Professor Dr. Volker Limmroth ist ein renommierter deutscher Mediziner, der sich auf verschiedene neurologische Erkrankungen und das Gebiet der Langlebigkeitsmedizin spezialisiert hat. Als Chefarzt der Klinik für Neurologie und Palliativmedizin in Köln-Merheim verfügt er über jahrzehntelange Erfahrung in der Behandlung von Patienten mit Multipler Sklerose (MS), Schlaganfall, chronischen Schmerzen, Parkinson und anderen neurologischen Leiden. Dieser Artikel beleuchtet seine Schwerpunkte in der Neurologie, insbesondere im Bereich der MS-Therapie und der Langlebigkeitsmedizin.
Multiple Sklerose (MS): Fortschritte in Therapie und Behandlung
Professor Limmroth beschäftigt sich seit 30 Jahren intensiv mit der Multiplen Sklerose. Er betont, dass dank aktueller Therapiemöglichkeiten und -strategien Menschen mit MS heute ein völlig normales Leben führen können, vorausgesetzt, die Erkrankung wird rechtzeitig diagnostiziert und behandelt.
Therapieziele im Wandel
Im Laufe der Jahre haben sich die Therapieziele bei MS verändert, angepasst an die bessere Wirksamkeit neuer Substanzen. Während im letzten Jahrhundert die Reduktion der jährlichen Schubrate im Vordergrund stand, verfolgt man heute ambitioniertere Ziele.
NEDA: Keine Krankheitsaktivität als Maßstab
Das international gebräuchliche Konzept "NEDA" (No Evidence of Disease Activity) ist heute der Maßstab für eine erfolgreiche MS-Therapie. NEDA bedeutet, dass der Patient keine Schübe hat, keine Progression der Behinderung und keine kontrastmittelaufnehmenden Herde im MRT aufweist. Das Therapieziel ist, dass der Patient diese drei Kriterien jedes Jahr erfüllt.
Therapiemöglichkeiten bei MS-Schüben und Symptomen
Man unterscheidet zwischen Akutmedikation und langfristiger Behandlung. Bei einem akuten Schub wird Kortison in einer kurzen Hochdosis-Therapie verabreicht, die gut vertragen wird, sofern keine anderen Erkrankungen wie Diabetes oder schlecht eingestellter Bluthochdruck vorliegen. Ziel der langfristigen Therapie ist es, Schübe komplett zu vermeiden. Hierfür stehen hochwirksame Medikamente zur Verfügung.
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Fortschritte im Verständnis des Immunsystems
In den vergangenen Jahren hat man viel darüber gelernt, was im Immunsystem bei MS falsch läuft. Man versucht, diese falsche Programmierung entweder zu überspielen oder tatsächlich aus dem Immunsystem zu entfernen. Dies führt zu deutlich besseren Verläufen als noch vor einigen Jahren.
Hochwirksame Substanzen und ihre Begleitung
In den letzten Jahren wurden mehrere hochwirksame Substanzen zur Behandlung von MS zugelassen, die eine Reduktion der Schubraten zwischen 80 und 90 Prozent ermöglichen. Einige dieser Substanzen sind aufwendig in der Begleitung, aber inzwischen auch relativ gut verträglich. Beispielsweise gibt es eine Therapie, bei der gezielt B-Zellen, eine Komponente des Immunsystems, entfernt werden, die eine wichtige Rolle bei der für MS typischen Entzündungsreaktion spielen.
Überwachung des Krankheitsverlaufs
Nachdem Patientinnen und Patienten auf eine bestimmte MS-Therapie eingestellt sind, muss regelmäßig geprüft werden, ob die Therapie anschlägt. Der Krankheitsverlauf wird daher engmaschig überwacht. Bei stabilen Patienten genügt eine Vorstellung einmal im Jahr, bei langjährig stabilen Patienten sogar alle zwei Jahre. Da auch hochwirksame Therapien Nebenwirkungen haben können, werden regelmäßige Blutuntersuchungen durchgeführt.
Kritische Hinterfragung der Therapie
Es ist wichtig, kritisch zu hinterfragen, ob die gewählte Substanz oder Therapiestrategie wirklich wirkt. Dabei müssen auch klinische Zeichen einer Erkrankungsaktivität berücksichtigt werden, die nicht unbedingt Schübe sein müssen, sondern sich auch in einer unterschwelligen Progression äußern können. Neurologen sind daher in der Pflicht, genau zu prüfen, ob die Therapie wirkt, ob die MRT-Aufnahme in Ordnung ist und ob tatsächlich keine zusätzlichen Symptome oder unterschwellige Schübe auftreten.
Zweitmeinung und Innovation
Patienten, die seit vielen Jahren gut behandelt werden und mit ihrer Therapie zufrieden sind, müssen nicht unbedingt alles infrage stellen. Es ist jedoch legitim, alle fünf Jahre einen Spezialisten aufzusuchen und die eigene Situation und Therapie überprüfen zu lassen. Denn "der Feind des Guten ist das Bessere". Wenn es eine bessere Alternative gibt, sollte man diese in Betracht ziehen.
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Langlebigkeitsmedizin: Gesund und lange leben
Neben der Neurologie beschäftigt sich Professor Limmroth intensiv mit der Langlebigkeitsmedizin. Er ist davon überzeugt, dass es viele Dinge gibt, auf die wir in unserem Leben achten können, um lange und gesund zu leben.
Ernährung als Antrieb für den "Motor"
Einer der wichtigsten Punkte ist eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass nicht jedes Fett gleich ist. Gesättigte Fettsäuren lagern sich gerne an den Gefäßen ab, daher sollten ungesättigte Fette pflanzlicher Art bevorzugt werden. Auch die Kohlenhydratzufuhr sollte im Blick behalten werden, da viele Kohlenhydrate den Insulinspiegel stark erhöhen. Als Orientierungshilfe empfiehlt Professor Limmroth die mediterrane Ernährung.
Den Körper im Blick behalten
Um gesund zu sein und zu bleiben, ist es wichtig, seinen Körper genau im Blick zu behalten und zu schauen, was er individuell braucht. Regelmäßige Blutuntersuchungen können Aufschluss darüber geben, woran es dem Körper fehlt.
Sauna und Eisbaden
Regelmäßige Saunagänge wirken entspannend und können tatsächlich auch lebensverlängernd sein. Sauna ist ein Stressfaktor für den Körper, der ihn in einen Erhaltungsstoffwechsel umschaltet und die Zerlegung von Zellbestandteilen fördert. Auch Eisbäder oder Kältekammern haben den Vorteil, dass sie entzündungshemmend wirken.
Fitness und Sport
Fitness und Sport sind wichtig, um gesund zu bleiben. In jüngeren Jahren ist Cardiotraining sinnvoll, um Ablagerungen im kardiovaskulären System vorzubeugen. Mit steigendem Alter ist es wichtig, die Muskelmasse zu erhalten, um Muskelverfall und Gebrechlichkeit vorzubeugen. Besonders wichtig ist das Training der Beinmuskulatur, da diese uns durch den Alltag trägt und vor Stürzen schützt.
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Schlaf und Sinnhaftigkeit
Neben der richtigen Ernährung und Bewegung sind auch ausreichend Schlaf und eine Sinnhaftigkeit im Leben wichtig. Schlaf sorgt dafür, dass sich Muskeln und Gehirn erholen und ist wichtig für die kognitiven Fähigkeiten, die Erinnerung, den Hormonhaushalt und den Blutdruck. Eine sinnvolle Aufgabe, Routinen und ehrenamtliche Tätigkeiten können dazu beitragen, den Wunsch nach Leben auch im Alter beizubehalten.
Klinik für Neurologie Köln-Merheim
Die Klinik für Neurologie Köln-Merheim unter der Leitung von Professor Limmroth sichert die Versorgung neurologisch kranker Erwachsener. Die Klinik ist von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft und Deutschen Schlaganfall-Hilfe als Überregionale Stroke Unit re-zertifiziert worden.
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