Ratiopharm Migräne-Tagebuch: Ein umfassender Leitfaden für Jugendliche und Erwachsene

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die sich durch anfallsartige, oft einseitige Kopfschmerzen von großer Schmerzintensität auszeichnet. Sie kann das tägliche Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. In Deutschland leiden schätzungsweise 10 Millionen Menschen an Migräne, wobei Frauen zwei- bis dreimal häufiger betroffen sind als Männer. Migräne kann in jedem Alter auftreten, wird aber oft im jungen Erwachsenenalter diagnostiziert.

Migräne vs. Kopfschmerzen: Was ist der Unterschied?

Es ist wichtig, Migräne von anderen Kopfschmerzarten zu unterscheiden. Während Spannungskopfschmerzen meist am gesamten Kopf auftreten und als drückend oder ziehend empfunden werden, sind Migränekopfschmerzen oft einseitig, pulsierend und von starker Intensität. Zudem gehen sie häufig mit Begleitsymptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit einher. Im akuten Migräneanfall ist das Gewebe der Hirnhaut um die Blutgefäße entzündet. Wird nun durch diese Gefäße mit jedem Herzschlag Blut gepumpt, kommt es zur Reizung von Schmerznervenfasern. Dadurch empfindet der Migräniker seinen Kopfschmerz meist als im Herzschlagrhythmus pulsierend oder pochend.

Migräne bei Jugendlichen: Eine wachsende Herausforderung

Auch Jugendliche sind von Migräne betroffen. Eine Studie zeigte, dass jedes zweite Mädchen und ein Viertel der Jungen zwischen 12 und 15 Jahren unter wiederholten Kopfschmerzen leiden. Stress, Schulprobleme, hormonelle Veränderungen und erhöhter Medienkonsum können Auslöser sein. Es ist wichtig, frühzeitig Strategien zu entwickeln, um eine Chronifizierung der Schmerzen zu verhindern.

Die verschiedenen Formen der Migräne

Migräne kann in verschiedenen Formen auftreten, die sich in ihrer Symptomatik und ihrem Verlauf unterscheiden:

  • Migräne mit Aura: Hier kündigt sich der Kopfschmerz durch neurologische Symptome an, die sogenannte Aura. Diese kann sich durch Sehstörungen (z. B. Lichtblitze, Zickzacklinien), Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Sprachstörungen äußern. Die Aura dauert üblicherweise nicht länger als eine Stunde.
  • Migräne ohne Aura: Bei dieser Form steht der einseitige, pulsierende Kopfschmerz im Mittelpunkt, ohne vorherige Aura-Symptome.
  • Chronische Migräne: Eine Migräne wird als chronisch bezeichnet, wenn sie an mindestens 15 Tagen im Monat über einen Zeitraum von drei Monaten auftritt.
  • Retinale Migräne: Im Rahmen der retinalen Migräne kommt es während des Migräneanfalls zu einseitigen Sehstörungen, die nicht den neurologischen Störungen einer Aura entsprechen. Es kann vorübergehend sogar zur Blindheit auf einem Auge kommen.
  • Hormonelle Migräne: Diese Form tritt ausschließlich bei Frauen auf und steht im Zusammenhang mit hormonellen Veränderungen, z. B. kurz vor oder während der Menstruation.
  • Triptan-induzierte Migräne: Durch die häufige Einnahme von Triptanen, Medikamenten zur Behandlung von Migräne, kann es zu einem Gewöhnungseffekt kommen, der wiederum neue Kopfschmerzen und Migräneattacken auslösen kann.
  • Hemiplegische Migräne: Diese Form geht mit zusätzlichen motorischen Störungen und Störungen des Gleichgewichts einher.
  • Basilarismigräne: Klassische Symptome sind neben den Kopfschmerzen auch Tinnitus, Doppelbildsehen, Bewusstseinsstörungen, Schwindelgefühle und Sprachstörungen.

Mögliche Ursachen und Auslöser von Migräne

Die genauen Ursachen von Migräne sind noch nicht vollständig erforscht. Es wird jedoch angenommen, dass eine Kombination aus genetischen, neurologischen und Umweltfaktoren eine Rolle spielt. Eine genetische Veranlagung scheint ebenso eine Rolle zu spielen wie der körpereigene Serotoninspiegel. Ein unausgeglichener Serotoninspiegel verändert die Reizbarkeit der Nerven, macht die Blutgefäßwände durchlässiger und wirkt sich nicht zuletzt auch auf den Magen-Darm-Trakt aus, sodass Übelkeit und Erbrechen ebenfalls damit in Zusammenhang gebracht werden können.

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Unabhängig von den Ursachen der Migräne stehen die Auslöser im Mittelpunkt. Als sogenannte Trigger kommen vor allem Stress und ein gestörter Schlafrhythmus infrage. Aber auch Hormonschwankungen, etwa während der Regel oder in der Schwangerschaft, können Migräne begünstigen.

Weitere mögliche Auslöser sind:

  • Bestimmte Lebensmittel (z. B. Schokolade, Käse, Zitrusfrüchte, Alkohol, koffeinhaltige Getränke)
  • Wetterumschwünge
  • Schlafmangel
  • Überanstrengung
  • Lärm
  • Starke Gerüche
  • Medikamente

Das Migräne-Tagebuch: Ein wertvolles Werkzeug zur Identifizierung von Auslösern

Ein Migräne-Tagebuch kann Ihnen helfen, Ihre individuellen Auslöser zu identifizieren und wiederkehrende Muster zu erkennen. Notieren Sie darin:

  • Datum und Uhrzeit der Attacke
  • Dauer und Intensität der Schmerzen
  • Art des Schmerzes (pulsierend, stechend, drückend)
  • Lokalisation des Schmerzes (einseitig, beidseitig, Stirn, Schläfen)
  • Begleitsymptome (Übelkeit, Erbrechen, Lichtempfindlichkeit, Geräuschempfindlichkeit)
  • Mögliche Auslöser (Stress, bestimmte Lebensmittel, Wetterveränderungen, Schlafmangel)
  • Eingenommene Medikamente und deren Wirkung
  • Besondere Ereignisse oder Aktivitäten vor der Attacke
  • Für Mädchen: Wann war meine letzte Periode?

Was hilft gegen Migräne? Akutbehandlung und Prävention

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Migräne zu behandeln und vorzubeugen:

Akutbehandlung

  • Schmerzmittel: Bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken können rezeptfreie Schmerzmittel wie Paracetamol, ASS (Acetylsalicylsäure) oder Ibuprofen helfen. In Form von Kau- oder Brausetabletten werden diese schneller vom Körper aufgenommen. Bei Übelkeit empfiehlt sich die Anwendung von Zäpfchen.
  • Triptane: Diese spezifischen Migränemedikamente wirken gefäßverengend und entzündungshemmend. Sie sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich (Tabletten, Zäpfchen, Schmelztabletten, Nasenspray) und sollten möglichst frühzeitig eingenommen werden. Einige Triptane sind rezeptpflichtig, andere in kleinen Packungen rezeptfrei erhältlich.
  • Mittel gegen Übelkeit: Bei Übelkeit und Erbrechen können Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit) eingenommen werden. Auch Tee aus Ingwer oder Kamillenblüten wirkt gegen Übelkeit.
  • Ruhe und Entspannung: Während einer akuten Migräneattacke ist es wichtig, sich in einem abgedunkelten, ruhigen Raum auszuruhen und äußere Reize zu minimieren. Auch Entspannungstechniken wie Tiefenatmung oder progressive Muskelentspannung können Linderung bringen.

Prävention

  • Regelmäßiger Lebensstil: Achten Sie auf einen regelmäßigen Tagesablauf mit festen Essens- und Schlafenszeiten.
  • Stressmanagement: Erlernen Sie Entspannungstechniken wie autogenes Training, Yoga oder Meditation, um Stress abzubauen.
  • Ausgewogene Ernährung: Vermeiden Sie bekannte Trigger-Lebensmittel und achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung.
  • Regelmäßige Bewegung: Ausdauersportarten wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren können einen positiven Einfluss auf die Migräne haben.
  • Medikamentöse Prophylaxe: Bei häufigen oder schweren Migräneattacken können bestimmte Medikamente vorbeugend eingenommen werden, z. B. Betablocker, Antidepressiva oder Antikonvulsiva. Auch eine fertige Kombination von Magnesium, Vitamin B2 und Coenzym Q10 wird als Migräneprophylaxe empfohlen.
  • Akupunktur: Manche Betroffene haben mit Akupunktur gute Erfahrungen gemacht.

Hausmittel und alternative Behandlungsmethoden

Neben den schulmedizinischen Behandlungen gibt es auch einige Hausmittel und alternative Methoden, die bei Migräne helfen können:

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  • Pfefferminzöl: Auf Stirn, Schläfen und Nacken aufgetragen, kann Pfefferminzöl schmerzlindernd wirken.
  • Kühlpackungen: Auflegen von Kühlpackungen auf Stirn oder Nacken kann die Schmerzen lindern.
  • Ingwer: Ingwer kann die Übelkeit reduzieren.
  • Akupunktur: Einige Menschen mit Migräne berichten, dass Akupunktur dazu beitragen kann, die Häufigkeit und Intensität ihrer Migräneanfälle zu reduzieren.
  • Biofeedback: Diese Methode lehrt Betroffene, wie sie ihre körperlichen Funktionen beeinflussen können, um Stress und Schmerzen zu reduzieren.

Migräne bei Schwangeren

Schwangere sollten besonders darauf achten, Migräneauslöser zu meiden. Sind Medikamente dennoch nötig, können nach ärztlicher Absprache Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen bis zur 28. Schwangerschaftswoche eingenommen werden. Triptane sind in der Schwangerschaft nicht zugelassen, allerdings ist Sumatriptan hier im Off-Lable-Use - also auch ohne Zulassung bei Migräne - unter ärztlicher Aufsicht sehr gut erprobt. Eine Migräne lässt bei Schwangeren übrigens vor allem im 2. und 3.

Medikamente von Ratiopharm zur Behandlung von Migräne

Ratiopharm bietet verschiedene Medikamente zur Behandlung von Migräne an:

  • Sumatriptan-ratiopharm® bei Migräne 50 mg Filmtabletten: Zur akuten Behandlung von Migräneanfällen mit und ohne Aura.
  • Naratriptan-ratiopharm® bei Migräne: Zur akuten Behandlung der Kopfschmerzphasen von Migräneanfällen mit und ohne Aura.
  • IBU-LYSIN-ratiopharm® 400 mg: Kurzzeitige symptomatische Behandlung der akuten Kopfschmerzphase bei Migräne mit oder ohne Aura.

Zusätzlich bietet Ratiopharm auch Schmerzmittel wie Paracetamol-ratiopharm® und ratiopyrin® Schmerztabletten an, die bei leichten bis mäßig starken Schmerzen eingesetzt werden können.

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Schmerzmitteln

  • Schmerzmittel sollten nicht über einen längeren Zeitraum oder in höheren Dosen ohne ärztlichen Rat eingenommen werden.
  • Ein Übergebrauch von Schmerzmitteln kann zu chronischen Kopfschmerzen führen.
  • Migräne-spezifische Medikamente, sogenannte Triptane, sind für Kinder unter 12 Jahren nicht geeignet und sollten immer durch einen Arzt verordnet werden.
  • Bei bestimmten Vorerkrankungen (z. B. Bluthochdruck, koronare Herzerkrankung) sind Triptane nicht geeignet.

Neue Ansätze in der Migränebehandlung

Die Forschung im Bereich Migräne schreitet stetig voran. Es gibt neue Medikamente, die speziell auf die Migräneauslöser im Gehirn abzielen, sowie Ansätze zur besseren Identifizierung und Behandlung von Migränetriggern im Lebensstil und in der Umwelt jedes Einzelnen.

Ein neuer Ansatz ist das "Zufriedenheitstagebuch", das den Fokus auf die guten Tage ohne Anfälle legt und so die negativen Seiten der Erkrankung relativiert.

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