Kopfschmerzen im Bereich der Stirn können sehr belastend sein und die Konzentration im Alltag erheblich beeinträchtigen. Die Art des Schmerzes kann dabei variieren, von einem dumpfen Druck bis hin zu stechenden oder pochenden Empfindungen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von pochenden Stirnkopfschmerzen.
Arten von Stirnkopfschmerzen
Stirnkopfschmerzen können sich unterschiedlich äußern:
- Pochender Schmerz: Ein tiefer, pochender Stirnschmerz kann sich anfühlen, als ob er pulsieren oder in Wellen kommen würde. Er kann stundenlang anhalten, wenn er nicht behandelt wird.
- Stechender Schmerz: Kurze, stechende Schmerzstöße können auftreten. Diese sind oft kurz, aber intensiv.
Mögliche Ursachen für Stirnkopfschmerzen
Es gibt viele Gründe für die Entstehung von Kopfschmerzen. Oft spielen dabei bestimmte Auslöser, die sogenannten Triggerfaktoren, eine Rolle. Stress, seelische Belastung oder auch Wetterwechsel sind einige der häufigsten Auslöser von Kopfschmerzen. Zu wenig Schlaf, zu wenig Flüssigkeit oder weitere Umweltfaktoren wie sauerstoffarme Luft oder Lärm können die Ursache von Kopfschmerzen sein.
Einige der häufigsten Ursachen für Stirnkopfschmerzen sind:
- Spannungskopfschmerzen: Spannungskopfschmerz ist eine der häufigsten Kopfschmerzarten. Wer unter Spannungskopfschmerzen leidet, berichtet oft von pressenden, dumpfen oder drückenden Schmerzen, die sich beidseitig an den Schläfen oder im Bereich der Stirn bemerkbar machen. Viele Betroffene beschreiben ein Gefühl, als ob ihr Kopf in einen Schraubstock eingespannt ist. Die Schmerzen können ohne Grund auftreten, werden aber durch einige Kopfschmerz-Ursachen begünstigt. Es sind unspezifische Kopfschmerzen, die nicht die Blutgefäße betreffen und nicht mit organischen Erkrankungen zusammenhängen. Bei Spannungskopfschmerzen klagen die Betroffenen über leichte bis mittelstarke Schmerzen, die meist an beiden Seiten des Kopfes liegen. Sie strahlen vom Hinterkopf und den Schläfen zur Stirn und oft auch hinter die Augen aus. Typisch ist ein dumpfer Druck am Kopf, der nicht pulsiert. Einige Patienten haben zudem leichte Empfindlichkeit gegen Lärm oder Licht. Auslöser der Beschwerden sind häufig Stress oder Angst, aber auch eine schlechte Körperhaltung, die eine Verspannung der Muskeln verursachen. Oft wird diese Kopfschmerzart deshalb auch als Stresskopfschmerz bezeichnet.
- Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung): Eine Sinusitis kann Kopfschmerzen, Gesichtsschmerzen und Unwohlsein verursachen. Bei einer Erkältung spüren Sie meist Kopfschmerzen in Schläfen und Stirn, oft auch zwischen den Augenbrauen. Denn die Nasennebenhöhlen, vor allem die Stirnhöhlen, sind dann oft entzündet. Das Nasensekret kann nicht mehr abfließen, was Druck verursacht. Wenn Sie sich nach vorne beugen, wird es noch schlimmer. Auch die Augen schmerzen.
- Migräne: Heftige Kopfschmerzen an Schläfen und Stirn, die meist auf einer Seite liegen, aber auch auf die andere Seite wechseln können, sind Anzeichen für eine Migräne. Im Gegensatz zu anderen Kopfschmerzen verschlimmert Bewegung die Beschwerden noch, Licht und Lärm ebenfalls. Zu den Symptomen gehören außerdem Kribbeln in den Armen und Beinen sowie Sehstörungen.
- Cluster-Kopfschmerzen: Betroffene können pulsierende, hämmernde und starke Kopfschmerzen an Stirn, Schläfen und sogar den Augenbrauen haben. Das liegt daran, dass hier ein Teil des Trigeminus-Nervs durch den sogenannten Corrugator-Muskel verläuft (er reguliert das Zusammenziehen der Brauen).
- Belastungskopfschmerzen: Wenn Ihnen nach dem Joggen, dem Schwimmen oder dem Fahrradfahren plötzlich der Kopf schmerzt, gehören Sie vielleicht zu den ein bis zwölf Prozent der Menschen in der Bevölkerung, die von Belastungskopfschmerzen betroffen sind. Betroffene beschreiben ihn meist als beidseitigen Kopfschmerz mit pochendem, pulsierendem Charakter, der sehr schnell nach dem Sport auftritt. Er kann nur wenige Minuten anhalten, aber auch bis zu zwei Tage. Der Belastungskopfschmerz gehört zu den primären Kopfschmerzerkrankungen, zu denen unter anderem auch die Migräne und der Spannungskopfschmerz zählen.
Weitere mögliche Ursachen
- Dehydration: Manche Menschen reagieren auf Flüssigkeitsmangel mit Kopfschmerzen. Das Risiko einer Dehydration steigt, wenn Sie beim Sport viel schwitzen und zu wenig trinken. Das lässt sich durch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr während des Trainings vermeiden.
- Verspannungen: Nicht korrekt ausgeführte Übungen an Fitnessgeräten oder falsche Bewegungsabläufe können die Muskulatur verspannen, anstatt sie zu lockern.
- Trigger: Für manche Migränepatienten sind Sportarten mit schnellen, wechselnden und ruckartigen Bewegungsabläufen Trigger (Auslöser), die eine Migräneattacke auslösen können.
- Infektionen: Nur sehr selten steckt eine andere Erkrankung als Auslöser hinter den Kopfschmerzen. Dies können zum Beispiel fieberhafte Infekte, Erkältungen und Erkrankungen der Nasennebenhöhlen ein Infekt sein, aber auch Entzündungen und sehr selten ein Hirntumor.
- Hormonelle Veränderungen: Bei Frauen gibt es, wie auch bei der Migräne bekannt, eine Assoziation mit der Periode und den Hormonumstellungen in der Schwangerschaft.
Diagnose von Stirnkopfschmerzen
Um die Ursache von Stirnkopfschmerzen zu ermitteln, ist eine sorgfältige Diagnose erforderlich. Diese beginnt in der Regel mit einem ausführlichen Gespräch mit dem Arzt (Anamnese), in dem die Art, Häufigkeit, Dauer und Begleitsymptome der Kopfschmerzen erfragt werden. Ein Kopfschmerztagebuch kann hierbei sehr hilfreich sein, um Muster und Auslöser zu erkennen.
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Nach der Anamnese folgt eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt verschiedene Funktionen des Nervensystems testet. Bei unklaren Fällen oder Verdacht auf eine spezifische Ursache können weitere Untersuchungen erforderlich sein:
- MRT vom Kopf: Eine MRT-Untersuchung vom Kopf kann eine wertvolle Methode sein, um die genaue Ursache der Kopfschmerzen zu ermitteln. Mit dieser bildgebenden Technik können Strukturen im Gehirn detailliert dargestellt werden, was unseren Ärzten hilft, mögliche Anomalien oder Erkrankungen zu identifizieren, die die Schmerzen verursachen könnten.
- Computertomografie (CT): Alternativ kann bei akuten Fällen, in denen Kopfschmerzen vorliegen, die erst vor kurzer Zeit begonnen haben, auch eine Computertomografie des Schädels (CT) sinnvoll sein, etwa zum Ausschluss einer frischen Gehirnblutung.
- Weitere bildgebende Verfahren: Auch können Röntgen- oder Ultraschalluntersuchungen sinnvoll sein, beispielsweise, wenn der Verdacht auf eine Nasennebenhöhlenentzündung besteht oder ein Einriss eines gehirnversorgenden Gefäßes im Halsbereich als Ursache der Kopfschmerzen in Frage kommt.
- EEG (Elektroenzephalografie): Geht es darum, ob ein Anfallsleiden (Epilepsie) vorliegt, kann zum Beispiel eine Aufzeichnung der Hirnströme (EEG) klärend sein.
- Liquoruntersuchung: Beim Verdacht auf eine Hirnhautentzündung (Meningitis) oder eine Entzündung des Gehirns selbst (Enzephalitis) ist es hingegen notwendig, Nervenwasser (Liquor) für eine Untersuchung im Labor zu gewinnen.
- Blutuntersuchungen: Manchmal hilft es weiter, bestimmte Blutwerte zu bestimmen - zum Beispiel die Entzündungsparameter, wenn der Arzt oder die Ärztin mutmaßt, dass eine Entzündung der Schläfenarterie vorliegen könnte.
Behandlung von Stirnkopfschmerzen
Die Behandlung von Stirnkopfschmerzen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Es gibt sowohl medikamentöse als auch nicht-medikamentöse Therapieansätze.
Medikamentöse Behandlung
- Schmerzmittel: Aspirin oder Ibuprofen können Stirnschmerzen lindern. Wenn Spannungskopfschmerz gelegentlich auftritt, kann er meist mit gewöhnlichen Schmerzmitteln wie ASS, Ibuprofen oder Paracetamol gut behandelt werden. Wichtig ist: Schmerzmedikamente sollte man höchstens zehn Tage pro Monat nehmen. Bei häufigerer Einnahme können Schmerzmittel selbst Kopfschmerzen auslösen, die sich dann ähnlich anfühlen, wie der Spannungskopfschmerz.
- Triptane: Auch bestimmte Migränemittel aus der Wirkstoffklasse der Triptane können akute Cluster-Kopfschmerzen lindern. Als Spritze oder Nasenspray wirken sie deutlich schneller als in Tablettenform.
- Kopfschmerzprophylaxe: Wenn das nicht hilft, kann mit Medikamenten eine Kopfschmerzprophylaxe begonnen werden. Dazu wird beim Spannungskopfschmerz vor allem der Wirkstoff Amitriptylin eingesetzt, der bei regelmäßiger Einnahme die Kopfschmerzhäufigkeit reduziert. Der Effekt tritt, anders als bei den üblichen Schmerzmitteln, erst nach einigen Wochen regelmäßiger Einnahme auf.
Nicht-medikamentöse Behandlung
- Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie tiefes Atmen, Yoga und Massage können helfen, Spannungs- und Stresskopfschmerzen zu reduzieren.
- Pfefferminzöl: Etwas Pfefferminzöl an den Schläfen oder im Nacken kann ebenfalls lindernd auf die Spannungskopfschmerzen wirken. Bei Kopfschmerzen an Stirn und Schläfe können Hausmittel wie Pfefferminzöl Linderung bringen.
- Verhaltenstherapie: Manchmal ist eine Verhaltenstherapie oder eine sogenannte multimodale Schmerztherapie angebracht. Das gilt besonders für sehr häufige Spannungskopfschmerzen mit starker Einschränkung im Alltag oder wenn man oft weitere Kopfschmerzen wie Migräne hat. Die Verhaltenstherapie hilft, Auslöser für den Kopfschmerz zu erkennen und vermeiden. Eine multimodale Kopfschmerztherapie kombiniert ausführliche Information über die Erkrankung mit Bewegung, Entspannungstechniken und Behandlung mit Medikamenten.
- Körperliche Aktivität: Körperliche Aktivität, insbesondere Ausdauersport, wird häufig zur nicht-medikamentösen Vorbeugung bei Kopfschmerzen empfohlen.
Präventive Maßnahmen
- Regelmäßiges Essmuster: Es ist auch wichtig, ein regelmäßiges Essmuster beizubehalten, um den Blutzuckerspiegel stabil zu halten und so Hungerkopfschmerzen zu vermeiden.
- Blutdruckkontrolle: Die Überwachung des Blutdrucks ist ebenfalls entscheidend, da ein hoher Blutdruck zu Kopfschmerzen führen kann.
- Ausreichend trinken: Das Trinken von ausreichend Wasser kann Dehydration verhindern, die ebenfalls Kopfschmerzen verursachen kann. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. empfiehlt Erwachsenen, täglich 1,5 Liter Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Bei großer Hitze oder sportlichen Aktivitäten können ein halber bis ein Liter Wasser pro Sportstunde zusätzlich nötig sein.
- Stressmanagement: Achten Sie außerdem darauf, ausreichend zu schlafen. Eine Entspannungsmethode wie Yoga oder Muskelrelaxation nach Jacobson könnte Ihnen helfen, Stress zu reduzieren.
- Ergonomischer Arbeitsplatz: Müssen Sie viel am Schreibtisch sitzen? Dann überprüfen Sie, ob Tisch, Stuhl und Computer ergonomisch eingestellt sind. Falls nicht, könnte dies Verspannung verursachen. Das gilt auch fürs Smartphone. Nutzen Sie Kopfhörer, wenn Sie telefonieren.
- Vermeidung von Triggern: Wenn Lebensmittel die Trigger für Ihre Beschwerden sind, versuchen Sie, darauf zu verzichten. Ein Kopfschmerztagebuch kann Ihnen helfen, Auslöser für Ihre Attacken zu finden. Am Arbeitsplatz sollten Sie darauf achten, dass die Höhe von Schreibtisch, Stuhl und Computer richtig eingestellt ist.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Wichtig zu wissen: Wenn Ihre Stirnschmerzen anhalten oder Ihre täglichen Aktivitäten beeinträchtigen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Ein plötzlicher, intensiver Stirnschmerz kann auch eine Notfallbehandlung erfordern.
Suchen Sie sofort einen Arzt auf, wenn die Schmerzen von Fieber, Sehstörungen, Sprachproblemen oder starker Übelkeit begleitet werden. Auch wenn die Kopfschmerzen nach einem Unfall auftreten oder völlig anders sind als gewöhnlich, ist eine Untersuchung wichtig. Diese Warnsignale erfordern eine sofortige ärztliche Untersuchung:
- erstmaliges Auftreten sehr intensiver oder häufiger stechender Kopfschmerzen nach dem 50. Lebensjahr
- zusätzliche Symptome wie Fieber, Übelkeit, Sehstörungen oder Nackensteifigkeit
- Kopfschmerzen nach einem Sturz oder Unfall
- plötzliche, sehr starke Schmerzen („wie ein Donnerschlag”)
- Bewusstseinsstörungen oder neurologische Ausfälle
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