Psychische Veränderungen nach Hirntumor: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Ein Hirntumor ist eine Geschwulst im Kopf, die entsteht, wenn sich Zellen im Gehirn unkontrolliert vermehren. Sie können direkt im Gehirn entstehen oder von anderen Körperstellen ins Gehirn streuen. Die Diagnose Hirntumor ist für viele Patienten und ihre Angehörigen eine erschreckende Nachricht. Neben den körperlichen Auswirkungen kann ein Hirntumor auch erhebliche psychische Veränderungen hervorrufen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von psychischen Veränderungen im Zusammenhang mit Hirntumoren.

Ursachen von Hirntumoren und psychischen Veränderungen

Auslösende Faktoren für Hirntumoren

Die genauen Ursachen für die Entstehung von Hirntumoren sind bisher noch nicht vollständig geklärt. Im Gegensatz zu einigen anderen Krebsarten, bei denen auslösende Faktoren wie Rauchen oder Alkoholkonsum bekannt sind, lassen sich für Hirntumoren keine eindeutigen Ursachen benennen. Weder eine familiäre Veranlagung noch die Lebensführung oder seelische Belastungen stehen bisher in einem eindeutigen Zusammenhang mit der Entstehung von Hirntumoren. Mit Ausnahme ganz selten vorkommender familiärer Tumorhäufungen gibt es kaum bekannte Risikofaktoren für Hirntumorerkrankungen. Ein Gehirntumor kann jeden treffen.

Gutartige vs. bösartige Hirntumoren

Grundsätzlich werden gutartige (benigne) und bösartige (maligne) Hirntumoren unterschieden. Gutartige Tumoren wachsen meist langsam und schädigen das umgebende Gewebe vor allem durch Druck. Bösartige Tumoren zeichnen sich durch schnelles Wachstum und die Fähigkeit zum Eindringen in gesundes Gewebe aus (infiltrierendes Wachstum). Die Art des Tumors bestimmt wesentlich den Verlauf der Krankheit. Gutartige Hirntumoren sind in der Regel kurativ zu behandeln und haben häufig eine gute Prognose. Bösartige Hirntumoren haben eine schlechtere Prognose, können aber durch moderne Therapien oft so behandelt werden, dass das Tumorwachstum gestoppt oder der Tumor sogar zurückgebildet wird.

Besonderheiten von Hirntumoren

Eine Besonderheit des zentralen Nervensystems (ZNS) ist seine gut geschützte Lage innerhalb des Schädels bzw. des Rückenmarkkanals. Diese stabile Hülle lässt einem wachsenden Tumor nur begrenzt Raum. Jedes Wachstum innerhalb des Schädels oder des Rückenmarks führt daher zu Druck auf die Nervenstrukturen und damit zu Ausfallerscheinungen im Nervensystem (Hirndruck). Dabei spielt es keine Rolle, ob der Druck durch einen gutartigen oder bösartigen Hirntumor verursacht wird. Eine weitere Besonderheit von hirneigenen Tumoren ist, dass sie so gut wie nie zu Absiedlungen (Metastasen) in andere Organe führen. Im Gegensatz dazu gibt es aber zahlreiche Tumorarten, deren Metastasen im Gehirn wachsen.

Hirnmetastasen

Metastasen sind Absiedlungen von Tumoren, die zunächst in einem anderen Organ entstanden sind (Primärtumor). Von diesem ursprünglichen Tumor können Krebszellen über Blut- oder Lymphbahnen abwandern, sich im Gehirn vermehren und eine Metastase (Tochtergeschwulst) bilden. Im Gehirn gelangen wandernde Tumorzellen über die Blutbahnen. Aufgrund des verlängerten Überlebens von Krebspatienten, der Verbesserung von Diagnosetechniken und deren häufigere Anwendung steigt die Anzahl an diagnostizierten Hirnmetastasen. Sie sind mittlerweile häufiger als Tumoren, die direkt im Gehirn entstehen. Besonders häufig findet man Hirnmetastasen bei Primärtumoren der Lunge, der Brust sowie beim schwarzen Hautkrebs.

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Die Wahrscheinlichkeit für die Bildung einer Metastase im Gehirn ist bei einigen fortgeschrittenen Krebserkrankungen gar nicht niedrig. Bei etwa 45 % der Patienten mit malignem Melanom oder kleinzelligem Bronchialkarzinom treten im Laufe der fortgeschrittenen Erkrankung eine oder mehrere Metastasen im Gehirn auf.

Psychische Auswirkungen von Hirntumoren

Die Diagnose eines Hirntumors oder von Hirnmetastasen kann eine Vielzahl von psychischen Reaktionen auslösen. Angst, Depressionen, Fatigue und Schlafstörungen sind häufige Begleiterscheinungen. Zusätzlich können Wesensveränderungen und kognitive Beeinträchtigungen auftreten, die das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen erheblich beeinträchtigen.

Symptome psychischer Veränderungen

Unspezifische Symptome

Viele Symptome einer Hirnmetastase sind relativ unspezifisch. Kopfschmerzen, Übelkeit oder Schwindel können viele, meist weniger dramatische Ursachen haben. Oftmals handelt es sich dabei auch um Nebenwirkungen von Medikamenten, die Krebspatienten einnehmen müssen. Bei lang anhaltenden, starken und ungewöhnlich verlaufenden Kopfschmerzen oder sich nicht bessernder Übelkeit sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden, der gegebenenfalls Untersuchungen zur Abklärung der Symptome veranlassen wird.

Neurologische Ausfallerscheinungen

Metastasen im Gehirn können sich ebenfalls durch Funktionsstörungen oder Lähmungen äußern. Plötzlich auftretende Gleichgewichtsprobleme, ein eingeschränktes Sehfeld oder eine undeutliche Sprache sind Anzeichen dieser neurologischen Ausfallerscheinungen. Auch psychische Auffälligkeiten und Wesensveränderungen, zusammengefasst als hirnorganisches Psychosyndrom, sind Symptome, die durch Hirnmetastasen hervorgerufen werden können. Besonders erschreckend für alle Beteiligten ist die Situation, wenn sich eine Hirnmetastase durch das Auftreten eines epileptischen Anfalls äußert.

Verhaltens-Veränderungen

Verhaltensveränderungen sind häufige Frühsymptome von Hirntumoren. Der spontane Antrieb lässt nach, die Gemütsregungen stumpfen ab, das Interesse engt sich ein, der berufliche Einsatz geht zurück, die mitmenschlichen Beziehungen leiden oder schlafen ganz ein. In vielen Fällen erscheint die Persönlichkeit "entdifferenziert" oder "vergröbert". Psychische Veränderungen sind vor allem bei Tumoren im Kindesalter häufig das einzige Frühsymptom. Die wichtigsten Warnsymptome sind Teilnahmslosigkeit, Spielunlust, Leistungsabfall, Reizbarkeit und Gemütslabilität.

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Seelische Störung und Tumorsitz

Der Sitz des raumfordernden Hirnprozesses kann für das Beschwerdebild mitbestimmend sein, und zwar unabhängig und vor Ausbildung einer Drucksteigerung. Eine Hirndrucksteigerung führt schließlich zu rasch zunehmender Bewußtseinstrübung mit Benommenheit, Schläfrigkeit und Koma. Vor diesem bedrohlichen Stadium aber lassen sich bereits bestimmte Hinweise nutzen, je nach Sitz der Ursache:

  • Stirnhirntumoren: Bei Tumoren im augenhöhlennahen Bereich (orbitale Rinde) wirkt der Patient wie eine atypische Manie: flache Euphorie mit distanzlosem Witzeln, irritierendem zwischenmenschlichem Verhalten, Enthemmung im sexuellen Bereich, aggressive Durchbrüche. Bei Tumoren im oberen Stirnhirnanteil (Marklager und Konvexität) werden die Patienten aspontan, entwickeln keine Initiative mehr und sitzen stundenlang regungslos da.
  • Schläfenlappentumoren: Patienten mit Schläfenlappentumoren erscheinen häufig als reizbar, verstimmbar, ängstlich oder depressiv. Nicht selten anfallsweise Halluzinationen, und zwar meist Geschmacks- und Geruchs-Sinnestäuschungen, mitunter aber auch akustische oder optische Trugwahrnehmungen.
  • Parietallappentumoren des Scheitelbeins: Parietallappentumoren zeigen nur selten seelische Lokalsymptome, am ehesten schizophrenieähnliche Krankheitszeichen. Bei rechtsseitigem Sitz mitunter Verwirrtheitszustände, inadäquate Gemüts-Reaktionen und depressive Verstimmungen.
  • Occipitallappentumoren des Hinterhaupts: Occipitallappentumoren führen vor allem zu Gesichtsfeldstörungen, gelegentlich auch zu Sinnestäuschungen im ausgefallenen Gesichtsfeld. Hier kommt es rasch nicht selten zu einem gefährlichen Hirndruck mit Einklemmung der entsprechenden Gehirnstrukturen und damit Gefahr der Bewußtseinstrübung.
  • Tumoren des Kleinhirns: Kleinhirntumoren zeigen so gut wie keine seelischen Folgen wohl aber eine ganze Reihe verwirrender neurologischer Symptome (Sehen, Sprechen, Stehen und Gehen usw.).
  • Tumoren des Hirnstamms: Hirnstammtumoren äußern sich oft in Antriebs- und Gemütsstörungen, vor allem in Unruhe und Enthemmung. Gelegentlich schwankt das Bild zwischen Verlangsamung bis zur Apathie und seelisch-körperlicher Erregung.
  • Tumoren der Stammganglien: Stammganglientumoren äußern sich vor allem in Antriebsmangel, gemütsmäßiger Nivellierung sowie Bewußtseinsveränderungen.

Fatigue

Neben funktionellen Einschränkungen und Schmerzen ist die Erschöpfung eines der häufigsten Folgeprobleme einer Tumorerkrankung und ihrer Behandlung. Dieses Gefühl steht nicht im Zusammenhang mit einer körperlichen Betätigung und lässt sich nicht durch Ausruhen oder Schlafen verbessern. Die Leistungsfähigkeit wird durch Fatigue extrem vermindert. Fatigue kann zu allen Zeitpunkten der Behandlung und auch als Langzeitfolge auftreten.

Unterscheidung zwischen Fatigue und Depression: Beide Erkrankungen gehen mit großer Erschöpfung, Gedächtnisproblemen, Verlust der Libido und Schlafstörungen einher. Fatigue beginnt allerdings in vielen Fällen plötzlich und wird manchmal auch von grippeähnlichen Symptomen begleitet (Kopf-, Halsschmerzen, schmerzhafte Lymphknoten, Fiebrigkeit). Eine Depression entwickelt sich dagegen meist schleichend. Während sich die Symptome einer Depression durch regelmäßige körperliche oder geistige Aktivität spürbar bessern, können sie sich bei übermäßigem Training und körperlicher Überanstrengung bei Fatigue zunehmend verschlechtern.

Schlafstörungen

Etwa zwei Drittel aller Krebspatienten leiden unter krankheitsbedingten Schlafstörungen. Tagsüber fühlen sie sich dann erschöpft, können sich nicht konzentrieren und sind ständig müde. Schlaf beeinflusst die Lebensqualität wesentlich und Schlafmangel kann sehr belastend sein. Körperliche Faktoren wie Schmerzen, Bluthochdruck, Atemnot oder Hormonstörungen können ebenso wie therapiebedingte Faktoren Schlafstörungen auslösen. KrebspatientInnen sind außerdem durch die vollkommen veränderte Lebenssituation vermehrtem Stress ausgesetzt.

Auswirkungen auf Sexualität und Beziehungen

Unmittelbar nach der Diagnose Krebs stehen für Betroffene und deren PartnerInnen vorwiegend existentielle Fragen und die Organisation des Behandlungsplanes im Vordergrund. Sexualität wird oft auf "später" verschoben. Das hat körperliche und seelische Ursachen, die ergründet werden müssen, um wieder zu einem erfüllten Sexualleben zu finden. Operationen und Behandlungen hinterlassen Spuren. Das Aussehen und die körperlichen Funktionen sind bei einigen PatientInnen vorübergehend, bei anderen für immer, verändert. Viele PatientInnen fühlen sich körperlich unattraktiv, verlieren den Kontakt zu ihrem Körper, die Selbstwahrnehmung ist irritiert. Entscheidende Hindernisse für ein weiterhin erfüllendes Sexualleben finden häufig auch im Kopf der Betroffenen und deren PartnerInnen statt, Fatigue und Depression wirken sich auf die Libido aus. In Paarbeziehungen kommt es häufig zu Problemen und zu Missverständnissen.

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Angst und Progredienzangst

Angst ist - in einem gewissen Ausmaß - eine völlig normale Reaktion auf schwerwiegende, lebensbedrohliche Nachrichten und wird von allen KrebspatientInnen direkt nach der Diagnose, oder irgendwann im Laufe der Behandlungszeit, in unterschiedlich intensiver Form durchlebt. Eine besondere Herausforderung stellt die Situation dar, nicht zu wissen, ob und wann die Erkrankung möglicherweise wieder auftritt. Progredienzangst ist die Angst vor der Rückkehr einer Krebserkrankung. Es ist eine reaktive Realangst, ausgelöst durch eine tatsächliche Bedrohung, denn wer einmal in seinem Leben an Krebs erkrankt ist, muss mit der Befürchtung leben, die Erkrankung könnte wieder auftreten.

Kognitive Störungen

Während und nach einer Chemotherapie stellen viele PatientInnen fest, dass sie unter Gedächtnis-, und Konzentrationsstörungen leiden. Jüngere Studien zeigen allerdings, dass nicht die Chemotherapie für Aufmerksamkeitsschwankungen, Gedächtnisprobleme, Wortfindungsstörungen und Konzentrationsschwierigkeiten verantwortlich ist, sondern posttraumatischer Stress, der tief in die Arbeitsweise des Gehirns eingreift. Depression und Fatigue spielen in diesem Zusammenhang ebenfalls eine entscheidende Rolle und haben Auswirkungen auf Gedächtnisleistungen.

Diagnostik

Heute wird bei Vorliegen dieser Beschwerden in der Regel rasch eine Bildgebung des Gehirns durchgeführt. Mit der kontrastmittelgestützten Computertomographie (CT) kann der Verdacht bestätigt werden. Genauere Bilder liefert allerdings die Magnetresonanztomographie (MRT). Mithilfe der Positronen-Emissions-Tomographie (PET-CT) kann die Aktivität von Geweben beurteilt werden. Eine Nervenwasseruntersuchung wird in einigen Fällen ergänzend durchgeführt, womit Entzündungen ausgeschlossen und bisweilen Tumorzellen nachgewiesen werden können. Nur eine Gewebeprobe des Tumors erlaubt seine genaue Einordnung. Sie kann im Rahmen einer Operation entnommen werden. Ist keine geplant, wird durch ein kleines Bohrloch im Schädel mithilfe stereotaktischer Verfahren eine Biopsie entnommen. Dabei werden ein spezieller Rahmen beziehungsweise Klebemarker am Kopf befestigt, um feste Bezugspunkte zu schaffen.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie richtet sich nach der diagnostischen Zuordnung, nach der Aggressivität und nach der Lokalisation des Tumors.

Medizinische Behandlung

  • Operation: Nach Möglichkeit werden Hirntumoren operiert. Eine komplette Entfernung ist dabei nicht immer möglich. Auch müssen wichtige Hirnbereiche, etwa für lebenswichtige Funktionen, geschont werden. Während der Operation setzen Neurochirurgen computergestützte Navigationssysteme ein, die eine sehr präzise Entfernung des in der Bildgebung dargestellten Tumorgewebes ermöglichen.
  • Strahlentherapie: Verbliebenes Resttumorgewebe kann mit Bestrahlung behandelt werden. Sind nur wenige Metastasen im Gehirn vorhanden, kann die sehr gezielte sogenannte stereotaktische Strahlentherapie (Radiochirurgie) z. B. mittels Gamma-Knife oder Cyberknife zum Einsatz kommen. Liegen jedoch viele Metastasen im Gehirn vor, wird meist das ganze Gehirn bestrahlt.
  • Chemotherapie: Verbliebenes Resttumorgewebe kann mit Chemotherapie behandelt werden. Auch andere bösartige Tumore, wie die seltenen Lymphome, sind heute unter Umständen durch eine Chemotherapie allein heilbar.
  • Zielgerichtete Therapien: Mittlerweile gehört auch die medikamentöse Therapie zu den zusätzlichen Behandlungsmöglichkeiten bei einigen Patienten mit Hirnmetastasen. Dies ist besonders den Fortschritten in der Entwicklung der sogenannten zielgerichteten Therapien zu verdanken. Dies sind Therapien, die spezifisch gegen den Krebs wirken, weil sie auf molekulare Eigenschaften von Krebszellen abzielen, die nur diesen, nicht oder kaum jedoch gesunden Körperzellen eigen sind.
  • Immuntherapien: Auch Immuntherapien, die die körpereigene Abwehr wieder mobilisieren, konnten in Studien die Überlebenszeiten bei bestimmten Patientengruppen signifikant verlängern.
  • Medikamente gegen Symptome: Da Symptome oftmals durch Ödeme ausgelöst werden, kommen zunächst Medikamente mit abschwellender Wirkung zum Einsatz. Dazu werden Kortikosteroide („Kortison“) verabreicht, die ihre Wirkung schnell entfalten. Patienten, die unter epileptischen Krampfanfällen leiden, werden mit Antikonvulsiva („Antiepileptika“) behandelt.

Psychoonkologische Unterstützung

Ziel der psychoonkologischen Unterstützung soll das Schaffen eines ganzheitlichen, individuellen Gleichgewichts sein. Dabei ist hervorzuheben, dass eine Tumorerkrankung nicht nur den Patienten berührt. Es geht darum, das Leben mit oder nach der Diagnose Hirntumor erträglich zu gestalten. Ein wichtiges Merkmal der Psychoonkologie ist die hohe Individualität der Behandlung, welche auch maßgeblichen Einfluss auf den Erfolg der Behandlung hat. Jeder Patient befindet sich in einer ganz individuellen Lebenssituation und damit beim Inanspruchnahmen psychoonkologischer Unterstützung an einem anderen Punkt - hat spezielle Bedürfnisse, Vorstellungen, Ziele. Um eine umfassende Unterstützung des Patienten zu leisten, können verschiedene Mitarbeiter eines psychoonkologischen Teams zum Einsatz kommen, wie beispielsweise Ärzte, Seelsorger, Psychologen, Sozialarbeiter und Sozialpädagogen. Aber auch Kunst- und Musiktherapeuten, Ergo- und Physiotherapeuten, Logopäden und natürlich das Pflegepersonal können zu einem solchen psychoonkologischen Team gehören. Die Art und Häufigkeit psychoonkologischer Interventionen richtet sich dabei immer nach den Bedürfnissen und Ressourcen des Unterstützung suchenden Betroffenen.

  • Begleitung: Beistehen und Dabeisein in schwierigen Situationen Gespräche, in denen vorwiegend Geschehnisse des Alltags betrachtet werden wesentliche Elemente sind die physische Anwesenheit, d.h. die Gegenwart der Begleiter und ggf.
  • Beratung: Fachliche Informationen und Strukturierungshilfen stehen im Vordergrund bspw. bzgl. sozialrechtlich garantierter Hilfen und deren Umsetzung, wie die Einleitung von Rehabilitationsmaßnahmen, aber auch bzgl.
  • Psychosoziale Beratungsstellen: (an Kliniken bzw. regionale Patienten- bzw.

Weitere Hilfsangebote

Insbesondere nicht heilbaren Hirntumoren sind eine große Belastung. Für sie stehen viele Hilfsangebote zur Verfügung. Gute Anlaufstellen sind ambulante Krebsberatungsstellen. Während die Wartezeit für einen Psychotherapieplatz oft lang ist, bekommen Krebskranke und ihre Angehörigen in den Beratungsstellen schnell psychologische Unterstützung. Auch eine Reha für junge Krebspatienten kann helfen. Der Austausch mit anderen hilft, auch körperlich geht es wieder gut.

Was hilft bei Schlafstörungen? Eine entspannte Einstellung zum Thema Schlaf ist wichtig. Sich aufgrund einer nicht erholsamen Nacht zu viele quälende Gedanken zu machen bringt meist weitere schlaflose Nächte. Der erste Schritt für PatientInnen ist, sich der Behandlerin/dem Behandler mitzuteilen. Unbehandelte Schlafprobleme können durch das angeeignete veränderte Schlafverhalten chronisch werden und auch noch nach dem Abschluss der Therapie auftreten. Die medikamentöse Therapie wird dann in Betracht gezogen, wenn psychoonkologische Betreuung und die eingehende Analyse der Beschwerden nicht von Erfolg gekrönt waren. Gute Ergebnisse für die Schlafqualität erzielt laut neuesten Studien die Lichttherapie. Bett-Routine einhalten kann sehr hilfreich sein: Das können kleine Rituale wie zum Beispiel eine Wärmflasche, oder eine wohltuende Entspannungsübung sein. Denken Sie am Abend an drei schöne Situationen zurück, die im Laufe des Tages besonders gut gelaufen sind.

Was kann gegen die Angst helfen? Wer seine Angst bewältigen will, muss sie sich zunächst eingestehen und angstauslösende Situationen definieren. Wenn die Angst kaum mehr an reale Bedrohungen gebunden ist, wenn die Lebensqualität nachhaltig eingeschränkt ist, die Angst einen normalen Alltag verhindert und die Selbstfürsorge im Denken und Handeln wegfällt und wenn permanentes Gedankenkreisen rund um eine mögliche Neuerkrankung den Leidensdruck erhöhen, dann ist es höchste Zeit, Hilfe aufzusuchen. Antidepressiva und angstlösende Medikamente werden von FachärztInnen für Psychiatrie und Neurologie verschrieben und sollen mindestens 6 Monate eingenommen werden und nur unter ärztlicher Aufsicht abgesetzt werden. Stressabbau ist entscheidend, um wieder wacher, aufmerksamer und konzentrierter zu sein, daher ist ausreichend viel Schlaf, ein gesunder Lebenswandel und die Verarbeitung des Erlebten z.B mit Hilfe von PsychoonkologInnen ganz entscheidend.

Was kann bei Auswirkungen auf Sexualität und Beziehungen helfen? An erster Stelle ist es ganz wichtig, sich und dem Partner Zeit und Geduld zu gönnen und zunächst liebevoll mit dem eigenen Körper Kontakt aufzunehmen. Sanfte Berührungen, Massagen, Einsatz von Cremen/ duftendem Duschgel, Duftölen/Sauna etc. Sprachlosigkeit zwischen PartnerInnen ist hochgradig belastend - „zu viel“ Rücksichtnahme und Schonung kontraproduktiv. Wenn Sexualität schmerzt, ist es wichtig, dies mit dem Arzt zu besprechen und geeignete Medikation oder auch Hilfsmittel wie z.B.

Was hilft bei Fatigue? Vielleicht hilft es Ihnen ein Tagebuch zu führen, in dem Sie sich notieren, zu welcher Uhrzeit Sie im Lauf eines Tages welche Tätigkeit mit welchem Energieaufwand ausgeführt haben und den damit verbundene Grad der Erschöpfung festhalten. So wird gut sichtbar, was genau Sie besonders anstrengt und wo Sie vielleicht Änderungen vornehmen sollten in Ihrer Alltagsstruktur. Zu viele anstrengende Betätigungen hintereinander sollten Sie jedenfalls vermieden.

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