Rückenmark Aneurysma: Ursachen, Symptome und Behandlung

Ein Aneurysma des Rückenmarks ist eine seltene, aber potenziell schwerwiegende Erkrankung. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von Rückenmark Aneurysmen, um ein umfassendes Verständnis dieser komplexen Erkrankung zu ermöglichen.

Einführung

In der vaskulären Neurochirurgie werden Gefäßerkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks behandelt, darunter Gefäßaussackungen (Aneurysmen), Fisteln (Dura-AV-Fisteln) und Blutschwämme (Angiome, arterio-venöse Malformationen und Kavernome). Die große Gefahr von Gefäßmissbildungen besteht darin, dass es unerwartet zu einer akuten Blutung kommen kann.

Was ist ein Rückenmarksinfarkt?

Ein Rückenmarksinfarkt entsteht durch eine akute Durchblutungsstörung des Rückenmarks, die dazu führt, dass das betroffene Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Dadurch können Nervenzellen nicht mehr richtig funktionieren und beginnen nach kurzer Zeit abzusterben (Nekrose). Andere Bezeichnungen sind spinale Ischämie oder umgangssprachlich Wirbelsäuleninfarkt.

Die Durchblutungsstörung ist vergleichbar mit einem Schlaganfall (zerebrale Ischämie), nur liegt die Schädigung eines Gefäßes hier nicht im Gehirn, sondern im Rückenmark vor. Es handelt sich um eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die schwere Folgeschäden mit sich bringen kann. Einige Patient*innen bleiben dauerhaft eingeschränkt.

Ursachen von Rückenmark Aneurysmen

Ein zerebrales Aneurysma entsteht immer, wenn eine Gefäßwandschwäche und ein Blutstrom, der dahinstößt, vorliegen. Dementsprechend sind Erkrankungen, die eine Gefäßwandschwäche verursachen, Risikofaktoren für die Entstehung von Aneurysmen. Die häufigsten Risiken, die die Entstehung eines Aneurysmen begünstigen, sind Bluthochdruck oder Rauchen. Grundsätzlich geht es immer um das Zusammenspiel zwischen Gefäßwandschädigung und einem Blutstrom, der dahinstößt. Deswegen führen sämtliche Erkrankungen, die die Gefäßwand schwächen dazu. Dazu zählen die polyzystische Niere oder das Ehlers-Danlos-Syndrom.

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Beim Rückenmarksinfarkt liegt eine gestörte Durchblutung eines Teils des Rückenmarks vor. Diese Durchblutungsstörung kann verschiedene Ursachen haben. So kann entweder die Blutzufuhr zu Teilen des Rückenmarks durch eine Arterie (zum Beispiel Arteria spinalis anterior) gestört sein oder aber der Abfluss von Blut aus dem betroffenen Areal durch eine Vene. Dadurch werden Nervenzellen geschädigt. In etwa der Hälfte der Fälle liegt dem Infarkt ein Problem der Bauchaorta (Aorta abdominalis) zugrunde, etwa ein Aneurysma oder ein Riss der Aorta (Aortendissektion). Auch nach Operationen im Bauchraum, bei denen die Aorta abgeklemmt werden muss, kann als Komplikation eine spinale Ischämie auftreten.

Herz-Gefäß-Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Arteriosklerose, Nikotinkonsum, Diabetes und Herz-Rhythmus-Störungen erhöhen auch das Risiko für einen Rückenmarksinfarkt. Sie können etwa die Entwicklung einer Aussackung der Aorta oder einen Gefäßwandeinriss der Aorta begünstigen, die jeweils einen Rückenmarksinfarkt zur Folge haben können.

Symptome von Rückenmark Aneurysmen

Die überwiegende Mehrheit der zerebralen Aneurysmen ist symptomlos und es sind Zufallsbefunde, die man im Rahmen einer bildgebenden Diagnostik entdeckt. In Einzelfällen können Hirnnerven gedrückt werden. Das kann zu einer Gesichtsfeldstörung oder Augenfeldstörung führen. Das ganz klassische Krankheitsbild einer Aneurysma-Ruptur, eine so genannte Subarachnoidalblutung, ist ein schlagartiger Kopfschmerz, der einsetzt wie ein Schalter der umgelegt wird.

Ein Rückenmarksinfarkt kann plötzlich auftretende Beschwerden auslösen oder aber Symptome, die sich im Verlauf von Stunden bis Tagen schrittweise verschlechtern. Neu auftretende Rückenschmerzen, die nicht erkennbar auf eine andere Ursache zurückgehen, können auf einen Infarkt des Rückenmarks hindeuten, insbesondere in den folgen Fällen:

  • starke Nacken- oder Rückenschmerzen
  • Schmerzen, die gürtelförmig von der Wirbelsäule ausstrahlen
  • Schmerzen, die in einen oder beide Arme oder Beine ausstrahlen

Auch neurologische Ausfälle können auftreten. Abhängig vom betroffenen Gefäß können Betroffene unter Harn- und/oder Stuhlinkontinenz leiden.

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Die Beschwerden und Symptome eines Rückenmarksinfarkts richten sich danach, welche Nervenbahnen betroffen sind und in welcher Höhe der Wirbelsäule er auftritt. Da in den allermeisten Fällen die vordere Rückenmarksarterie betroffen ist, besteht oft eine beidseitige Lähmung der Beine. Das Empfinden hingegen ist häufig nur teilweise beeinträchtigt: Schmerz- und Temperaturempfinden sind gestört, aber Berührungen können Betroffene spüren. Ist der Rückenmarksinfarkt eher oben in der Wirbelsäule, etwa in der Brustwirbelsäule, kommt es auch zu einer Blasenentleerungsstörung: Man fühlt nicht mehr, wenn man auf Toilette muss und wenn sich die Blase entleert.

Diagnose von Rückenmark Aneurysmen

Um ein zerebrales Aneurysma zu diagnostizieren, gibt es grundsätzlich die Möglichkeit der nicht-invasiven Schnittbilddiagnostik. Das ist eine CT-Angiographie oder eine Kernspintomographie mit einer Angiofrequenz, wo man das Aneurysma sehen oder entdecken kann. Um seine Struktur und seine Art optimal oder genau zu beschreiben, benötigt man eine invasive Diagnostik, die so genannte digitale Subtraktionsangiographie.

Bei Verdacht auf die gestörte Durchblutung sind eine rettungsdienstliche Betreuung sowie eine unverzügliche medizinische Abklärung notwendig.

Behandlung von Rückenmark Aneurysmen

Die erste Frage ist dabei immer, ob es überhaupt und wirklich behandelt werden muss. Das hängt von der Größe und der Lage des Aneurysmas ab und das Alter des Patienten ist entscheidend. Die beiden etablierten Behandlungsformen des zerebralen Aneurysmas sind einmal das operative mikroneurochirurgische Clipping und auf der anderen Seite das endovaskuläre Coiling. Das endovaskuläre Coiling ist eindeutig weniger invasiv. Die operative Variante ist deutlich invasiver. Der Schädel muss eröffnet werden und das Aneurysma mit einem Clip ausgeschaltet werden.

Bei einer Aneurysma-Ruptur handelt es sich um eine Subarachnoidalblutung. Das ist ein absoluter Notfall, der sofort behandelt werden muss. Die Gefahr, dass es zu einer weiteren Blutung innerhalb des nächsten Tages kommt, ist so hoch, dass man eine Behandlung des Aneurysmas in den nächsten 24 Stunden erzwingen muss. Diese muss in einem Spezialzentrum erfolgen.

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Welche Therapie erfolgt, hängt von der Ursache und den Symptomen der spinalen Ischämie ab. Liegt dem Infarkt ein erkennbarer Auslöser zugrunde, beispielsweise eine Aortendissektion oder ein Tumor, muss dieser behandelt werden. Eventuell ist eine Operation notwendig. In den meisten Fällen wird jedoch symptomatisch behandelt. Der Fokus liegt dann darauf, die Beschwerden zu lindern. Bei einem Rückenmarksinfarkt können Physio- und Ergotherapie die Betroffenen dabei unterstützen, ihre Beweglichkeit zu verbessern, Muskeln zu stärken und besser im Alltag zurechtzukommen. Gegen die Schmerzen können Schmerzmittel helfen. Deren Einnahme sollte bei der Durchblutungsstörung zwingend ärztlich abgesprochen werden, da bestimmte Wirkstoffe die Blutgerinnung beeinflussen können.

Im Vergleich zu einem Schlaganfall kann man bei einem Rückenmarksinfarkt weniger tun. Daher konzentriert man sich zunächst auf die Suche nach der Ursache - und versucht diese zu beseitigen. Das kann etwa eine Aussackung der Aorta sein, die in manchen Fällen mit einem operativen Eingriff behandelt werden kann. Hier kommt es ähnlich wie im Gehirn auf die Zeit an. Mit einer Notoperation kann man die Aussackung manchmal so zügig korrigieren, dass sich die Beschwerden weitgehend wieder zurückbilden können. Aber in den meisten Fällen bleibe etwas zurück, etwa Lähmungen oder Gefühlsstörungen.

Rückenmarksinfarkt: Prognose und Verlauf

Bei einem Rückenmarksinfarkt sind die Heilungschancen individuell verschieden. Die Prognose hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa der Schwere und Lokalisation des Infarkts. Das Risiko, infolge einer spinalen Ischämie zu versterben, ist relativ hoch. Betroffene können zwar eine vollständige Genesung erleben.

Auch wenn ein Rückenmarksinfarkt akut häufig kaum behandelbar ist, so ist der Verlauf mittelfristig mitunter doch so, dass Besserungen der Beschwerden erreicht werden können. Das liegt laut Neurologe Seiler daran, dass sich Nervenverbindungen auf Rückenmarksebene zumindest teilweise erholen oder neu ausbilden können. Physiotherapie, bei der die Funktionen etwa der Beine gezielt stimuliert werden, etwa im Rahmen von spezialisierten Querschnitts-Reha-Programmen, kann im Rückenmark teilweise auch geschädigte Nerven anregen. Selbst nach mehreren Wochen oder Monaten kann es noch zu einer Besserung der Beschwerden kommen.

Vaskulitis als mögliche Ursache

Eine Vaskulitis (Mehrzahl: Vaskulitiden) ist eine Gefäßentzündung. Es handelt sich dabei um eine sehr seltene Erkrankung, die allerdings in vielen verschiedenen Formen auftreten kann. Die Gefäßentzündungen entstehen meist dadurch, dass das Immunsystem die eigenen Gefäßwände angreifen. An dieser fehlgeleiteten Reaktion können verschiedene Abwehrstoffe und -zellen beteiligt sein. Somit gehört die Vaskulitis zu den Autoimmunerkrankungen. Das sind Krankheiten, bei denen sich die Immunabwehr gegen körpereigene Strukturen richtet.

Durch die Entzündung kann sich das betroffene Gefäß verengen oder ganz verschließen. Manchmal entstehen Aussackungen (Aneurysmen), da die Gefäßwände infolge der Entzündung geschwächt sind. Je nach betroffenem Gefäß können bestimmte Gewebe oder Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden, was ihre Funktion einschränkt.

Vaskulitis: Ursachen und Risikofaktoren

Eine Vaskulitis entsteht, wenn das körpereigene Immunsystem Gefäße oder deren Wände angreift, sodass sich diese entzünden. Bei einigen Vaskulitiden richten sich bestimmte Eiweiße des Abwehrsystems, sogenannte Auto-Antikörper, gegen Bestandteile von weißen Blutzellen. Diese indirekte Form des Angriffs führt zu einer Entzündung mit nur wenigen oder keinen Immunkomplex-Ablagerungen in den Gefäßwänden. Diese Gefäßentzündungen werden als pauci-immune Vaskulitis-Formen bezeichnet.

Demgegenüber stehen Immunvaskulitiden, die durch sogenannte Immunkomplexe (Antigen-Antikörper- oder Antikörper-Antikörper-Komplexe) entstehen. Antikörper docken dabei an bestimmten Teilen von Fremdstoffen (z. B. Viren, Medikamente) an und lagern sich als Komplex in den Gefäßwänden ab, wodurch sich diese entzünden können. Die Entzündung kann direkt am Ort der Komplexbildung (in situ-Immunkomplexe) entstehen. Die Immunkomplexe können aber auch vom Blutstrom in andere Körperregionen transportiert werden und dort eine Vaskulitis verursachen.

Vaskulitis: Behandlung

Eine Vaskulitis ist nicht heilbar. Medikamente können aber die Symptome mildern und die Lebensqualität verbessern. Dazu werden Wirkstoffe eingesetzt, die das Immunsystem unterdrücken beziehungsweise beeinflussen (Immunsuppressiva bzw. Immunmodulatoren). Welche Substanzen der Arzt oder die Ärztin im Einzelfall verschreibt, hängt von der Vaskulitis-Form und deren Schweregrad ab. Zudem können in bestimmten Fällen chirurgische Eingriffe an Gefäßen notwendig werden (etwa bei der Takayasu-Arteriitis).

Bei der Therapie sekundärer Gefäßentzündungen wird in erster Linie die Grunderkrankung behandelt. Manche Auslöser lassen sich beseitigen und sollten anschließend gemieden werden (wie bestimmte Medikamente oder Nahrungsmittelzusätze). Gegen allgemeine Vaskulitis-Symptome wie Schmerzen oder überschießende Entzündungsreaktionen helfen Antihistaminika und nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR).

Innovationen in der Behandlung

Die wesentliche Innovation wird sein, dass wir besser wissen, welche Aneurysmen wirklich gefährlich sind und damit zu platzen drohen und welche einfach da sind und keine Gefahr für den Patienten darstellen. Daneben wird es weitere technische Verbesserungen im Bereich der operativen Behandlung geben, wie zum Beispiel bessere Mikroskope oder Einbau von Angiografien in die Mikroskope.

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