Rückenmarkausgang Arme Ursachen: Ein umfassender Überblick

Einleitung: Die komplexe Verbindung zwischen Rückenmark und Armen

Das Rückenmark spielt eine zentrale Rolle bei der Übertragung von Nervenimpulsen zwischen Gehirn und Körper. Schädigungen oder Beeinträchtigungen des Rückenmarks können sich daher in verschiedenen Symptomen äußern, die auch die Arme betreffen. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Ursachen für Beschwerden und Symptome in den Armen, die ihren Ursprung im Rückenmark haben können.

Anatomie der Wirbelsäule und des Rückenmarks

Die menschliche Wirbelsäule besteht aus sieben Halswirbeln, zwölf Brustwirbeln und fünf Lendenwirbeln. Der Lendenwirbelsäule schließen sich das Kreuzbein und das Steißbein an. Die einzelnen Wirbelkörper sind über Bänder und die sogenannten Bandscheiben miteinander verbunden. Von hinten schützen jeweils zwei kleine Facettengelenke die Wirbelsäule vor übermäßigen Rotations- und Scherbewegungen.

Die Wirbelkörper und Wirbelbögen bilden einen Kanal, den Spinalkanal. Dieser beinhaltet das Rückenmark, das sich von der Halswirbelsäule bis in die obere Lendenwirbelsäule erstreckt. Aus jedem Wirbel treten zwei paarige Nervenwurzeln aus, die Signale über Körperfunktionen vom Gehirn zu einzelnen Körperteilen oder den Extremitäten und zurück transportieren. Die Austrittspunkte der Nervenwurzeln stehen in enger nachbarschaftlicher Beziehung zum Faserring der Bandscheiben und zu den Facettengelenken.

Bandscheibenvorfälle als Ursache von Armbeschwerden

Ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule (HWS) kann eine häufige Ursache für Armbeschwerden sein. Durch einen Unfall, Überlastung und Verschleiß kann es zu Rissen in der festen Hülle in den fünf Bandscheiben im Halswirbelbereich kommen. Der weiche Kern tritt heraus und kann auf das Rückenmark oder die abgehende Nervenwurzel drücken. Die Bandscheiben liegen wie Stoßdämpfer zwischen den Wirbelkörpern und verteilen den Druck gleichmäßig auf die gesamte Wirbelsäule. Sie bestehen aus einem Faserring aus Bindegewebe und einem Gallertkern im Inneren des Rings. Wird der Faserring spröde und rissig, kann der Gallertkern austreten und den Nerv bedrängen.

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Symptome eines Bandscheibenvorfalls in der Halswirbelsäule

Ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule macht sich häufig durch Nackenschmerzen bemerkbar, die bis in die Arme ausstrahlen. Jeder Spinalnerv der Halswirbelsäule versorgt eine bestimmte Armregion mit sensorischen und motorischen Impulsen. Anhand der Symptome können Ärzte auf den betroffenen Teil der Halswirbelsäule schließen. Drückt der Bandscheibenvorfall auf die Nervenwurzel, kommt es zu Kribbeln und Schmerzen in den Armen. Drückt er mittig auf das Rückenmark, können Gangstörungen oder sogar Lähmungen in den Beinen auftreten.

Diagnose und Behandlung von Bandscheibenvorfällen

Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung und bildgebende Verfahren wie MRT oder Röntgen. Ist im MRT oder Röntgenbild ein starker Bandscheibenvorfall mit deutlicher Kompression des Rückenmarks zu erkennen oder bessern sich Beschwerden mit konservativer Therapie nicht, ist eine OP unausweichlich. Anstelle der Bandscheibe wird entweder eigenes Knochenmaterial oder eine Bandscheibenprothese eingesetzt. Sind die umgebenden Wirbelkörper und Bandscheiben gesund, wird anstelle der geschädigten Bandscheibe meist eine Prothese aus Titan eingesetzt. Sie erhält die vollständige Beweglichkeit der Halswirbelsäule. Bereits am Tag der OP dürfen sich Betroffene im Bett aufsetzen. In den ersten Tagen müssen sie sich mit einer Halskrause schützen.

Risikofaktoren für Bandscheibenvorfälle

Ab einem gewissen Alter sind Bandscheibenvorfälle ganz normal: Über 40 gibt es kaum jemanden, bei dem die äußeren Faserringe der Bandscheiben nicht geschädigt sind. Auch erbliche Faktoren können bei der Entwicklung von Bandscheibenproblemen eine Rolle spielen. Insbesondere die hohe statische Beanspruchung der Halswirbelsäule bei sitzenden Tätigkeiten - zum Beispiel bei Arbeiten am Computer - steigert unsere Anfälligkeit für Nackenbeschwerden.

Spinalkanalstenose der Halswirbelsäule

Die Verengung des Wirbelkanals in der Halswirbelsäule betrifft zehn Prozent der Menschen im Alter von über 70 Jahren. Die Anzeichen der Erkrankung werden häufig übersehen und auf das Alter oder andere Erkrankungen der Patienten geschoben. Hierzu gehören Gangschwierigkeit sowie Gefühlsstörungen in Händen und Füßen. Ferner bemerken Patienten eine zunehmende Unfähigkeit feinere Arbeiten, beispielsweise mit den Fingern zu verrichten. Diese Krankheitsanzeichen werden durch eine Einengung des Rückenmarks auf Höhe der Halswirbelsäule hervorgerufen. Ursächlich für die Einengung sind Verschleißerscheinungen der knöchernen Halswirbelsäule, aber auch der Bandscheiben.

Behandlung der Spinalkanalstenose

Ähnlich wie bei der Stenose im Lendenwirbelbereich ist ein abwartendes Verhalten bei beginnenden Funktionsstörungen oftmals nicht erfolgsversprechend. Somit steht die Operation zur Entlastung des Rückenmarks zuvorderst in der Liste der therapeutischen Optionen. Die Risiko-Nutzen Abwägung hinsichtlich Art und Ausmaß einer Operation erfolgt für jeden Patienten individuell. Operativ bedienen wir uns mikroskopischer Techniken und streben funktions- und stabilitätserhaltende Methoden zur Wahrung von Muskel- und Bandapparat an. In Einzelfällen erfolgt zusätzlich zur Freilegung des Rückenmarkskanals auch eine Versteifung, die instabile Anteile der Wirbelsäule mittels Titanelementen fixiert, um eine krankhafte Überbeweglichkeit einzudämmen.

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Myelopathien: Entzündungen des Rückenmarks

Myelopathien sind Reizungen und Entzündungen des Rückenmarks und rückenmarksnaher Strukturen. Vor allem durch eingedrungene Viren oder Bakterien kann es zu einer sich ausbreitenden Entzündung im Bereich des Rückenmarks kommen. Meningokokken, die u.a. Abszesse gehören zu den mechanischen Ursachen für Rückenmarkserkrankungen. Abszesse können sich nach dem Eindringen von Krankheitserregern an jeder Stelle des Rückenmark bilden und dann einen entsprechenden Druck auf das Rückenmark ausüben. Das Rückenmark kann sich entzünden und führt zu einer sog. Rückenmarksentzündung. Grund sind in der Regel eingedrungene Erreger wie Viren oder Bakterien. Es gibt einige neuropathogene Viren und Bakterien mit erhöhtem Risiko für eine Rückenmarksentzündung.

Querschnittsyndrome: Ursachen und Auswirkungen

Querschnittsyndrome sind heute sehr gefürchtet, da die Behandlungsoptionen sehr eingeschränkt sind. In aller Regel werden Querschnittsyndrome durch mechanische Ursachen wie Unfall, Frakturen, Rückenmarksverletzungen aber auch Tumore verursacht. Ist der Rückenmarksstrang unterbrochen oder aber komprimiert, kommen die neurogenen Signale vom Gehirn nicht mehr in der Peripherie an, es kann rückläufig aber auch kein aus der Peripherie nach oben geleiteter Reiz verschaltet und verarbeitet werden. Welche Bereiche des Körpers von einem Querschnitt betroffen sind hängt davon ab, auf welcher Höhe der Querschnitt stattgefunden hat. Neben den motorischen Beeinträchtigungen und den sensiblen Ausfälle ist auch oftmals das autonome Nervensystem von der Verletzung betroffen.

Behandlung von Querschnittslähmungen

Ideal ist, wenn Akutbehandlung und Rehabilitation in einem spezialisierten Behandlungszentrum erfolgen. Zu deren Leistungsspektrum gehört eine ganzheitliche Rehabilitation bei Paraplegie und Tetraplegie, die neben medizinisch-therapeutischen Maßnahmen auch psychologische und soziale Aspekte umfasst. Die Heilungschancen bei einer Tetraplegie oder Paraplegie hängen von den Ursachen der Lähmung ab. Lähmungen bringen enorme Auswirkungen mit sich. Das bisher selbstbestimmte Leben ist nur noch teilweise oder nicht mehr möglich. Unbürokratische Unterstützung bieten in dieser schwierigen Situation Interessensgemeinschaften und Verbände wie beispielsweise die Fördergemeinschaft der Querschnittgelähmten in Deutschland e.V., die sich für die Bedürfnisse gelähmter Menschen stark machen.

Rückenmarksinfarkt

Unter einem Rückenmarksinfarkt versteht man eine plötzlich auftretende Unterversorgung des Rückenmark mit Blut mit daraus resultierenden starken neurologischen Symptomen und Beschwerden. Wie bei anderen Infarkten des Körpers auch geht man bei dem seltenen Rückenmarksinfarkt auch von den gleichen Ursachen aus. Rückenmarksinfarkte gehören zu den selteneren Erkrankungen des Rückenmarks.

Onkologische Erkrankungen des Rückenmarks

Auch eher selten aber nicht weniger dramatisch sind onkologische Erkrankungen des Rückenmarks. Astrozytome können auch im Gehirn vorhanden sein und sich ausbilden und stellen eine schwere und schlecht zu behandelnde Erkrankung dar.

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Periphere Nervenkompressionssyndrome

Chronische Schäden durch übermäßigen Druck auf Nervenbahnen im Bereich der Arme oder Beine nennt man auch „periphere Nervenkompressionssyndrome.“ Sie nehmen eine Sonderposition unseres Behandlungsspektrums ein. Mit Abstand am häufigsten kommt das sogenannte Karpaltunnelsyndrom im Bereich der Handgelenke vor. Es ist aufgrund der eindeutigen Symptome leicht zu erkennen: Denn typischerweise schlafen einem nachts die ersten drei bis vier Finger ein. Diese Symptome treten oft auch beim Radfahren oder anderen Tätigkeiten auf, bei denen das Handgelenk abgeknickt wird. Im weiteren Verlauf kann es zu Gefühlsstörungen der Fingerkuppen oder ganzer Finger sowie zu einer Störung der Feinmotorik und zu Lähmungen kommen. Wenn konservative Therapien nicht helfen, muss operiert und der bedrängte Nerv entlastet werden.

Weitere periphere Nervenkompressionssyndrome im Armbereich:

  • Einengung des Nervenkanals an der Innenseite des Ellbogens, auch bekannt als „Musikantenknochen“.
  • Schädigung des Ellennervs im Handgelenk (Loge de Guyon Syndrom). Äußert sich durch kribbelnde Gefühle bis hin zu Lähmungserscheinungen am kleinen Finger oder Ringfinger.
  • Druckschädigung des Speichennervs oberhalb des Handgelenks am Unterarm (Wartenberg Syndrom). Schmerzen treten meist an Daumen oder Zeigefinger, manchmal auch am Ringfinger auf.
  • Nerveneinengung am Unterarm unterhalb des Ellenbogens (Supinator Syndrom).
  • Einengung des Mittelarmnervs auf der Vorderseite des Unterarms (Pronator teres Syndrom).
  • Nerventumore im Arm sind meist gutartig.

Symptome einer Schädigung des Rückenmarks

Rückenmarksschädigungen zeigen sich immer an neurologischen Beschwerden und Ausfällen. Sie sind abhängig davon, an welcher Stelle und auf welcher Höhe die Rückenmarksverletzung auftritt. Eine Schädigung des Rückenmarks kann zu verschiedenen Symptomen führen, je nach Schweregrad und Lokalisation der Verletzung. Atembeschwerden (bei hohen Rückenmarksläsionen, z. B.

Diagnoseverfahren bei Rückenmarkserkrankungen

Rückenmarkspunktion

Unter einer Rückenmarkspunktion versteht man eine diagnostische Maßnahme der Neurologie die klären soll, ob bestimmte Krankheitserreger im Hirnwasser zu finden sind. Die Punktion des Hirnwassers ist für Neurologen das, was für Internisten die Blutabnahme ist, entsprechend routiniert werden diese Art von Untersuchungen durchgeführt. Der sitzende und leicht nach vorn gebeugte Patient wird am Rücken desinfiziert und dann mit einer Nadel punktiert. Zum Aufsuchen des geeigneten Punktionsortes wird eine gedachte Linie am Rücken zwischen den beiden Hüften gezogen. Der mittige Ort ist dann die Stelle, die es zu punktieren gilt. Ist die Nadel an dem richtigen Ort wird die Spritze entfernt und geschaut, ob durch die Nadel Liquor tropft. Die Prozedur der Punktion dauert nur wenige Minuten und ist relativ komplikationslos. Manche Patienten klagen nach der Punktion über Kopfschmerzen.

Konservative und operative Behandlungsmethoden

Bei einem Bandscheibenvorfall stehen für die Therapie sowohl konservative Verfahren, minimal-invasive Kathetertechniken und operative Maßnahmen zur Verfügung. In der Regel lässt sich ein Bandscheibenvorfall zunächst jedoch sehr gut mit konservativen Methoden behandeln. Sollte die konservative Therapie keine Wirkung zeigen, so kann über eine minimal-invasive Behandlung oder eine Operation nachgedacht werden.

Minimal-invasive Bandscheiben-Operation

Die Operation des Bandscheibenvorfalls in der Lendenwirbelsäule erfolgt in Vollnarkose. Hierbei wird über einen ca. 3 cm messenden Hautschnitt mit Hilfe eines Operationsmikroskops der Bandscheibenvorfall entfernt. In geeigneten Fällen erfolgt die Entfernung des Bandscheibenvorfalls über ein Endoskop. Durch die Nutzung minimalinvasiver Technik schonen wir das Muskelgewebe und verkürzen die Erholungsphase. Je nach Krankheitsverlauf und Konstitution können Sie bereits am zweiten Tag nach der Operation nach Hause entlassen werden.

Innovative Operationsmethoden

Wenn wir eine Operation empfehlen, legen wir Wert darauf, diese so schonend wie möglich durchzuführen. 3D-Mikrochirurgie und EndoskopieWir legen Wert auf die Nutzung modernster Technologien zur Sicherung des Operationserfolges. Die 3D-Operationsmikroskopie hilft uns dabei, wichtige Nerven und Bandstrukturen vergrößert darzustellen. Mit Mikro-Instrumenten kann der Chirurg so auch über kleine Hautschnitte operieren. Sofern die individuellen Gegebenheiten es erlauben ist es möglich, durch das Einbringen eines Endoskops (stabförmiges Instrument mit hochauflösender Kamera) den Wirbelkanal detailgenau darzustellen. Behandlung von Knochenbrüchen (Kyphoplastie)Die Osteoporose ist einer der Hauptgründe für Wirbelbrüche. Die Stabilisierung von Wirbelbrüchen mit Hilfe von Zementeinspritzung hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. In einer kurzen Operation kann ein Wirbelkörper behandelt und die oft immobilisierenden Schmerzen gelindert werden. Die Patienten können am Tag nach der Operation entlassen werden.

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