Psychotherapeutische Behandlung von Epilepsie in Berlin-Hohenschönhausen: Ein umfassender Überblick

Einführung

Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Die psychotherapeutische Behandlung spielt eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der psychischen und sozialen Herausforderungen, die mit dieser Erkrankung einhergehen können. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die psychotherapeutischen Angebote für Menschen mit Epilepsie in Berlin-Hohenschönhausen und beleuchtet die verschiedenen Therapieansätze und Anlaufstellen.

Epilepsie: Eine neurologische Erkrankung mit vielfältigen Auswirkungen

Epilepsien gehören zu den häufigsten neurologischen Erkrankungen. Zu den Schwerpunkten der Behandlung gehören Patientinnen und Patienten mit schwer therapierbaren Epilepsien, zusätzlichen Behinderungen (z. B. einer Intelligenzminderung) und zusätzlichen psychiatrischen Erkrankungen. Die Epilepsie-Ambulanz ist Teil des Epilepsie-Zentrums Berlin-Brandenburg (EZBB). Sollte sich während der ambulanten Behandlung herausstellen, dass ein stationärer Aufenthalt notwendig ist, kann dieser am Berliner Standort des EZBB am Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH) erfolgen. Auch die Möglichkeiten epilepsiechirurgischer Eingriffe werden in Zusammenarbeit mit der Charité - Universitätsmedizin Berlin besprochen.

Psychische Belastungen bei Epilepsie

Epilepsie ist nicht nur eine körperliche Erkrankung, sondern kann auch erhebliche Auswirkungen auf die Psyche und das soziale Leben der Betroffenen haben. Häufige psychische Begleiterkrankungen sind Depressionen, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen. Auch kognitive Beeinträchtigungen können auftreten. Diese psychischen Belastungen können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen und die Krankheitsbewältigung erschweren.

Ein psychisches Problem liegt vor, wenn jemand in bestimmten Situationen, bei bestimmten Personen, Entscheidungen oder Dingen unter unangemessen starken, belastenden Emotionen und Gefühlen wie z. B. Angst, Panik, Ärger, Wut, Hass, Verzweiflung, Deprimiertheit, sozialer Rückzug oder Scham leidet. Oder auch seine Wahrnehmung sich gegenüber der Umwelt stark von der Anderer unterscheidet (z. B. durch Stimmen/Geräusche hören, sich beeinflusst und bedroht fühlen). Auch Süchte gehören zu den psychotherapeutisch behandelbaren Erkrankungen.

Psychotherapeutische Behandlungsansätze bei Epilepsie

Die psychotherapeutische Behandlung von Epilepsie zielt darauf ab, die psychischen Begleiterkrankungen zu behandeln, die Krankheitsbewältigung zu verbessern und die Lebensqualität der Betroffenen zu erhöhen. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die je nach individuellen Bedürfnissen und Problemen eingesetzt werden können:

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  • Verhaltenstherapie: Die Verhaltenstherapie ist eine sehr effektive Therapieform, der zufolge die meisten emotionalen Probleme entweder auf Lerndefiziten oder auf unangemessene, krank machende Denk- und Verhaltensmuster zurückzuführen sind. Das heißt: Einige, für die alltägliche Lebensbewältigung oder Lebenszielsetzung notwendige Dinge wurden bisher nicht gelernt, oder das Gelernte ist sozial oder psychisch ungünstig und ungesund. Verhaltenstherapeutinnen und -therapeuten setzen genau hier an, wenn sie mit Hilfe zum Beispiel spezieller Übungsprogramme helfen, fehlende Fähigkeiten aufzubauen oder unangemessen verarbeitete Lernerfahrungen zu verändern.
  • Kognitive Verhaltenstherapie: Die kognitive Verhaltenstherapie kombiniert Elemente der Verhaltenstherapie mit kognitiven Techniken. Sie hilft den Betroffenen, negative Denkmuster zu erkennen und zu verändern, die zu psychischen Problemen beitragen.
  • Achtsamkeitsbasierte Therapie: Achtsamkeitstechniken können helfen, Stress abzubauen, die Selbstwahrnehmung zu verbessern und einen besseren Umgang mit belastenden Emotionen zu entwickeln.
  • Gesprächstherapie: Die Gesprächstherapie bietet einen Raum, um über die eigenen Erfahrungen und Gefühle zu sprechen und neue Perspektiven zu entwickeln.
  • Gruppentherapie: In der Gruppentherapie können sich Betroffene mit anderen Menschen austauschen, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Dies kann sehr hilfreich sein, um sich verstanden und unterstützt zu fühlen.

Ziel der psychotherapeutischen Behandlung ist es, psychische Symptome/Probleme, die darauf beruhende Verhaltensauffälligkeiten oder -defizite und deren belastende Konsequenzen mit beseitigen zu helfen.

Psychotherapeutische Angebote in Berlin-Hohenschönhausen

In Berlin-Hohenschönhausen gibt es verschiedene Anlaufstellen für Menschen mit Epilepsie, die eine psychotherapeutische Behandlung suchen. Dazu gehören:

  • Niedergelassene Psychotherapeuten: Es gibt eine Reihe von niedergelassenen Psychotherapeuten in Berlin-Hohenschönhausen, die sich auf die Behandlung von Menschen mit chronischen Erkrankungen spezialisiert haben. Eine Liste von Psychotherapeuten in Berlin-Hohenschönhausen findet sich weiter unten.
  • Psychiatrische Kliniken und Tageskliniken: Die Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Erwachsenenalters bietet ein umfassendes Behandlungsangebot für psychiatrische und psychosomatische Erkrankungen. Die Tagesklinik bietet ein ganztägig strukturiertes und intensives Therapieangebot für Erwachsene an. Die Behandlungszeiten sind von Montag bis Freitag von 8 bis 16 Uhr. Die Behandlung dauert in der Regel 6 bis 8 Wochen. Während des Aufenthalts sind Sie krankgeschrieben. Voraussetzung für die Behandlung in der Tagesklinik Hohenschönhausen ist ein Wohnsitz in Hohenschönhausen-Lichtenberg. Die Aufnahme erfolgt nach vorheriger telefonischer Terminabsprache mit Einweisungsschein von Ihrem behandelnden Arzt. Es besteht eine Warteliste.
  • Beratungsstellen: Es gibt verschiedene Beratungsstellen, die Menschen mit Epilepsie und ihre Angehörigen unterstützen. Diese Beratungsstellen können Informationen über die Erkrankung, Behandlungsmöglichkeiten und soziale Unterstützung anbieten.
  • Selbsthilfegruppen: Selbsthilfegruppen bieten eine Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und gegenseitig zu unterstützen.

Liste von Psychotherapeuten in Berlin-Hohenschönhausen und Umgebung

Hier ist eine Liste von Psychotherapeuten in Berlin-Hohenschönhausen und Umgebung, die möglicherweise für Menschen mit Epilepsie relevant sein könnten:

  • Ruschestr. Praxis Ilka Winkelmann Psycholog.
  • Plesser Str. Praxis Anna Mendelson Psycholog.
  • Herzbergstr. Privatpraxis Mirjam Warmuth Psycholog.
  • Kopischstr. Weserstr. Praxis Ina Klingenberg Psycholog.
  • Gudrunstr. Praxis Stefanie Ulrich Psycholog.
  • Rodenbergstr. Praxis Sofie Rieche Psycholog.
  • Karl-Marx-Str. Praxis Kjell Ole Drexler Psycholog.
  • Fanny-Zobel-Str. Praxis Dr.phil. Anne Trösken Psycholog.
  • Griebenowstr. Praxis Shibani Dufner Psycholog.
  • Rhinower Str. Praxis Anna Wilitzki Psycholog.
  • Dieffenbachstr. Praxis Rebecca Spicker Psycholog.
  • Lottumstr. Praxis Patrick Blanke Psycholog.
  • Praxis Dr. Christina Scheibe Psycholog.

Es ist ratsam, sich vorab über die jeweiligen Schwerpunkte und Therapieangebote der einzelnen Therapeuten zu informieren, um den passenden Ansprechpartner zu finden.

Weitere Angebote im Evangelischen Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH)

Die Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des KEH bietet ein breites Spektrum an Behandlungen für verschiedene psychische Erkrankungen an. Dazu gehören:

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  • Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen: In der Tagesklinik für Suchterkrankungen im City Point Centrum (CPC) wird eine teilstationäre Entzugsbehandlung für Menschen mit Alkoholabhängigkeit oder schädlichem Gebrauch und Konsum von Cannabis oder Amphetaminen angeboten. Begleitende psychische Erkrankungen werden ebenfalls behandelt.
  • Behandlung von Angststörungen: Die Behandlung von Angststörungen umfasst eine ausführliche Untersuchung der auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren, eine umfangreiche Informationsvermittlung zum Thema Angst und Psychotherapie (Verhaltenstherapie) in Einzel- und Gruppengesprächen. Techniken wie Expositionstherapie, Bewegungstherapie und Ergotherapie können ergänzend zum Einsatz kommen. Bei Bedarf erfolgt zusätzlich eine Behandlung mit Medikamenten.
  • Behandlung von Demenz: Menschen mit Demenz werden auf der Station P5 der Gerontopsychiatrie behandelt. Der Therapieansatz umfasst die gleichzeitige psychiatrische Behandlung und psychotherapeutische Therapie in Form von Einzel- und Gruppentherapien.
  • Behandlung von Depressionen: Die Behandlung von Depressionen umfasst eine ausführliche Untersuchung, Psychotherapie (Einzel- und Gruppengespräche), Bewegungstherapie, Entspannungs- und Gestaltungstherapie sowie Wach- und Lichttherapie. Bei Bedarf erfolgt zusätzlich eine Behandlung mit Medikamenten. Oft ist auch eine teilstationäre beziehungsweise ambulante Behandlung möglich.
  • Behandlung von Persönlichkeitsstörungen: Vor der Behandlung von Persönlichkeitsstörungen erfolgt eine eingehende Untersuchung mithilfe von strukturierten klinischen Interviews. In einem Gespräch erhalten Patientinnen und Patienten ausführliche Rückmeldung zur Diagnose sowie dem Einsatz von psychotherapeutischen Techniken zur Stabilisierung sowie zum Erlernen alternativer Denk- und Verhaltensweisen an (z. B. Skilltraining in der Gruppe und im Einzelgespräch, Identifizieren von automatischen Gedanken und Grundüberzeugungen, Fokussieren auf alternative Gedanken und Verhaltensweisen). In einigen Fällen ist auch eine teilstationäre beziehungsweise ambulante Behandlung möglich.
  • Behandlung von Psychosen: Die Therapie umfasst neben der Behandlung mit anti-psychotisch wirkenden Medikamenten auch ein therapeutisches Programm. Dazu gehören psychotherapeutische Einzel- und Gruppenangebote (z. B. Psychoedukation, kognitive Verhaltenstherapie, metakognitives Training, soziales Kompetenztraining, Achtsamkeit, Recovery und Selbstmitgefühl), Ergo- sowie Bewegungs- und Musiktherapie. Die Behandlung führen wir stationär oder teilstationär durch.
  • Behandlung von Psychosomatischen Beschwerden: Psychosomatische Beschwerden werden in einem interdisziplinären Team behandelt. Grundlage der psychotherapeutischen Behandlung ist die Akzeptanz- und Commitment Therapie (ACT).
  • Behandlung von Traumafolgestörungen: Bei der Behandlung von Traumafolgestörungen wird anfangs vor allem auf eine ausführlichen Diagnostik durch strukturierte klinische Interviews fokussiert. Im weiteren Verlauf konzentrieren wir uns in Krisensituationen auf eine Stabilisierung des psychischen Befindens. Die Planung und Durchführung einer Traumaexposition (Konfrontation mit dem Erlebten) ist nach gründlicher Vorbereitung mit den Therapeutinnen und Therapeuten möglich. Ergänzend können unter anderem Bewegungstherapie und Ergotherapie zum Einsatz kommen. Bei Bedarf erfolgt zusätzlich eine Behandlung mit Medikamenten.
  • Behandlung von Zwangsstörungen: Die Behandlung von Zwangsstörungen umfasst eine ausführliche Untersuchung der auslösenden und aufrechterhaltenden Faktoren, eine umfangreiche Informationsvermittlung zum Thema Zwang und Psychotherapie (Verhaltenstherapie). Um Patientinnen und Patienten mit Zwangsstörungen zu behandeln, wird Konfrontationstherapie eingesetzt. Dabei wird - nach gründlicher Vorbereitung durch die Therapeutinnen und Therapeuten - eine sogenannte Exposition mit Reaktionsverhinderung durchgeführt, bei der die Ausführung von Zwangshandlungen unterlassen werden soll. Ergänzend können unter anderem Bewegungstherapie und Ergotherapie zum Einsatz kommen. Bei Bedarf werden zusätzlich Medikamente genutzt.
  • Behandlung von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen: Auch Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung können psychische Erkrankungen entwickeln. Sie finden im Behandlungszentrum für psychische Gesundheit bei Entwicklungsstörungen (BHZ) Hilfe.

Spezielle Angebote für bestimmte Zielgruppen

  • Autismus-Ambulanz: An die Autismus-Ambulanz des KEH können sich Menschen mit und ohne kognitive Beeinträchtigung wenden.
  • Psychiatrische Institutsambulanz im City Point Centrum für psychische Gesundheit (CPC): In der Psychiatrischen Institutsambulanz im City Point Centrum für psychische Gesundheit (CPC) gibt es für Menschen mit Migrationshintergrund ambulante Angebote, die soziokulturelle Aspekte berücksichtigen und sich durch Mehrsprachigkeit auszeichnen. Die »Tuvan Vietnam« richtet sich an aus Vietnam stammende Berlinerinnen und Berlinern und hält ein psychiatrisches Behandlungsangebot bereit.

Die Rolle der aktiven Mitarbeit in der Therapie

Anders als bei körperlichen Erkrankungen reicht es nicht, in die Sprechstunde zu kommen, Medikamente einzunehmen und dann auf Besserung zu warten. Die Wirkfaktoren, die zur Genesung führen, liegen in einem selbst. Niemand außer dem Betroffenen selbst hat dazu Zugang und niemand könnte von außen, womöglich sogar gegen den Willen des betroffenen, psychische Veränderungen bei Ihnen durchsetzen oder Ihre Beschwerden lindern. Die Therapeuten werden sie in der Therapie anleiten, Erkenntnisse über sich zu sammeln und aufzeigen, wie sie durch Neu- und Umlernen im Alltag besser, d. h.

Die aktive Mitarbeit der Patientinnen und Patienten ist in der fachärztlichen und psychotherapeutischen Diagnostik und Therapie dabei unerlässliche Voraussetzung, damit ein sinnvolles, individuelles Behandlungsprogramm erstellt werden kann. Auch noch so geschulte Therapeuten können Ihre Gedanken, Motive, Einstellungen, Befürchtungen und Wertmaßstäbe nicht allein von außen erkennen. Dazu bedarf es der Mitarbeit in Form von Selbstbeobachtung, Übungen oder Protokollen, damit der oder die Therapeut bzw.

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