Klausjürgen Wussow, der durch seine Rolle als Professor Brinkmann in der "Schwarzwaldklinik" berühmt wurde, erlebte in seinen letzten Jahren ein Leben, das von Krankheit, öffentlicher Anteilnahme und einem Familiendrama geprägt war. Sein Tod im Jahr 2007 offenbarte nicht nur die Vergänglichkeit des Ruhms, sondern auch die Schattenseiten eines Lebens im Rampenlicht.
Vom Schauspieler zum "Gott in Weiß"
Geboren 1929 in Pommern, wollte Klausjürgen Wussow ursprünglich Arzt werden. Doch das Leben führte ihn auf die Bühne und schließlich vor die Fernsehkamera. Mit der Rolle des Professor Brinkmann in der "Schwarzwaldklinik", die 1984 im ZDF an den Start ging, erlangte er landesweite Berühmtheit. Die Serie traf den Nerv der Zeit und Wussow wurde zum Inbegriff des "guten Arztes", der sich um seine Patienten kümmerte, ohne sich von Kassenabrechnungssystemen und Gesundheitsreformen beirren zu lassen.
Die Popularität der "Schwarzwaldklinik" führte dazu, dass die Grenzen zwischen Fiktion und Realität verschwammen. Wussow wurde auf seine Rolle als Professor Brinkmann festgelegt, selbst nach dem Ende der Serie, als er in "Klinik unter Palmen" erneut einen Arzt verkörperte. Seine Fans waren jedes Mal aufs Neue überrascht, wenn sie auf seiner Autogrammkarte den Namen "Klausjürgen Wussow" lasen. Umgekehrt verlor auch der Schauspieler selbst allmählich das Gespür für die Trennung zwischen medialer und persönlicher Wirklichkeit. Sein Leben wurde öffentlich verhandelt, bis hin zu intimen Details.
Krankheit und die Schattenseiten des Ruhms
In seinen letzten Lebensjahren wurde Klausjürgen Wussow vom gefeierten "Gott in Weiß" zum Patienten. Er agierte nicht mehr in der fiktiven Glottertaler Klinik, sondern in der Berliner Charité und dem Klinikum Strausberg. Herzrhythmusstörungen, Herzrasen, Schwächeanfälle, Atemnot und schwankender Blutdruck machten ihm zu schaffen. Schließlich kam die Diagnose Demenz.
Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich rapide. Mehrfach stürzte er in seiner Wohnung nach Schwindelanfällen und Schwächeattacken. Eine fortschreitende Altersdemenz machte sich bemerkbar. Im Februar 2005 wurde er bereits wegen extrem schwankenden Blutdrucks in einer Berliner Klinik behandelt. Schließlich musste er auf Anraten seines Arztes in ein Berliner Pflegeheim gebracht werden, wo er rund um die Uhr betreut wurde.
Lesen Sie auch: Fortgeschrittene Demenz: Ein umfassender Überblick
Die Öffentlichkeit nahm Anteil an seinem Leiden. Die Nation schien an seinem Krankenbett zu sitzen und seinen Puls zu fühlen: Gab es noch ein Rest Leben? Würde die Geschichte noch ein bisschen weitergehen?
"Lasst Vater in Ruhe gehen": Ein Doku-Drama um Tod und Erbe
Das Boulevard-Doku-Drama "Lasst Vater in Ruhe gehen" unter der Regie von Wolfgang Rademacher inszeniert das Leben von Klausjürgen Wussow rückblickend und versucht, die Zusammenhänge zwischen seiner Rolle als Professor Brinkmann und seinem persönlichen Schicksal zu durchdringen. Der Film zeigt, wie Wussow am Ende den Überblick verlor und damit seinem Publikum in nichts nachstand: pleite, verwirrt und pflegebedürftig.
Der Tod Wussows im Juni 2007 wurde von einem Familiendrama überschattet. Ein Streit um sein Erbe entbrannte, und es gab sogar Spekulationen über einen möglichen unnatürlichen Tod. Ein Arzt aus München erstattete Anzeige und vermutete ein Tötungsdelikt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) leitete daraufhin eine Obduktion ein.
Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis starb Wussow jedoch eines natürlichen Todes. Es gab keinerlei Anzeichen für äußerliche Verletzungen, insbesondere keine am Kopf. Die Staatsanwaltschaft gab die Leiche zur Beerdigung frei. Die Witwe des Schauspielers, Sabine Scholz, bezeichnete die Strafanzeige als "makabren Scherz".
Das Testament des Klausjürgen Wussow sorgte für weitere Aufregung. Darin äußerte er seine Gefühle der Zurückweisung und Nichtliebe. Die "Witwe Scholz" verkündete, dass "mein Klausi nicht verbrannt wird". Es gab Pläne für zwei Beerdigungen: eine in Wien neben seiner Exfrau Ida von Krottendorf und eine in Berlin auf Wunsch seiner Familie.
Lesen Sie auch: Wechselwirkungen zwischen Schmerzmitteln und Demenz
Letztendlich wurde Klausjürgen Wussow in Berlin beigesetzt. Sein Abschied wurde vom notorischen Promi-Totengräber Jürgen Fliege begleitet.
Lesen Sie auch: Ursachen und Behandlung von Zittern bei Demenz
tags: #klausjurgen #wussow #demenz