Posturales Tachykardiesyndrom (POTS) und Migräne: Ein Überblick über Zusammenhänge, Symptome und Behandlungsansätze

Das Posturale Tachykardiesyndrom (POTS) ist eine komplexe Erkrankung, die durch eine übermäßige Erhöhung der Herzfrequenz beim Aufstehen gekennzeichnet ist. Oftmals geht dies mit einer Vielzahl von Symptomen einher, die das tägliche Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen können. In jüngster Zeit rückt POTS vermehrt in den Fokus der Forschung, insbesondere im Zusammenhang mit Long COVID und anderen chronischen Erkrankungen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von POTS, seine Symptome, Diagnosemethoden, mögliche Ursachen und Therapieansätze. Darüber hinaus wird der Zusammenhang zwischen POTS und Migräne diskutiert.

Was ist POTS? Definition und Charakteristika

Das Posturale Tachykardiesyndrom (POTS) ist eine Form der Orthostatischen Intoleranz, bei der es zu einem überproportionalen Anstieg der Herzfrequenz kommt, wenn eine Person vom Liegen oder Sitzen in eine stehende Position wechselt. Fachleute sprechen von POTS, wenn innerhalb von maximal 10 Minuten nach dem Aufstehen der Puls um 30 Schläge pro Minute gegenüber der Normalfrequenz oder auf über 120 Schläge pro Minute ansteigt. Charakteristisch für POTS ist außerdem, dass sich der Blutdruck dabei nicht oder nur geringfügig verändert. Das unterscheidet POTS von dem Orthostase-Syndrom, bei dem es beim Wechsel von der Rückenlage in die aufrechte Position zu einem Blutdruckabfall kommt.

Die Posturale Tachykardie, das heißt die Beschleunigung des Pulses im Stehen oder bei geringer körperlicher Belastung ist eine häufig übersehene Kreislaufstörung - insbesondere deshalb da das Posturale Tachykardiesyndrom selten zu einer Ohnmacht führt.

Häufige Symptome bei POTS

Das Krankheitsbild des POTS ist sehr individuell. Manche Menschen mit POTS spüren nur einen leichten Schwindel ohne weitere Symptome, während bei anderen das Alltagsleben erheblich eingeschränkt ist. Häufig sind die Symptome morgens ausgeprägter, manchmal ändern sie sich von Tag zu Tag.

Neben dem charakteristischen Herzrasen können bei POTS eine Vielzahl weiterer Symptome auftreten, darunter:

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  • Schwindel
  • Benommenheit
  • Schwächegefühl
  • Kurzatmigkeit
  • Zuckungen oder Zittern
  • Schwitzen
  • Brustschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Angstempfinden
  • Lichtempfindlichkeit
  • Sehstörungen
  • Müdigkeit und Schlafstörungen
  • geringe Belastbarkeit
  • Konzentrationsprobleme
  • Magen- und Verdauungsprobleme

Akute Symptome wie Schwindel und Benommenheit verschwinden in der Regel, wenn sich die Betroffenen wieder hinlegen. Darüber hinaus gibt es mögliche dauerhafte Begleitsymptome, die aufgrund der sich wiederholenden POTS-Episoden entstehen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die genauen Ursachen für die Entstehung von POTS sind noch nicht vollständig geklärt. Fachleute vermuten, dass Störungen in der Hormonproduktion und -aufnahme (neuroendokrine Dysfunktion), des autonomen (vegetativen) Nervensystems oder Autoimmunerkrankungen für das POTS verantwortlich sind. Das vegetative Nervensystem reguliert alle Vorgänge im Körper, die nicht willentlich gesteuert werden - wie Atmung, Verdauung oder Herzschlag. Außerdem können chronische Schmerzen eine Rolle spielen. Diese führen oft zu einem Schonverhalten mit einer Verminderung der körperlichen Leistungsfähigkeit (Dekonditionierung), von der auch das Herz betroffen sein kann.

Im Liegen fällt es dem Körper leicht, alle Regionen gleichmäßig zu durchbluten und mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Wenn wir aufstehen, muss sich der Blutkreislauf so umstellen, dass die oberen Körperbereiche immer noch ausreichend versorgt sind. Deswegen sorgen Nervensignale dafür, dass das Herz schneller schlägt und die Blutgefäße in den Beinen sich verengen. Bei einem POTS ist diese Verengung nicht stark genug. Die Folge: Im Oberkörper kommt zu wenig Blut an und das Herz wird angeregt, noch schneller zu schlagen, wodurch die Durchblutung im Oberkörper verbessert werden soll. Dadurch erhöht sich das Herzzeitvolumen, das heißt, das Herz pumpt das Blut schneller in den Kreislauf. Aber trotz dieser Gegenregulation kommt es zu den oben beschriebenen Symptomen.

Der konkrete Auslöser bleibt oft unbekannt. POTS beginnt oft nach einer Schwangerschaft, einer größeren Operation, einer Verletzung oder einer Viruserkrankung. Generell gibt es bei POTS aber noch viele unbeantwortete Fragen - und was im jeweiligen Einzelfall bei Menschen mit POTS die Störung der Durchblutung auslöst, lässt sich oft nicht ermitteln. Auch eine COVID-19-Infektion kann ein POTS auslösen. Beim Long-COVID-Syndrom gilt das POTS als wichtiger Krankheitsbestandteil.

Es gibt einige Krankheiten, bei denen Fachleute vermuten, dass sie POTS begünstigen. In solchen Fällen könnte das POTS die Folge einer schon zuvor bestehenden Erkrankung sein. Man spricht dann von sekundärem POTS. Das Gegenteil davon, wenn also keine solche Grunderkrankung vorliegt, ist das primäre POTS.

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Zu den Krankheiten, die im Verdacht stehen, POTS zu begünstigen, gehören:

  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
  • Erkrankungen des Nervensystems, zum Beispiel das Bradbury-Egglestone-Syndrom
  • das Ehler-Danlos-Syndrom, eine erbliche Bindegewebserkrankung, bei der es zu Störungen der Kollagenbildung kommt

Prinzipiell kann es bei jedem Menschen in jedem Alter zu POTS kommen, am häufigsten sind jedoch Frauen im Alter zwischen 15 und 50 Jahren betroffen. Das Verhältnis von Frauen zu Männern beträgt 5:1. Einige Frauen mit POTS berichten von einer Zunahme der Episoden unmittelbar vor der Menstruation.

Diagnose von POTS

Wiederkehrende Probleme beim Aufstehen wie Schwindel oder Benommenheit sollten ärztlich abgeklärt werden. Beim POTS ist ein ausführliches ärztliches Gespräch (Anamnese) für die Diagnose besonders wichtig, um Hinweise auf zugrunde liegende Erkrankungen zu finden. Das POTS muss außerdem von Krankheiten mit ähnlichen Symptomen abgegrenzt werden. POTS und das Orthostase-Syndrom haben zum Beispiel sehr ähnliche Symptome. Hier ist es jedoch ein Abfall des Blutdrucks der Auslöser. Und wenn ein POTS mit Angstsymptomen einhergeht, könnte es als Angststörung fehlinterpretiert werden.

Die ärztliche Untersuchung kann folgende Schritte umfassen:

  • Puls- und Blutdruckmessung im Liegen und im Stehen (Wenn der Blutdruck im Stehen sinkt, handelt es sich eher nicht um das POTS, aber womöglich um das Orthostase-Syndrom.)
  • Bei der POTS-Diagnose kommt manchmal auch ein sogenannter Kipptisch zum Einsatz: Für die Kipptischuntersuchung werden Patienten und Patientinnen auf einer kippbaren Liege mit Haltegurten gesichert. Wenn die Liege langsam von der Horizontale in die Vertikale fährt, lassen sich beim Positionswechsel Puls und Blutdruck kontinuierlich messen.
  • Elektrokardiogramm (EKG) zur Messung der Herzströme

Mehrere Testungen bieten sich zur Objektivierung der Orthostatischen Intoleranz an: ein Schellong-Test, der NASA-10min-Lean-Test und eine Kipptisch-Untersuchung. Der Schellong-Test und der NASA-10min-Lean-Test bieten sich für die niedergelassene Diagnostik an, da sie mit einfachsten Mitteln (Blutdruckmanschette, manuelle Pulsmessung) durchzuführen sind. Dabei sollte die Orthostase mindestens 10 Minuten andauern, damit Veränderungen zuverlässig gemessen werden können (IOM-Report, S. 111). Verschiedene Parameter können während der orthostatischen Testung ermittelt werden, dazu zählen u. a.

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Beim Schellong-Test (Schellong I) liegt der/die Patient*in zunächst auf einer Untersuchungsliege und bleibt hier etwa 5 bis 10 Minuten ruhig liegen. Während dieser Zeit werden jede Minute der Puls und der Blutdruck gemessen. Danach fordert man den Patienten auf, schnell aufzustehen.

Beim NASA-10min-Lean-Test liegt der/die Patientin zunächst 5 bis 10 Minuten auf einer Untersuchungsliege. Anschließend werden zweimal Puls und Blutdruck gemessen, um den Ruhepuls zu bestimmen. Dann lehnt sich der/die Patientin stehend mit den Schultern an die Wand, die Füße sind ca. 15 Zentimeter von der Wand entfernt. Bei einem Ansteigen der Herzfrequenz während des 10-minütigen Stehens von mehr als 30 Schlägen pro Minute liegt ein Posturales Orthostatisches Tachykardiesyndrom (POTS) vor.

Um die Diagnose zu sichern, ist ein Schellongtest oder besser eine Untersuchung mit dem Kipptisch angezeigt. Mit beiden lässt sich die Reaktion des sympathischen Nervensystems auf eine orthostatische Kreislaufbelastung - also die Belastung in aufrechter Position - ermitteln. Beim Schellong-Test mit Stehbelastung steht der Patient nach fünf bis zehn Minuten ruhigem Liegen schnell auf und bleibt weitere fünf bis zehn Minuten aufrecht stehen. Beim Gesunden würde beim Aufrichten des Körpers die Herzfrequenz nur leicht steigen und der systolische Blutdruck gleich bleiben oder nur kurz um weniger als 20 mmHg steigen, beziehungsweise der diastolische Blutdruck maximal um 15 mmHg steigen oder um maximal 10 mmHg fallen. Bei POTS-Patienten kommt es dagegen zu einer ausgeprägten Tachykardie, das heißt, die Herzfrequenz steigt innerhalb von 10 Minuten um 30 Schläge pro Minute, bis maximal 120 Schläge pro Minute an. Die Kipptischuntersuchung liefert noch genauere Ergebnisse, da hier die Beinmuskulatur nicht aktiviert wird und EKG und Blutdruck simultan gemessen werden.

Behandlungsmöglichkeiten und Therapieansätze

Stellt sich bei der ärztlichen Untersuchung heraus, dass eine zugrunde liegende Erkrankung vorliegt, geht es in erster Linie darum, diese Grunderkrankung zu behandeln. Die Therapie des POTS selbst zielt darauf ab, den Blutkreislauf zu verbessern. Dadurch erhöht sich die Blutmenge und der Druck in den Blutgefäßen steigt. Die Folge ist ein erhöhter Blutdruck.

Bluthochdruck steigert das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Deswegen sollten wir unsere Salzzufuhr eigentlich reduzieren. Bei Menschen mit einem POTS hingegen kann eine erhöhte Aufnahme von Salz und ein damit erhöhtes Blutvolumen dazu beitragen, den Kreislauf zu stabilisieren und den Puls nach dem Aufstehen zu senken. Salz unterstützt jedoch nur die Linderung der Beschwerden, es beseitigt sie nicht. Ein Mehr an Salz kann daher nur Teil eines umfassenden Therapiekonzeptes sein.

Eine häufige Empfehlung ist außerdem ein körperliches Trainingsprogramm, das an die individuelle Belastbarkeit angepasst ist und dessen Intensität langsam gesteigert wird. Mit den Übungen wird oft in Rückenlage begonnen. Zur Pulssenkung kann außerdem ein regelmäßiges Ausdauertrainingbeitragen, sofern der Gesundheitszustand dies zulässt. Um den Blutrückfluss in die Beine zu verringern, können Kompressionstrümpfe sinnvoll sein.

Oft verringern oder mildern solche allgemeinen Maßnahmen die POTS-Episoden. Sollte dies nicht gelingen, können Ärzte verschiedene Medikamente in einem individuellen Heilsversuch nutzen - ein speziell für POTS zugelassenes Medikament gibt es allerdings nicht:

Bei vielen Betroffenen legen sich die Beschwerden nach einer Anpassung des Lebensstils innerhalb von ein bis drei Jahren von selbst. Ist dies nicht der Fall, lässt sich die Krankheit in vielen Fällen durch eine Kombination aus Lebensstiländerung, Training und medikamentöser Behandlung erfolgreich behandeln.

Für Patienten ist es wichtig zu lernen, mit der Erkrankung umzugehen. Im akuten Fall hilft es, sich mit angehobenen Beinen hinzulegen oder sich an eine Wand anzulehnen und die Beinmuskulatur zu aktivieren. Um zu verhindern, dass sich übermäßig viel Blut in den Extremitäten sammelt, sind ein tägliches Training der Bein- und Bauchmuskulatur sowie moderates Ausdauer- und Stehtraining zu empfehlen. Schwimmen und Radfahren haben einen besonders hohen orthostatischen Trainingseffekt. Beim Laufen oder Joggen sinkt dagegen der periphere Gefäßwiderstand, sodass diese Sportarten immer mal wieder durch isometrische Bewegungselemente wie etwa Wandkniebeuge oder Unterarmstütze unterbrochen werden sollten. Kompressionsstrumpfhosen und eventuell eine Abdominal-Binde unterstützen ebenfalls den Rückfluss des Bluts aus den Extremitäten zum Herzen. Patienten sollten zudem zwei bis drei Liter täglich trinken und auf eine ausreichende Salzzufuhr von 8 bis 12 g pro Tag achten, um das Blutvolumen zu erhöhen.

Gegebenenfalls sind die Beschwerden auf Grunderkrankungen wie eine Small-Fiber-Neuropathie oder eine Mastzellaktivierung zurückzuführen, die dann ebenfalls zu behandeln ist.

Das Krankheitsbild POTS ist bisher noch unzureichend erforscht und Medikamente sind bislang nicht zugelassen. Verschiedene Präparate werden jedoch off Label ergänzend zur konservativen Therapie angewendet und in schweren Fällen miteinander kombiniert. Dazu zählen beispielweise NaCl-Kapseln oder kurzfristig NaCl intravenös sowie Fludrocortison, Betablocker, das Sympathomimetikum Midodrin oder der If-Kanalblocker Ivabradin. Eine kleine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2024 zeigte, dass Ivabradin die POTS-Symptomatik und die allgemeine Lebensqualität der Patienten verbesserte.

POTS und Long COVID

Ein posturales Tachykardiesyndrom kann im Rahmen des Post-Covid-Syndroms (PCS) auftreten. Eine Impfung gegen SARS-CoV-2 könnte das Erkrankungsrisiko jedoch senken. In einer Metaanalyse zeigten sich nach einer SARS-CoV-2-Infektion unter den Ungeimpften Hinweise für eine erhöhte Inzidenz eines POTS gegenüben Geimpften (108 versus 4 von 10.000).

POTS kann ebenso wie andere Dysfunktionen des autonomen Nervensystems nach einer akuten Infektion auftreten, unter Umständen in Kombination mit einer Postexertionellen Malaise (PEM). Bei dieser pathologischen Belastungsintoleranz verschlechtert sich der Gesamtzustand eines Patienten selbst nach geringer körperlicher oder geistiger Anstrengung für Stunden, Wochen oder sogar dauerhaft. Das Problem: Für beide Krankheitsbilder gibt es gegensätzliche Behandlungsansätze. Während bei PEM das sogenannte Pacing entscheidend ist - also ein schonender Umgang mit den eigenen Energieressourcen, bei dem eine Überlastung strikt zu meiden ist - ist beim POTS um eine stufenweise Erhöhung der körperlichen Aktivität angezeigt.

Experten rechnen damit, dass die Zahl der POTS-Betroffenen im Zusammenhang mit Post Covid steigen wird. Immerhin dürfte künftig weniger Zeit vergehen, bis die richtige Diagnose gestellt wird. In der deutschen Version der Klassifikation der Krankheiten und Gesundheitsprobleme ICD wurde POTS im Januar 2024 in der Kategorie der Erkrankungen des Nervensystems unter dem Schlüssel G90.80 verbindlich aufgenommen. Ärzte können Leistungen bei POTS abrechnen, unabhängig von deren Ursache.

POTS und ME/CFS

POTS ist eine häufige Komorbidität von ME/CFS und wird bei ca. 25 % der ME/CFS-Betroffenen festgestellt (Campen et al., 2018). Darüber hinaus findet sich auch bei ME/CFS-Kranken, die die Schwelle zu POTS oder OH nicht erreichen, bei orthostatischer Testung bzw. längerem Stehen oft Schwindel, Benommenheit, Tachykardie und eine verlangsamte Kreislaufreaktion auf Belastung (Garner et al., 2019; Nelson et al., 2019). Auch bei solchen ME/CFS-Patientinnen mit normaler Herzrate und normalem Blutdruck findet sich während orthostatischer Testung bei einem Großteil (82 %) ein abnormal hoher Abfall des zerebralen Blutflusses. Bemerkenswert ist, dass selbst Patientinnen, die keine orthostatischen Symptome angeben, eine verstärkte Reduktion der zerebralen Durchblutung unter Orthostase-Bedingungen aufweisen können.

Zusammenhang zwischen POTS und Migräne

Dysautonome Erkrankungen wie das posturale Tachykardiesyndrom (POTS) können ebenso wie Autoimmunerkrankungen für eine vestibuläre Migräne prädisponieren.

Viele Patienten mit POTS werden mit Betablockern behandelt, weil man davon ausgeht, dass eine inhärent gestörte autonome Aktivität mit erhöhter und übermäßiger Sympathikusaktivität als Ursache des POTS unterdrückt werden muss. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Patienten, bei denen ein massiver orthostatischer venöser Pool in der unteren Körperhälfte aufgrund eines blockierten Rückflusses zum Herzen durch die Kombination von Kompression der linken Nierenvene, der linken Beckenvene und der Hohlvene die Ursache für ihre Tachykardie ist, oft nicht von einer solchen Behandlung profitieren. Dies liegt daran, dass Betablocker die hilfreiche Gegenreaktion des Körpers, den Anstieg der Herzfrequenz, verringern.

Schwindel als Symptom von POTS und Migräne

Schwindel, das bedeutet eine Desorientierung im Raum. Für manche Schwindelarten gibt es eindeutige Befunde, z.B. eine Beeinträchtigung des Innenohres. Doch manchmal findet sich keinerlei körperlicher Befund. Häufig ist es dann eher ein Benommenheitsgefühl, ein Gefühl wie betrunken zu sein oder Watte im Kopf zu haben. Meist ist es mit starker Erschöpfung, Schlafstörungen und zahlreichen weiteren Beschwerden gekoppelt ist. Über den Schwindel mit und ohne körperlichen Befund geht es auf diesen Seiten. Was ist das? Wie entsteht er?

Auch bei solchen ME/CFS-Patientinnen mit normaler Herzrate und normalem Blutdruck findet sich während orthostatischer Testung bei einem Großteil (82 %) ein abnormal hoher Abfall des zerebralen Blutflusses. Bemerkenswert ist, dass selbst Patientinnen, die keine orthostatischen Symptome angeben, eine verstärkte Reduktion der zerebralen Durchblutung unter Orthostase-Bedingungen aufweisen können.

Fallbeispiel

Die Veränderungen im Leben der jungen Frau waren alarmierend. Schon seit zwei Jahren konnte Jessica Rank nicht mehr arbeiten, da sie nicht mehr in der Lage war, die Anstrengung einer Trainingseinheit zu bewältigen. Sogar alltägliche Aktivitäten, wie das Kochen einer Mahlzeit für ihre kleine Familie, wurden zu einer Herausforderung. Besorgt wandte sie sich an ihren Hausarzt, der eine umfassende Untersuchung durchführte. Die Beschwerden beeinträchtigten Jessica Ranks Alltag zunehmend. Sie fühlte sich unverstanden und nicht ernstgenommen, da ihre belastenden Symptome medizinisch nicht erklärbar waren. Dazu kamen extreme existenzielle Sorgen der einst erfolgreichen selbstständigen Frau. Aufgrund der anhaltenden Symptome überwies der Hausarzt die junge Mutter in die Klinik für Neurologie und Schmerztherapie des Helios Klinikums Bad Saarow. Die Behandlung von Jessica Rank erfolgte in den Kliniken für Neurologie und Kardiologie des Bad Saarower Klinikums. Die Rehabilitation beinhaltete spezielle Übungen zur Steigerung des Blutvolumens und zur Stärkung ihrer Muskulatur. Es war eine Herausforderung für Jessica Rank, ihre Lebensweise anzupassen und sich auf langsame Fortschritte einzustellen. Doch mit Unterstützung ihrer Familie und Freunde sowie der engen Zusammenarbeit mit ihrem medizinischen Team begann sie allmählich, eine Besserung zu erleben. Nach einigen Monaten intensiver klinischer Behandlung und einer Reha geht es Frau Rank nun wieder besser. Jessica Ranks Geschichte zeigt, dass POTS eine herausfordernde Erkrankung ist.

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