Razer Synapse ist ein cloudbasiertes Hardware-Konfigurationstool, das es Nutzern ermöglicht, ihre Razer-Geräte anzupassen und Einstellungen zwischen verschiedenen Computern zu synchronisieren. Obwohl viele Gaming-Enthusiasten die zusätzlichen Funktionen schätzen, empfinden andere die Software als überbewertet oder sogar schädlich, insbesondere aufgrund der Notwendigkeit einer ständigen Netzwerkverbindung. Dieser Artikel beleuchtet Probleme mit Razer Synapse, insbesondere das unerklärliche Erstellen neuer Standardprofile, und bietet Lösungen sowie alternative Ansätze.
Das Problem: Unerwünschte Standardprofile in Razer Synapse
Ein häufiges Problem ist, dass Razer Synapse regelmäßig neue Standardprofile erstellt, obwohl bereits ein Standardprofil vorhanden ist. Diese Profile werden oft auch als aktiv genutzt, was zu Verwirrung und unerwünschten Konfigurationen führen kann. Dieses Verhalten tritt häufiger bei Tastaturen auf, kann aber auch Mäuse und Webcams betreffen. Betroffene Nutzer berichten, dass dieses Problem erst seit einiger Zeit besteht und zuvor nicht auftrat.
Mögliche Ursachen und Lösungsansätze
Es gibt verschiedene Ansätze, um das Problem der unerwünschten Profile zu beheben:
- Vollständige Deinstallation und Neuinstallation: Eine gründliche Deinstallation der Razer-Software mit Tools wie dem GeekUninstaller kann helfen, alle zugehörigen Dateien und Registry-Einträge zu entfernen. Anschließend sollte die neueste Version von Razer Synapse von der offiziellen Razer-Website heruntergeladen und neu installiert werden.
- Firmware-Updates: Überprüfen Sie, ob für Ihre Razer-Geräte Firmware-Updates verfügbar sind. Diese Updates können Fehler beheben und die Stabilität der Software verbessern.
- Überprüfung des Connect-Moduls: Untersuchen Sie das Connect-Modul von Razer Synapse auf Programme, die möglicherweise nicht dorthin gehören oder Konflikte verursachen. Das Deaktivieren oder Entfernen verdächtiger Programme kann das Problem lösen.
- Löschen von Razer-bezogenen Dateien und Ordnern:
- Stellen Sie sicher, dass Razer Synapse geschlossen ist.
- Aktivieren Sie die Option "Ausgeblendete Elemente", um alle Dateien und Ordner anzuzeigen.
- Löschen Sie Razer-bezogene Ordner im Roaming-Ordner.
- Installieren Sie die neueste Razer Synapse Software neu.
- Treiberaktualisierung: Veraltete oder fehlerhafte Treiber können ebenfalls Probleme verursachen. Driver Easy kann helfen, die korrekten Treiber für Ihre Razer-Geräte zu finden und zu installieren.
- Antivirensoftware: Einige Antivirenprogramme können den Start von Razer Synapse blockieren. Deaktivieren Sie vorübergehend Ihre Antivirensoftware, um zu überprüfen, ob dies die Ursache des Problems ist.
Die Schattenseiten von Razer Synapse
Razer Synapse steht oft in der Kritik, und das aus gutem Grund. Viele Nutzer empfinden die Software als umständlich und ressourcenintensiv. Hier sind einige der Hauptkritikpunkte:
- Schlechte Nutzerführung: Razer Synapse ist oft unübersichtlich und nicht intuitiv zu bedienen. Die vielen Komponenten, Erweiterungen und Optionen können überwältigend sein.
- Zwang zum Razer-Konto: Die Notwendigkeit, ein Razer-Konto zu erstellen, um die Software nutzen zu können, wird von vielen Nutzern als unnötig und datenschutzrechtlich bedenklich empfunden.
- Instabilität: Razer Synapse ist bekannt für seine Instabilität. Es kann sich aufhängen, Spieleprofile nicht richtig starten oder Chroma-Effekte fehlerhaft darstellen.
- Ressourcenverbrauch: Razer Synapse kann viele Systemressourcen beanspruchen, da oft mehrere Razer-Prozesse gleichzeitig im Hintergrund laufen.
Alternativen zu Razer Synapse
Angesichts der Probleme mit Razer Synapse suchen viele Nutzer nach Alternativen. Hier sind einige Optionen:
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- Logitech G HUB: Logitech G HUB ist eine ähnliche Software zur Konfiguration von Logitech-Gaming-Geräten. Viele Nutzer empfinden sie als ausgereifter und stabiler als Razer Synapse.
- Corsair iCUE: Corsair iCUE ist eine weitere Alternative, die sich auf die Steuerung von Corsair-Produkten konzentriert, einschließlich RGB-Beleuchtung und Lüftersteuerung.
- OpenRGB: OpenRGB ist eine Open-Source-Software, die es ermöglicht, RGB-Beleuchtung verschiedener Hersteller zu steuern, ohne auf herstellerspezifische Software angewiesen zu sein.
- Geräte ohne Software verwenden: Viele Gaming-Geräte funktionieren auch ohne die zugehörige Software einwandfrei. In diesem Fall können die Standardeinstellungen genutzt werden, was oft eine einfache und problemlose Lösung darstellt.
Razer Synapse deinstallieren
Wenn Sie Razer Synapse endgültig loswerden möchten, können Sie die Software wie folgt deinstallieren:
Unter Windows:
- Schließen Sie Razer Synapse, indem Sie mit der rechten Maustaste auf das Symbol in der Taskleiste klicken und "Razer Synapse schließen" auswählen.
- Öffnen Sie die "Einstellungen" und wählen Sie "Apps" oder "Programme hinzufügen oder entfernen".
- Suchen Sie nach "Razer Synapse" und wählen Sie "Deinstallieren".
- Folgen Sie den Anweisungen auf dem Bildschirm, um die Deinstallation abzuschließen.
- Löschen Sie verbleibende Dateien und Ordner im Datei-Explorer, indem Sie nach "Razer" suchen.
- Optional: Bereinigen Sie die Registrierung, nachdem Sie zuvor eine Sicherung erstellt haben.
Unter macOS:
- Öffnen Sie das Terminal (im Abschnitt Dienstprogramme des Finders).
- Navigieren Sie im Finder zu "Anwendungen".
- Scrollen Sie zu "Razer Synapse" und klicken Sie mit der rechten Maustaste darauf, um es in den Papierkorb zu verschieben.
Weitere Programme, die Sie von Ihrem Gaming-PC deinstallieren sollten
Neben Razer Synapse gibt es noch weitere Programme, die auf einem Gaming-PC unnötig sein können und deinstalliert werden sollten:
- CCleaner: Aufgrund von Datenschutzbedenken und Sicherheitsvorfällen wird von der Verwendung von CCleaner abgeraten.
- Adobe Flash Player und Shockwave Player: Diese Player werden nicht mehr unterstützt und stellen ein Sicherheitsrisiko dar.
- Java-Plugin für Browser: Ähnlich wie Flash ist das Java-Plugin für Browser anfällig für Sicherheitslücken. Achten Sie darauf, nicht die Java Runtime Environment (JRE) zu deinstallieren, die für einige Spiele benötigt wird.
- QuickTime Player: Apple unterstützt den QuickTime Player unter Windows nicht mehr.
- Silverlight: Silverlight wird kaum noch genutzt und von modernen Browsern nicht mehr unterstützt.
- Browser-Toolbars: Unerwünschte Toolbars können die Browserleistung beeinträchtigen und ein Sicherheitsrisiko darstellen.
- Vorinstallierte Software auf Fertig-PCs: Viele Fertig-PCs werden mit unnötiger Software ausgeliefert. Überprüfen Sie, welche Programme Sie wirklich benötigen, und deinstallieren Sie den Rest.
PC zurücksetzen als letzte Option
Wenn alle Stricke reißen und Ihr Computer weiterhin Probleme mit Razer Synapse oder anderen Programmen hat, kann das Zurücksetzen des PCs auf die Werkseinstellungen eine Option sein. Beachten Sie jedoch, dass dabei alle Daten auf Ihrem System gelöscht werden. Sichern Sie daher unbedingt alle wichtigen Daten, bevor Sie diesen Schritt unternehmen.
So setzen Sie einen Razer Laptop auf die Werkseinstellungen zurück:
- Sichern Sie Ihre Daten: Verwenden Sie ein Backup-Tool wie MiniTool ShadowMaker, um Ihre wichtigen Daten auf einer externen Festplatte zu sichern.
- Starten Sie den Wiederherstellungsprozess: Es gibt zwei Möglichkeiten, den Wiederherstellungsprozess zu starten:
- Über die Wiederherstellungstaste F9: Schalten Sie Ihren Razer Laptop aus, schalten Sie ihn ein und halten Sie gleichzeitig die F9-Taste gedrückt, bis das Menü Systemwiederherstellung erscheint. Wählen Sie "WIEDERHERSTELLUNG STARTEN" und warten Sie, bis der Prozess abgeschlossen ist.
- Über die Einstellungen: Öffnen Sie die Einstellungen (Win + I) und navigieren Sie zu "Update & Sicherheit" > "Wiederherstellung" (Windows 10) oder "System" > "Wiederherstellung" (Windows 11). Klicken Sie unter "Diesen PC zurücksetzen" auf "Los geht’s".
- Wählen Sie eine Option: Wählen Sie, ob Sie Ihre Dateien behalten oder alles entfernen möchten. Wenn Sie Ihre Dateien behalten, werden installierte Apps und Treiber sowie Änderungen in den Einstellungen entfernt, aber Ihre Dateien bleiben erhalten. Wenn Sie alles entfernen, werden alle Daten gelöscht.
- Wählen Sie eine Installationsmethode: Wählen Sie, ob Sie Windows aus der Cloud herunterladen oder lokal neu installieren möchten. Der Cloud-Download ist empfehlenswert, wenn Sie eine gute Internetverbindung haben.
- Starten Sie den Zurücksetzungsprozess: Klicken Sie auf "Zurücksetzen", um den Prozess zu starten. Der Vorgang kann einige Zeit dauern.
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