Lumbalpunktion im Sana Klinikum Offenbach: Informationen und klinische Aspekte

Die Lumbalpunktion (LP), auch Spinalpunktion genannt, ist ein diagnostisches und therapeutisches Verfahren, bei dem Liquor cerebrospinalis (Nervenwasser) aus dem Lumbalkanal entnommen wird. Die Beurteilung des Liquors ist besonders bei der Frage nach entzündlichen Erkrankungen des Gehirns und der Hirnhäute von Bedeutung - etwa bei Hirnhaut- oder Gehirnentzündungen und der Multiplen Sklerose. Das Sana Klinikum Offenbach bietet dieses Verfahren an und im Folgenden werden relevante Informationen dazu zusammengefasst.

Indikationen und Anwendungsbereiche

Die Lumbalpunktion ist ein wichtiges diagnostisches Instrument in der Neurologie und wird bei verschiedenen Fragestellungen eingesetzt:

  • Entzündliche Erkrankungen des zentralen Nervensystems: Dazu gehören Meningitis (Hirnhautentzündung), Enzephalitis (Gehirnentzündung) und Multiple Sklerose.
  • Verdacht auf Subarachnoidalblutung: Wenn bildgebende Verfahren wie CT oder MRT keine eindeutige Diagnose liefern.
  • Abklärung von Demenzerkrankungen: Wie der Alzheimer-Krankheit, sowie anderen Erkrankungen des Gehirns.
  • Diagnostik von Autoimmunerkrankungen: Wie Myasthenia gravis und Polyneuritis.
  • Therapeutische Zwecke: In manchen Fällen zur Druckentlastung bei Hydrozephalus oder zur intrathekalen Applikation von Medikamenten.

Diagnostische Verfahren im Sana Klinikum Offenbach

Bei der Suche nach dem Ort einer Schädigung oder Erkrankung kommen im Sana Klinikum Offenbach moderne Diagnosetechniken zum Einsatz. Dazu gehören:

  • Doppler- und Farbduplex-Sonographie: Ein spezielles Ultraschallverfahren zur Untersuchung der hirnversorgenden Gefäße auf Verengungen (Stenosen) und andere krankhafte Veränderungen.
  • Transkranielle Duplex-Sonographie (TCD): Darstellung der größeren Gefäße im Inneren des Schädels.
  • Elektroenzephalographie (EEG): Ableitung der Hirnströme von der Oberfläche des Kopfes zur Abklärung von epileptischen Anfällen und in der Diagnostik von Demenzerkrankungen.
  • Elektromyographie (EMG): Untersuchung von Muskeln mittels dünner Nadelelektroden zur Erkennung von Erkrankungen, die primär die Muskeln betreffen oder von den peripheren Nerven ausgehen.
  • Elektroneurographie: Direkte Untersuchung peripherer Nerven.
  • Evozierte Potentiale: Messung der Funktion unterschiedlicher Anteile des Gehirns und des Rückenmarks bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen wie Multipler Sklerose.
  • Radiologische Untersuchungen: In Kooperation mit dem Zentralinstitut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie stehen Computertomographie (CT), Kernspintomographie (MRT), Angiographie und konventionelle Röntgenuntersuchungen zur Verfügung.
  • Nuklearmedizinische Untersuchungen: Sogenannte SPECT-Untersuchungen werden in der nuklearmedizinischen Abteilung durchgeführt.

Durchführung der Lumbalpunktion im Sana Klinikum Offenbach

Die Lumbalpunktion wird in der Regel im Sitzen oder in Seitenlage durchgeführt. Nach Desinfektion der Punktionsstelle im Bereich der Lendenwirbelsäule wird eine dünne Nadel zwischen zwei Wirbelkörpern in den Spinalkanal eingeführt. Dort wird Liquor entnommen und anschließend die Nadel entfernt. Die Punktionsstelle wird mit einem Pflaster versorgt.

Mögliche Komplikationen

Obwohl die Lumbalpunktion ein relativ sicheres Verfahren ist, können in seltenen Fällen Komplikationen auftreten:

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  • Postpunktioneller Kopfschmerz: Dies ist die häufigste Komplikation und entsteht durch den Verlust von Liquorflüssigkeit. Er kann durch Liegen und ausreichende Flüssigkeitszufuhr gelindert werden.
  • Rückenschmerzen: An der Punktionsstelle.
  • Blutungen: Selten, können aber bei Patienten mit Blutgerinnungsstörungen auftreten.
  • Infektionen: Sehr selten, da die Punktion unter sterilen Bedingungen durchgeführt wird.
  • Neurologische Komplikationen: Äußerst selten, wie z.B. Verletzungen von Nervenwurzeln.
  • Reversible posterioreLeukoenzephalopathie-Syndrom (RPLS): In sehr seltenen Fällen, insbesondere bei Patientinnen mit Präeklampsie oder Eklampsie, kann es zu einem reversiblen posterioren Leukoenzephalopathie-Syndrom (RPLS) kommen.

Reversibles posteriores Leukoenzephalopathie-Syndrom (RPLS)

Das Reversible posteriore Leukoenzephalopathie-Syndrom (RPLS) ist eine neurologische Erkrankung, die durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden kann, darunter:

  • Eklampsie und Präeklampsie: Schwangerschaftskomplikationen, die mit hohem Blutdruck und Organfunktionsstörungen einhergehen.
  • Nierenerkrankungen: Akutes Nierenversagen.
  • Immunsuppressiva: Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken.
  • Zytotoxische Medikamente: Medikamente, die bei der Chemotherapie eingesetzt werden.
  • Hypertonie: Stark erhöhter Blutdruck.

Die genaue Pathophysiologie des RPLS ist noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass eine Schädigung der Blut-Hirn-Schranke und eine Vasokonstriktion der zerebralen Gefäße eine Rolle spielen. Risikofaktoren für mütterliche Morbidität bei Eklampsie sind unter anderem Thrombozytopenie.

Symptome des RPLS

Die Symptome des RPLS können vielfältig sein und umfassen:

  • Kopfschmerzen
  • Sehstörungen
  • Epileptische Anfälle
  • Verwirrtheit
  • Bewusstseinsstörungen

Diagnose des RPLS

Die Diagnose des RPLS basiert in der Regel auf den klinischen Symptomen und den Ergebnissen der Magnetresonanztomographie (MRT) des Gehirns. Typische MRT-Befunde sind Ödeme im Bereich der weißen Substanz, insbesondere im posterioren Bereich des Gehirns.

Therapie des RPLS

Die Therapie des RPLS zielt darauf ab, die zugrunde liegende Ursache zu behandeln und den Blutdruck zu senken. In den meisten Fällen ist das RPLS reversibel, und die Symptome bilden sich nach erfolgreicher Behandlung zurück.

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Erfahrungen und Ausbildung im Sana Klinikum Offenbach

Das Sana Klinikum Offenbach bietet Medizinstudierenden die Möglichkeit, das Praktische Jahr (PJ) zu absolvieren. Einige Erfahrungsberichte von PJ-Studenten geben Einblicke in den Stationsalltag der Neurologie:

  • Die Atmosphäre auf der Station wird als gut und das Ärzteteam als nett und hilfsbereit beschrieben.
  • Kritisiert wird, dass PJ-Studenten häufig hauptsächlich für Blutentnahmen und das Legen von Braunülen eingesetzt werden.
  • Der Lerneffekt wird trotz der Wohlfühlstimmung als nicht optimal eingeschätzt, da die Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme an Visiten und zur selbstständigen Durchführung neurologischer Untersuchungen begrenzt sind.
  • Hervorgehoben wird, dass sich der Chefarzt darum bemüht, die PJ-Studenten nicht nur für Blutentnahmen einzusetzen.

Trotz dieser Kritikpunkte bietet das Sana Klinikum Offenbach eine umfassende Ausbildung in verschiedenen medizinischen Bereichen. Die MTR-Schule bildet Medizinische Technologen und Technologinnen für Radiologie (MTR) aus, und die Akademie für Pflegeberufe bietet Ausbildungsplätze zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann an.

Neurochirurgische Klinik

Die Neurochirurgische Klinik des Sana Klinikums Offenbach bietet ein breites Spektrum an operativen Behandlungen von Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der Wirbelsäule und der peripheren Nerven an. Besondere Schwerpunkte sind:

  • Minimalinvasive Chirurgie: Behandlung der Trigeminus-Neuralgie, Hirntumor-Chirurgie, Behandlung von Hirn- und Subarachnoidalblutungen bei zerebralen Aneurysmen und Arteriovenösen Malformationen (AVM), Hirnbypass-Operationen, operative Therapie von Tumoren und degenerativen Leiden der Wirbelsäule mit minimalinvasiven Stabilisierungen.
  • Kinderneurochirurgie: Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit dem Moyamoya-Syndrom.
  • Funktionelle Neurochirurgie: In Kooperation mit dem Klinikum Darmstadt GmbH werden Vagus-Stimulation bei therapierefraktärer Epilepsie, Implantation von Schmerzpumpen und Sonden zur Rückenmarksstimulation (SCS) sowie ultraschallgestützte Neuroendoskopie angeboten.
  • Neuroradiologisch-interventionelle Eingriffe: In Kooperation mit der Abteilung für Neuroradiologie des Krankenhauses Nordwest werden Coiling von Hirngefäß-Aneurysmen, Embolisationen von kranialen und spinalen AVM und von blutgefäßreichen Meningeomen durchgeführt.

Die Neurochirurgische Klinik pflegt eine enge Kooperation mit der Neurologischen Klinik und der Strahlenklinik im Rahmen des Neuroonkologischen Zentrums zur Behandlung und Nachsorge von Tumorpatienten.

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