunreaktion aus: Mikroglia werden aktiviert und locken Immunzellen an. Dadurch wird das Hirngewebe noch stärker beschädigt. Die Entzündungsreaktion bleibt lebenslang bestehen - und zwar nicht nur im Gehirn.

Rolle des Inflammasoms

Forscher sind sich mittlerweile sicher, dass das Inflammasom auch bei der Neuroinflammation infolge von Schlaganfällen eine wichtige Rolle spielt. Jedes Jahr ereignen sich allein in Deutschland etwa 250.000 Schlaganfälle - das entspricht etwa einem alle zwei Minuten. Am häufigsten ist der sogenannte ischämische Schlaganfall. Dabei kommt es zu einer Durchblutungsstörung des Gehirns. Auslöser sind Blutgerinnsel (Thromben) oder arteriosklerotische Plaques, also Fettablagerungen, die jene Arterien verstopfen, die das Gehirn mit Blut und Sauerstoff versorgen.

Aktivierung der Mikroglia

Im Gehirn laufen Entzündungen aber etwas anders ab als im Rest des Körpers. Das liegt zum Beispiel daran, dass das Gehirn seine eigenen Immunzellen besitzt: Mikroglia. Die „Immunpolizei“ des Gehirns reagiert auf jegliche Veränderung der Gewebshomöostase. Durch Stress, zum Beispiel den Sauerstoffmangel bei einem Schlaganfall, werden die Zellen aktiviert. „Das ist quasi das Erste, was passiert - innerhalb von Minuten“, erklärt Liesz. Die Aktivierung bewirkt, dass die Mikroglia sich verändern. Sie interagieren verstärkt mit anderen Zellen in ihrer Nachbarschaft und bauen Synapsen ab, die durch den Sauerstoffmangel beschädigt wurden. Außerdem produzieren sie bestimmte Zytokine und Chemokine. „Sie generieren ein lokales, inflammatorisches Milieu“, fasst Liesz zusammen. Davon werden weitere Entzündungszellen, zum Beispiel Neutrophile, Granulozyten, Makrophagen sowie T- und B-Zellen aus dem Blut angelockt.

Dauer der Neuroinflammation

Ein weiteres Problem, - vielleicht das größte: Die Neuroinflammation bleibt bestehen. „Wenn man sich schneidet oder gar einen Herzinfarkt erleidet, ist die Entzündung irgendwann vorbei“, sagt Liesz. Nicht so im Gehirn: „Die Mikroglia eines Schlaganfallpatienten werden bis zu seinem Lebensende aktiviert sein.“ Auch die Konzentration an T- und B- Zellen im Gehirn bleibt dauerhaft erhöht. Warum diese Entzündungsreaktion nicht nachlässt, sei bisher kaum verstanden, so der Neurologe.

Veränderungen im peripheren Immunsystem

Zudem führt ein Schlaganfall nicht nur zu einer Entzündung innerhalb des Gehirns: „Es kommt zu überraschend starken und langanhaltenden Veränderungen im peripheren Immunsystem“, sagt Liesz. So wirke sich ein Schlaganfall beispielsweise auch auf das Knochenmark, die Milz, den Darm und die Lymphknoten aus.

Thromboinflammation

Das Team um Kleinschnitz hat deshalb in den letzten Jahren vorgeschlagen, den ischämischen Schlaganfall als eine „thrombo-inflammatorische" Erkrankung zu definieren. Die Zusammenhänge sind komplex - und noch längst nicht komplett erforscht, wie Kleinschnitz und seine Kollegen in einem Übersichtsartikel schreiben.

Zukünftige Therapieansätze

In einem sind sich die „Immunostroke“-Forscher einig: „Wir glauben, dass immunologische Mechanismen die Zukunft sind.“ Zum einen sei das Zeitfenster für die Intervention wesentlich länger, begründet Liesz. Zum anderen liegen der Entzündung Mechanismen zu Grunde, die für jeden Schlaganfallpatienten relevant sind. In Zukunft gelte es, gezieltere Ansätze zu verfolgen. „Wir müssen verstehen, welche Zellpopulationen ins Gehirn gehen, dort bleiben und Schaden anrichten“, sagt der Neurologe.

Infektionen und Schlaganfallrisiko

Wenn man sich mit Viren oder Bakterien infiziert hat, ist das Risiko für einen Schlaganfall höher, das legen zahlreiche Studien nahe. Es sei aber nicht die Infektion selbst, sondern die damit einhergehende Immunreaktion, die einen Schlaganfall auslösen könne, sagt Arthur Liesz.

Immunsuppression nach Schlaganfall

Klinisch relevant ist vielmehr der umgekehrte Weg: Ein Schlaganfall erhöht das Risiko für bakterielle oder virale Infektionen. Denn: Auf eine massive Immunaktivierung folgt eine Immunsuppression. „Innerhalb des ersten Tages kippt das System um“, sagt Liesz. Schlaganfallpatienten verlieren in dieser Zeit bis zu 40 bis 50 Prozent ihrer T- und B-Zellen: „Das Ausmaß der Immunsuppression ist mit AIDS vergleichbar“, sagt der Neurologe. Die Folge: Die Patienten sind extrem anfällig für bakterielle und virale Infektionen. „Die häufigste Todesursache ist nicht der Schlaganfall selbst, sondern die Infektionen“, sagt Liesz.

Komplikationen nach Schlaganfall

Komplikationen nach einem Schlaganfall können den Behandlungserfolg maßgeblich beeinflussen.

Häufige Komplikationen

  • Schlaganfall-assoziierte Pneumonie (SAP)
  • Infektionen

Schlaganfall-assoziierte Pneumonie (SAP)

Die Schlaganfall-assoziierte Pneumonie (SAP) gehört zu den schwerwiegendsten Komplikationen der Akutphase. Bakterielle Infektionen fördern die Entstehung einer SAP entscheidend.

Vermeidung von Komplikationen

Die Vermeidung von Komplikationen ist ein Hauptziel der Schlaganfallbehandlung.

Rehabilitation nach Schlaganfall

Die Rehabilitation spielt eine entscheidende Rolle, damit Betroffene ihren Alltag möglichst selbstständig gestalten können. Doch die Vielfalt der Rehabilitationsmöglichkeiten, wie Akutrehabilitation, stationäre, teilstationäre oder ambulante Rehabilitation, kann für Patienten verwirrend sein. Dies liegt daran, dass Schlaganfälle und deren Auswirkungen variieren können. Unabhängig von der Art des Schlaganfalls ist eine frühzeitige Einleitung der geeigneten Rehabilitationsbehandlung entscheidend, da dies die Erfolgsaussichten der Therapie verbessert.

Inhalte der Schlaganfall-Rehabilitation

Die verschiedenen Rehabilitationsmöglichkeiten beinhalten unterschiedliche Angebote im Therapiebereich. Im Bereich der Rehabilitation für noch hilfebedürftige Patienten ist z. B. auch die aktivierende Pflege durch das Pflegepersonal Bestandteil der Therapie. Der behandelnde Arzt legt den individuellen Behandlungsplan für den einzelnen Patienten fest. Im Verlauf der Rehabilitationsbehandlung wird dieser den Möglichkeiten des Patienten immer wieder neu angepasst.

Therapiemöglichkeiten während der Rehabilitation

  • Ergotherapie
  • Physiotherapie (Krankengymnastik)
  • Logopädie
  • Neuropsychologie
  • Ernährungsberatung
  • Wiedererlangung der Alltagskompetenz

Psychosoziale Hilfen während der Rehabilitation

Psychologische und pädagogische Angebote in der Reha-Klinik können helfen, die verfolgten Behandlungsziele zu sichern und Krankheitsfolgen zu vermeiden, zu überwinden, zu mindern oder ihre Verschlimmerung zu verhüten. Bei Bedarf kommen zum Einsatz:

  • Hilfen zur seelischen Stabilisierung und zur Förderung der sozialen Kompetenz, u.a. durch Training sozialer und kommunikativer Fähigkeiten und Umgang mit Krisensituationen
  • Training lebenspraktischer Fähigkeiten
  • Hilfen zur Unterstützung bei der Krankheits- und Behinderungsverarbeitung (z.B. durch professionelle psychologische Hilfe oder in einer Schlaganfall-Selbsthilfegruppe)
  • Hilfen zur Aktivierung von Selbsthilfepotenzialen
  • Information und Beratung von Partnern und Angehörigen sowie von Vorgesetzten und Kollegen
  • Vermittlung von Kontakten zu örtlichen Selbsthilfe- und Beratungsmöglichkeiten

Folgen bei Schlaganfall/Funktionsstörungen

  • Lähmungen (Paresen)
  • Störungen des Muskeltonus (Spastik)
  • Sprach-/Sprechstörungen
  • Schluckstörungen
  • Störungen der Stimmung und des Antriebs
  • Störungen der Konzentration und des Gedächtnisses
  • Einschränkung der Alltagskompetenz

Behandlung von Lähmungen (Paresen)

Nach Schädigungen des Gehirns oder Rückenmarks treten häufig Lähmungen auf. Bei einer Lähmung der oberen Extremitäten (Arm, Hand) sind häufig die Alltagshandlungen eingeschränkt wie das Greifen oder Manipulieren von Gegenständen. Bei Lähmungen der unteren Extremitäten (Bein) sind vor allem Gang- und Standfunktionen beeinträchtigt, so z.B. das Gehen ohne Sturzgefahr. Aufgabe der neurologischen Rehabilitation (insbesondere der Physio- und Ergotherapie) ist eine möglichst gute Wiederherstellung der gestörten motorischen Funktionen. Dies wird vor allem durch wiederholtes, aufgabenorientiertes Üben erreicht.

Behandlung von Störungen des Muskeltonus (Spastik)

Auch wenn keine Lähmung vorliegt, kann die gezielte Ansteuerung von Bewegungen beeinträchtigt sein. Besonders häufig ist eine zu hohe Muskelspannung (Spastik), die langfristig zu einer Fehlstellung von Gelenken und Extremitäten führen kann. Durch physiotherapeutische Maßnahmen alleine kann oftmals keine ausreichende Besserung erreicht werden. Daher werden für diese Störungen vor allem Medikamente eingesetzt, die entweder als Tablette, lokal in den überaktiven Muskeln (Injektion von Botulinumtoxin) oder sogar durch Implantation einer Medikamentenpumpe in den Rückenmarkskanal appliziert werden.

Behandlung von Sprach-/Sprechstörungen

Die Sprache ist die wesentliche Grundlage für die Kommunikation zwischen Menschen. Bei vielen Schädigungen des Gehirns ist das Verständnis oder die Produktion von Sprache eingeschränkt. Das Übungsprogramm bei derartigen Defiziten erinnert oft an das Erlernen einer Fremdsprache. In der neurologischen Rehabilitation wird dieses Training vor allem durch Sprachtherapeuten durchgeführt.

Behandlung von Schluckstörungen

Auch wenn es uns im Alltag nicht so bewusst wird, ist das Schlucken von Speisen und Getränken ein hochkomplexer Vorgang, der ein präzises, zeitlich sehr genau koordiniertes Zusammenspiel vieler Muskelgruppen im Rachen erfordert. Bei vielen neurologischen Erkrankungen ist die Präzision dieser Abläufe eingeschränkt, was zum Verschlucken und möglicherweise nachfolgend auch zu Komplikationen (z.B. Lungenentzündung) führen kann. Auf der Vermeidung derartiger Komplikationen liegt ein wesentliches Augenmerk, insbesondere in der neurologischen Frührehabilitation.

Behandlung von Störungen der Stimmung und des Antriebs

Nach Aufnahme in die Reha-Klinik, gerade auch nach einer langen Behandlung in Akutkrankenhäusern, kommen unsere Patienten häufig zum ersten Mal zur Ruhe und realisieren ihre neuen Defizite. Dabei schränkt eine Hirnschädigung selber häufig die Fähigkeit ein, derartige Belastungen zu verarbeiten. Daher erfahren viele Patienten im Laufe ihrer Rehabilitation eine Minderung von Stimmung und/oder Antrieb.

Behandlung von Störungen der Konzentration und des Gedächtnisses

Die effektive Verarbeitung und Speicherung der vielen gleichzeitig eintreffenden Sinneseindrücke ist wohl die größte Leistung des menschlichen Gehirns. Daher ist gerade diese Funktion nach einer neurologischen Erkrankung häufig sehr früh und manchmal sehr lange beeinträchtigt. Häufig reicht die Behandlungsnotwendigkeit über die stationäre Behandlung hinaus.

Dauer einer Reha nach Hirnblutungen

Die Reha nach Hirnblutungen ist eine Langzeitbehandlung. Dabei wird mittels verschiedener Methoden versucht, Folgeschäden zu begrenzen und weitere Blutungen in der Zukunft zu vermeiden. Bei besonders starken Hirnblutungen kann auch eine mehrjährige Reha notwendig sein.

Vorbereitung der weiteren Versorgung

Jede Rehabilitation ist nur ein Zwischenschritt auf dem Weg zu dem endgültigen Ziel: der Entlassung in den Alltag. Nicht bei allen Patienten ist eine Rückkehr in das bisherige Umfeld möglich, bei manchen müssen neue Wohnformen gefunden werden. Bei anderen Patienten muss möglicherweise eine berufliche Umorientierung erfolgen. Für alle diese Fragen werden Patienten und ihre Angehörigen intensiv vor allem durch die Sozialdienstmitarbeiter der MEDIAN Kliniken beraten, die sich eng mit den Ärzten, den Pflegern und den Therapeuten abstimmen.

Häufig gestellte Fragen zur neurologischen Reha bei Schlaganfall

  • Welche Rehaklinik kann nach einem Schlaganfall besucht werden?
  • Wann sollte die Reha nach einem Schlaganfall beginnen? Eine geeignete Rehabehandlung nach einem Schlaganfall muss so schnell wie möglich einsetzen.
  • Wie sieht die Behandlung nach einem Schlaganfall aus? In der Schlaganfall Behandlung wird der Therapieplan individuell auf den die Form und die daraus resultierende Beeinträchtigung des Patienten abgestimmt, z.B. Ergotherapie, Logopädie und Physioptherapie.
  • Welche Arten von Therapie nach einem Schlaganfall bieten die MEDIAN Kliniken an? Für die Schlaganfall Therapie wird in den MEDIAN Kliniken für jeden Patienten ein individueller Behandlungsplan erstellt.
  • Wie lange dauert eine Schlaganfall-Reha? In den meisten Fällen findet die Rehabilitation stationär in einer darauf spezialisierten Klinik statt.
  • Was kann eine Schlaganfall-Reha erreichen? Das Ziel der Rehabilitation ist, verlorengegangene Funktionen so weit wie möglich wiederherzustellen oder - wo das nicht möglich erscheint - mit dem Patienten Kompensationsstrategien einzuüben.
  • Wie beantrage ich eine Schlaganfall-Reha? Mehr Informationen, wie man eine Schlaganfall-Reha beantragen kann, finden Sie hier.

Palliativmedizinische Aspekte beim schweren Schlaganfall

Idealerweise steht beim Schlaganfall die kurative Therapie mit dem Ziel einer vollständigen Genesung oder einer möglichst gering ausgeprägten Behinderung mit erhaltener Selbstständigkeit im Vordergrund. Komplizierter wird es, wenn sich im Verlauf der Krankenhausbehandlung eine ungünstige Prognose mit bleibender schwerer Behinderung abzeichnet. Daher ist bei einer erheblichen Zahl von Betroffenen eine Entscheidung notwendig, ob die kurative beziehungsweise rehabilitative Therapie fortgesetzt wird oder eine Palliativbehandlung indiziert ist. Wichtig ist, dass in solchen Situationen überhaupt ein ärztliches Bewusstsein für die Notwendigkeit einer kritischen Indikationsstellung und Therapieentscheidung vorhanden ist.

Lebensqualität beachten

Eine am Patienten orientierte prognostische Einschätzung muss sich deshalb am Ausmaß der zu erwartenden bleibenden Behinderung und somit an der prospektiven Lebensqualität orientieren und nicht am bloßen Mortalitätsrisiko.

Wann ist eine Palliativbehandlung indiziert?

Palliativmedizin bedeutet in diesem Kontext keine „Kapitulation“, sondern bestmögliche Behandlung im Sinne des Patienten, wenn kurative oder rehabilitative Ziele nicht mehr erreichbar sind. Auch wenn der Tod nicht unmittelbar bevorsteht, kann Palliativbehandlung in der Schlaganfallmedizin indiziert sein.

Palliativmedizinische Versorgung

Jeder Neurologe, der Patienten mit Schlaganfall betreut, muss über palliativmedizinische Kernkompetenzen verfügen und benötigt nicht sofort den palliativmedizinischen Spezialisten. So wie in der Onkologie inzwischen Standard, schließt der palliativmedizinische Ansatz das kausaltherapeutische Vorgehen keineswegs aus; den Patienten wird also nichts „vorenthalten“, was medizinisch sinnvoll sein könnte. Palliativmedizinisches Denken bedeutet jedoch, vor Einleiten, aber auch Fortführen jeder weiteren (intensiv)medizinischen Maßnahme, nach dem realistisch zu erreichenden Therapieziel, der daraus abgeleiteten medizinischen Indikation und natürlich dem Patientenwillen zu fragen und diesem zu entsprechen.

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