Neurologisches Rehabilitationszentrum Godeshöhe: Bewertungen, Erfahrungen und Perspektiven

Das Neurologische Rehabilitationszentrum (NRZ) Godeshöhe in Bad Godesberg bietet ein breites Spektrum an neurologischer Rehabilitation an. Seit 2016 gehört auch die Akut-Frührehabilitation zum Behandlungsangebot, wodurch Patienten nahtlos und umfassend aus einer Hand behandelt werden können. Ein besonderer Fokus liegt auf der Behandlung von Querschnittpatienten. Dieser Artikel fasst Bewertungen und Erfahrungen von Patienten und Mitarbeitern zusammen, um ein umfassendes Bild des NRZ Godeshöhe zu vermitteln.

Leistungsspektrum und Schwerpunkte

Das NRZ Godeshöhe deckt verschiedene neurologische Krankheitsbilder ab, darunter Multiple Sklerose (MS), Spastik und Bewegungsstörungen wie Parkinson. Die Klinik ist von der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG e. V.) als MS-Zentrum zertifiziert und nimmt am deutschlandweiten MS-Register-Projekt (msfp) teil. Weitere Schwerpunkte sind Neuro-Urologie, Neuroradiologie und die medizinisch-berufliche Rehabilitation.

Akut-Frührehabilitation

Seit September 2015 ist das NRZ Godeshöhe als Akut-Krankenhaus zugelassen und verfügt über 40 Planbetten für die neurologische Frührehabilitation mit intensivmedizinischen Behandlungsmöglichkeiten. In Kooperation mit dem Universitätsklinikum Bonn wird eine Intensivstation in den Räumlichkeiten der Klinik betrieben, um einen nahtlosen Übergang in die Frührehabilitation zu gewährleisten.

Medizinisch-berufliche Rehabilitation

Ein wesentlicher Aspekt ist die medizinisch-berufliche Rehabilitation, bei der die Arbeitsfähigkeit der Patienten beurteilt und Möglichkeiten zur Wiedereingliederung in das Berufsleben geklärt werden.

Querschnittzentrum

Das Zentrum behandelt Patienten mit unfall- oder erkrankungsbedingter Rückenmarksschädigung, unabhängig vom Schweregrad und der Läsionshöhe, einschließlich Patienten mit beatmungspflichtiger hoher Halsmarklähmung.

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Behandlung von Multipler Sklerose (MS)

Das NRZ Godeshöhe bietet ein vielfältiges rehabilitatives Behandlungsprogramm für MS-Patienten und ist seit 2012 ein von der DMSG zertifiziertes MS-Zentrum.

Neuro-Urologie und Neuroradiologie

Die Neuro-Urologie befasst sich mit Funktionsstörungen der urologischen Organe nach Nervenschädigungen, während die Neuroradiologie das Nervensystem mittels bildgebender Verfahren darstellt und beurteilt.

Behandlung von Bewegungsstörungen und Spastiktherapie

Die Klinik behandelt Patienten mit Bewegungsstörungen wie Parkinson, Dystonien und Tremor sowie Patienten mit spastischen Lähmungen nach Verletzungen oder Schädigungen des Gehirns oder Rückenmarks.

Diagnostik

Die diagnostischen Einrichtungen unterliegen den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie. Fachübergreifende Diagnostik wird in Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen durchgeführt.

Patientenbewertungen und Erfahrungen

Die Erfahrungen der Patienten mit dem NRZ Godeshöhe sind gemischt. Einige berichten von positiven Erfahrungen mit den Therapien, dem Essen und dem Personal, während andere Mängel in der Pflege, der Organisation und der Kommunikation bemängeln.

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Positive Erfahrungen

Viele Patienten loben die Therapien als gut und abwechslungsreich, angepasst an das individuelle Krankheitsbild. Die Therapeuten werden als freundlich und hilfsbereit beschrieben. Auch das Essen wird oft als sehr gut und abwechslungsreich bewertet. Einige Patienten berichten, dass sie sich beschützt und verstanden gefühlt haben und durch die Reha wieder fit geworden sind.

Ein Patient schilderte seine Erfahrung nach einem teilstationären Aufenthalt von sechs Wochen nach einem Schlaganfall als durchweg positiv. Er hob das gut durchdachte System aus Beratung, Untersuchungen, Therapien und Informationen hervor. Besonders die Hilfe beim Papierkram und die individuelle Betreuung durch die Therapeuten wurden gelobt.

Negative Erfahrungen

Kritikpunkte betreffen häufig die Pflege, die als unterbesetzt, überfordert und unmotiviert beschrieben wird. Einige Patienten berichten von mangelnder Hygiene, langen Wartezeiten und unzureichender Betreuung. Es wird bemängelt, dass das Personal teilweise kaum Deutsch spricht und die Kommunikation zwischen Ärzten, Pflegepersonal und Angehörigen schwierig ist.

Einige Patienten bemängeln die lieblosen und ungemütlichen Zimmer, insbesondere für mobile Patienten. Die Zimmer der Rentenversicherungspatienten werden als menschenunwürdig beschrieben. Auch das Essen wird teilweise als lieblos und auf Großküchenniveau kritisiert.

Ein Patient berichtete, dass er am ersten Tag drei Stunden in Kot und danach weitere 4,5 Stunden im Urin gelegen habe, da der Katheter undicht war. Er kritisierte die mangelnde Unterstützung bei der Körperpflege und die geringe Anzahl an Therapien.

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Ein anderer Patient kritisierte, dass seine Mutter vier Wochen in der Klinik lag und nicht einmal geduscht wurde. Es kam zu Verwechslungen von Tabletts mit Essen und Tabletten sowie zu Vorbereitungen für eine Darmspiegelung, die für eine andere Patientin gedacht war.

Mangelnde Unterstützung und psychische Belastung

Einige Patienten bemängeln die mangelnde mentale Unterstützung und das Gefühl, allein gelassen zu werden. Dies wird insbesondere bei Patienten kritisiert, die gerne in ihr häusliches Umfeld zurückkehren möchten, dort aber nicht zur Ruhe kommen.

Mitarbeiterbewertungen und Arbeitsbedingungen

Die Mitarbeiterbewertungen des NRZ Godeshöhe auf Plattformen wie kununu geben ein differenziertes Bild der Arbeitsbedingungen wieder. Der kununu Score liegt bei 3,2 von 5 Punkten, und 56% der Mitarbeiter würden den Arbeitgeber weiterempfehlen.

Positive Aspekte

Gelobt werden der Kollegenzusammenhalt, die Gleichberechtigung und die angebotenen Sozialleistungen. Viele Mitarbeiter schätzen das kollegiale Miteinander und die Unterstützung untereinander. Es wird auch hervorgehoben, dass Verbesserungsvorschläge geprüft und umgesetzt werden. Einige Mitarbeiter loben die spannenden Aufgaben und die Möglichkeit, patientenorientiert zu arbeiten.

Negative Aspekte

Kritisiert werden das Vorgesetztenverhalten, die Kommunikation und die Work-Life-Balance. Einige Mitarbeiter bemängeln mangelnde Rückendeckung, fehlendes Gehör für Verbesserungsvorschläge und eine problematische Führungskultur. Es wird auch von mangelnder Wertschätzung, fehlendem Lob und fehlendem Vertrauen berichtet. Die Arbeitsbelastung wird als enorm beschrieben, und es fehlt an ausreichender Einarbeitung und Unterstützung.

Einige Mitarbeiter berichten von einer schlechten Stimmung in der Klinik und kritisieren, dass das Personal nicht gut behandelt wird. Es wird vorgeschlagen, über den Umgangston nachzudenken und das Personal nicht immer zu treten.

Verbesserungsvorschläge

Mitarbeiter schlagen eine bessere digitale Infrastruktur, komplett neue Führungskräfte und eine stärkere Förderung des internen Erfahrungsaustauschs und der Kooperation vor.

Maßnahmen zur Qualitätssicherung

Das NRZ Godeshöhe ist gemäß § 4 Absatz 2 der Qualitätsmanagement-Richtlinie verpflichtet, die Prävention von und Intervention bei Gewalt und Missbrauch als Teil des einrichtungsinternen Qualitätsmanagements vorzusehen. Ziel ist es, Missbrauch und Gewalt insbesondere gegenüber vulnerablen Patientengruppen vorzubeugen, zu erkennen und adäquat darauf zu reagieren.

Einrichtungen, die Kinder und Jugendliche versorgen, müssen sich gezielt mit der Prävention von und Intervention bei (sexueller) Gewalt und Missbrauch bei Kindern und Jugendlichen befassen und entsprechende Schutzkonzepte entwickeln.

Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS)

Das NRZ Godeshöhe setzt Maßnahmen zur Gewährleistung eines optimalen Medikationsprozesses um, um Medikationsfehler und vermeidbare Risiken für Patienten zu verringern. Dies umfasst die elektronische Unterstützung des Aufnahme- und Anamnese-Prozesses, die strukturierte Eingabe von Wirkstoffen und die Bereitstellung von Arzneimittelinformationssystemen.

Die Instrumente und Maßnahmen zur Förderung der AMTS konzentrieren sich auf den Medikationsprozess bei der stationären Patientenversorgung, insbesondere auf das Überleitungsmanagement bei Aufnahme und Entlassung. Die Krankenhäuser stellen dar, welche Aspekte sie bereits umgesetzt haben, beispielsweise Instrumente zur Ermittlung der bisherigen Medikation, der klinischen Bewertung und der Umstellung auf die im Krankenhaus verfügbare Medikation.

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