Migräne Medikamente im Test: Ein umfassender Überblick

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die durch starke, pochende Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, gekennzeichnet ist. Fast 30 Prozent der Frauen und 12 Prozent der Männer in Deutschland leiden punktuell oder regelmäßig unter Migräne. Die Behandlung von Migräne kann eine Herausforderung sein, da es viele verschiedene Medikamente und Ansätze gibt. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Migränemedikamente, basierend auf aktuellen Testberichten und Forschungsergebnissen.

Die Last der Migräne: Eine persönliche Perspektive

Petra Scheurer, eine 54-jährige Frau aus Hamm in Westfalen, leidet seit ihrem 20. Lebensjahr unter Migräne. Sie beschreibt den Schmerz als einen "Presslufthammer, der das Auge herausdrückt". Bei schweren Anfällen leidet sie unter Übelkeit, Kreislaufproblemen und Durchfall. Früher war sie oft tagelang außer Gefecht gesetzt. Ihre Geschichte verdeutlicht die erhebliche Beeinträchtigung der Lebensqualität, die Migräne verursachen kann.

Medikamentöse Behandlung von Migräne

Es gibt verschiedene Arten von Medikamenten zur Behandlung von Migräne, die sich in ihrer Wirkungsweise und Anwendungsgebieten unterscheiden.

Akutmedikation

Die Akutmedikation zielt darauf ab, die Symptome eines Migräneanfalls zu lindern, sobald er auftritt. Zu den gängigen Akutmedikamenten gehören:

  • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR): NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac und Ketorolac wirken entzündungshemmend und schmerzlindernd. Sie hemmen die Bildung von Prostaglandinen, die an der Entstehung von Entzündungen und Schmerzen beteiligt sind.
  • Paracetamol: Paracetamol wirkt schmerzlindernd und fiebersenkend, hat aber kaum entzündungshemmende Eigenschaften. Es wird angenommen, dass es die Bildung von Prostaglandinen im Gehirn hemmt.
  • Kombinationspräparate: Eine fixe Kombination aus Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein (z.B. Thomapyrin CLASSIC) wirkt schnell und stark gegen Migräne. Diese Kombination verstärkt die Wirkung der einzelnen Schmerzmittel und beschleunigt den Wirkungseintritt.
  • Triptane: Triptane sind eine spezifische Medikamentengruppe zur Behandlung von mittelschwerer bis starker Migräne. Sie verengen die während des Migräneanfalls erweiterten Blutgefäße und hemmen Entzündungsprozesse. In Deutschland sind Almotriptan, Naratriptan und Sumatriptan rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Andere Triptane wie Eletriptan, Frovatriptan, Rizatriptan und Zolmitriptan sind verschreibungspflichtig.
  • Antiemetika: Antiemetika wie Metoclopramid und Domperidon werden bei Migräneanfällen mit Übelkeit und Erbrechen eingesetzt. Sie regen die Bewegung der Magenmuskulatur an und verbessern die Aufnahme von Schmerzmitteln.

Migräneprophylaxe

Die Migräneprophylaxe zielt darauf ab, die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen zu reduzieren. Sie kommt in Betracht, wenn Patienten häufig unter Migräne leiden oder die Akutmedikation nicht ausreichend wirksam ist. Zu den gängigen Medikamenten zur Migräneprophylaxe gehören:

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  • Betablocker: Betablocker wie Propranolol und Metoprolol werden häufig zur Migräneprophylaxe eingesetzt.
  • Kalziumkanalblocker: Flunarizin ist ein Kalziumkanalblocker, der zur Vorbeugung von Migräne eingesetzt werden kann.
  • Antiepileptika: Valproat und Topiramat sind Antiepileptika, die auch zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden können.
  • Hochdosiertes Magnesium, Vitamin B2 und Coenzym Q10: Eine Studie hat gezeigt, dass diese Mikronährstoff-Kombination die Migränesymptome deutlich und signifikant reduzieren und die Lebensqualität verbessern kann.

Vergleich von Migränemedikamenten

Eine aktuelle Vergleichsstudie hat gezeigt, dass bestimmte Schmerzmittel deutlich wirksamer sind als Ibuprofen. Die Studie ergab, dass Triptane, Ergotika und Antiemetika die drei wirksamsten Medikamentenklassen bei Migräne sind.

  • Triptane: Laut der Studie sind Triptane fünfmal wirksamer als Ibuprofen. Eletriptan erwies sich als sechsmal wirksamer, Zolmitriptan fünfeinhalbmal und Sumatriptan fünfmal so wirksam wie Ibuprofen.
  • Ergotika: Ergotika sind dreimal wirksamer als Ibuprofen.
  • Antiemetika: Antiemetika sind zweieinhalbmal wirksamer als Ibuprofen.

Die Studie ergab auch, dass andere NSAR wie Ketorolac, Indomethacin und Diclofenac wirksamer sind als Ibuprofen. Paracetamol hingegen erwies sich als weniger wirksam als Ibuprofen.

Eine gängige Kombination von Medikamenten zur Behandlung von Migräne, nämlich Aspirin, Paracetamol und Koffein, erwies sich als wirksamer als Ibuprofen.

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Migränemedikamenten

  • Nicht zu häufig einnehmen: Schmerzmittel und Triptane sollten nicht häufiger als zehnmal pro Monat eingenommen werden, maximal an drei Tagen hintereinander. Eine zu häufige Einnahme kann einen medikamenteninduzierten Kopfschmerz verursachen.
  • Einnahmezeitpunkt: Triptane wirken am besten, wenn sie zu Beginn eines Anfalls eingenommen werden.
  • Schwangerschaft: Schwangere sollten vor der Einnahme von Schmerzmitteln ihren Arzt konsultieren. Paracetamol gilt in bestimmten Phasen der Schwangerschaft als weitgehend unbedenklich.
  • Wechselwirkungen: Patienten, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, sollten kein Ibuprofen einnehmen und ihren Arzt nach Alternativen fragen.

Allgemeine Maßnahmen bei Kopfschmerzen und Migräne

Neben Medikamenten können auch allgemeine Maßnahmen gegen Kopfschmerzen und Migräne helfen:

  • Regelmäßiger Schlaf: Ein regelmäßiger Schlafrhythmus kann helfen, Migräneanfälle zu reduzieren.
  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und Migräne vorzubeugen.
  • Kopfschmerztagebuch: Das Führen eines Kopfschmerztagebuchs kann helfen, Auslöser für Migräneanfälle zu identifizieren und den Erfolg der ausgewählten Therapie zu beurteilen.
  • Apps: Es gibt Apps, die ein Kopfschmerztagebuch anbieten sowie Informationen und Übungen zur Migränebehandlung.

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