Einführung
Neuropathie, insbesondere Polyneuropathie, ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, die mit einer Vielzahl von Beschwerden einhergehen kann. In Heidelberg stehen verschiedene physiotherapeutische Behandlungsansätze zur Verfügung, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der Physiotherapie bei Neuropathie, einschließlich der zugrunde liegenden Therapiekonzepte, der Anwendungsmöglichkeiten und der spezifischen Behandlungsangebote in Heidelberg.
Was ist Neuropathie?
Bei einer Polyneuropathie handelt es sich um eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, bei der Gehirn und Rückenmark nicht betroffen sind. Typischerweise treten bei einem Befall der sensiblen Nerven symmetrische Empfindungsstörungen an Füßen und Unterschenkeln auf. Neben sensorischen Störungen können auch Schäden an den motorischen Nerven auftreten, die sich durch Reflexausfälle und Schwäche oder Lähmungen der betroffenen Muskulatur bemerkbar machen. Das autonome Nervensystem kann ebenfalls erkrankt sein und Funktionsstörungen an den inneren Organen verursachen.
Ursachen von Polyneuropathien
In vielen Fällen ist die Polyneuropathie Folge einer Grunderkrankung, am häufigsten von Diabetes mellitus. Die Suche nach einer möglichen Ursache sollte also vor Beginn einer Therapie stehen. Die konventionelle Therapie ist langfristig angelegt und verursacht oft Nebenwirkungen, so dass die Suche nach naturheilkundlichen Alternativen nachvollziehbar ist.
Mögliche Ursachen können sein:
- Schlecht eingestellter Diabetes mellitus (häufigste Ursache)
- Stoffwechselstörungen und Vitaminmangel
- Schwere Organ- oder Allgemeinerkrankungen mit "Selbstvergiftung" (z.B. Nieren- oder Leberinsuffizienz)
- Malabsorption bei chronischen Magen-Darm-Erkrankungen
- Krebserkrankungen
- Arterielle Durchblutungsstörungen
- Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems (z.B. Borreliose)
- Andere seltene neurologische Erkrankungen
- Thalassämie
- Toxisch bedingte Polyneuropathien (chronischer Alkoholismus, Medikamente, Umweltgifte)
- Idiopathische Polyneuropathie (keine feststellbare Grunderkrankung)
Typische Symptome
Am Anfang stehen oft symmetrische Empfindungsstörungen, besonders an den Füßen. Taubheit, Kribbeln, Brennen, aber auch Schmerzen oder eine nachlassende Empfindlichkeit sollten Anlass zu einer genaueren Untersuchung sein. Häufig ist auch das Gefühl von zu engen Socken. Das geringer werdende Empfinden kann z. B. dazu führen, dass die Betroffenen ein drückendes Steinchen im Schuh nicht bemerken, was dann Ausgangspunkt für ein Geschwür an der Fußsohle sein kann. Frühzeitiges Handeln könnte einen Teil der jährlich bis zu 50 000 Amputationen wegen eines diabetischen Fußsyndroms verhindern.
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Grundsätzlich kann sich außer der „sensiblen“ Polyneuropathie auch eine „motorische“ Polyneuropathie entwickeln - mitunter kommt es dann zu symmetrischen Lähmungen. Auch eine sog. „autonome“ Polyneuropathie mit Befall der die inneren Organe versorgenden vegetativen Nerven und nachfolgenden Funktionsstörungen ist möglich. Dazu gehören trophische Hautstörungen mit Begünstigung von Geschwürbildungen, vermindertem Schwitzen, Potenz- und Blasenentleerungsstörungen, Tachykardie in Ruhe oder Störungen der Pupillomotorik.
Bei der fatalen sog. „stummen Ischämie“ ist das Herz von den Folgen einer Polyneuropathie betroffen. Dabei können die sonst typischen Brustschmerzen bei einem Herzinfarkt oder einer Angina pectoris durch die Nervenschädigung teilweise oder ganz fehlen, wodurch eine adäquate Reaktion des Betroffenen ausbleibt. Das kann z. B. der Fall sein bei Diabetikern mit Polyneuropathie und gleichzeitig bestehender koronarer Herzkrankheit - einer nicht seltenen Kombination.
Diagnostik
Wegweisend sind in vielen Fällen die Anamnese und eine Diagnose wie Diabetes. Zur neurologischen Untersuchung gehören Reflexprüfungen, Testen des Berührungs-, Temperatur- und des Vibrationsempfindens (Stimmgabel). Schweißteste, Kipptisch-Untersuchungen, Bestimmung der Herzfrequenzvariabilität oder der Magenentleerungszeit können ergänzend zum Einsatz kommen. Eine weitergehende Diagnostik kann mit der Elektroneurografie und ggf. der histologischen Untersuchung eines zur Diagnose entnommenen Teils des Nervus suralis (Demyelinisierung? Axonale Schädigung?) erfolgen.
Neurologische Therapiekonzepte: Bobath und PNF
In der neurologischen Rehabilitation spielen zwei Therapieansätze eine zentrale Rolle: das Bobath-Konzept und die Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF). Beide Methoden zielen darauf ab, gestörte Bewegungsabläufe zu verbessern und die Selbstständigkeit der Patienten zu fördern.
Bobath-Konzept
Das Bobath-Konzept, benannt nach Berta und Karel Bobath, basiert auf der Annahme, dass das Gehirn die Fähigkeit besitzt, sich nach Schädigungen "umzuorganisieren". Es wird davon ausgegangen, dass Hirnschädigungen nicht die eigentlichen Kontrollbereiche lahmlegen, sondern lediglich Verbindungswege unterbrochen werden. Ziel der Therapie ist es, diese Verbindungswege durch gezielte Übungen und Stimulationen wiederherzustellen oder neue Verbindungen zu schaffen.
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Die Physiotherapeuten in Heidelberg besuchen regelmäßig Fortbildungsveranstaltungen, um immer auf dem neuesten Stand des Bobath-Konzepts zu sein.
Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF)
PNF ist eine Behandlungsmethode, die sowohl im logopädischen wie im ergo- bzw. physiotherapeutischen Fachbereich gelehrt und angewendet wird. Sie kommt zum Einsatz, wenn der Bewegungsablauf gestört ist, beispielsweise nach einem Unfall, einer Verletzung, einer Operation oder bei altersbedingten Degenerationserscheinungen.
PNF setzt bei den sogenannten Propriozeptoren an - den Nervenzellen der Sinnesorgane, die sich im Bereich der Muskeln, Sehnen und Gelenke befinden. Mit einer PNF-Therapie soll erreicht werden, dass bestimmte Bewegungsmuster (wieder) leichter ablaufen - das Fachwort hierfür lautet Fazilitation. Dabei werden die betreffenden Sinneszellen gezielt stimuliert, um das Zusammenspiel zwischen Muskeln und Nerven zu fördern.
Wann ist neurologische Therapie erforderlich?
Schwerpunkte neurologischer Therapien sind Folgeerscheinungen von Durchblutungsstörungen des Gehirns im chronischen Status und entzündliche/degenerative Erkrankungen des Gehirns oder des Rückenmarks. Hierzu gehören beispielsweise Multiple Sklerose, Schlaganfall oder Morbus Parkinson. Neben den Erkrankungen des zentralen Nervensystems finden auch Verletzungen des peripheren Nervensystems ihre Behandlungsmöglichkeit in der Physiotherapie in Heidelberg.
Das Ehepaar Bobath hat sich unter anderem mit der Therapie nach einem Schlaganfall beschäftigt. Hier kann es zu einem Absterben bestimmter Gehirnregionen kommen, was oft zu koordinativen Problemen unterschiedlichster Bewegungsabläufe führt. Auch Sprachschwierigkeiten sind dabei möglich, weshalb nach einem Schlaganfall die Neurologische Therapie nach Bobath und PNF oft mit logopädischen und/oder ergotherapeutischen Maßnahmen kombiniert wird.
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Für wen kommt neurologische Therapie in Frage?
Die sehr spezifisch ausgerichteten neurologischen Therapieformen nach Bobath und PNF werden eingesetzt, wenn der behandelnde Arztin eine Schädigung von Hirn oder Nerven vermutet. Die Techniken können aber auch auf den präventiven Bereich übertragen werden. Das heißt: für die Gesundheitsvorsorge und Rehabilitation lassen sich entsprechende Übungen ableiten. Diese können von den Betroffenen auch zu Hause durchgeführt werden, allerdings sollte dies nie ohne Rücksprache mit dem therapeutischen Personal geschehen. In Heidelberg gehört die ganzheitliche Versorgung der Patientinnen zur Therapie immer dazu. Die Neurologische Therapie nach Bobath und PNF ist ein sehr anspruchsvolles Feld, weshalb sich die Mitarbeiter häufig auf eine bestimmte Technik spezialisiert haben.
Naturheilkundliche und physiotherapeutische Therapieansätze bei Polyneuropathie
Neben den etablierten neurologischen Therapiekonzepten gibt es eine Reihe von naturheilkundlichen und physiotherapeutischen Ansätzen, die bei Polyneuropathie zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden können.
Naturheilkundliche Therapieansätze
Eine unter Umständen zugrunde liegende Erkrankung sollte so gut wie möglich behandelt werden. Ursächliche Noxen müssen ausgeschaltet werden. Gleichzeitig - oder wenn keine Grundkrankheit diagnostiziert wird - sollte man versuchen, die Beschwerden durch naturheilkundliche und ggf. medikamentöse Maßnahmen so gut es geht zu lindern.
Hydro- und Thermotherapie
Die mildeste Form, um die Durchblutung anzuregen und einen Reiz auf die Nervenrezeptoren auszuüben, ist das Trockenbürsten. Ein Igelball, Sandbäder oder Klopfungen wirken ähnlich. Intensiver sind tägliches Wassertreten nach Kneipp oder kalte Unterschenkelgüsse, die ebenfalls die Durchblutung verbessern. Ansteigende Teilbäder mit allmählich steigenden Temperaturen dienen genauso der Gefäßerweiterung. Entweder können sie lokal an den am häufigsten betroffenen Unterschenkeln angewandt werden oder auch als Armbäder, um die konsensuelle Fernwirkung auszunutzen. Je nach Befund können auch Vollbäder mit Zusatz von Fichtennadeln oder Heublumen zum Einsatz kommen. Lehmpackungen (Heilerde) wird auch bei Neuralgien ein schmerzlindernder und antiphlogistischer Effekt zugesprochen. Man sollte sie täglich anwenden . Allgemein ist bei einer Polyneuropathie die Hydro- und Thermotherapie dann indiziert, wenn noch eine ausreichende Durchblutung gewährleistet ist. Zu intensive Warm- bzw. Heißanwendungen sollten wegen möglicher Gewebeschäden aufgrund des nicht verspürten Hitzereizes bei einer sensiblen Polyneuropathie und bei höhergradigen Durchblutungsstörungen vermieden werden. Analog können zu intensive, nicht wahrgenommene Kaltreize zu Erfrierungen führen.
Die Sauna stellt einen intensiven thermischen Wechselreiz für die Haut dar. Sie wirkt auch schmerzlindernd und umstimmend am vegetativen Nervensystem, setzt aber eine Belastbarkeit von mindestens 75 Watt und eine ausreichende Durchblutung voraus. Ein besonders starker Reiz ist ein für nur wenige Sekunden durchgeführtes Eisbad der Füße. Eine ausreichende Durchblutung und Sensibilität sind Voraussetzung. Diese Anwendung sollte nur unter Aufsicht durchgeführt werden. Zur Kontrolle ist es üblich, dass der Behandler immer die eigene Hand mit in das Wasser eintaucht, um Kälteschäden zu vermeiden. Eine andere Variante eines intensiven Kaltreizes ist die lokale Kaltlufttherapie, die aber an bestimmte Physiotherapie-Einrichtungen gebunden ist. Sie kann - wiederum eine gute Durchblutung vorausgesetzt - zur Behandlung brennender Schmerzen an den Unterschenkeln versucht werden.
Ernährung und Vitamine
Ein Ziel der Ernährungsberatung ist es, extreme Diäten mit einem resultierenden Vitamin- und Mineralmangel zu vermeiden. Sinnvoll ist eine ovolaktovegetabile vollwertige Kost. Dabei werden chronische Entzündungsprozesse auch durch eine Reduktion von tierischen Produkten eingedämmt. Der Blutzucker sollte durch Ernährung und Bewegung so gut wie möglich eingestellt werden, toxische Einflüsse (Alkohol) sind zu meiden. Eine Umstellung des Stoffwechsels in Richtung einer basischen Ernährung kann sich ebenfalls positiv auswirken, z. B. sind Kartoffeln, Gemüse und Obst gute Basenlieferanten. Die Motivation zur Ernährungsumstellung kann oft durch ein ärztlich oder zumindest durch einen Fastenleiter überwachtes einleitendes Heilfasten gesteigert werden. Heilfasten kann auch der Einstieg in eine Stoffwechselnormalisierung bei bestehendem Diabetes sein. Auch das erfordert eine ärztliche Begleitung, da ggf. die Insulin- und übrige Medikamentendosierung angepasst werden muss. Eine gute Eisenversorgung kann durch den gemeinsamen Verzehr von Eisen- und Vitamin-C-reichen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse erreicht werden. Schwarzer Tee hemmt die Eisenresorption und sollte daher nicht zu den Mahlzeiten genossen werden .
Häufig besteht bei einer diabetischen Polyneuropathie ein Mangel an Vitamin B1 (Thiamin), weshalb Patienten mit gesicherter Diagnose oft mit Benfotiamin behandelt werden . Nicht nur ein Vitamin-B1-, auch ein Vitamin-B12- oder Folsäuremangel sollten ausgeglichen werden. Ebenso ist die Gabe von Alpha-Liponsäure (ein Koenzym, u. a. mit antioxidativen Effekten) üblich. Die Ursache eines Vitaminmangels ist nicht immer in der Ernährung zu suchen. In der modernen Medizin führt nicht selten eine längerfristige Therapie mit einem Protonenpumpenhemmer zumindest zu einem Vitamin-B12-Mangel und dadurch zu einer Neuropathie. Im Einzelfall kann auch ein Vitamin-B6-Mangel zu einer Neuropathie beitragen. Das betrifft z. B. Patienten mit Absorptionsstörungen oder extremen Diäten zur Gewichtsabnahme. Raucher haben ebenfalls eine schlechtere Vitamin-B6-Versorgung. Bei künstlicher Zufuhr von Vitamin B6 sollte eine Überdosierung mit evtl. nachfolgender sensibler Polyneuropathie als Nebenwirkung vermieden werden. Diese tritt aber nach gegenwärtigem Wissensstand nur auf, wenn über Monate oder Jahre extrem hohe Dosen von 500 mg oder mehr eingenommen wurden, wie das z. B. bei Bodybuildern beobachtet wurde. Dosen bis 100 mg/Tag gelten als unbedenklich .
Mitunter wird auch Glutathion als „Radikalfänger“ eingesetzt. Experimentell kamen im Frühstadium einer diabetischen Polyneuropathie Wachstumsfaktoren zur Anwendung. Spezielle Schmerzmittel gegen „neuropathische“ Schmerzen sind trotz der vielfältigen beschriebenen Therapieansätze oft nicht zu vermeiden.
Ordnungstherapie
Hierzu gehört allgemein eine individuelle Diskussion über Lebensstilfaktoren wie Rauchen, Bewegungsmangel, Alkoholkonsum etc. Da chronischer Stress auch die Schmerzverarbeitung beeinflusst, können im Einzelfall Entspannungsverfahren, Yoga oder vergleichbare Maßnahmen indiziert sein. Akupunktur ist in ähnlicher Weise wirksam.
Phytotherapeutische Präparate
Vorrangig geht es bei der symptomatischen Therapie um eine Beeinflussung der oft quälenden Schmerzen. Die Chronizität erfordert eine Dauerbehandlung, die das Risiko von pharmakologischen Nebenwirkungen erhöht. Jedoch sind auch Phytotherapeutika nicht ohne Nebenwirkungen, was man bei der Therapie beachten sollte. Hinzu kommt, dass viele pflanzliche Präparate ihre volle Wirkung erst nach ca. 6 Wochen entfalten, was Geduld beim Patienten erfordert. Häufig kommen Teufelskrallen-Präparate zum Einsatz, wobei deren Wirkstärke nicht immer ausreicht. Ein Ziel kann jedoch sein, die Dosis konventioneller Schmerzmittel zu reduzieren. Über mögliche Interaktionen und Nebenwirkungen sollte der Patient informiert werden, wobei Apotheker oft gute Ratgeber sind.
Zur äußeren Anwendung kommen z. B. Aconit-Nervenöl, Nelken-, Rosmarin- oder Minzöl infrage. Johanniskraut-Rotöl und Einreibungen mit capsaicinhaltiger Salbe (Chili- oder Paprikaschoten; botanisch korrekter eigentlich „Beeren“) oder Cayennepfeffer werden ebenfalls empfohlen. Senfmehl-Fußbäder, die wegen des gestörten Empfindens nicht heiß zubereitet werden sollten, wirken ähnlich, sollten aber vorsichtig und nur nach Anleitung angewendet werden.
Bewegungstherapie und Krankengymnastik
Ein Ziel einer Bewegungstherapie ist die Besserung der Ausdauer und einer möglichen Muskelschwäche. Das kann durch Trainingstherapie, selbstständiges Walking, Geräte- oder Ergometertraining und Bewegungsbäder erreicht werden. Bewegungstherapie verbessert auch eine diabetische Stoffwechsellage sowie die Durchblutung. Ein physiotherapeutisch angeleitetes gezieltes Training geschwächter Muskelgruppen ist je nach Befund angezeigt. Die sog. „Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitationstherapie“ (PNF) dient ebenfalls zur Stärkung einer geschwächten Muskulatur . Es handelt sich dabei um eine spezifische Stimulation der Propriozeptoren zur komplexen Aktivierung von Muskelketten. Ziele einer Krankengymnastik auf neurophysiologischer Grundlage (z. B. nach dem Bobath-Konzept) sind eine günstige Beeinflussung der Oberflächen- und Tiefensensibilität und eine „Bahnung“ im Zentralnervensystem. Derartig spezielle krankengymnastische Techniken setzen einen entsprechend ausgebildeten Therapeuten voraus.
Bestehen fortgeschrittene Gangstörungen oder gravierendere (insbesondere motorische) Ausfälle, kann eine physio- oder ergotherapeutische Gangschulung indiziert sein. Ebenfalls kann eine Hilfsmittelversorgung wie Fußheberorthesen, orthopädischen Schuhen, einem Gehstock oder Rollator erforderlich sein. Funktionelle Störungen an der Wirbelsäule können durch Krankengymnastik, manualtherapeutische Techniken oder mit einer befundorientierten Physiotherapie behandelt werden. Übungen auf dem Kreisel oder eine Gangschulung auf weicher Unterlage zur Gleichgewichtsschulung sind bei Unsicherheit oder Schwindel angezeigt.
Seit einigen Jahren kommen auch Geräte zum Vibrationstraining zum Einsatz. Bekannt sind sie vor allem unter dem Namen „Galileo“ (USA: „Vibraflex“). Ganz neu ist die Idee nicht, denn schon Ende des 19. Jahrhunderts hat man mit einem vibrierenden Stuhl zur Behandlung des M. Parkinson experimentiert. In den 1960er Jahren versuchte man in Deutschland „zyklische Oszillationen“ , in den 1970er Jahren propagierte Wladimir Nasarow in der damaligen Sowjetunion die „biomechanische Stimulation“ (BMS) als Teil der Trainingstherapie. Beim Vibrationstraining vibriert eine Platte sowohl vertikal als auch horizontal, die Frequenz und die Intensität lassen sich variieren und sollen unterschiedliche Wirkungen haben. Es wird beschrieben, dass sich die Leistungsfähigkeit der Muskulatur und die Koordination verbessern , . Hinzu kommen eine Verbesserung des Blutzuckers bei Diabetes mellitus und eine Prophylaxe einer Osteoporose nach Immobilisation. Bei einer Polyneuropathie wird man als Therapieziel eine erhöhte Sicherheit und Sturzprophylaxe im Blick haben. Die Verträglichkeit des Geräts kann man nur durch eine Probebehandlung erkennen.
Ein Posturomed-Training ist ebenso wie Übungen auf dem Kreisel oder eine Gangschulung auf weicher Unterlage insbesondere bei Schwindel oder Gleichgewichtsstörungen zur Gleichgewichtsschulung angezeigt. Dadurch wird auch das Sturzrisiko gesenkt. Diese Therapie wurde Mitte der 1990er Jahre entwickelt. Vorläufer war ein ähnliches Gerät, das aus einer schwingungsfähige…
Physiotherapie in Heidelberg: Angebote für Neuropathie-Patienten
In Heidelberg gibt es eine Vielzahl von Physiotherapiepraxen, die sich auf die Behandlung von neurologischen Erkrankungen spezialisiert haben. Diese Praxen bieten ein breites Spektrum an Therapieansätzen, darunter Bobath, PNF, manuelle Therapie, Bewegungstherapie und physikalische Anwendungen.
Da Vinci Physiotherapie
Die Praxis Da Vinci Physiotherapie befindet sich im Herzen von Ziegelhausen und bietet ein breites Behandlungsspektrum. Die Praxis legt Wert auf die Zusammenhänge im menschlichen Organismus und bemisst großzügig die Therapiezeiten, um langanhaltende Ergebnisse zu erzielen.
Wirbelsäulentherapie Heidelberg
Die Wirbelsäulentherapie Heidelberg ist eine der ältesten Heidelberger Praxen in der Behandlung von chronischen Rückenschmerzpatienten. Sie bietet alle etablierten physiotherapeutischen Therapieverfahren an und legt Wert auf eine individuelle Betreuung der Patienten.
SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg
Das SRH Kurpfalzkrankenhaus verfügt über eine Abteilung für Neurologie, die Patientinnen und Patienten mit unterschiedlichsten neurologischen Erkrankungen versorgt. Die Abteilung bietet das gesamte Spektrum neurologischer Diagnostik an und verfügt über ein interdisziplinäres Team aus den Bereichen Medizin, Pflege und Therapie.
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