Polyneuropathie-Behandlung im Krankenhaus Altenburg: Ein umfassender Überblick

Die Polyneuropathie ist eine Erkrankung, die mehrere periphere Nerven betrifft und zu einer Vielzahl von Symptomen führen kann. Die Behandlung von Polyneuropathie erfordert einen multidisziplinären Ansatz, und Krankenhäuser wie das in Altenburg spielen eine wichtige Rolle bei der Diagnose, Behandlung und Rehabilitation von Patienten mit dieser Erkrankung.

Ursachen und Arten der Polyneuropathie

Polyneuropathien können verschiedene Ursachen haben, darunter:

  • Diabetes: Diabetische Neuropathie ist eine der häufigsten Formen der Polyneuropathie.
  • Alkoholmissbrauch: Alkoholbedingte Neuropathie kann durch die toxische Wirkung von Alkohol auf die Nerven verursacht werden.
  • Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis, Lupus und Sjögren-Syndrom können zu Polyneuropathie führen.
  • Infektionen: Bestimmte Infektionen wie Borreliose, HIV und Hepatitis C können Nervenschäden verursachen.
  • Erbliche Faktoren: Die hereditäre Transthyretin-Amyloidose (hATTR) ist eine vererbte Form der Amyloidose, die zu Polyneuropathie führen kann.
  • Medikamente: Einige Medikamente, wie z. B. Chemotherapeutika, können als Nebenwirkung eine Polyneuropathie verursachen.
  • Vitaminmangel: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen, insbesondere Vitamin B12, kann zu Nervenschäden führen.
  • Nierenerkrankungen: Nierenerkrankungen können zu einer Ansammlung von Toxinen im Körper führen, die die Nerven schädigen können.
  • Bestimmte Krebserkrankungen: Einige Krebserkrankungen können eine Polyneuropathie verursachen, insbesondere das multiple Myelom.

Die Transthyretin (TTR)-Amyloidose (A-TTR) ist eine seltene, autosomal dominant vererbte Krankheit mit variabler Penetranz und präsentiert sich mit einem breiten Spektrum klinischer Manifestationen. TTR, das an A-TTR beteiligte Protein, ist ein tetrameres Transportprotein, dessen fehlerhaft gefaltete Monomere Amyloidfibrillen bilden, die Gewebeschäden verursachen.

In den frühesten Stadien der Krankheit umfassen die Symptome autonome und/oder sensorische Symptome. Das klinische Spektrum von A-TTR (Amyloidosis TTR) variiert stark von einer ausschließlich neurologischen Beteiligung bis hin zu einer vorherrschenden kardialen Präsentation. Im ersten Fall wird die Erkrankung als familiäre TTR-Amyloid-Polyneuropathie (TTR-FAP) bezeichnet. Wahrscheinlich macht diese Einteilung im weiteren Verlauf keinen Sinn mehr, da sich das Krankheitsbild bei der Mehrzahl der Patienten (>62%) überschneidet.

Die hereditäre Transthyretin-Amyloidose (hATTR) ist eine Störung, die durch eine Mutation im TTR-Gen verursacht wird. Dieses Gen kodiert das Protein Transthyretin (TTR). Eine Mutation im TTR-Gen führt zu einem abnormalen TTR-Protein. Dieses neigt dazu, zu verklumpen und Aggregate zu bilden (sogenannte Amyloidfibrillen), welche sich im Herzen, in den Nerven, im Magen-Darm-Trakt und in anderen Organen ansammeln. Zu den vererbten Amyloidosen gehört auch die Transthyretin-assoziierte familiäre Amyloidpolyneuropathie (hATTR). Weltweit gibt es rund 50.000 Menschen mit hATTR. Die Behandlung erfolgt symptomorientiert und krankheitsmodifizierend.

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Diagnostik im Krankenhaus Altenburg

Die Diagnose von Polyneuropathie umfasst in der Regel eine umfassende neurologische Untersuchung, Anamnese und verschiedene diagnostische Tests. Dazu gehören:

  • Elektrophysiologische Untersuchungen: Elektromyographie (EMG) und Nervenleitgeschwindigkeitsstudien (NLG) werden verwendet, um die Funktion der Nerven zu beurteilen. In der Abteilung für klinische Neurophysiologie erfolgen die etablierten neurophysiologischen Untersuchungen wie Elektroenzephalographie (EEG), Langzeit-EEG über 24 Stunden, evozierte Potentiale und Elektromyographie (EMG) und -neurographie (ENG) sowie die Neurosonographie (Ultraschall).
  • Laboruntersuchungen: Blutuntersuchungen können durchgeführt werden, um zugrunde liegende Ursachen wie Diabetes, Vitaminmangel, Nierenerkrankungen oder Autoimmunerkrankungen zu identifizieren. Die für diese Studie entnommene Blutprobe wird für die genetische und biochemische Analyse verwendet. In dieser Studie wird nur das TTR-Gen sequenziert. Für Teilnehmer mit einer Variante im TTR-Gen besteht die Möglichkeit zur Teilnahme am Follow-Up-Teil der Studie. Hier wird der Gesundheitszustand über 24 Monate monitoriert und es werden biochemische Tests durchgeführt, um Biomarker zu finden. Biomarker sind biologische Indikatoren für das Vorhandensein und die Schwere einer Krankheit. Zum Beispiel ist die Körpertemperatur ein Biomarker für Fieber oder der Blutdruck wird verwendet, um das Schlaganfallrisiko zu bestimmen. Mit ihrer Blutprobe werden Moleküle gesucht, die als Biomarker für hATTR dienen können.
  • Nervenbiopsie: In einigen Fällen kann eine Nervenbiopsie erforderlich sein, um die Diagnose zu bestätigen und die Ursache der Polyneuropathie zu ermitteln.
  • Bildgebende Verfahren: Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) können durchgeführt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen, die ähnliche Symptome verursachen könnten.
  • Kardiale Bildgebung: Bei Verdacht auf A-TTR kann eine kardiale Magnetresonanz (CMR) eine frühe kardiale Beteiligung durch fokales myokardiales spätes Gadolinium-Enhancement (LGE) erkennen. Die Elektrokardiogramme (EKGs), das transthorakale ECHO (TTE) und die kardiale Magnetresonanz (CMR) der TTR-CM zeigen ähnliche Befunde wie die kardiale AL.
  • Knochenszintigraphie: Aus diesem Grund sollte bei Patienten mit Verdacht auf TTR-CM eine 99mTc-DPD-Szintigraphie erwogen werden, um die Diagnose zu unterstützen, wenn eine Histologie nicht oder kaum möglich ist. Mehrere Studien haben gezeigt, dass von TTR abgeleitete Fibrillen eine Affinität zu Knochenmarkern zeigen, insbesondere zu 99m Technetium-3,3-diphosphono-1,2-propano-di-carbonsäure (99mTc-DPD).

Die Diagnosestrategie für A-TTR kombiniert Pathologie und molekulargenetische Tests. TTR ist ein Gen kleiner Größe (7 kB), welches vier Exons umfasst, und sein Screening durch vollständige Sequenzierung der codierenden Teile ist mittlerweile leicht zugänglich.

Behandlungsansätze im Krankenhaus Altenburg

Die Behandlung von Polyneuropathie im Krankenhaus Altenburg zielt darauf ab, die zugrunde liegende Ursache zu behandeln, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität des Patienten zu verbessern. Die Behandlungsstrategien können Folgendes umfassen:

  • Behandlung der Grunderkrankung: Wenn die Polyneuropathie durch eine Grunderkrankung wie Diabetes, Autoimmunerkrankung oder Infektion verursacht wird, ist die Behandlung dieser Erkrankung von entscheidender Bedeutung.
  • Medikamentöse Therapie:
    • Schmerzmittel: Schmerzmittel wie nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs), Opioide oder Antikonvulsiva können zur Linderung von Schmerzen eingesetzt werden.
    • Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva wie Amitriptylin oder Duloxetin können bei neuropathischen Schmerzen helfen.
    • Kortikosteroide: Bei entzündlichen Polyneuropathien können Kortikosteroide eingesetzt werden, um die Entzündung zu reduzieren.
    • Immunsuppressiva: Bei Autoimmunerkrankungen können Immunsuppressiva eingesetzt werden, um das Immunsystem zu unterdrücken und Nervenschäden zu reduzieren.
    • hATTR-spezifische Medikamente: Derzeit sind mehrere hATTR-spezifische Medikamente (z. B. Vyndamax, Vyndaqel, ONPATTRO, TEGSEDI, AMVUTTRA) erhältlich.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskelkraft und Koordination zu verbessern und Schmerzen zu lindern.
  • Ergotherapie: Ergotherapie kann Patienten helfen, ihre täglichen Aktivitäten besser zu bewältigen und ihre Unabhängigkeit zu erhalten.
  • Schmerztherapie: Eine spezifische Schmerztherapie ist angezeigt für Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen (Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Migräne sowie neuropathische Schmerzen). Diese wird in unserer Klinik durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen gewährleistet. Neben speziellen schmerztherapeutischen Verfahren (inklusive minimal invasiver Schmerztherapie) werden neuropsychologische Behandlung (Entspannungsverfahren, Gruppen- und Einzeltherapie z.B. für Schmerzpatienten) und Physiotherapie einschließlich Bewegungsbad, physikalische Therapie sowie Akupunktur angeboten.
  • Transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS): Die Ärzte kleben Hautelektroden auf Körperstellen, die chronische Schmerzen verursachen. Die verschiedenen Stromstärken und Frequenzen erzielen eine entspannende Wirkung.
  • Psychologische Unterstützung: Psychologische Unterstützung kann Patienten helfen, mit den emotionalen und psychologischen Auswirkungen der Polyneuropathie umzugehen.
  • Alternative Therapien: Einige Patienten finden Linderung durch alternative Therapien wie Akupunktur, Massage oder Yoga.

Rehabilitation im MEDIAN Rehazentrum Daun - Altburg

Das MEDIAN Rehazentrum Daun - Altburg ist ein Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, das auch Behandlungen für Suchterkrankungen anbietet. Obwohl es sich nicht speziell auf neurologische Erkrankungen wie Polyneuropathie konzentriert, bietet es dennoch rehabilitative Dienstleistungen an, die für Patienten mit Polyneuropathie von Vorteil sein können, insbesondere wenn die Erkrankung mit Suchtproblemen oder psychischen Belastungen verbunden ist.

Das MEDIAN Rehazentrum Daun - Altburg behandelt polytoxikomane junge Erwachsene im Alter zwischen 18 und 35 Jahren ohne Substitution (außer schwangere Frauen). Sie erfordern eine Vielzahl ineinandergreifender therapeutischer Maßnahmen, um ein suchtmittelfreies Leben Schritt für Schritt aufzubauen.

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Die Klinik liegt oberhalb des Ortes Schalkenmehren an der Bundesstraße von Daun nach Manderscheid gegenüber der Sternwarte mitten im Herzen der waldreichen Vulkaneifel.

Neurologische Rehabilitation in anderen Kliniken

Welche Rehakliniken in Deutschland eignen sich am besten für die Behandlung einer neurologischen Erkrankung oder nach einem neurochirurgischen Eingriff? Die neurologische Reha zielt darauf ab, Menschen mit einer neurologischen Erkrankung, also einer Störung des Nervensystems, oder Patienten nach einem neurochirurgischen Eingriff zu unterstützen.

Eine neurologische Erkrankung wie ein Schlaganfall oder eine Hirnblutung hat oft den Verlust alltäglicher Kompetenzen, wie die Fähigkeit sich fortzubewegen oder zu sprechen, zur Folge. Die neurologische Rehabilitation hilft dem Patienten mit zielgerichteten Maßnahmen dabei, diese Probleme zu beheben und in den Alltag zurückzukehren.

Verschiedene erprobte Konzepte und medizinische Instrumente sollen den Patientinnen und Patienten wieder ein möglichst selbstständiges Leben ermöglichen.

Am Aufnahmetag führen wir eine gründliche ärztliche Untersuchung durch. Therapieziele werden zu Beginn der Rehabilitation gemeinsam festgelegt und ein individuelles Therapiekonzept erstellt. Dafür verfügen wir über ein interdisziplinäres Team aus Neurologen, Neuropsychologen, Ergo- und Physiotherapeuten, sowie Logopäden, Pflegekräften, Sozialarbeitern und Ernährungsberatern.

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Der interdisziplinäre Ansatz berücksichtigt die persönlichen Ressourcen sowie das familiäre und berufliche Umfeld. Durch gut ausgebildetes Personal sind auch spezielle diagnostische Maßnahmen wie elektrophysiologische Untersuchungen und damit Diagnosesicherung und Überprüfung des Krankheitsverlaufs möglich, was zur Sicherung der Qualität beiträgt.

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