Psychisch-funktionelle Behandlung bei Demenz: Definition, Anwendung und Ziele

Die psychisch-funktionelle Behandlung ist eine Therapieform, die darauf abzielt, mentale Funktionen zu verbessern, die durch Krankheiten beeinträchtigt sind. Sie findet Anwendung in verschiedenen medizinischen Bereichen, darunter Psychiatrie, Geriatrie und Pädiatrie, sowie in der Behandlung von LONG-COVID und ADS/ADHS bei Erwachsenen. Besonders bei Demenzerkrankungen kann diese Therapieform eine wichtige Rolle spielen, um kognitive Fähigkeiten und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhalten oder zu verbessern.

Definition der psychisch-funktionellen Behandlung

Die psychisch-funktionelle Behandlung konzentriert sich auf die Therapie von Störungen der psychosozialen und sozioemotionalen Funktionen, die krankheitsbedingt auftreten. Sie umfasst ein breites Spektrum an Interventionen, die darauf abzielen, globale mentale Funktionen wie Bewusstsein und Orientierung sowie spezifische Funktionen wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis zu stabilisieren oder zu verbessern.

Anwendungsbereiche der psychisch-funktionellen Behandlung

Die psychisch-funktionelle Behandlung wird in verschiedenen medizinischen Fachgebieten eingesetzt, um unterschiedliche Patientengruppen zu unterstützen.

Psychiatrie

Die Psychiatrie ist das medizinische Fachgebiet, das sich mit der Behandlung von seelischen Erkrankungen befasst. Hierzu gehören Depressionen, Angststörungen, psychosomatische Beschwerden und andere psychische Gesundheitsprobleme. Die psychisch-funktionelle Behandlung kann in der Psychiatrie eingesetzt werden, um die psychische Belastbarkeit, Ausdauer und realitätsbezogene Eigen- und Fremdwahrnehmung der Patienten zu stärken.

Geriatrie

Die Geriatrie ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich auf die Behandlung älterer Patienten konzentriert. Es befasst sich mit Erkrankungen, die im Alter auftreten, wie Demenz, Morbus Parkinson und anderen altersbedingten Gesundheitsproblemen. Bei Demenzerkrankungen kann die psychisch-funktionelle Behandlung dazu beitragen, kognitive Fähigkeiten zu erhalten oder zu verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern.

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Pädiatrie

Die Pädiatrie ist das medizinische Fachgebiet, das sich auf die Gesundheit und Krankheiten von Kindern konzentriert. Dies umfasst eine Vielzahl von Erkrankungen wie ADHS, motorische Entwicklungsstörungen und Verzögerungen in der kindlichen Entwicklung. Die psychisch-funktionelle Behandlung kann in der Pädiatrie eingesetzt werden, um die Entwicklung von Kindern mit psychischen oder neurologischen Erkrankungen zu fördern.

Weitere Anwendungsbereiche

Neben den genannten Fachgebieten findet die psychisch-funktionelle Behandlung auch Anwendung in der LONG-COVID-Behandlung und bei ADS/ADHS bei Erwachsenen. In diesen Bereichen zielt die Therapie darauf ab, die durch die Erkrankung beeinträchtigten mentalen Funktionen zu verbessern und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu fördern.

Ziele der psychisch-funktionellen Behandlung

Die psychisch-funktionelle Behandlung verfolgt eine Vielzahl von Zielen, die darauf abzielen, die Lebensqualität und Selbstständigkeit der Patienten zu verbessern.

Verbesserung mentaler Funktionen

Ein zentrales Ziel der psychisch-funktionellen Behandlung ist die Stabilisierung oder Verbesserung globaler mentaler Funktionen wie Bewusstsein und Orientierung sowie spezifischer Funktionen wie Aufmerksamkeit und Gedächtnis. Durch gezielte Übungen und Aktivitäten sollen die kognitiven Fähigkeiten der Patienten gefördert und erhalten werden.

Förderung von Aktivitäten und Teilhabe

Die psychisch-funktionelle Behandlung zielt darauf ab, Aktivitäten wie allgemeine Aufgaben, Lernen und zwischenmenschliche Interaktionen zu fördern oder wiederherzustellen. Patienten sollen in die Lage versetzt werden, ihren Alltag möglichst selbstständig zu gestalten und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

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Stärkung von Eigenverantwortung und Selbstvertrauen

Ein weiteres wichtiges Ziel der psychisch-funktionellen Behandlung ist die Unterstützung der Entwicklung von Eigenverantwortlichkeit, Selbstvertrauen und Entscheidungsfähigkeit. Patienten sollen ermutigt werden, ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu erkennen und aktiv an der Gestaltung ihres Lebens teilzunehmen.

Erlernen von Bewältigungsstrategien und Umgang mit Hilfsmitteln

Die psychisch-funktionelle Behandlung beinhaltet auch das Erlernen von Bewältigungsstrategien und den Umgang mit Hilfsmitteln. Patienten sollen in die Lage versetzt werden, mit den Herausforderungen ihrer Erkrankung umzugehen und ihre Lebensqualität trotz Einschränkungen zu erhalten oder zu verbessern.

Psychisch-funktionelle Behandlung bei Demenz

Bei Demenzerkrankungen ist die psychisch-funktionelle Behandlung besonders relevant, da sie dazu beitragen kann, kognitive Fähigkeiten zu erhalten oder zu verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen zu steigern.

Behandlung von Kognitions-, Willens-, Verhaltens-, Antriebs- und Denkstörungen

Mit gezielter psychisch-funktioneller Therapie lassen sich Kognitions-, Willens-, Verhaltens-, Antriebs- und Denkstörungen behandeln, wie sie etwa im Zusammenhang mit Demenzerkrankungen auftreten können. Durch spezifische Übungen und Aktivitäten werden die kognitiven Fähigkeiten der Patienten gefördert und ihre Selbstständigkeit im Alltag unterstützt.

Verbesserung der Tagesstrukturierung und psychischen Belastbarkeit

Die psychisch-funktionelle Behandlung kann auch dazu beitragen, die Tagesstrukturierung der Patienten zu verbessern und ihre psychische Belastbarkeit zu stärken. Durch gezielte Interventionen werden die Patienten unterstützt, ihren Alltag sinnvoll zu gestalten und mit den Herausforderungen ihrer Erkrankung umzugehen.

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Stärkung der realitätsbezogenen Eigen- und Fremdwahrnehmung

Ein weiteres wichtiges Ziel der psychisch-funktionellen Behandlung bei Demenz ist die Stärkung der realitätsbezogenen Eigen- und Fremdwahrnehmung. Patienten sollen in die Lage versetzt werden, ihre eigenen Fähigkeiten und Grenzen realistisch einzuschätzen und ihre Umwelt adäquat wahrzunehmen.

Methoden und Techniken der psychisch-funktionellen Behandlung

Die psychisch-funktionelle Behandlung umfasst eine Vielzahl von Methoden und Techniken, die individuell auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Patienten abgestimmt werden.

Kognitives Training

Das kognitive Training ist eine wichtige Methode der psychisch-funktionellen Behandlung, die darauf abzielt, die kognitiven Fähigkeiten der Patienten zu verbessern. Es umfasst Übungen zur Förderung von Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Sprache und exekutiven Funktionen.

Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie ist eine weitere wichtige Methode der psychisch-funktionellen Behandlung, die darauf abzielt, das Verhalten der Patienten zu verändern. Sie umfasst Techniken wie die Verstärkung positiven Verhaltens, die Reduktion negativen Verhaltens und die Entwicklung von Bewältigungsstrategien.

Ergotherapie

Die Ergotherapie ist eine Therapieform, die darauf abzielt, dieHandlungsfähigkeit der Patienten im Alltag zu verbessern. Sie umfasst Übungen zur Förderung vonMotorik, Sensorik und Kognition. Ergotherapeuten unterstützen Patienten dabei, ihreAlltagsaktivitäten möglichst selbstständig auszuführen und ihre Lebensqualität zu erhaltenoder zu verbessern.

Musiktherapie

Die Musiktherapie ist eine Therapieform, die Musik alsMedium zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefinden einsetzt. Sie kann eingesetzt werden,um Emotionen auszudrücken, Erinnerungen zu wecken und die Kommunikation zu fördern.Bei Demenzerkrankungen kann die Musiktherapie dazu beitragen, die Stimmung derPatienten zu verbessern und ihre kognitiven Fähigkeiten zu aktivieren.

Kunsttherapie

Die Kunsttherapie ist eine Therapieform, die künstlerischeMedien wie Malen, Zeichnen und Modellieren zur Förderung von Gesundheit und Wohlbefindeneinsetzt. Sie kann eingesetzt werden, um Emotionen auszudrücken, Kreativität zu fördernund die Selbstwahrnehmung zu verbessern. Bei Demenzerkrankungen kann die Kunsttherapiedazu beitragen, die nonverbale Kommunikation der Patienten zu fördern und ihreLebensqualität zu steigern.

Die Rolle der Angehörigen

Die Angehörigen spielen eine wichtige Rolle bei derpsychisch-funktionellen Behandlung von Demenzerkrankungen. Sie können die Therapieunterstützen, indem sie die Patienten ermutigen, an den Übungen und Aktivitäten teilzunehmenund ihnen im Alltag helfen, die erlernten Strategien anzuwenden. Darüber hinaus können dieAngehörigen von den Therapeuten lernen, wie sie die Patienten im Alltag unterstützen undihre Lebensqualität verbessern können.

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