Einführung
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die Menschen jeden Alters betreffen kann. Die Uniklinik RWTH Aachen hat mit dem „Epilepsiezentrum Aachen“ eine hochspezialisierte Behandlungsstruktur geschaffen, um die medizinische Versorgung von Epilepsie-Patienten zu verbessern. Die Neurologische Universitätsklinik Ulm wird von Prof. Dr. Jochen Weishaupt und Prof. Dr. Karl Georg Häusler geleitet, die Experten auf dem Gebiet neurodegenerativer und neurovaskulärer Erkrankungen sind.
Klinisches Studienzentrum: Ein Überblick
Das klinische Studienzentrum der Universitätsklinik für Neurologie stellt die notwendige Infrastruktur für die Durchführung klinischer Studien bereit. Der Fokus liegt auf verschiedenen neurologischen Erkrankungen, darunter Epilepsie. Ziel ist es, an der Erprobung und Überprüfung neuester Therapieformen teilzunehmen, wobei die Sicherheit der Patienten stets im Vordergrund steht. Das Studienzentrum legt großen Wert auf nationale und internationale Vernetzung.
Aktuelle Studien im Bereich Epilepsie
Im klinischen Studienzentrum werden verschiedene Studien durchgeführt, die sich mit neuen Therapieansätzen für Epilepsie beschäftigen. Einige Beispiele sind:
X-ACKT (XPF-010-303)
Eine multizentrische, randomisierte, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-3-Studie zur Beurteilung der Sicherheit, Verträglichkeit und Wirksamkeit von XEN1101 als begleitende Therapie bei primären generalisierten tonisch-klonischen Krampfanfällen. Zielgruppe sind Patienten mit primär generalisierter tonisch-klonischer Epilepsie, die vor dem 40. Lebensjahr diagnostiziert wurde und in der Vorgeschichte mindestens zwei Epilepsie-Medikamente erhalten haben. Erwachsene (ab 18 Jahren) erhalten XEN1101 25mg oder Placebo, Jugendliche (12-18 Jahre) erhalten XEN1101 15mg/25mg oder Placebo.
BHV-7000-206
Eine weitere Studie untersucht die Sicherheit, Verträglichkeit, Pharmakokinetik und vorläufige Wirksamkeit von BHV-7000 bei Erwachsenen mit fokalen (partiellen) Anfällen. Die Studienteilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein, eine fokale Epilepsie haben und in der Vergangenheit mindestens vier Epilepsie-Behandlungen erhalten haben. Die Teilnehmer erhalten entweder BHV-7000 75mg, BHV-7000 50mg oder Placebo.
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ToSEE
Eine multizentrische, prospektive, kontrollierte, doppelblinde, randomisierte Phase-IV-Studie vergleicht die Wirksamkeit von intravenösem Valproat (VPA) oder Levetiracetam (LEV) bei einem etablierten Status Epilepticus. Ziel ist es, eine Evidenz für die Therapie des etablierten Status Epilepticus in der älteren Bevölkerung zu schaffen. Die Zielgruppe sind Patienten über 65 Jahre mit konvulsivem oder nicht-konvulsivem Benzodiazepin-resistenten (etablierten) Status epilepticus (eSE).
Das Epilepsiezentrum Aachen: Ein interdisziplinärer Ansatz
Das Epilepsiezentrum Aachen bündelt die Kompetenzen verschiedener Akteure, um eine bestmögliche Versorgung von Epilepsie-Patienten zu gewährleisten. Zum Team gehören Experten aus den Bereichen Neurologie, Neuropädiatrie, Neurochirurgie und weiteren kooperierenden Kliniken.
Schwerpunkte des Epilepsiezentrums Aachen
Das Zentrum verfügt über folgende klinische Schwerpunkte:
- Prächirurgische Diagnostik und Epilepsiechirurgie: Für Erwachsene und Jugendliche, zukünftig auch für jüngere Kinder.
- Differentialdiagnostik: Abgrenzung zu nicht-epileptischen Anfällen.
- Klinisch integrierte Beratung: Für Patienten mit genetisch bedingten Epilepsien.
- Beratung und Behandlung: Von Patientinnen mit Epilepsie hinsichtlich Kontrazeption und Schwangerschaft.
- Behandlung: Von Patienten mit psychogenen nicht-epileptischen Anfällen im Erwachsenen- sowie Kindes- und Jugendalter.
- Ketogene Diät: Als Therapieoption.
- Behandlung: Von Epilepsiepatienten mit Mehrfachbehinderung.
Aktuelles aus dem Epilepsiezentrum Aachen
Univ.-Prof. Dr. med. Yvonne Weber übernimmt die Kongresspräsidentschaft der DGN 2025. Das neue Epilepsiezentrum Aachen wurde eröffnet, um die Versorgung von Menschen mit Epilepsie zu verbessern.
Die Neurologische Universitätsklinik Ulm: Fortschritte in der Behandlung neurologischer Erkrankungen
Die Neurologische Universitätsklinik Ulm hat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte bei der Erforschung und Behandlung neurologischer Erkrankungen erzielt. Neue Technologien und Therapien ermöglichen präzisere Diagnosen und wirksamere Behandlungsansätze. Insbesondere in der Schlaganfallversorgung wurden entscheidende Fortschritte erzielt.
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Prof. Dr. Jochen Weishaupt ist Experte im Bereich neurodegenerativer Erkrankungen, während Prof. Dr. Karl Georg Häusler Spezialist auf dem Gebiet der vaskulären Neurologie und der Schlaganfallforschung ist. Gemeinsam werden sie die Neurologische Universitätsklinik Ulm weiter voranbringen.
Datenschutz und Patientenrechte
Die Stiftung Universitätsmedizin Aachen ist die verantwortliche Stelle im Sinne der Datenschutzgesetze. Patienten haben das Recht auf Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung der Datenverarbeitung, Widerspruch und Datenübertragbarkeit. Sie können sich jederzeit mit einer Beschwerde an die zuständige Aufsichtsbehörde wenden.
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