Die Polyneuropathie (PNP) und das Restless-Legs-Syndrom (RLS) sind zwei häufige neurologische Erkrankungen, die oft mit quälenden Beschwerden einhergehen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über beide Krankheitsbilder, ihre Symptome, Ursachen, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Dabei werden sowohl schulmedizinische als auch komplementäre Ansätze der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) beleuchtet. Ziel ist es, Betroffenen und ihren Angehörigen eine Orientierungshilfe im "Dschungel der Meinungen und Angebote" zu bieten und ihnen Mut zu machen, die Krankheit zu akzeptieren und Wege zu finden, mit ihr zu leben.
Einführung: Polyneuropathie und Restless Legs als chronische Leiden
Die gemeinsame Behandlung der Polyneuropathie (PNP) und des Restless-Legs-Syndroms (RLS) in einem Ratgeber ist in einer Reihe von Gemeinsamkeiten begründet. Beide dem Fachgebiet Neurologie zugeordnete Krankheiten haben eine ähnliche Prävalenz zwischen 5 und 8 % der deutschen Bevölkerung und verlaufen in aller Regel chronisch. Es besteht eine Schnittmenge von ca. 20 %. In der Symptomatik sind beide Krankheiten, von Grenzfällen abgesehen, klar unterscheidbar. Zur den Ursachen der PNP liegt eine Fülle von Material vor, dagegen ist der Erkenntnisstand bzgl. RLS eher dürftig. Die meisten Formen lassen sich im Rahmen konventioneller Behandlungen lediglich symptomatisch beeinflussen. Dies war für uns Anlass, auf dem Boden der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) Behandlungsalternativen zu entwickeln. Besonders bewährt hat sich die chinesische Arzneitherapie.
Gemeinsamkeiten von Polyneuropathie und Restless-Legs-Syndrom
Obwohl es sich um unterschiedliche Krankheitsbilder handelt, weisen PNP und RLS einige Gemeinsamkeiten auf:
- Chronischer Verlauf: Beide Erkrankungen verlaufen in der Regel chronisch und können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen.
- Neurologische Ursache: Sowohl PNP als auch RLS sind neurologisch bedingt.
- Ähnliche Prävalenz: Beide Krankheiten treten in der deutschen Bevölkerung mit einer ähnlichen Häufigkeit von etwa 5 bis 8 % auf.
- Überlappende Symptome: In einigen Fällen können sich die Symptome von PNP und RLS überschneiden, was die Diagnose erschweren kann.
Unterschiede zwischen der PNP und dem RLS
Trotz der Gemeinsamkeiten gibt es auch deutliche Unterschiede zwischen PNP und RLS:
- Betroffene Altersgruppen: Polyneuropathie betrifft vor allem ältere Menschen, während das Restless-Legs-Syndrom eher bei jüngeren Menschen auftritt.
- Hauptsächliche Symptome: PNP äußert sich vor allem durch Missempfindungen, Gefühlsverlust, Schmerzen, Schwäche und motorische Störungen, während RLS hauptsächlich durch einen unkontrollierbaren Bewegungsdrang in den Beinen gekennzeichnet ist, der oft mit Missempfindungen einhergeht.
- Erkenntnisstand zu den Ursachen: Während die Ursachen der PNP in vielen Fällen bekannt sind (z.B. Diabetes, Alkoholmissbrauch), sind die Ursachen des RLS oft unklar.
Ein Ratgeber soll informieren und Mut machen
Dieser Ratgeber soll Betroffenen und ihren Angehörigen umfassende Informationen zu PNP und RLS bieten. Er soll helfen, die Krankheiten zu erkennen, zu verstehen und mit ihnen umzugehen. Dabei werden sowohl die schulmedizinischen Diagnose- und Therapieansätze als auch die komplementären Behandlungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) vorgestellt.
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Polyneuropathie und unruhige Beine aus neurologischer Sicht
Aus neurologischer Sicht werden PNP und RLS als Erkrankungen des peripheren Nervensystems bzw. als eine neurologische Bewegungsstörung betrachtet. Die Diagnostik umfasst in der Regel eine ausführliche Anamnese, körperliche Untersuchung, neurologische Tests und apparative Untersuchungen wie die Neurographie. Die Therapie zielt darauf ab, die Ursache der Erkrankung zu behandeln (falls bekannt) und die Symptome zu lindern.
Der komplementäre Ansatz der traditionellen chinesischen Medizin
Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) bietet einen komplementären Ansatz zur Behandlung von PNP und RLS. Die TCM betrachtet den Menschen als Ganzes und versucht, die Ursache der Erkrankung auf einer tieferliegenden Ebene zu finden. Die Behandlungsmethoden der TCM umfassen unter anderem die Akupunktur, die chinesische Arzneitherapie und die Tuina-Massage.
Was kann der Patient selbst tun?
Neben den ärztlichen und therapeutischen Maßnahmen kann der Patient selbst aktiv dazu beitragen, die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Dazu gehören unter anderem:
- Eine gesunde Lebensweise: Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf können sich positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken.
- Stressmanagement: Stress kann die Symptome von PNP und RLS verstärken. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
- Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann sehr hilfreich sein, um mit der Krankheit umzugehen und neue Strategien zu entwickeln.
Ziele
Ziel dieses Ratgebers ist es,
- umfassend über die Symptome, Ursachen, Diagnose- und Therapiemöglichkeiten von PNP und RLS zu informieren.
- die schulmedizinischen und komplementären Behandlungsansätze der TCM zu beleuchten.
- praktische Tipps zur Selbsthilfe zu geben.
- Betroffenen Mut zu machen, die Krankheit zu akzeptieren und Wege zu finden, mit ihr zu leben.
I: Die Sicht der Schulmedizin: Polyneuropathie und Restless Legs
Symptome der Polyneuropathie
Polyneuropathie verläuft schleichend und quälend. Vor allem ältere Menschen leiden an Symptomen wie Missempfindungen an Füßen, Beinen und Händen, Gefühlsverlust und Schmerzen. Hinzu kommen Schwäche und motorische Störungen beim Gehen.
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Einleitung
Die Polyneuropathie (PNP) ist eine Erkrankung des peripheren Nervensystems, die durch Schädigung oder Funktionsstörung mehrerer Nerven gleichzeitig gekennzeichnet ist. Die Symptome können vielfältig sein und hängen davon ab, welche Nerven betroffen sind.
Funktionsbereiche des peripheren Nervensystems
Das periphere Nervensystem ist für verschiedene Funktionen zuständig:
- Schmerzwahrnehmung: Die peripheren Nerven leiten Schmerzsignale vom Körper zum Gehirn.
- Sensibilität: Die peripheren Nerven übertragen Informationen über Berührung, Temperatur, Vibration und Druck.
- Bewegungssystem (Motorik): Die peripheren Nerven steuern die Muskeln und ermöglichen so Bewegungen.
- Drüsen, innere Organe: Die peripheren Nerven regulieren die Funktion von Drüsen und inneren Organen.
Zusammenhang zwischen den Symptomen und dem anatomischen Aufbau des peripheren Nervensystems
Die Symptome der PNP hängen davon ab, welche Nervenfasern geschädigt sind (sensible, motorische oder vegetative Fasern) und wo die Schädigung lokalisiert ist (z.B. Füße, Beine, Hände).
Symptome der Polyneuropathie, wie sie der Patient erlebt
Patienten mit PNP können eine Vielzahl von Symptomen erleben, darunter:
- Missempfindungen: Kribbeln, Brennen, Stechen, Taubheitsgefühl
- Schmerzen: Oft brennende oder stechende Schmerzen, die sich nachts verschlimmern können
- Gefühlsverlust: Verminderte Sensibilität für Berührung, Temperatur oder Vibration
- Schwäche: Muskelschwäche, die zu Schwierigkeiten beim Gehen oder Greifen führen kann
- Motorische Störungen: Koordinationsprobleme, Gangunsicherheit, Muskelzuckungen
- Vegetative Störungen: Störungen der Schweißsekretion, Herzrhythmusstörungen, Verdauungsprobleme
Verlauf der PNP
Die PNP kann akut oder chronisch verlaufen.
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- Von akut bis chronisch - Einteilung nach zeitlichem Verlauf: Akute PNP entwickelt sich innerhalb von Tagen oder Wochen, während sich chronische PNP langsam über Monate oder Jahre entwickelt.
- Typischer Verlauf einer chronisch progredienten distal beginnenden sensomotorischen PNP: Dies ist die häufigste Form der PNP. Sie beginnt in den Füßen und breitet sich langsam nach oben aus. Die Symptome umfassen Missempfindungen, Schmerzen, Gefühlsverlust und Muskelschwäche.
- Symptomwandel unter der Therapie: Unter der Therapie können sich die Symptome der PNP verändern. Einige Symptome können sich bessern, während andere neu auftreten oder sich verschlimmern.
Direkte und indirekte Folgen des Nervenabbaus
Der Nervenabbau bei PNP kann direkte und indirekte Folgen haben:
- Hautgeschwüre: Durch den Gefühlsverlust können kleine Verletzungen unbemerkt bleiben und sich zu Geschwüren entwickeln.
- Gangstörung: Muskelschwäche und Koordinationsprobleme können zu Gangstörungen und Stürzen führen.
Ein Blick in die Anatomie des peripheren Nervensystems
Das Nervensystem - ein Netzwerk aus Zellen und Synapsen
Das Nervensystem ist ein komplexes Netzwerk aus Nervenzellen (Neuronen) und ihren Verbindungen (Synapsen). Es besteht aus dem zentralen Nervensystem (ZNS), das Gehirn und Rückenmark umfasst, und dem peripheren Nervensystem (PNS), das alle Nerven außerhalb des ZNS umfasst.
Das periphere Nervensystem als Verbindung unseres Zentralnervensystems mit dem Rest der Welt
Das periphere Nervensystem verbindet das ZNS mit den Muskeln, Organen und Sinnesorganen des Körpers. Es ermöglicht uns, unsere Umwelt wahrzunehmen, uns zu bewegen und unsere Körperfunktionen zu regulieren.
- Richtung des Informationsflusses: Die Nerven leiten Informationen in zwei Richtungen: sensorische Informationen vom Körper zum Gehirn und motorische Informationen vom Gehirn zum Körper.
- Prozesse im Nervensystem verlaufen unbewusst: Viele Prozesse im Nervensystem, wie z.B. die Regulation der Atmung oder des Herzschlags, laufen unbewusst ab.
- Versorgungsgebiete der peripheren Nerven: Jeder periphere Nerv versorgt ein bestimmtes Gebiet des Körpers mit sensorischen und motorischen Informationen.
- Aufbau des peripheren Nervensystems: Das periphere Nervensystem besteht aus Nervenfasern, die zu Nerven gebündelt sind. Die Nerven sind von Bindegewebe umhüllt.
- Verbindung der Nerven mit dem ZNS: Die peripheren Nerven sind über Nervenwurzeln mit dem Rückenmark verbunden.
- Eintritt der Nerven ins Rückenmark: Die Nervenwurzeln treten durch Öffnungen in der Wirbelsäule ins Rückenmark ein.
- Eingeweidenerven: Die Eingeweidenerven versorgen die inneren Organe mit Nervenfasern.
- Gemischte Nerven der Peripherie: Die meisten peripheren Nerven enthalten sowohl sensorische als auch motorische Nervenfasern.
Blick ins Mikroskop - Wie das Innere der Nerven aufgebaut ist
- Der Nerv - ein Nervenfaserbündel: Ein Nerv besteht aus vielen einzelnen Nervenfasern, die zu Bündeln zusammengefasst sind.
- Nervenfaser: Eine Nervenfaser besteht aus einem Axon (dem langen Fortsatz einer Nervenzelle) und einer Myelinscheide (einer isolierenden Schicht, die das Axon umgibt).
Wie reagiert ein Nerv unter neuropathischer Belastung?
Unter neuropathischer Belastung, wie sie bei der PNP auftritt, kann ein Nerv verschiedene Reaktionen zeigen:
- Plus-Symptome: Übererregbarkeit der Nervenfasern, die zu Schmerzen, Missempfindungen und Muskelzuckungen führen kann.
- Minus-Symptome: Funktionsverlust der Nervenfasern, der zu Gefühlsverlust, Muskelschwäche und Koordinationsproblemen führen kann.
- Entstehung der Fehlwahrnehmungen: Fehlinterpretationen von Nervensignalen im Gehirn, die zu Missempfindungen und Schmerzen führen können.
- Zuordnung von Hirnzellen zu den Zellen der Peripherie: Das Gehirn ordnet jedem Punkt des Körpers eine bestimmte Hirnzelle zu. Bei einer Schädigung der peripheren Nerven kann es zu einer Fehlinterpretation der Signale kommen.
Ein zweiter Blick ins Mikroskop: Wie sieht die Peripherie aus, an die die peripheren Nerven andocken?
- Die sensiblen Elemente der Haut: Die Haut enthält verschiedene sensible Elemente, die für die Wahrnehmung von Berührung, Temperatur, Schmerz und Druck zuständig sind.
- Haarapparat: Die Haare sind von Nervenfasern umgeben, die für die Wahrnehmung von Berührungen zuständig sind.
- Der motorische Nerv endet am Muskel: Der motorische Nerv endet an der motorischen Endplatte des Muskels und steuert die Muskelkontraktion.
Bewegungssteuerung
- Sinnestätigkeit der Muskelspindeln unterhalb der Bewusstseinsschwelle: Die Muskelspindeln sind Sinnesorgane in den Muskeln, die die Muskeldehnung messen und unbewusst zur Bewegungssteuerung beitragen.
- Bewegungssteuerung - Feineinstellung: Die Muskelspindeln ermöglichen eine feine Abstimmung der Bewegungen.
- Muskeldehnungsreflex: Der Muskeldehnungsreflex ist ein unwillkürlicher Reflex, der durch die Dehnung eines Muskels ausgelöst wird und zu einer Kontraktion desselben Muskels führt.
Zusammenspiel zwischen Sensibilität und Motorik, Wahrnehmen und Bewegen
Sensibilität und Motorik arbeiten eng zusammen, um uns zu ermöglichen, unsere Umwelt wahrzunehmen und uns gezielt zu bewegen.
Die beiden Schwachstellen der Nervenfaser
Die Nervenfaser hat zwei Schwachstellen:
- Die Nervenwurzel: Die Nervenwurzel ist der Ort, an dem der Nerv aus dem Rückenmark austritt. Sie ist besonders anfällig für Druckschäden.
- Die Verzweigungen der Nervenfasern: Die Verzweigungen der Nervenfasern sind besonders anfällig für Schädigungen durch Entzündungen oder Toxine.
Versorgung der Nerven
- Mikrotubuli: Mikrotubuli sind röhrenförmige Strukturen, die in den Nervenzellen vorkommen und für den Transport von Substanzen innerhalb der Zelle wichtig sind.
- Chemische Abschirmung der Nervenfasern: Die Nervenfasern sind von einer chemischen Abschirmung umgeben, die sie vor schädlichen Einflüssen schützt.
- Sinn der Blut-Nerven-Schranke: Die Blut-Nerven-Schranke ist eine Barriere, die verhindert, dass schädliche Substanzen aus dem Blut in das Nervengewebe gelangen.
- Mechanismen der Nervenschädigung: Nervenschädigungen können durch verschiedene Mechanismen verursacht werden, z.B. durch Entzündungen, Toxine, Stoffwechselstörungen oder mechanische Einwirkungen.
Regeneration geschädigter Nervenfasern
Geschädigte Nervenfasern können sich bis zu einem gewissen Grad regenerieren. Die Regeneration ist jedoch ein langsamer Prozess und kann durch verschiedene Faktoren beeinträchtigt werden.
Polyneuropathie - die Ursachen
Einleitung
Die Ursachen der Polyneuropathie sind vielfältig. In vielen Fällen sind mehrere Faktoren beteiligt.
Bedeutung der Ursachenforschung
Die Ursachenforschung ist wichtig, um die Grunderkrankung zu behandeln und das Fortschreiten der PNP zu verlangsamen oder zu stoppen.
Die wichtigsten Ursachen der PNP
- Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus): Diabetes ist die häufigste Ursache der PNP. Hohe Blutzuckerwerte können die Nerven schädigen.
- Alkohol: Alkoholmissbrauch kann ebenfalls zu einer PNP führen.
- Paraproteinämie (falsche Immuneiweiße im Blut): Paraproteine sind abnormale Eiweiße, die das Nervensystem schädigen können.
- Innere Erkrankungen: Verschiedene innere Erkrankungen, wie z.B. Nierenerkrankungen, Lebererkrankungen oder Schilddrüsenerkrankungen, können eine PNP verursachen.
- Gifte: Verschiedene Gifte, wie z.B. Schwermetalle oder Lösungsmittel, können die Nerven schädigen.
- Medikamente: Einige Medikamente können als Nebenwirkung eine PNP verursachen.
- Mangelkrankheiten: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen (z.B. Vitamin B12) kann zu einer PNP führen.
Die Gene
- „Genetisch bedingt“: In einigen Fällen ist die PNP genetisch bedingt.
- Lässt sich eine genetisch bedingte PNP behandeln? Die Behandlung einer genetisch bedingten PNP ist oft schwierig.
„PNP unbekannter Ursache“
- Statistiken: In etwa einem Drittel der Fälle kann keine Ursache für die PNP gefunden werden.
- Das „überlaufende Fass“: Manchmal wird die PNP durch eine Kombination von Faktoren verursacht, die einzeln nicht ausreichen würden, um die Erkrankung auszulösen.
Diagnostik der Polyneuropathie
Einleitung
Die Diagnostik der PNP umfasst verschiedene Schritte, um die Ursache der Erkrankung zu finden und den Schweregrad zu bestimmen.
Stufendiagnostik
Die Diagnostik erfolgt in der Regel stufenweise:
- Basisdiagnose: Anamnese, körperliche Untersuchung, neurologische Untersuchung, Laboruntersuchungen
- Weiterführende Diagnostik: Apparative Untersuchungen (Neurographie, Myographie), Biopsie, Lumbalpunktion
Basisdiagnose bei PNP und RLS - Untersuchungsgang
- Anamnese: Der Arzt befragt den Patienten nach seinen Beschwerden, Vorerkrankungen, Medikamenteneinnahme und Lebensgewohnheiten.
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht den Patienten, um mögliche Ursachen der PNP zu finden.
- Laboruntersuchungen: Im Labor werden verschiedene Blutwerte bestimmt, um mögliche Ursachen der PNP zu finden (z.B. Blutzucker, Vitamin B12, Schilddrüsenwerte).
- Apparative Untersuchungen: Neurographie, Myographie: Diese Untersuchungen messen die Nervenleitgeschwindigkeit und die Muskelaktivität. Sie können helfen, die Diagnose PNP zu bestätigen und den Schweregrad zu bestimmen.
Weiterführende Diagnostik bei PNP
- Biopsie: In seltenen Fällen kann eine Nerven- oder Muskelbiopsie erforderlich sein, um die Ursache der PNP zu finden.
- Lumbalpunktion: Bei Verdacht auf eine entzündliche Ursache der PNP kann eine Lumbalpunktion durchgeführt werden, um das Nervenwasser zu untersuchen.
Sonderformen der Polyneuropathie - Abgrenzungen
Drei Sonderformen der Polyneuropathie
- Guillain-Barré-Syndrom (GBS): Eine akute entzündliche Polyneuropathie, die oft nach einer Infektion auftritt.
- Chronisch inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP): Eine chronische entzündliche Polyneuropathie, die langsam fortschreitet.
- Small-Fiber-Neuropathie (SFN): Eine Polyneuropathie, die vor allem die kleinen Nervenfasern betrifft, die für die Schmerzwahrnehmung und die autonomen Funktionen zuständig sind.
Abgrenzungen - ähnliche Symptome, aber keine PNP
- Neuropathien einzelner Nerven oder Nervengeflechte: Im Gegensatz zur PNP sind hier nur einzelne Nerven oder Nervengeflechte betroffen.
- Neuralgien: Schmerzen, die von einem einzelnen Nerv ausgehen.
- Herpes-zoster-Neuralgie: Schmerzen, die nach einer Gürtelrose auftreten.
- Gesichtsneuropathien: Schmerzen im Gesichtsbereich.
- Engpässe, Druckschäden, Kompressionssyndrome: Nerven können durch Engpässe oder Druck geschädigt werden.
- Karpaltunnelsyndrom: Einengung des Nervus medianus im Karpaltunnel des Handgelenks.
- Ulnarisneuropathie: Schädigung des Nervus ulnaris am Ellenbogen.
- Peroneuslähmung: Schädigung des Nervus peroneus am Unterschenkel.
- Neuropathie des seitlichen Oberschenkelhautnervs: Schädigung des Nervus cutaneus femoris lateralis am Oberschenkel.
- Bandscheibenvorfall: Druck auf Nervenwurzeln durch einen Bandscheibenvorfall.
- Spinalkanalstenose: Verengung des Spinalkanals, die zu Druck auf das Rückenmark und die Nervenwurzeln führen kann.
- Multiple Sklerose (MS): EineAutoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems, die ähnliche Symptome wie eine PNP verursachen kann.
- Myositis (Muskelentzündung): Eine Muskelentzündung, die zu Muskelschwäche und Schmerzen führen kann.
Konventionelle Therapie der Polyneuropathie in der Schulmedizin
Einleitung
Die konventionelle Therapie der PNP zielt darauf ab, die Ursache der Erkrankung zu behandeln (falls bekannt) und die Symptome zu lindern.
- Unerwünschte Medikamentenwirkungen: Viele Medikamente, die zur Behandlung der PNP eingesetzt werden, können unerwünschte Nebenwirkungen haben.
Ursächliche Therapie der PNP
- Diabetes mellitus: Eine gute Blutzuckereinstellung ist wichtig, um das Fortschreiten der diabetischen PNP zu verlangsamen.
- Äußere Vergiftungen: Bei einer PNP durch äußere Vergiftungen muss die Exposition gegenüber dem Giftstoff beendet werden.
- Medikamente: Bei einer medikamentös bedingten PNP muss das Medikament abgesetzt werden.
- Dialysepatienten: Bei Dialysepatienten kann eine Verbesserung der Dialysequalität die PNP bessern.
- Entzündungen: Bei einer entzündlichen PNP können entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden.
- Autoimmunerkrankungen: Bei einer PNP durch eine Autoimmunerkrankung können Immunsuppressiva eingesetzt werden.
Symptomatische Therapie
Die symptomatische Therapie zielt darauf ab, die Beschwerden der PNP zu lindern:
- Antiepileptika: Einige Antiepileptika können bei neuropathischen Schmerzen helfen.
- Antidepressiva: Einige Antidepressiva können ebenfalls bei neuropathischen Schmerzen helfen.
- Opioide: Opioide sind starke Schmerzmittel, die bei schweren neuropathischen Schmerzen eingesetzt werden können.
- Pflaster zur Lokalbehandlung von neuropathischem Schmerz: Pflaster mit Lokalanästhetika oder Capsaicin können zur lokalen Behandlung von neuropathischen Schmerzen eingesetzt werden.
Syndrom der unruhigen Beine (Restless-Legs-Syndrom) - Symptome, Ursachen, Diagnostik
Die unruhigen Beine (RLS), von denen eher Jüngere betroffen sind, machen das Einschlafen zur Belastung und rauben die Nachtruhe. Sowohl RLS-Patienten als auch PNP-Betroffenen gibt dieser Ratgeber Informationen an die Hand als Orientierungshilfe im Dschungel der Meinungen und Angebote.
Symptome des RLS
Die Hauptsymptome des RLS sind:
- Bewegungsdrang: Ein unkontrollierbarer Drang, die Beine zu bewegen, oft begleitet von Missempfindungen.
- Missempfindungen: Kribbeln, Ziehen, Brennen oder Schmerzen in den Beinen.
- Verschlimmerung in Ruhe: Die Symptome treten vor allem in Ruhe auf, z.B. beim Sitzen oder Liegen.
- Besserung durch Bewegung: Die Symptome bessern sich durch Bewegung, z.B. durch Gehen oder Dehnen der Beine.
- Nächtliche Verschlimmerung: Die Symptome sind oft nachts am stärksten.
„Ursachen“ - Krankheitsmechanismus - Begleiterkrankungen
- Der schwierige Umgang mit der Ursachenfrage: Die Ursachen des RLS sind oft unklar. In einigen Fällen können Begleiterkrankungen wie Eisenmangel oder Nierenkrankheiten eine Rolle spielen.
Diagnostik
Die Diagnose des RLS basiert auf den typischen Symptomen.
- L-Dopa-Test: Ein L-Dopa-Test kann helfen, die Diagnose zu bestätigen.
- Weitere Untersuchungen: In einigen Fällen können weitere Untersuchungen erforderlich sein, um mögliche Ursachen des RLS zu finden.
Konventionelle Therapie des Restless-Legs-Syndroms
Ursächliche Therapie
- Eisenmangel: Bei Eisenmangel sollte Eisen substituiert werden.
- Nierenkrankheiten: Bei Nierenkrankheiten sollte die Grunderkrankung behandelt werden.
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