Reha bei Parkinson in Bad Füssing und Bad Gögging: Ein umfassender Überblick

Parkinson-Erkrankungen stellen Betroffene vor vielfältige Herausforderungen. Eine Rehabilitation kann hier entscheidend zur Verbesserung der Lebensqualität und zur Erhaltung der Selbstständigkeit beitragen. Dieser Artikel beleuchtet die Möglichkeiten der Reha bei Parkinson, insbesondere im Passauer Wolf Bad Gögging und in Bad Füssing, und gibt einen Überblick über Therapieansätze und Behandlungsmöglichkeiten.

Einführung in die Parkinson-Rehabilitation

Die neurologische Rehabilitation bei Morbus Parkinson gewinnt zunehmend an Bedeutung. Nicht-medikamentöse Therapien wie Logopädie, Physiotherapie, Ergotherapie, Sporttherapie und physikalische Maßnahmen sollten frühzeitig beginnen, um optimal vom Therapie profitieren und den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen zu können. Eine intensive Behandlung sollte für drei bis sechs Wochen erfolgen, und die Wiederholung einer solchen Rehabilitation ist alle ein bis zwei Jahre vorgesehen. Die Frequenz und Intensität der Therapien muss jedoch nach individuellen Krankheitssymptomen eines jeden Patienten unterschiedlich angesetzt werden.

Was ist Morbus Parkinson?

Morbus Parkinson ist eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Verantwortlich sind Degenerationsprozesse im Gehirn, bei denen dopaminerge Nervenzellen in der Substantia nigra absterben. Dieser Dopaminmangel beeinträchtigt harmonische Bewegungsabläufe. Erste Symptome wie verlangsamte, unsichere Bewegungen, Versteifung oder Zittern treten meist nach dem 60. Lebensjahr auf, in Einzelfällen aber auch früher. In Deutschland sind ca. 400.000 Menschen betroffen, Männer etwas häufiger als Frauen.

Ursachen und Symptome

Bei Patienten mit Morbus Parkinson sterben Zellen im Mittelhirn, die den Botenstoff Dopamin produzieren, ab. Wenn ca. 60 % dieser Zellen abgestorben sind, tritt das klinische Bild eines Parkinson-Syndroms mit Bewegungsarmut auf. Die Ursache für das Absterben der dopaminergen Zellen im Mittelhirn ist in den allermeisten Fällen unbekannt. In wenigen Fällen können genetische Veränderungen als Ursachen diagnostiziert werden. Es wird davon ausgegangen, dass es sich in den allermeisten Fällen um eine Kombination aus genetischen und Umweltfaktoren handelt.

Neben dem Morbus Parkinson gibt es auch atypische Parkinson-Syndrome, bei denen die Rezeptoren (Annahmestellen) für das Dopamin in den tiefen Hirnstrukturen absterben, so dass das Dopamin seine Wirkung im Hirn nicht mehr entfalten kann. Dies führt zu anfänglich sehr ähnlichen Symptomen wie beim Morbus Parkinson, diese Erkrankungen verlaufen meist schneller fortschreitend und mit zusätzlichen Begleitsymptomen wie Blutdruckstörungen, Augenbewegungsstörungen oder Gedächtnisverlust. Zudem können Parkinson-Syndrome auch auftreten, wenn andere Ursachen die Tiefenhirnstrukturen (Basalganglien) beeinträchtigen, wie zum Beispiel bei bestimmten Hirnblutungen, Infektionen oder einem veränderten Hirndruck.

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Bereits vor über 200 Jahren wurde die Erkrankung durch James Parkinson beschrieben. Als Hauptsymptome beschrieb er das Zittern (Tremor), die Muskelsteifigkeit (Rigor) und die Unterbeweglichkeit (Akinese/Hypokinese). Diese motorischen Symptome schränken die Beweglichkeit ein. Das zeigt sich häufig schon früh in einer Beeinträchtigung der Schrift, häufig wird die Stimme monoton und leise und in vielen Fällen kommt es im Verlauf zu einem zunehmend kleinschrittigem Gangbild. Anfänglich sprechen all die Symptome gut auf Medikamente an, im Verlauf wechselt das Ansprechen der Symptome jedoch zunehmend. Dies macht die Behandlung durch Medikamente im fortgeschrittenem Stadium schwieriger. Heutzutage werden zunehmend nichtmedikamentöse Therapien etabliert, um die Sprache und die Motorik positiv zu beeinflussen.

Reha im Passauer Wolf Bad Gögging

Der Passauer Wolf Bad Gögging ist auf die Behandlung von Parkinson-Patienten spezialisiert und von der Deutschen Parkinson Vereinigung (dPV) zertifiziert. Neben der Reha bietet der Passauer Wolf auch die Möglichkeit der Parkinson-Komplexbehandlung in seiner Fachklinik in Bad Gögging an. Betroffene finden hier Parkinson-Experten und eine Auslese an Spezial-Therapien, die von erfahrenen multiprofessionellen Teams unter der Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. Tobias Wächter fachkundig kombiniert werden.

Ziele der Reha

Das Ziel des Behandlungsansatzes für Patienten mit Parkinson-Syndromen ist eine hochqualifizierte Rehabilitation, die gezielt auf Patienten mit extrapyramidalen Bewegungsstörungen ausgerichtet ist. Dieses Angebot richtet sich hauptsächlich an Patienten mit der Parkinson-Krankheit, aber auch an Menschen mit atypischen Parkinson-Syndromen wie Multisystematrophie (MSA), progressiver supranukleärer Parese (PSP) und kortikobasaler Degeneration (CBD) sowie Demenz mit Lewy-Körpern (DLK) im frühen Stadium, in dem die kognitiven Beeinträchtigungen noch gering sind. Darüber hinaus können auch Patienten mit sekundären Parkinson-Syndromen, wie vaskulärem Parkinson, traumatisch bedingtem Parkinson-Syndrom oder Normaldruckhydrozephalus, sowie Patienten mit anderen extrapyramidalen Bewegungsstörungen, wie Dystonien, vom Behandlungskonzept des Passauer Wolf Bad Gögging profitieren. Betroffene mit solchen Erkrankungen, die zudem eine Tiefen-Hirnstimulation erhalten haben oder die mit duodenalen bzw. subkutanen Pumpensystemen behandelt werden, haben besondere Bedürfnisse. Darauf sind wir speziellen Therapien, einer besonderen technischen Ausstattung und einer umfangreichen medizinischen Expertise vorbereitet. Im Passauer Wolf Bad Gögging können während der Reha Tiefen-Hirnstimulatoren eingestellt werden oder deren Funktion überprüft werden.

Behandlungsmöglichkeiten im Passauer Wolf Bad Gögging

Der Passauer Wolf Bad Gögging bietet eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit Bewegungsstörungen und Parkinson an:

  • Reha nach THS Implantation: Für Patienten mit Dystonien, Tremores oder Parkinson.
  • Reha nach der Parkinson-Komplexbehandlung: Zur Optimierung der erreichten Therapieerfolge.
  • Reha bei hyperkinetischen Bewegungsstörungen: Insbesondere in frühen Phasen der Huntington-Krankheit.
  • Parkinson-Konsil: Mitbehandlung durch Spezialisten auch während der Reha.

Besondere Angebote und Therapien

  • Parkinson Nurse: Spezialisierte Pflegefachkräfte, die sich auf die Betreuung von Parkinson-Patienten konzentrieren und auch die Betreuung von Patienten mit Pumpensystemen oder Tiefen-Hirnstimulatoren umfassen.
  • Meine Reha®: Ein Nachsorge-Programm für zu Hause, das gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut entwickelt wurde. Es ermöglicht Parkinson-Patienten, Bewegungselemente aus der LSVT-BIG-Therapie® selbständig am Computer durchzuführen.
  • Lyra Gangtrainer: Ein Gerät, das im Passauer Wolf Bad Gögging in allen Phasen der Rehabilitation eingesetzt wird. Es hilft Patienten dabei, ihre Gehfähigkeit wiederzuerlangen, indem das natürliche Bewegungsmuster für das Gehen simuliert wird.
  • Lee-Silverman-Voice-Therapie (LSVT): Ein spezielles Training, das darauf abzielt, die Lautstärke der Stimme und die Sprechmelodie zu verbessern.
  • LSVT-BIG-Therapie: Wissenschaftlich etablierte Konzepte, die darauf abzielen, den Bewegungsumfang zu vergrößern und mehr Sicherheit in der Bewegung zu erreichen.
  • Schäfflertanz: Eine Besonderheit der Region, die als Tanztherapie angeboten wird.
  • Neuropsychologie: Spezielle Trainingsverfahren, die auf wissenschaftlicher Basis die kognitiven Fähigkeiten der Patienten trainieren.
  • Sozialberatung: Unterstützung bei der sozialmedizinischen Weiterversorgung, beispielsweise bei der Beantragung eines Grades der Behinderung (GdB) oder der Wiedereingliederung in die bisherige berufliche Tätigkeit.
  • Theaterpädagogik: In Kooperation mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg werden theaterpädagogische Übungen mit Parkinson-Patienten von Studierenden erprobt, um den mimischen Ausdruck und die Stimmkraft zu fördern.
  • Boxen bei Parkinson: Ein Kraft- und Gleichgewichtstraining zur Verbesserung der posturalen Stabilität.

Weitere Reha-Einrichtungen und Therapieangebote

Neben dem Passauer Wolf Bad Gögging gibt es weitere Kliniken und Einrichtungen, die Rehabilitationsmaßnahmen für Parkinson-Patienten anbieten. Dazu gehören unter anderem:

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  • Klinik Niederbayern (Bad Füssing): Fachklinik für Orthopädie sowie Physikalische und Rehabilitative Medizin. Die Klinik nutzt das Thermalwasser der Europa Therme für die Genesung der Patienten.
  • Johannesbad Fachklinik Bad Füssing: Bietet ambulante Vorsorgeleistungen und ist als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet.
  • Klinik Berlin: Bietet eine wissenschaftlich fundierte Rehabilitation auf hohem Niveau mit einer Kombination aus Orthopädie sowie Innere Medizin/Kardiologie.
  • Klinik Rhön (Bad Kissingen): Verbindet intensive Psychotherapie und hohen Freizeitwert mit dem Behandlungsschwerpunkt Psychosomatik.
  • Frankenklinik (Bad Kissingen): Spezialisiert auf Reha-Maßnahmen in den Fachbereichen Orthopädie und Innere Medizin.
  • Klinik Herzoghöhe (Bayreuth): Spezialisierte Reha-Klinik für Orthopädie, Onkologie und Innere Medizin.
  • Höhenklinik Bischofsgrün: Spezialisierte Reha-Klinik mit den Schwerpunkten Kardiologie, Innere Medizin, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.

Triggerpunkt- und Kopfschmerztherapie in Bad Füssing und Bad Elster

Für Physiotherapeuten und Ärzte werden spezielle Kurse zur Therapie bei Morbus Parkinson angeboten. Diese Kurse vermitteln Kenntnisse über die neuroanatomischen Grundlagen, die Pathophysiologie des Morbus Parkinson und deren Epidemiologie. Zudem werden Tipps und Kniffe der Behandlung und des Umgangs mit Parkinsonerkrankten vermittelt.

Bedeutung der Zertifizierung durch die Deutsche Parkinson Vereinigung (dPV)

Die Zertifizierung durch die Deutsche Parkinson Vereinigung (dPV) bestätigt, dass eine Klinik oder Einrichtung eine an die spezifischen Bedürfnisse der Parkinson-Patienten und ihrer Angehörigen angepasste Behandlung bietet. Dies umfasst spezielle Ausbildungen und regelmäßige Fortbildungen der Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte.

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