Podcasts über Multiple Sklerose: Ein Überblick für Ärzte und Betroffene

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die einen großen Teil des Lebens begleiten kann. Der Umgang mit MS und die Bewältigung des Alltags hängen stark vom Krankheitsverlauf, der Therapie und dem Verständnis der Erkrankung ab. Podcasts bieten eine wertvolle Möglichkeit, sich umfassend zu informieren, Expertenmeinungen zu hören und von den Erfahrungen anderer Betroffener zu profitieren. Dieser Artikel gibt einen Überblick über verschiedene Podcast-Formate, die sich mit dem Thema MS auseinandersetzen und sowohl für Ärzte als auch für Betroffene von Interesse sind.

Podcasts als Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal

Einige Podcast-Formate richten sich speziell an Ärzte und medizinisches Personal und bieten Fortbildungsinhalte rund um das Thema MS. Diese Podcasts ersetzen jedoch keineswegs einen Arztkontakt, wenn es um die Behandlung von Erkrankungen geht. Die Beiträge spiegeln den Kenntnisstand der medizinischen Partner und Experten wider, den sie nach bestem Wissen und Gewissen mit dem Publikum teilen. Häufig handelt es sich dabei auch um persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen.

Nervennahrung-Podcast

Der Nervennahrung-Podcast bietet Fortbildungsinhalte für Ärzte und medizinisches Personal. Die Beiträge spiegeln den Kenntnisstand der medizinischen Partner und Experten wider und beinhalten häufig persönliche Erfahrungen und subjektive Meinungen.

MS E-Fallkonferenzen

MS E-Fallkonferenzen präsentieren und diskutieren eigens aufgearbeitete klinische Fälle und Anwendungsprobleme im Bereich der Multiplen Sklerose. Der Ansatz ist interdisziplinär, wobei ein Neuroradiologe und ein Immunologe die verfügbaren Daten diskutieren, ehe die Teilnehmer in die Diskussion mit eingebunden werden. Auch die aktuellsten Entwicklungen und Fragestellungen rund um die MS sollen berücksichtigt werden.

Podcasts für Betroffene und Interessierte

Neben den Fortbildungsangeboten für medizinisches Personal gibt es auch zahlreiche Podcasts, die sich an Betroffene, Angehörige und alle Interessierten richten. Diese Formate bieten Informationen zu Grundlagen, Therapien und aktuellen Forschungsthemen, schulen die Zuhörer im Umgang mit ihren Behandlungsteams und geben Einblicke in den Alltag mit MS.

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MS&ich - Der Podcast für Menschen mit Multipler Sklerose

MS&ich ist ein Podcast für Menschen mit Multipler Sklerose, ihre Angehörigen und alle, die sich für ein Leben mit MS interessieren. In jeder Folge erwarten die Zuhörer persönliche Geschichten, medizinische Einblicke und alltagstaugliche Tipps - verständlich, empathisch und fundiert.

Impulse für dein Leben - Der Patientenpodcast

Der Patientenpodcast „Impulse für dein Leben“ beleuchtet verschiedene Aspekte des Lebens mit MS. Betroffene berichten von ihren persönlichen Erfahrungen im Berufsalltag, sprechen über die Herausforderungen unsichtbarer Symptome und geben Tipps für den Umgang mit der Ungewissheit der Erkrankung.

Der MS-Podcast von Adrian-Minh Schumacher

Dr. med. Adrian-Minh Schumacher hat sein ärztliches und wissenschaftliches Handeln der Multiplen Sklerose verschrieben. Als Host begleitet er die Zuhörer in diesem Podcast, damit sie ein besseres Verständnis zur MS und damit auch Strategien zur Bewältigung der Erkrankung aufbauen können. Im Besonderen werden Grundlagen, Therapien und aktuelle Forschungsthemen in den Blick genommen und ExpertInnen interviewt. Dazu sollen die Zuhörer darin geschult werden, besser mit ihren Behandlungsteams zu kommunizieren.

Themenvielfalt in MS-Podcasts

Die Themen, die in MS-Podcasts behandelt werden, sind vielfältig und reichen von Grundlageninformationen über aktuelle Forschungsergebnisse bis hin zu persönlichen Erfahrungen und alltagstauglichen Tipps. Einige Beispiele sind:

  • Grundlagen der MS: Was ist MS? Wie verläuft die Erkrankung? Welche Symptome gibt es?
  • Therapien: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Wie wirken die verschiedenen Medikamente? Für wen ist welche Therapie geeignet?
  • Aktuelle Forschung: Welche neuen Therapieansätze gibt es? Was sind die vielversprechendsten Forschungsergebnisse?
  • Leben mit MS: Wie kann man den Alltag mit MS gestalten? Welche Hilfsmittel gibt es? Wie kann man mit den psychischen Belastungen umgehen?
  • Ernährung bei MS: Welche Rolle spielt die Ernährung bei MS? Gibt es spezielle Ernährungsempfehlungen?
  • Unsichtbare Symptome: Welche unsichtbaren Symptome gibt es bei MS? Wie kann man damit umgehen?
  • Berufstätigkeit mit MS: Welche Herausforderungen gibt es im Berufsalltag? Wie kann man diese meistern?
  • Psychische Gesundheit: Wie beeinflusst MS die Psyche? Welche Unterstützung gibt es?
  • CAR-T Zelltherapie: Was verbirgt sich hinter dieser neuartigen Therapieform? Für wen ist sie geeignet?
  • BTK Inhibitoren: Welche Hoffnungen ruhen auf dieser neuen Klasse von Therapeutika? Was zeigen die Ergebnisse aus klinischen Studien?
  • Autologe Stammzelltransplantation (aHSZT): Was bedeutet diese Therapie? Wie läuft sie ab? Für wen kommt sie in Frage?
  • Ernährung und Darmgesundheit: Wie beeinflusst die Darmflora die MS? Welche Rolle spielen Ballaststoffe und Probiotika?

Tiefergehende Einblicke in spezifische Themen

Einige Podcasts widmen sich auch sehr spezifischen Themen im Zusammenhang mit MS:

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  • Autologe Stammzelltransplantation (aHSZT): Die Versprechen sind hoch: Heilung der MS durch eine autologe Stammzelltransplantation (aHSZT)? Einmal und nie wieder? Die auch gern “Immunreset” genannte Prozedur gibt es mittlerweile schon einige Jahre als besondere Behandlung der Multiplen Sklerose. Besonders in dem Sinne, dass die Krankheitsaktivität in der Tat sehr verlässlich heruntergefahren werden kann, aber auf der anderen Seite auch intensive Risiken stehen. Was damit gemeint ist, wie genau so eine Therapie abläuft, und für wen die aHSZT in Frage kommt, darüber sprechen wir in der heutigen Podcastfolge.
  • Turbo für Trials: Therapieforschung mit Prof. Marcus Koch: Wir brauchen endlich mehr Möglichkeiten, die progrediente MS zu behandeln. So viel steht fest. Aber wie kommen wir dahin? Irgendjemand schlaues sagte mal: Warum in die Ferne schweifen, sieh das Gute liegt so nah. Dass man nicht unbedingt irgendwelche abgefahrenen Wirkstoffe kompliziert entwickeln muss, sondern eine Abkürzung nehmen kann und bekannte Wirkstoffe aus anderen Erkrankungen bei der Multiplen Sklerose einsetzen könnte, davon ist Kollege Marcus Koch überzeugt. Denn mit seinem Ansatz sind keine langwierigen, teuren Studien notwendig, um Fortschritte zu machen.
  • Sci-Fi oder Heilsbringer? CAR-T Zelltherapie in der MS - Interview mit Dr. Lena Kristina Pfeffer: Erst einmal klingt es wie etwas aus der Zukunft: lebende Immunzellen, die als Medikament gegeben unser Immunsystem ‘hacken’. Was man in der Krebstherapie schon fast eine etablierte Therapie nennen kann, findet gerade seinen Einzug in die Autoimmunerkrankungen, darunter auch die MS. In Deutschland wurden bereits einzelne MS PatientInnen mit einer solchen CAR-T Zelltherapie behandelt. Was es genau damit auf sich hat, das erklärt uns heute Dr. Lena Kristina Pfeffer vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.
  • BTK Inhibitoren: Hoffnung und Enttäuschung: Seit Jahren blickt die MS Community mit Spannung auf eine neue Klasse von Therapeutika: die sogenannten BTK Inhibitoren. Was sich hinter diesem Namen verbirgt, welche Geschichte dahinter steckt und warum die Hoffnungen so groß waren, das behandeln wir im ersten Teil dieser Folge. Aber mindestens genauso spannend: seit diesem Jahr gibt es Ergebnisse aus großen klinischen Studien. Und diese sind sehr spannend, obwohl sie gleichzeitig auch enttäuschen.

Expertenmeinungen und persönliche Erfahrungen

Ein besonderer Mehrwert von MS-Podcasts ist die Möglichkeit, Expertenmeinungen und persönliche Erfahrungen von Betroffenen zu hören. So sprechen beispielsweise die führenden Münchner Neuroimmunologen Prof. Dr. Bernhard Hemmer (TUM) und Prof. Dr. Martin Kerschensteiner im Synergy-Podcast über ihren Weg in die MS-Forschung, den aktuellen Stand der Forschung sowie ihre spannenden Visionen für die Zukunft. Prof. Dr. Hemmer ist Direktor der Klinik für Neurologie und Arbeitsgruppenleiter für Klinische Neuroimmunologie am TUM-Klinikum rechts der Isar.

Ernährung als Therapieansatz

Einige Podcasts beleuchten auch den Zusammenhang zwischen Ernährung und MS. So wird in der Sendung "Die Ernährungs-Docs" der ARD ein Fall von Multipler Sklerose behandelt, bei dem ein gesunder Bakterien-Klima im Darm die entzündlichen Prozesse der MS beeinflussen soll. Dazu setzt Ernährungs-Doc Matthias Riedl auf Ballaststoffe, etwa aus Vollkornprodukten und Äpfeln - sowie auf Probiotika, die zum Beispiel in frischem rohem Sauerkraut stecken.

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