Psoriasis-Arthritis und ihre möglichen Zusammenhänge mit Polyneuropathie

Psoriasis ist eine chronische Hauterkrankung, die sich häufig auch auf die Gelenke auswirkt. Etwa ein Drittel der Psoriasis-Patienten entwickelt im Laufe der Zeit eine Psoriasis-Arthritis. Es ist wichtig zu verstehen, wie diese Erkrankungen zusammenhängen und welche Auswirkungen sie auf den Körper haben können.

Psoriasis-Arthritis: Eine Entzündung der Gelenke bei Psoriasis

Die Psoriasis-Arthritis tritt meistens zusammen mit der Psoriasis der Haut auf, oft zeitlich verzögert. In seltenen Fällen kommt sie auch ohne Hautbeteiligung vor. Ähnlich wie die Psoriasis der Haut ist die Psoriasis-Arthritis nicht heilbar.

Verlaufsformen und Symptome

Die Psoriasis-Arthritis hat unterschiedliche Verlaufsformen und kann grundsätzlich alle Gelenke betreffen. Typischerweise sind auch die Finger- und Zehenendgelenke betroffen, oft alle Gelenke eines Fingers oder einer Zehe. Die Erkrankung kann sich durch flächige Gelenkbeschwerden und Schwellungen oder durch sprunghaftes Auftreten bemerkbar machen. Die Schwellungen sind nicht immer dauerhaft und können wieder vollständig zurückgehen. Um die betroffenen Gelenke herum kann es zur Verknöcherung kommen, was die Beweglichkeit der Gelenke stark einschränkt.

Auswirkungen auf den Alltag

In vielen Fällen führt die Psoriasis-Arthritis zu erheblichen Einschränkungen im beruflichen Alltag, die oft zu Arbeitsunfähigkeit führen können. Dies gilt insbesondere, wenn die großen Gelenke und/oder die Wirbelsäule betroffen sind. Oftmals geht die Psoriasis-Arthritis auch mit einem Grad der Behinderung (GdB) einher, bis hin zu einer Schwerbehinderung (GdB > 50).

Psoriasis-Arthritis bei Kindern

Bei Kindern mit Psoriasis tritt die Psoriasis-Arthritis mit etwa einem Prozent deutlich seltener auf als bei Erwachsenen. Typischerweise tritt sie bei Kindern jedoch meist vor der Erkrankung der Haut auf. Dies erschwert die Diagnose, da die Symptome wie schmerzende oder geschwollene Gelenke anfangs kaum einer Psoriasis zugeordnet werden.

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Einordnung und Abgrenzung

Die Psoriasis mit Gelenkbeteiligung, die Psoriasis-Arthritis, gehört wie die Polyarthritis (gleichzeitige Entzündung von fünf oder mehr Gelenken) zu den chronisch entzündlichen Gelenkerkrankungen. Mediziner sprechen auch von Psoriasis arthropatica oder Arthritis psoriatica, wobei dasselbe Krankheitsbild gemeint ist.

Verlauf und Ursachen

Die Psoriasis-Arthritis verläuft zwar chronisch, neigt aber im Unterschied zur chronischen Polyarthritis zu langen, spontanen Ruhepausen und Phasen der Besserung. Daher sollte eine unkontrollierte und kritiklose Therapie mit nebenwirkungsreichen Arzneimitteln über lange Zeiträume möglichst vermieden werden. Die genauen Auslöser der Psoriasis-Arthritis sind (von den bei Psoriasis diskutierten Ursachen abgesehen) praktisch unbekannt. Es gibt Menschen mit ausgeprägter und wenig ausgeprägter Psoriasis der Haut, die eine Psoriasis-Arthritis entwickeln. Die Ausprägung der Psoriasis der Haut ist kein sicherer Indikator für das Entstehen der Psoriasis-Arthritis.

Diagnose und Abgrenzung zur chronischen Polyarthritis

Die Diagnose "Psoriasis-Arthritis" sollte unbedingt von einem Rheumatologen gestellt oder bestätigt werden. Da die Erkrankung an den kleinen und großen Gelenken ein variationsreiches Erscheinungsbild aufweist, ist die Diagnose im Einzelfall oftmals sehr schwierig. Röntgenbilder zeigen im frühen Stadium selten Veränderungen, und Laboruntersuchungen, mit denen Entzündungsanzeichen im Blut oder Immunphänomene (Rheumafaktoren) gemessen werden, sind oft unauffällig. Bisher gibt es leider keinen eindeutigen Marker für die Psoriasis-Arthritis.

Um die Psoriasis-Arthritis von der chronischen Polyarthritis abzugrenzen, sollte nach Auftreten und Dauer von Morgensteifigkeit gefragt werden. Morgensteifigkeit tritt bei beginnender Psoriasis-Arthritis wesentlich seltener auf. Bei der Psoriasis-Arthritis sind oftmals die Endgelenke der Finger an beiden Händen gleichzeitig betroffen, im Gegensatz zur chronischen Polyarthritis jedoch asymmetrisch. Ebenso typisch für die Psoriasis-Arthritis ist aber auch, dass alle Gelenke eines Fingers oder einer Zehe betroffen sind - die Schwellung eines ganzen Fingers oder einer ganzen Zehe kann mithin wegweisend für die Diagnose sein. Zudem sind bei der Psoriasis-Arthritis häufig die Kniegelenke betroffen (oftmals mit Ergussbildung). Die Symptome von Psoriasis-Arthritis und chronischer Polyarthritis werden leider immer wieder verwechselt.

Beteiligung der Wirbelsäule

Eine Beteiligung der Wirbelsäule, vor allem der Lendenwirbelsäule und der Kreuzdarmbeingelenke (Spondylitis psoriatica), wird oft erst spät erkannt. Die Symptome ähneln sehr der Bechterew'schen Erkrankung (Morbus Bechterew), sind allerdings oft weniger deutlich ausgeprägt. Vorboten einer Wirbelsäulenbeteiligung können Muskel- und Nervenschmerzen wie auch Augenentzündungen sein.

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Behandlung

Wie für die Psoriasis der Haut, gilt auch für die Psoriasis-Arthritis, dass es keine "Patentrezepte" gibt. Erkrankte müssen - gemeinsam mit ihren Ärzten - herausfinden, welche Behandlung im individuellen Krankheitsfall am besten geeignet ist.

Polyneuropathie: Eine Erkrankung der peripheren Nerven

Neuropathische Schmerzen sind Schmerzen infolge einer Nervenschädigung oder einer Störung der Nervenfunktion. Hinter einem neuropathisch-artigen Schmerzsyndrom kann auch eine Veränderung der Schmerzverarbeitung im Gehirn stehen. So können chronische Schmerzen durch entzündliche Prozesse, beispielsweise bei der Psoriasis-Arthritis (PsA), dazu führen, dass die Schmerzsysteme im Gehirn mit der Zeit empfindlicher werden und schließlich auch auf schwache Schmerzreize oder ganz normale Reize (beispielsweise leichter Druck) reagieren. Dies nennt man zentrale Sensitivierung. Leiden PsA-Patienten unter anhaltendem Schmerz, kann jedoch auch eine die PsA begleitende Fibromyalgie vorliegen.

Neuropathische Schmerzen bei Psoriasis-Arthritis

Eine Querschnittsstudie zeigte, dass jeder 6. Patient mit Psoriasis-Arthritis von neuropathischen Schmerzen betroffen ist. Schlafqualität und die Leptinspiegel konnten die Hälfte der Variation im neuropathischen Schmerz bei PsA-Patienten erklären, spielen demnach also eine wichtige, womöglich ursächliche, Rolle. Patienten mit neuropathischem Schmerz litten zudem häufig unter einer höheren PsA-Krankheitsaktivität, waren stärker funktional eingeschränkt und dementsprechend in höherem Maße durch die Erkrankung beeinträchtigt.

Liegt keine erkennbare polyneuropathische Ursache vor, sollen vor allem die Symptome eingeschränkt werden. Zwar ist eine Polyneuropathie in vielen Fällen nicht vollständig heilbar, die polyneuropathische Behandlung sorgt aber im besten Fall dafür, dass die Symptome im Alltag wenig einschränken.

Ursachen und Symptome der Polyneuropathie

Die Polyneuropathie ist im Prinzip nur ein Sammelbegriff von ganz unterschiedlichen Erkrankungen die diesem Symptom zu Grunde liegen können. Es sind einige Autoimmunerkrankungen bekannt, die auch Neuropathien verursachen. Selten kann es im Rahmen der rheumatoiden Arthritis auch in Verbindung mit einer Gefäßentzündung zu Nervenschädigungen im Bereich der Füße, der Beine kommen, zu einer sogenannten Polyneuropathie. Diese Nervenschädigungen gehen mit Fehlempfindungen, Taubheitsgefühl und oft brennenden Schmerzen einher. Eine optimale Behandlung mit sehr niedriger Krankheitsaktivität oder Krankheitsstillstand kann einer rheumatischen Gefäßentzündung und damit einer distalen Polyneuropathie vorbeugen.

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Zusammenhang zwischen Psoriasis-Arthritis und Polyneuropathie

Der Zusammenhang zwischen Psoriasis-Arthritis und Polyneuropathie ist komplex und noch nicht vollständig verstanden. Es gibt jedoch mehrere mögliche Erklärungen:

  • Entzündliche Prozesse: Entzündliche Prozesse bei Psoriasis-Arthritis können die Nerven schädigen und zu neuropathischen Schmerzen führen.
  • Autoimmunreaktion: Einige Autoimmunerkrankungen, die mit Psoriasis-Arthritis in Verbindung stehen, können auch Neuropathien verursachen.
  • Medikamente: Einige Medikamente, die zur Behandlung von Psoriasis-Arthritis eingesetzt werden, können als Nebenwirkung Neuropathien verursachen.
  • Vaskulitis: In seltenen Fällen kann eine Vaskulitis (Entzündung der Blutgefäße) im Rahmen der Psoriasis-Arthritis zu Nervenschädigungen und Polyneuropathie führen.

Therapieansätze

Die Therapie von Psoriasis-Arthritis und Polyneuropathie zielt darauf ab, die Entzündung zu reduzieren, Schmerzen zu lindern und die Funktion der Gelenke und Nerven zu verbessern. Die Behandlung kann Folgendes umfassen:

  • Medikamente:
    • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung
    • Kortikosteroide zur Hemmung entzündlicher Reaktionen
    • Disease-modifying antirheumatic drugs (DMARDs) zur langfristigen Therapie
    • Biologika zur Hemmung entzündlicher Reaktionen, wenn DMARDs nicht ausreichen
  • Physiotherapie: Dehn- und Kräftigungsübungen für die Füße, um die Schmerzen des Fersensporns zu lindern.
  • Ernährung: Eine Ernährung, die nicht entzündungsfördernd wirkt, kann eine Rolle bei der Dämpfung der entzündlichen Prozesse im Körper spielen.
  • Schmerzlinderung: Medikamente zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung. Kortikosteroide werden meist eingesetzt, wenn die Behandlung mit NSAR nicht mehr ausreicht.

Weitere Informationen über Psoriasis

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist mit etwa zwei Millionen Betroffenen in Deutschland eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen. Männer und Frauen können gleichermaßen betroffen sein, wobei kein charakteristischer Zeitpunkt für den Ausbruch der Erkrankung bekannt ist. Der Schuppenflechte liegen genetische Faktoren zugrunde, die zu einer Autoimmunreaktion führen. Durch körperliche, seelische oder externe Auslöser können die sogenannten Schübe begünstigt werden. Während dieser Schübe treten die charakteristischen Symptome der geröteten und geschuppten Hautstellen sowie des starken Juckreizes in Erscheinung. Dabei können unterschiedliche Hautpartien betroffen sein. Besonders häufig zeigt sich die Schuppenflechte an der Kopfhaut oder an den Ellenbogen.

Das Krankheitsbild der Schuppenflechte lässt sich zudem in unterschiedliche Sonderformen unterteilen, beispielsweise die Schuppenflechte auf der Kopfhaut oder die Schuppenflechte mit Rheuma. Diese stellen wir Ihnen in unserem Ratgeber ebenso vor wie mögliche Behandlungsmethoden für die derzeit noch nicht ursächlich heilbare Krankheit. Auch verraten wir Ihnen, welche vorbeugenden Maßnahmen Sie unternehmen können oder wie Sie die Schuppenflechte durch Hausmittel lindern können. So kann die Anzahl der Schübe verringert werden, sodass Sie nahezu beschwerdefrei leben können.

Ursachen und Auslöser eines Schubs der Schuppenflechte

Genetische Faktoren spielen eine Rolle bei der Schuppenflechte. Ist ein Elternteil erkrankt, steigt das Risiko für das Kind, ebenfalls eine Psoriasis zu entwickeln. Bei zwei betroffenen Elternteilen ist die Wahrscheinlichkeit entsprechend höher. Bei etwa 30 bis 40 Prozent aller Patienten, die an Schuppenflechte leiden, sind auch Verwandte von der Erkrankung betroffen. Allerdings können genetische Faktoren für die Schuppenflechte auch vorliegen, ohne dass die Krankheit jemals ausbricht. Für die meisten Betroffenen sorgt die Erkrankung nicht dauerhaft für Einschränkungen, sondern tritt in Schüben auf.

Ob Schuppenflechte am Ellenbogen, an der Hand oder der Kopfhaut: Wer an Psoriasis leidet, kennt meist die Problematik der wiederkehrenden Schübe. Diese können durch körperliche, seelische und externe Faktoren ausgelöst werden. Das Tückische daran: Die Auslöser sind bei jedem Patienten individuell verschieden. Oft dauert es sehr lange, bis Betroffene ihre persönlichen "Trigger" kennen. Doch ist gerade das entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung der Schuppenflechte beziehungsweise für eine Reduktion der charakteristischen Symptome der Schübe.

Körperliche Auslöser können Infektionen, Schnittwunden, Sonnenbrand, starkes Übergewicht oder hormonelle Veränderungen sein. Seelische Auslöser können starke seelische Belastungen wie die plötzliche Arbeitslosigkeit, erkrankte Angehörige, Stress mit der Familie oder ein bevorstehender Umzug sein. Externe Einflüsse als Auslöser können verschiedene Umweltfaktoren sein, wie neue Tätowierung oder zu enge Kleidung, starker Alkoholkonsum oder Rauchen, Allergene in der Luft oder zu wenig Sonne.

Formen der Schuppenflechte

Ein Großteil der Betroffenen leidet an einer Schuppenflechte der Form Psoriasis Vulgaris. Die scharf begrenzten Flecken auf der Haut, die mit den charakteristischen Schuppen bedeckt sind, sind dabei meist das einzige Symptom. Es bestehen aber noch weitere Formen der Psoriasis. Einige Patienten leiden an gleich mehreren Formen.

Psoriasis Capitis: Schuppenflechte am Kopf

Bei über zwei Dritteln der Patienten mit Schuppenflechte ist der Kopf betroffen. Die Kopfhaut und Stirn bilden dabei die zentralen Körperstellen, an denen die schuppigen Hautstellen auftreten. Das birgt das Risiko für eine einhergehende psychische Belastung der Patienten, da die Schuppenflechte am Kopf nur schlecht kaschiert werden kann. Zudem kommt bei dieser Form der Schuppenflechte Haarausfall als mögliches Symptom dazu. Es werden für die Behandlung der Schuppenflechte am Kopf Hausmittel empfohlen, die darauf zielen, die Kopfhaut zu beruhigen und die starke Schuppenbildung zu verhindern - das vermeidet auch das Symptom des Haarausfalls. Dafür gibt es spezielle Shampoos mit schuppenlösenden und entzündungshemmenden Wirkstoffen. Als Hausmittel bei einer Schuppenflechte auf der Kopfhaut empfehlen sich verschiedene Öle, die auf die Haut aufgetragen werden und bis zu 20 Minuten einwirken können.

Psoriasis Arthritis: Schuppenflechte mit Gelenkentzündung

Die Arthritis ist eine entzündliche Gelenkerkrankung. Bei der Psoriasis Arthritis verweben sich die Probleme der entzündlichen Hautreaktionen bei einer Schuppenflechte mit diesem Krankheitsbild. Etwa jeder fünfte Schuppenflechte-Patient entwickelt im Laufe der Erkrankung diese Sonderform. Häufige Psoriasis Arthritis Symptome bei einem Schub sind lokale Schwellungen. Diese sind bei einigen Patienten zunächst nicht schmerzhaft, weshalb eine Psoriasis Arthritis im Verlauf oft erst spät erkannt wird und letztlich für starke Beschwerden sorgen kann. Die weiteren Psoriasis Arthritis Symptome unterscheiden sich je nach Typus. Typ 1 umschreibt den peripheren Typ, bei dem mindestens ein Gelenk von der Erkrankung betroffen ist. Klassische Symptome dieser Psoriasis Arthritis bei einem Schub sind schmerzhafte Gelenke, die anschwellen und gerötet sind. Wenn Sie hingegen an Psoriasis Arthritis Typ 2 - dem axialen Typ - leiden, kann eine Versteifung bestimmter Gelenke und der Wirbelsäule eintreten. Im Verlauf der Psoriasis Arthritis kann es mitunter zu Knochenschwund kommen. Die Psoriasis Arthritis Behandlung zielt stets auf die Dämpfung der entzündlichen Prozesse im Körper. Dabei kann auch die Ernährung eine Rolle spielen. Es sollten hauptsächlich Lebensmittel zu sich genommen werden, die nicht entzündungsfördernd wirken.

Nagelpsoriasis: Schuppenflechte an Fuß- und Fingernägeln

Gerade bei einer Schuppenflechte an Hand und Ellenbogen können auch leicht die Nägel in Mitleidenschaft gezogen werden. Betroffene dieser Form entdecken unterschiedliche Flecken auf Finger- oder Fußnägeln, zudem können die Nägel runde Vertiefungen aufweisen oder ihre Festigkeit verlieren. Schuppt sich die Haut unterhalb der Nägel, können diese sogar gänzlich ausfallen.

Psoriasis Pustulosa: Eitrige Pusteln als Leitsymptom

Während bei der Psoriasis Vulgaris und der Psoriasis Capitis schuppige, aber flache Hautstellen im Vordergrund stehen, sind es bei dieser Sonderform eitrige Pusteln. Diese entstehen durch weiße Blutkörperchen, die sich in der oberen Hautschicht sammeln. Die Pusteln zeigen sich vorwiegend an den Innenflächen von Fuß und Hand. Die Schuppenflechte dieser Form bringt Symptome wie Abgeschlagenheit, ausgeprägte Müdigkeit und mitunter sogar Fieber mit sich, tritt aber vergleichsweise selten auf.

Diagnose und Behandlung der Schuppenflechte

Wenn Sie glauben, an Schuppenflechte an Ellenbogen, Rumpf oder Nägeln zu leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser nimmt eine gründliche Hautuntersuchung vor. Mitunter sind Gewebeproben oder Abstriche notwendig, um die Schuppenflechte von anderen Erkrankungen zu unterscheiden. Ein typisches Merkmal der Psoriasis ist die Hautreaktion, wenn Schuppen entfernt werden. Die oberste Schicht kann leicht abgekratzt werden und zeigt darunter eine dünne, gerötete Schicht. Wenn diese gelöst wird, blutet die Haut etwas.

Um eine Schuppenflechte zu behandeln, wird meist ein Mix aus mehreren Therapieformen gewählt. Klassischerweise kommen einerseits Cremes und andererseits Verfahren wie die Lichttherapie zum Einsatz. Gerade bei einer Schuppenflechte am Kopf sind schnelle Hausmittel und Heilmittel wünschenswert - immerhin sind die Symptome hier besonders gut sichtbar. Doch auch bei anderen Formen der Psoriasis können und sollten Sie eigenständig gegensteuern. Zunächst sollten Sie dafür sorgen, dass sich die Schuppen lösen. Dafür eignen sich bestimmte Badezusätze und Salben, die Wirkstoffe wie Harnstoff, Milchsäure oder Salicylsäure enthalten.

Rheumatoide Arthritis und Juvenile Idiopathische Arthritis

Die entzündlich-rheumatischen Erkrankungen rheumatoide Arthritis (RA), juvenile idiopathische Arthritis (JIA) und Psoriasis-Arthritis (PsA) unterscheiden sich in Bezug auf Epidemiologie, Symptomatik, Verlauf und Komorbiditäten.

Rheumatoide Arthritis

Die rheumatoide Arthritis (RA) ist die häufigste entzündliche Gelenkerkrankung, ihre Prävalenz liegt bei 0,3-1,0 %. Jährlich erkranken in Nordamerika und Europa 20 bis 50 Menschen pro 100.000 Einwohner:innen an einer RA. Frauen sind dreimal so häufig betroffen wie Männer. Der Altersgipfel liegt bei Frauen bei 55 bis 64 Jahren, bei Männern bei 65 bis 75 Jahren. Unbehandelt führt die Entzündungsaktivität bei rheumatoider Arthritis zur progredienten Gelenkdestruktion mit einem Verlust der Gelenkfunktion und verminderter Lebensqualität. Darüber hinaus wirkt sie sich auch auf die Prognose hinsichtlich von Komorbiditäten und Mortalität aus. Eine frühzeitige krankheitsmodifizierende Behandlung kann die Entzündungsaktivität verringern und die Gelenkzerstörung aufhalten.

Zur medikamentösen Behandlung der rheumatoiden Arthritis stehen symptomatisch wirksame sowie krankheitsmodifizierende Wirkstoffe unterschiedlicher Wirkstoffklassen zur Verfügung. Die nicht medikamentöse Behandlung umfasst eine große Bandbreite physikalischer Therapien und bei Bedarf radiologische Interventionen und chirurgische Eingriffe wie z. B. Rheumaknoten sind häufig bei rheumatoider Arthritis. Das Behandlungsziel bei rheumatoider Arthritis ist die Remission und damit die Verzögerung bzw. Verhinderung der röntgenologisch nachweisbaren Gelenkdestruktion (radiologische Progression). Ein früher Therapiebeginn in den ersten drei bis sechs Monaten nach Symptombeginn führt häufiger zu Remissionen und zum Teil zu einem längeren Remissionserhalt als eine Einleitung der Behandlung in späteren Krankheitsstadien. Die Patient:innen sollten koordiniert multidisziplinär behandelt werden. Die regelmäßige Dokumentation der Krankheitsaktivität mithilfe validierter Scores wie z. B. dem DAS28 (Disease Activity Score, 28 Gelenke) dient der Qualitätssicherung und Kontrolle des Therapieansprechens und wird im Sinne der Treat-to-target-Strategie zur Anpassung der medikamentösen Behandlung eingesetzt.

Anfangs treten häufig grippeähnliche Allgemeinsymptome auf, etwa Müdigkeit, Abgeschlagenheit, leichtes Fieber, Schweregefühl der Muskeln und Appetitlosigkeit. Im Verlauf kommt es zu schmerzhaften, weichen, teigigen Gelenkschwellungen. Am häufigsten davon betroffen sind Hand-, Fingergrund(MCP)- und Fingermittel(PIP)-Gelenke, daneben auch Zehengrund (MTP)-, Ellenbogen-, Schulter-, Knie- und Sprunggelenke. Der Befall des Atlantoaxialgelenks kann zur zervikalen Instabilität führen, die als gefürchtete Komplikation der RA gilt. Bei der extraartikulären Manifestationen (EAM) der rheumatoiden Arthritis sind neben den Gelenken weitere Strukturen und Organe befallen.

Die Diagnose der frühen rheumatoiden Arthritis kann sich schwierig gestalten. Die ACR/EULAR-Klassifikationskriterien erleichtern die Diagnosestellung. Sie berücksichtigen den Gelenkbefall, Serostatus, Akute-Phase-Parameter (C-reaktives Protein und Blutkörperchen-Senkungsgeschwindigkeit) sowie die Symptomdauer. Klinisch wird die rheumatoide Arthritis anhand der Gelenkschädigung nach der Steinbrocker-Klassifikation in die Stadien I bis IV eingeteilt.

Die Ursache der Autoimmunerkrankung rheumatoide Arthritis ist noch nicht zur Gänze geklärt. Es werden jedoch genetische Faktoren und Umweltfaktoren als Auslöser der RA angenommen. Zu den genetischen Faktoren zählen u. a. die MHC-Gene (MHC = major histocompatibility complex), die humane Leukozytenantigene (HLA) kodieren, welche für die Unterscheidung „selbst“ und „fremd“ zuständig sind. Als einer der wichtigsten Umweltfaktoren gilt das Rauchen. Daneben werden Infektionen mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) sowie verschiedenen Bakterien als Auslöser einer Autoimmunität genannt. Auch Allergien werden als mögliche Ursachen diskutiert. Durch ein komplexes Zusammenspiel genetischer Faktoren und Umweltfaktoren kommt es zu einer gestörten Immuntoleranz, zur Produktion von Autoantikörpern und einer durch Freisetzung pro-entzündlicher Zytokine (z. B. TNF, Interleukine) bedingten und unterhaltenen Entzündung der Synovialmembran. Durch Gefäßneubildung und Einwanderung von verschiedenen mononukleären Zellen kommt es in der Synovialmembran zur Entstehung eines Pannus, der den Gelenkknorpel angreift und letztlich zerstört. Dazu kommt die durch Osteoklastenaktivierung bedingte typische Destruktion des Knochens.

Juvenile Idiopathische Arthritis

Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist eine autoimmun-bedingte entzündliche Erkrankung im Kindes- und Jugendalter, deren Ätiologie noch nicht zur Gänze geklärt ist. Zur Krankheitsentstehung scheinen genetische Faktoren und Umweltfaktoren beizutragen. Die juvenile idiopathische Arthritis betrifft Kinder jeglichen Alters sowie Jugendliche und ist mit einer Prävalenz von ca. 0,1 % die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung in dieser Altersgruppe. Die JIA ist definiert als eine Arthritis unklarer Ursache von mindestens sechs Wochen Dauer, die vor dem vollendeten 16. Lebensjahr beginnt.

Die juvenile idiopathische Arthritis ist eine chronische Erkrankung, die schwere klinischen Symptome und extraartikuläre Manifestationen (EAM), v. a. eine Uveitis, aber auch Erkrankungen des Herzens, der Nieren, der Haut und der lymphatischen Organe verursachen kann. Sie ist mit einem erhöhten Risiko für Morbidität verbunden, u. a. Gelenkzerstörung, Osteoporose und Beeinträchtigung der Sehkraft infolge der Uveitis. Es besteht auch das Risiko einer verkürzten Lebenserwartung und einer Entwicklungsbeeinträchtigung. Psychische Komorbiditäten sind nicht selten und es drohen Behinderung mit verminderter Lebensqualität sowie eingeschränkter Teilhabe am täglichen Leben. Die Therapie der juvenilen idiopathischen Arthritis sollte möglichst früh beginnen. Ziel ist die rasche und wirksame Kontrolle der Entzündungsaktivität mit der Induktion einer Remission und deren Erhalt. Des Weiteren sollten krankheits- und/oder therapiebedingte Folgeschäden vermieden sowie die somatische und psychosoziale Entwicklung, optimale Alltagsfunktion, Lebensqualität und Teilhabe der kindlichen/jugendlichen Patient:innen sichergestellt werden. Die Behandlung orientiert sich an den Subtypen, sollte aber auch Krankheitsaktivität, extraartikuläre Manifestationen, Verlauf, Funktionsdefizite sowie Alter und Entwicklungsstand der Patient:innen berücksichtigen. Dazu ist die Versorgung durch Kinder-/Jugendrheumatolog:innen und speziell geschulte Fachkräfte erforderlich.

Die juvenile idiopathische Arthritis ist eine heterogene Gruppe von Krankheiten. Sie umfasst sechs definierte Kategorien der JIA und eine nicht definierte Gruppe („andere Arthritis“). Die Kategorisierung der JIA erfolgt nach den ILAR-Kriterien, sie fußt auf klinischen Parametern (z. B. der Zahl der in den ersten sechs Erkrankungsmonaten betroffenen Gelenke), extraartikulären Manifestationen, wenigen Laborparametern sowie der Familienanamnese.

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