Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Ratiopharm bietet eine breite Palette von Medikamenten zur Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne an. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Wirkstoffe, Anwendungsgebiete, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und wichtigen Hinweise zu diesen Medikamenten.
Rezeptpflicht und allgemeine Hinweise
Es ist wichtig zu beachten, dass einige der in diesem Artikel genannten Medikamente rezeptpflichtig sind. Die Gesamtdosis sollte ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker nicht überschritten werden. Bei Fragen oder Unsicherheiten sollte immer ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.
Wirkstoffe und Anwendungsgebiete
Ratiopharm bietet verschiedene Medikamente mit unterschiedlichen Wirkstoffen zur Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne an. Zu den wichtigsten Wirkstoffen gehören:
- Paracetamol: Ein schmerzstillender und fiebersenkender Wirkstoff, der bei leichten bis mäßig starken Schmerzen eingesetzt wird. Paracetamol-ratiopharm® ist in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, darunter Tabletten, Zäpfchen, Lösung und Brausetabletten. Paracetamol-ratiopharm 75 mg Zäpfchen sind für Säuglinge ab 3 kg Körpergewicht geeignet.
- Ibuprofen: Ein nichtsteroidales Antirheumatikum (NSAR) mit schmerzstillenden, entzündungshemmenden und fiebersenkenden Eigenschaften. IBU-ratiopharm® wird zur kurzzeitigen symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen wie Kopfschmerzen, Zahnschmerzen, Regelschmerzen sowie Fieber und Schmerzen bei Erkältung eingesetzt. IBU-LYSIN-ratiopharm® 400 mg wird zusätzlich zur kurzzeitigen symptomatischen Behandlung von akuten Kopfschmerzphasen bei Migräne mit oder ohne Aura angewendet und ist für Kinder ab 20 kg Körpergewicht (ab 6 J.), Jugendliche und Erwachsene geeignet.
- Acetylsalicylsäure (ASS): Ein NSAR mit schmerzstillenden, entzündungshemmenden und fiebersenkenden Eigenschaften. ASS-ratiopharm® wird zur symptomatischen Behandlung von Fieber und/oder leichten bis mäßig starken Schmerzen wie z. B. Kopfschmerzen, Grippesymptomen, Zahnschmerzen und Muskelschmerzen eingesetzt.
- Sumatriptan: Ein Triptan, das speziell zur Behandlung von Migräne eingesetzt wird. Sumatriptan-ratiopharm® bei Migräne wirkt, indem es die Blutgefäße im Gehirn verengt und die Freisetzung von Entzündungsstoffen reduziert.
- Diclofenac: Ein NSAR mit schmerzstillenden und entzündungshemmenden Eigenschaften. Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne ist speziell zur Behandlung von Migräne indiziert.
- Naratriptan: Ein Triptan zur Behandlung von Migräne. NARATRIPTAN-ratiopharm bei Migräne Filmtabletten wirken, indem sie an Serotonin-Rezeptoren im Gehirn binden.
Kombinationspräparate:
- Synofen: Enthält Paracetamol und Ibuprofen und wird zur kurzzeitigen symptomatischen Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen eingesetzt, die durch alleinige Anwendung von Ibuprofen oder Paracetamol nicht gelindert werden können.
- ratiopyrin® Schmerztabletten: Für Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren bei akuten leichten bis mäßig starken Schmerzen.
- ratioGrippal® 200 mg/30 mg Filmtabletten: Zur symptomatischen Behandlung der Schleimhautschwellung von Nase und Nebenhöhlen verbunden mit Kopfschmerzen, Fieber und/oder erkältungs- bzw. grippebedingten Schmerzen bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren.
Gegenanzeigen
Es gibt bestimmte Umstände, unter denen bestimmte Ratiopharm Kopfschmerz- und Migränemittel nicht eingenommen werden sollten. Zu den allgemeinen Gegenanzeigen gehören:
- Überempfindlichkeit: Gegen einen der Inhaltsstoffe des Arzneimittels.
- Blutbildungsstörungen: Störungen der Blutbildung.
- Geschwüre im Verdauungstrakt: Aktuelle oder frühere Geschwüre im Magen-Darm-Trakt.
- Blutung im Magen-Darm-Trakt: Aktive Blutung im Magen-Darm-Trakt.
- Magen-Darm-Durchbruch: Perforation im Magen-Darm-Trakt.
- Aktive Blutung: Z.B. Hirnblutung.
- Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörung: Stark eingeschränkte Funktion von Leber oder Nieren.
- Herzschwäche: Mittelschwere bis sehr schwere Herzschwäche (Herzinsuffizienz NYHA II-IV).
- Durchblutungsstörungen des Herzens oder der Peripherie: Koronare Herzkrankheit oder Durchblutungsstörungen der Arme oder Beine.
- Erkrankung der Hirnblutgefäße
- Letztes Drittel der Schwangerschaft: Für Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne.
- Kinder unter 16 Jahren: Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne ist aufgrund des hohen Wirkstoffgehalts nicht geeignet.
- Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: NARATRIPTAN-ratiopharm bei Migräne Filmtabletten dürfen in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
- Ältere Patienten ab 65 Jahren: NARATRIPTAN-ratiopharm bei Migräne Filmtabletten sollten in der Regel in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden.
Spezifische Gegenanzeigen für Sumatriptan-ratiopharm® bei Migräne:
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- Probleme mit dem Herzen, wie z. B. Verengung der Herzkranzgefäße (ischämische Herzkrankheit) oder Brustschmerzen (Angina pectoris), oder wenn Sie bereits einen Herzinfarkt hatten.
- Durchblutungsstörungen in Ihren Beinen haben, die krampfartige Schmerzen beim Gehen verursachen (periphere Gefäßerkrankung).
- einen Schlaganfall hatten oder vorübergehende Zustände von Minderdurchblutung im Gehirn (auch vorübergehende ischämische Attacke genannt).
- hohen Bluthochdruck haben.
- eine schwere Lebererkrankung haben.
- zusammen mit anderen Migräne-Medikamenten, einschließlich solcher, die Ergotamin enthalten, oder vergleichbarer Medikamente wie Methysergid oder einem anderen Triptan/5-HT1-Rezeptor-Agonisten (Medikamente, die ebenfalls zur Behandlung von Migräne verwendet werden).
- bestimmte Antidepressiva, so genannte MAO-Hemmer (Monoaminoxidase-Hemmer) einnehmen oder bis vor zwei Wochen eingenommen haben.
Unter bestimmten Umständen ist Vorsicht geboten und es sollte Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker gehalten werden. Dazu gehören:
- Entzündliche Darmerkrankungen: Wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa.
- Blutgerinnungsstörung: Störungen der Blutgerinnung.
- Bluthochdruck: Hoher Blutdruck.
- Herzschwäche: Herzinsuffizienz.
- Risikofaktoren für Gefäßverengung am Herzen: Erhöhte Fettkonzentration im Blut, Diabetes mellitus, Rauchen.
- Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion: Funktionseinschränkungen von Niere oder Leber.
- Porphyrie: Eine Stoffwechselerkrankung.
- Kollagenosen: Veränderungen im Bindegewebsbereich, wie Lupus erythematodes oder Mischkollagenose.
- Kurz zuvor stattgefundene größere Operation
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Es ist wichtig, den Arzt oder Apotheker über alle eingenommenen Medikamente zu informieren, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden. Einige wichtige Wechselwirkungen sind:
- Andere NSAR: Die gleichzeitige Einnahme von Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne mit anderen NSAR kann das Risiko für Magen-Darm-Geschwüre oder Blutungen erhöhen.
- Blutgerinnungshemmende Mittel: Die gleichzeitige Einnahme von Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne mit blutgerinnungshemmenden Mitteln wie Warfarin kann das Blutungsrisiko erhöhen.
- Antidepressiva: Die gleichzeitige Einnahme von Sumatriptan-ratiopharm® bei Migräne mit SSRIs oder SNRIs kann ein Serotonin-Syndrom verursachen.
- MAO-Hemmer: Sumatriptan-ratiopharm® bei Migräne darf nicht eingenommen werden, wenn innerhalb der letzten zwei Wochen MAO-Hemmer eingenommen wurden.
- Ergotamin und andere Triptane: Die gleichzeitige Einnahme von Sumatriptan-ratiopharm® bei Migräne mit Ergotamin oder anderen Triptanen ist kontraindiziert.
- Johanniskraut: Bei gemeinsamer Einnahme von Sumatriptan-ratiopharm® bei Migräne und pflanzlichen Zubereitungen, die Johanniskraut enthalten, können möglicherweise eher Nebenwirkungen auftreten.
- Digoxin, Phenytoin, Lithium: Die gleichzeitige Anwendung von Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne und Digoxin, Phenytoin oder Lithium kann die Konzentration dieser Arzneimittel im Blut erhöhen.
- Diuretika und Antihypertensiva: Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne kann die Wirkung von entwässernden und blutdrucksenkenden Arzneimitteln abschwächen.
- Beta-Blocker, ACE-Hemmer und Angiotensin-II-Antagonisten: Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne kann die Wirkung von Beta-Blockern, ACE-Hemmern und Angiotensin-II-Antagonisten (Arzneimittel zur Behandlung von Herzschwäche und Bluthochdruck) abschwächen.
- Methotrexat: Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne kann die tubuläre renale Clearance von Methotrexat hemmen und daher zu ansteigenden Methotrexat-Spiegeln führen.
- Ciclosporin: Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne kann wie andere NSAR die nierenschädigende Wirkung von Ciclosporin verstärken.
- Probenecid: Arzneimittel, die Probenecid (Arzneimittel zur Behandlung von Gicht) enthalten, können die Ausscheidung von Diclofenac verzögern.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung und Anwendungsdauer richten sich nach der Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und werden vom Arzt bestimmt. Es ist wichtig, die Anweisungen des Arztes oder Apothekers genau zu befolgen.
- Paracetamol: Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
- Ibuprofen: Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
- ASS: Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
- Sumatriptan-ratiopharm® bei Migräne: Die übliche Dosis für Erwachsene beträgt eine Tablette (50 mg oder 100 mg). Die Tablette sollte so früh wie möglich nach Beginn der Migräne eingenommen werden. Wenn die Symptome nach der ersten Dosis wiederkehren, kann eine zweite Dosis eingenommen werden, jedoch nicht früher als zwei Stunden nach der ersten Dosis. Die maximale Tagesdosis beträgt 300 mg.
- Diclofenac-ratiopharm® Lösung bei Migräne: Die Dosierung sollte so niedrig wie möglich und über einen so kurzen Zeitraum wie möglich erfolgen.
- NARATRIPTAN-ratiopharm bei Migräne Filmtabletten: Zur Akutbehandlung - einmalige Gabe: Erwachsene Einzeldosis: 1 Tablette Gesamtdosis: 1 Tablette Zeitpunkt: zu Beginn des Anfalls Innerhalb von 24 Stunden darf nur bei Wiederauftreten der Symptome eine 2. Dosis frühestens nach 4 Stunden gegeben werden. Höchstdosis: Eine Dosis von 2 Tabletten pro Tag sollte nicht überschritten werden.
Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel können auch Ratiopharm Kopfschmerz- und Migränemittel Nebenwirkungen verursachen. Die häufigsten Nebenwirkungen sind:
- Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Verstopfung, Bauchschmerzen.
- Kopfschmerzen: Paradoxerweise können Schmerzmittel bei längerer Anwendung Kopfschmerzen verursachen.
- Schwindel: Benommenheit, Schwindelgefühl.
- Müdigkeit: Erschöpfung, Schläfrigkeit.
- Hautreaktionen: Hautausschlag, Juckreiz, Urtikaria.
Spezifische Nebenwirkungen von Sumatriptan-ratiopharm® bei Migräne:
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- Schmerzen, Schwere-, Druck- und Engegefühl in der Brust. Diese Effekte können intensiv sein, gehen aber üblicherweise schnell vorüber.
- Missempfindungen wie Kribbeln
- Sehstörungen
- Pulserniedrigung
- Pulsbeschleunigung
- Herzklopfen
- Bluthochdruck, der vorübergehend ist
Bei Auftreten von Nebenwirkungen sollte ein Arzt oder Apotheker konsultiert werden.
Wichtige Hinweise
- Reaktionsvermögen: Vorsicht: Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.
- Daueranwendung: Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
- Nierenschädigung: Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen. Werden mehrere Schmerzmittel kombiniert, oder sind in einem Schmerzmittel mehrere Wirkstoffe enthalten, erhöht sich das Risiko dafür.
- Asthma und Allergien: Vorsicht: Patienten mit Nasenpolypen, chronischen Atemwegsinfektionen, Asthma oder mit Neigung zu allergischen Reaktionen wie z.B. Heuschnupfen: Bei Ihnen kann das Arzneimittel einen Asthmaanfall oder eine starke allergische Hautreaktion auslösen. Fragen Sie daher vor der Anwendung Ihren Arzt.
- Alkohol: Alkoholgenuss soll während einer Dauerbehandlung möglichst vermieden werden.
- Operationen: Bei Einnahme dieses Arzneimittels vor operativen Eingriffen ist der Arzt oder Zahnarzt zu befragen bzw. zu informieren.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte vor der Einnahme von Medikamenten immer ein Arzt konsultiert werden.
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