Salbei-Tee: Wirkung und Anwendung bei Migräne und anderen Beschwerden

Die wohltuende Wirkung von Tee ist seit Jahrhunderten bekannt. Besonders in der kalten Jahreszeit ist eine Tasse Tee ein beliebtes Mittel, um sich aufzuwärmen und zu entspannen. Während viele verschiedene Sorten und Geschmacksrichtungen existieren, stammen die "echten" Teesorten wie Grüner Tee, Schwarzer Tee, Weißer Tee und Oolong von der Teepflanze (Camellia sinensis). Alle anderen Sorten sind eigentlich heiße Aufgüsse von Pflanzen, Früchten oder Kräutern. In diesem Artikel wird die Wirkung von Salbei-Tee, insbesondere im Zusammenhang mit Migräne, näher betrachtet.

Salbei: Eine vielversprechende Heilpflanze

Der Name Salbei leitet sich vom lateinischen "salva" ab, was "heilen" bedeutet. Salbei enthält Gerb- und Bitterstoffe, Flavonoide und ätherische Öle, die verschiedene gesundheitsfördernde Wirkungen haben. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hat Salbei im Jahr 2017 für die Linderung von Sodbrennen, Blähungen und vermehrter Schweißsekretion anerkannt. Der Echte Salbei (Salvia officinalis) wurde 2023 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt.

Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Die Blätter des Echten Salbei enthalten ätherisches Öl (mit den Hauptkomponenten Thujon, 1,8-Cineol und Campher), Gerbstoffe (darunter Rosmarinsäure), Diterpene, Triterpene und Flavonoide. Diese Inhaltsstoffe verleihen Salbei seine vielfältigen Wirkungen:

  • Antimikrobiell und antiviral: Salbei wirkt gegen Mikroorganismen und Viren.
  • Schweißhemmend (antihidrotisch): Salbei kann übermäßiges Schwitzen reduzieren.
  • Krampflösend (spasmolytisch): Salbei kann Krämpfe lösen.
  • Zusammenziehend auf die Schleimhäute (adstringierend): Salbei kann Entzündungen im Mund- und Rachenraum lindern.
  • Entzündungshemmend: Die Flavonoide im Salbei wirken entzündungshemmend.
  • Antioxidativ: Salbei enthält effektive Antioxidantien, die freie Radikale binden.

Salbei-Tee bei Migräne

Obwohl Pfefferminz-Tee traditionell eher mit der Linderung von Spannungskopfschmerzen und Migräne in Verbindung gebracht wird, gibt es Hinweise darauf, dass auch Salbei-Tee bei Migräne unterstützend wirken kann. Dies liegt vor allem an den entzündungshemmenden und krampflösenden Eigenschaften des Salbeis. Migräne wird heute als eine Netzwerkstörung im Gehirn betrachtet, bei der Entzündungsprozesse eine wichtige Rolle spielen. Die Flavonoide im Salbei können helfen, diese Entzündungen zu reduzieren.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass es keine spezifischen wissenschaftlichen Studien gibt, die die Wirkung von Salbei-Tee bei Migräne direkt untersucht haben. Die potenziellen Vorteile basieren auf den allgemeinen Eigenschaften des Salbeis und seiner traditionellen Verwendung als Heilpflanze.

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Weitere Anwendungsgebiete von Salbei-Tee

Neben seiner potenziellen Wirkung bei Migräne kann Salbei-Tee auch bei anderen Beschwerden eingesetzt werden:

  • Verdauungsbeschwerden: Salbei kann bei dyspeptischen Beschwerden wie Oberbauchschmerzen, Sodbrennen, Blähungen und Völlegefühl helfen.
  • Entzündungen im Mund- und Rachenraum: Salbei-Tee kann als Mundspülung oder Gurgellösung bei Zahnfleischentzündungen oder Infekten der oberen Atemwege verwendet werden.
  • Übermäßiges Schwitzen: Salbei-Tee kann die Schweißproduktion reduzieren, insbesondere bei Nachtschweiß.
  • Wechseljahresbeschwerden: Salbei kann aufgrund seiner phytohormonellen Eigenschaften bei Beschwerden in den Wechseljahren helfen.

Zubereitung und Anwendung von Salbei-Tee

Salbei-Tee kann auf verschiedene Arten zubereitet werden:

  • Bei Magen-Darm-Beschwerden: Zwei Gramm fein geschnittene Salbei-Blätter mit 150 Milliliter kochendem Wasser übergießen, fünf Minuten ziehen lassen und abseihen. Dreimal täglich eine halbe Stunde vor den Mahlzeiten trinken.
  • Bei übermäßigem Schwitzen: Drei Gramm Salbei-Blätter mit 150 Milliliter kochendem Wasser übergießen, zehn Minuten ziehen lassen und abseihen. Bei Nachtschweiß kalt trinken.
  • Als Mundspülung oder Gurgellösung: Das Rezept für Salbeitee gegen Schwitzen kann auch für eine Gurgel- oder Mundspüllösung verwendet werden. Den Aufguss warm verwenden und mehrmals täglich wiederholen.

Die Tagesdosis sollte drei Tassen Tee nicht überschreiten.

Vorsichtsmaßnahmen und Nebenwirkungen

Obwohl Salbei-Tee viele positive Eigenschaften hat, sollten einige Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:

  • Schwangerschaft und Stillzeit: Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollte Salbei-Tee vorsichtshalber nicht eingenommen werden.
  • Thujon: Das im ätherischen Öl enthaltene Thujon kann bei Überdosierung zu Krämpfen und schnellem Herzschlag führen.
  • Asthma und Kleinkinder: Asthmatiker und Kleinkinder sollten ebenfalls zurückhaltend sein, da die ätherischen Öle zu Atemnot führen können.
  • Empfindlicher Magen: Wer einen empfindlichen Magen hat, verträgt die hohe Dosierung beim Salbeitee gegen Schwitzen oft schlecht. In diesem Fall können Fertigpräparate wie Salbei-Dragees sinnvoller sein.
  • Wechselwirkungen: Salbei-Zubereitungen können die Wirkung mancher Arzneistoffe wie Barbiturate und Benzodiazepine (Beruhigungs- und Schlafmittel) beeinflussen. Daher wird empfohlen, die gleichzeitige Einnahme zu vermeiden oder zuerst Rücksprache mit dem Arzt zu halten.

Weitere Hausmittel gegen Kopfschmerzen und Migräne

Neben Salbei-Tee gibt es noch weitere natürliche Hausmittel, die bei Kopfschmerzen und Migräne Linderung verschaffen können:

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  • Pfefferminzöl: Kann auf Stirn und Schläfen einmassiert werden, um die Schmerzfasern unempfindlicher zu machen.
  • Lavendelöl: Einige Tropfen auf die Oberlippe träufeln und einatmen oder auf ein Tuch geben und auf die Stirn legen.
  • Ingwer: Als Tee zubereiten oder als Paste auf die Stirn auftragen, um die Durchblutung zu fördern.
  • Koffein: Ein Espresso oder eine Tasse starker Kaffee können die erweiterten Gehirn-Blutgefäße wieder verengen.
  • Wasseranwendungen: Wechselwarme Teilbäder oder kalte Güsse können je nach Vorliebe und Art der Kopfschmerzen helfen.
  • Entspannungsmethoden: Gesichtsgymnastik, progressive Muskelentspannung oder Akupressur können Verspannungen lösen und Kopfschmerzen reduzieren.

Die Bedeutung von Entspannung und Selbstfürsorge

Unabhängig von der Wahl der Behandlungsmethode ist es wichtig, auf Entspannung und Selbstfürsorge zu achten. Stress ist ein bekannter Auslöser für Kopfschmerzen und Migräne. Regelmäßige Auszeiten, ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung können helfen, das Auftreten von Attacken zu reduzieren.

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