Das menschliche Gehirn ist ein komplexes Organ, das in zwei Hälften unterteilt ist, die linke und die rechte Gehirnhälfte. Jede Hälfte ist für bestimmte Funktionen und Fähigkeiten verantwortlich. Die Zusammenarbeit und Verbindung dieser beiden Hälften ist entscheidend für optimale Gehirnleistung und die Entfaltung unseres vollen Potenzials. Dieser Artikel beleuchtet die Vorteile der Verbindung von linker und rechter Gehirnhälfte, die Funktionsweise der beiden Hemisphären und gibt praktische Tipps zur Förderung dieser Verbindung.
Die Arbeitsteilung der Gehirnhälften
Die linke Gehirnhälfte ist in der Regel für sprachliche und logische Funktionen zuständig. Sie verarbeitet Informationen sequenziell und analytisch. Sie ist zuständig für Sprache, Lesen und Rechnen und arbeitet nach Regeln und Gesetzen, wobei sie sich auf Details konzentriert und in logischen Schritten denkt. Die linke Gehirnhälfte verarbeitet verbale und mathematische Informationen und steuert die mündliche Darstellung sowie Grammatik und Wortstellung.
Die rechte Gehirnhälfte ist in der Regel für räumliche und kreative Funktionen zuständig. Sie verarbeitet Informationen ganzheitlich und intuitiv. Sie ist zuständig für Körpersprache, Bildersprache und Intuition und ist kreativ und spontan, wobei sie sich für Neugier, Spielen und Risiko interessiert. Die rechte Gehirnhälfte besitzt den Überblick und verarbeitet Informationen ganzheitlich. Sie kontrolliert die Körpersprache, Mimik und Gestik und steuert Bewegungen und physische Aktivität sowie künstlerische Leistungen und Erlebnisse wie Musik, Zeichnen und Malen.
Neurowissenschaftler Henning Beck erklärt, dass die linke Gehirnhälfte die Aufgabe übernimmt, Wörter zu erzeugen, zusammenzustellen oder zu analysieren, während die rechte Gehirnhälfte dafür zuständig ist, Klangmuster zu interpretieren. Sprache entsteht also durch das Zusammenspiel beider Gehirnhälften.
Die Vorteile der Verbindung beider Gehirnhälften
Die Verbindung und Zusammenarbeit beider Gehirnhälften ermöglicht es uns, unser volles Potenzial zu entfalten. Einige Wissenschaftler vermuten, dass erfolgreiche und kreative Menschen besonders gut zwischen der linken und der rechten Gehirnhälfte kommunizieren können. Die neuen Erkenntnisse bezüglich der Neurobiologie des Gedächtnisses bestätigen Lehrer, die variable methodische Konzepte anwenden, um Studierenden und Schülern beim Erwerb von Erfahrung und Wissen zu helfen.
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Die Vernetzung der beiden Gehirnhälften ist für die Entwicklung der sprachlichen und mathematischen Fähigkeiten von großer Bedeutung. Derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge liegt es nicht daran, wie viel man weiß, um sich an etwas zu erinnern bzw. sich etwas zu merken, sondern wie gut die einmal gespeicherten, gelernten Informationen miteinander vernetzt sind.
Indem wir beide Gehirnhälften nutzen, können wir Informationen besser verarbeiten und abrufen. Dies ist besonders wichtig für die kreative Problemlösung und das Lernen. Eine Möglichkeit, das Zusammenspiel der Gehirnhälften zu verbessern, ist die Verwendung von Mind Maps oder anderen visuellen Techniken.
Wie die Gehirnhälften miteinander kommunizieren
Die beiden Gehirnhälften sind durch den Balken (Corpus callosum) miteinander verbunden, eine mächtige Faserverbindung aus Neuronenfortsätzen, die wie eine Datenautobahn zwischen den beiden Großhirnhälften vermittelt. Diese Verbindung ermöglicht die Kommunikation und den Informationsaustausch zwischen den beiden Hemisphären.
Die Split-Brain-Forschung hat gezeigt, dass die beiden Hirnseiten auch nach Durchtrennung des Balkens kommunizieren können. Das Aufmerksamkeitssystem, das zielgerichtete Wahrnehmung ermöglicht, scheint beiden Hemisphären gemeinsam zu sein, was darauf hindeutet, dass über die kleineren Kommissuren irgendeine Verbindung bestehen bleibt.
Übungen zur Verbesserung der Vernetzung beider Gehirnhälften
Es gibt verschiedene Übungen und Aktivitäten, die dazu beitragen können, die Vernetzung und Zusammenarbeit beider Gehirnhälften zu verbessern:
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- Multisensorische Aktivitäten: Durchführen von Tätigkeiten, die mehrere Sinne ansprechen und somit beide Gehirnhälften gleichzeitig aktivieren. Beispiele hierfür sind das Spielen eines Instruments, das Malen oder Zeichnen, das Tanzen oder das Kochen.
- Kinesiologische Übungen: Übungen, die die Koordination zwischen beiden Gehirnhälften verbessern sollen. Ein Beispiel hierfür ist die Überkreuzbewegung, bei der man beispielsweise mit der rechten Hand das linke Knie berührt und umgekehrt.
- Meditation und Achtsamkeitsübungen: Diese Praktiken helfen, die linke Gehirnhälfte mit ihren Fähigkeiten bewusst zu nutzen und die Fähigkeiten der rechten Gehirnhälfte bewusst zu fördern, um mehr Verbindung, mehr Beziehung und weniger Verurteilungen zu erleben.
- Experimentieren: Vielfältige Möglichkeiten zum Experimentieren wie matschen, planschen, schmieren, reißen, knüllen, zerfetzen, wickeln. Dabei werden bereits die Weichen der gleichmäßigen Entwicklung beider Gehirnhälften gestellt.
- Krabbeln: Förderung der Krabbelphase, sowie späteres Krabbeln, denn Krabbeln ist eine Überkreuzbewegung, die das Gehirn vernetzt.
Die Bedeutung der Hörverarbeitung
Die Ohren spielen ebenfalls eine Rolle bei der Verbindung der Gehirnhälften. Das rechte Ohr ist effizienter in der Lage, sprachliche Informationen zu dekodieren, da diese schneller zur Sprachverarbeitung in der linken Gehirnhälfte weitergeleitet werden. Regelmäßige Hörtests sind essenziell, um eine frühzeitige Diagnose von Hörverlust zu ermöglichen, da sich das Hörvermögen im Laufe des Lebens verändern kann.
Der Mythos der Gehirnhälften-Dominanz
In der Trainingsbranche existiert der Mythos, das menschliche Gehirn teile sich in eine analytisch-logische linke Gehirnhälfte und eine emotional-kreative rechte Gehirnhälfte auf. Dieses Modell wird gern genutzt, um menschliches Verhalten zu erklären. Doch neurowissenschaftlich betrachtet ist das in der Tat Unsinn und wurde schon öfters von Experten klargestellt. Die generelle Behauptung, die linke Gehirnhälfte sei eher für kognitive Aspekte und die rechte für emotionale, ist eine fälschliche Verallgemeinerung von solchen Einzelbefunden. Unsere hohen kognitiven und emotionalen Fähigkeiten sind viel zu komplex als das Sie in einem so simplen Modell abbildbar wären.
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