Rosenwurz (Rhodiola Rosea): Studien zu Migräne, Stress und mehr

Rosenwurz, auch bekannt als Goldene Wurzel oder Tundra-Ginseng, ist eine Pflanze, die in den arktischen Regionen Europas und Asiens beheimatet ist. Seit Jahrhunderten ist sie ein fester Bestandteil der traditionellen Medizin in Skandinavien und Russland. Besonders in Schweden ist die Anwendung von Rosenwurz, meist in Form von Extraktzubereitungen oder Tee, weit verbreitet und bewährt. Rosenwurz wird traditionell zur Stärkung und zur Verbesserung der Widerstandskraft gegen Infektionen eingesetzt.

Was ist Rosenwurz?

Rosenwurz (Rhodiola rosea) ist eine mehrjährige, wasserspeichernde (sukkulente) Pflanze aus der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae). Sie ist in kälteren Regionen Eurasiens und Nordamerikas sowie in der Arktis beheimatet. Ihren Namen verdankt die Pflanze den nach Rosen duftenden knolligen Wurzeln (griechisch: rhodon = Rose). Für Rosenwurz-Präparate werden die getrockneten unterirdischen Teile bestehend aus dem Wurzelstock und den anhängenden Wurzeln verwendet. Als wirksame Inhaltsstoffe der Wurzel gelten vor allem Salidrosid (Rhodiolosid), Rosavin, Rosin und Rosarin.

Adaptogene Eigenschaften der Rosenwurz

Rosenwurz gehört zur Kategorie der Adaptogene. Adaptogene sind natürliche Substanzen, die dem Körper helfen, sich an Stress anzupassen und die Widerstandsfähigkeit gegenüber verschiedenen Stressoren zu erhöhen. Die als Arzneimittel verwendeten Pflanzen unterstützen den Körper, sich gesteigerten körperlichen und geistigen Belastungen anzupassen.

Wie wirken Adaptogene?

Adaptogene beeinflussen stressregulierende Rezeptoren in bestimmten Bereichen des Gehirns. Sie wirken ausgleichend auf das Gesamtsystem und "pushen" nicht einfach nur, wenn kein Bedarf besteht. Rosenwurz kann erwiesenermaßen unsere psychische wie physische Leistungsfähigkeit stützen und Kraft verleihen, wenn wir zu wenig davon haben.

Rosenwurz bei Stress, Müdigkeit und Erschöpfung

Rosenwurz soll bei Stress, Müdigkeit und Schwächegefühl helfen. Auch bei Depressionen und Burnout werden der Heilpflanze positive Effekte nachgesagt.

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Studienlage

Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (The Committee on Herbal Medicinal Products) gibt an, dass Rosenwurz aufgrund ihrer langjährigen Verwendung und positiven Erfahrungsberichten bei Erwachsenen vorübergehend bei Stresssymptomen wie Müdigkeit und Schwächegefühl eingesetzt werden kann. Kleine Studien zeigten, dass die Heilpflanze eine positive Wirkung auf die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit sowie bei bestimmten Erkrankungen der Psyche wie Depression und Burnout haben kann. Jedoch weisen die Studien Mängel auf. Größere wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit belegen, fehlen derzeit. Für nähere Erkenntnisse ist deshalb noch weitere Forschung notwendig.

Eine österreichische Studie aus dem Jahr 2017 mit 118 Burnout-Patienten zeigte, dass sich die Beschwerden bereits nach einer Woche der Einnahme von Rosenwurz-Extrakt signifikant verbesserten.

Rosenwurz als traditionelles Arzneimittel

Der Trockenextrakt aus Wurzeln und Wurzelstock der Rosenwurz (Rhodiolan®) ist als traditionelles Arzneimittel ab 18 Jahren zur vorübergehenden Linderung von Stresssymptomen wie Müdigkeits- und Schwächegefühl registriert. Studien belegen die Wirkung des Dickblattgewächses bei Überlastung und Stress. So waren beispielsweise Studenten in der Prüfungsphase mit Rosenwurz weniger erschöpft und schnitten besser ab.

Inhaltsstoffe und Wirkmechanismen

Rhodiola rosea enthält bioaktive Verbindungen wie Rosavine, Salidroside und Tyrosol, die adaptogene Eigenschaften haben. Diese Verbindungen wirken, indem sie die Stressantwort des Körpers modulieren und die Funktion des Nervensystems unterstützen. Die Wirkstoffe der Rosenwurz stimulieren im Gehirn die Rezeptoren verschiedener Botenstoffe wie Noradrenalin, Dopamin, Acetylcholin und Serotonin. Diese Botenstoffe sind für die Leistung des Gehirns wichtig. Sie sorgen dafür, dass wir wach, aufmerksam und konzentriert sind.

Rosenwurz und die Psyche

Die angstlösenden Effekte der Rosenwurz könnten dafür sorgen, dass Ängste nicht allzu sehr beim Lernen hindern. Zudem könnten Rosenwurz-Wirkstoffe die Ermüdung von Gehirnzellen verzögern. Ihre antioxidativen Eigenschaften könnten Gehirnzellen vor freien Radikalen schützen, die ihre Leistungsfähigkeit beeinträchtigen.

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Rosenwurz bei Depressionen

Wachsen sich negative Gedanken zu einer Depression aus, können Johanniskrautextrakte - so etwa die S3-Leitlinie »Unipolare Depression« - als ein erster Therapieversuch bei leichten bis mittelschweren Formen eingesetzt werden. Studiengesichert können solche bei leichter Depressionen auch in der Selbstmedikation angewendet werden.

Rosenwurz für das Gehirn

Mit Nahrungsergänzungsmitteln (Supplements) fürs Gehirn können Sie Ihre mentale Gesundheit und geistige Leistungsfähigkeit sehr gut unterstützen. Rosenwurz trägt zur Stabilisierung des emotionalen Gleichgewichts bei und fördert die Regeneration, was zu einer insgesamt besseren Leistungsfähigkeit führt.

Rosenwurz und Neurotransmitter

Dopamin und Serotonin: Wie Dich die Rosenwurz fürs Lernen belohnt. Die Wirkstoffe der Rosenwurz stimulieren im Gehirn die Rezeptoren verschiedener Botenstoffe wie Noradrenalin, Dopamin, Acetylcholin und Serotonin. Diese Botenstoffe sind für die Leistung des Gehirns wichtig. Sie sorgen dafür, dass wir wach, aufmerksam und konzentriert sind.

Rosenwurz und Lernen

Die Forschung der letzten Jahre zeigt, dass Dopamin und Serotonin das Lernen erleichtern. Beide Botenstoffe wirken wie Motivatoren auf unsere Gehirnzellen. Sie fluten das Gehirn und senden folgendes Signal: Alle aufgewacht! Dieser Moment ist gerade wichtig! In der Folge widmet sich das Gehirn dem aktuellen Geschehen mit gesteigerter Aufmerksamkeit und Merkfähigkeit und unterdrückt Ablenkungen durch abschweifende Gedanken. Dein Gehirn nimmt mit Hilfe von Dopamin und Serotonin den Lernstoff als wichtig wahr. Und wichtige Informationen erfahren eine besondere Behandlung im Gehirn: Sie finden schneller Einlass in das Gedächtnis. Dank Dopamin und Serotonin fällt es Dir also leichter, Erlerntes zu behalten.

Ob Dein Serotonin- und Dopamin-Stoffwechsel angeregt sind, kannst Du fühlen. Beide Botenstoffe sorgen im Gehirnstoffwechsel dafür, dass Du das, was Du gerade machst, als angenehm und belohnend wahrnimmst. Du kennst wahrscheinlich den Aha-Effekt beim Lernen, wenn sich Dir Zusammenhänge erschließen und Dir Lösungen für Probleme einfallen. Der Aha-Effekt sorgt für Glücksgefühle, die wiederum das Lernen vertiefen. Diese durch Serotonin und Dopamin vermittelte positive Dynamik fördert die Rosenwurz.

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Die Rosenwurz tut Dir damit einen großen Gefallen: Denn wenn Du Lernen als belohnend wahrnimmst, lernst Du nicht nur leichter, sondern auch lieber. Studien lassen vermuten, dass die durch Rosenwurz vermittelten Glücksgefühle helfen, positive Gewohnheiten zu festigen. Wenn Du beim Lernen durch positive Gefühle belohnt wirst, steigert das Deine Bereitschaft und Motivation, in Zukunft zu lernen. Ein Umstand, der sich positiv auf Studium und Karriere auswirken kann!

Rosenwurz und Stressresistenz

Rosenwurz wirkt auch gegen Stress, Angst und Müdigkeit. Rosenwurz gilt als ein pflanzliches Adaptogen. Wie andere Adaptogene erhöht sie die Leistungsfähigkeit unter stressigen Bedingungen. Auch das Lernen ist meist stressig - auf Grund von Zeitdruck, Sorgen oder Unwillen. Wirkstoffe der Rosenwurz (insbesondere die Hauptwirkstoffe aus der Gruppe der Rosavine und Salidrosid) erhöhen Studien zufolge die Belastbarkeit für Stress, reduzieren Stresshormone und wirken so den erschöpfenden Auswirkungen von Stress entgegen. Dies kann nicht nur beim Lernen hilfreich sein, sondern Studierende wahrscheinlich auch vor dem durch Dauerstress verursachten Burnout schützen.

Anwendung und Dosierung von Rosenwurz

Nehmen Sie Rosenwurz nur in Form von Fertigpräparaten wie Rosenwurz-Kapseln, -Dragees oder -Tinktur ein. In der Regel wirkt Rosenwurz bereits eine halbe Stunde nach der Einnahme. Am besten nimmt man den Extrakt morgens oder vormittags, 30 Minuten vor dem Frühstück. Meist nimmt man Rhodiola 2-12 Wochen lang ein, kann das Mittel bei Bedarf auch länger nehmen - je nach Wirkung.

Darreichungsformen

Zubereitungen gibt es auf dem Markt zuhauf, allerdings oft für einen nicht unerheblichen Preis.

Dosierung

Gastrointestinale Beschwerden (Magen-Darm-Beschwerden) treten häufiger bei höheren Dosen über 600 mg pro Tag auf.

Wie Du Rosenwurz am besten einnimmst

Das Trinken von Rosenwurz-Tee ist auf Grund der vielen in der Pflanze enthaltenen Gerbstoffe kein besonderer Genuss. In unserer Praxis empfehlen wir daher Extrakte der Rosenwurz zur innerlichen Einnahme. Empfehlenswert sind auch wegen ihrer geprüften Qualität apothekenpflichtige pflanzliche Arzneimittel aus Rosenwurz-Extrakten.

Herstellung einer Tinktur

In einem Tinkturenglas eine Lage Rosenwurz geben, mit Alkohol (z.B. Kolieren - das heißt, in einem Sieb abpressen oder besser mit einer Tinkturenpresse.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Rosenwurz-Zubereitungen sind im Allgemeinen gut verträglich. Nebenwirkungen traten in Studien nur sehr selten auf. Zu den beobachteten Beschwerden gehörten Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit oder Schwindel. Diese Ergebnisse sind aufgrund der mangelnden Qualität der Studie aber ebenfalls mit Vorsicht zu betrachten.

Mögliche Nebenwirkungen

  • Erkrankungen des Nervensystems: Kopfschmerzen
  • Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts: Übelkeit, Bauchschmerzen, Diarrhoe
  • Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes: Hautausschlag, Juckreiz

Gegenanzeigen

Rosenwurz sollte nicht in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei Kindern sowie Jugendlichen unter 18 Jahren angewendet werden, weil es hierzu keine Erkenntnisse und Erfahrungswerte gibt. Auch bei Manie und starker Unruhe wird von einer Anwendung abgeraten. Nicht empfohlen wird Rhodiola in der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern (bzw.

Wechselwirkungen

Es lässt sich nicht ausschließen, dass Rosenwurz-Präparate mit gleichzeitig eingenommenen Medikamenten wechselwirken. Untersuchungen ergaben, dass die Inhaltsstoffe der Pflanze ein Enzym hemmen, das am Abbau vieler Medikamente beteiligt ist. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker über alle Medikamente, die Sie einnehmen, bevor Sie die Heilpflanze anwenden. Nicht empfohlen wird Brahmi bei gleichzeitiger Einnahme starker Beruhigungsmittel oder Antidepressiva. Bei Autoimmunerkrankungen sollte man hingegen erst mit dem Arzt sprechen. Huperzin A wird nicht empfohlen bei: Epilepsie, Asthma, Herzrhythmusstörungen und bei gleichzeitiger Einnahme anderer cholinerger Substanzen.

Weitere wichtige Informationen

Was kann ich sonst noch in Belastungsphasen tun?

Bei physischer, psychischer oder mentaler Belastung können Sie Ihre Gesundheit unterstützen indem Sie für Bewegung/sportlichen Ausgleich sorgen, sich gezielt Zeit für Entspannung nehmen, sich gesund ernähren und für genügend Schlaf sorgen. Oft hilft auch ein Gespräch mit Kollegen, Freunden, Partner, Familie oder dem Arzt/Therapeuten um Stress und Anspannung zu reduzieren.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel wurde auf Grundlage (zur Zeit der Veröffentlichung) aktueller Studien verfasst und von MedizinerInnen geprüft, darf aber nicht zur Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung genutzt werden, ersetzt also nicht den Besuch bei Ihrem Arzt.

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