Nervosität beim Bernhardiner: Ursachen, Symptome und Lösungsansätze

Der Bernhardiner, bekannt für seine Sanftmut und Geduld, ist eine beliebte Hunderasse, die jedoch auch anfällig für Nervosität und Stress sein kann. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Nervosität bei Bernhardinern, um Besitzern zu helfen, ihren Hunden ein entspanntes und gesundes Leben zu ermöglichen.

Einführung in die Welt des Bernhardiners

Der Bernhardiner, oft als "sanfter Riese" bezeichnet, ist eine der bekanntesten und imposantesten Hunderassen der Welt. Ursprünglich als Arbeits- und Rettungshund in den Schweizer Alpen gezüchtet, hat er sich zu einem beliebten Familienhund entwickelt, der für seine Gutmütigkeit und Geduld geschätzt wird. Seine beeindruckende Größe und sein ruhiges Wesen machen ihn zu einem treuen Begleiter, der sowohl Schutz als auch Zuneigung bietet.

Die Geschichte des Bernhardiners ist eng mit dem Hospiz auf dem Grossen Sankt Bernhard Pass in den Schweizer Alpen verbunden. Schon im 17. Jahrhundert hielten die Mönche dort große Hunde, die ihnen bei der Bewachung des Passes und später bei der Suche und Rettung verirrter Reisender halfen. Diese Hunde waren für ihre unglaubliche Orientierung und Witterungsbeständigkeit bekannt. Die Rasse wurde im Laufe der Zeit durch Einkreuzungen, unter anderem mit Neufundländern, weiterentwickelt, was zur Entstehung der Langhaarvariante führte. Offiziell anerkannt wurde der Bernhardiner als Rasse im Jahr 1887, und er gilt seither als Schweizer Nationalhund.

Ursachen von Nervosität beim Bernhardiner

Bernhardiner sind im Allgemeinen ruhige und ausgeglichene Hunde. Dennoch können verschiedene Faktoren zu Nervosität und Stress führen. Einige der häufigsten Ursachen sind:

  • Reizüberflutung: V. a. Hunde nehmen ihre Umgebung mit all ihren Sinnen wahr - oft intensiver, als wir es uns vorstellen können. Doch was, wenn die Reize zu viel werden? Wenn das laute Stadtleben, ein hektischer Haushalt oder ständiger Wechsel in der Routine dazu führen, dass Ihr Hund sich überfordert fühlt? Reizüberflutung ist mehr als nur ein vorübergehender Zustand. Sie kann zu langfristigem Stress und gesundheitlichen Problemen führen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Die Anzeichen für Stress und Überforderung sind oft subtil, können sich aber schnell verschlimmern, wenn nicht gehandelt wird. Reizüberflutung hat viele Gesichter und kann durch unterschiedliche Faktoren ausgelöst werden. Ein häufiger Auslöser ist Lärm - sei es durch laute Geräusche in der Stadt, Haushaltsgeräte oder andere Tiere. Ebenso können Veränderungen wie ein Umzug, ein neuer Hund im Haushalt oder ein veränderter Tagesablauf Stress verursachen.
  • Mangelnde Sozialisierung: Eine unzureichende Sozialisierung im Welpenalter kann dazu führen, dass der Hund in ungewohnten Situationen ängstlich und nervös reagiert. Sorge dafür, dass dein Bernhardinerwelpe von klein auf viele positive Erfahrungen mit anderen Hunden, Menschen und Umwelteinflüssen sammelt.
  • Schmerzen und Unwohlsein: Chronische Schmerzen, insbesondere aufgrund von Gelenkerkrankungen wie Hüftdysplasie oder Ellbogendysplasie, können ebenfalls zu Nervosität und Reizbarkeit führen. Die Hüftgelenksdysplasie bei Bernhardinern ist oft genetisch bedingt, kann aber auch durch schnelles Wachstum während der Welpen- und Junghundphase verschärft werden.
  • Traumatische Erlebnisse: Belastende Ereignisse wie Gewalterfahrungen oder andere stress-/belastungsbezogene Ereignisse können langfristige psychische Auswirkungen haben. Ein Teil der chronischen Schmerzpatientinnen und -patienten war auch schon vorher psychisch belastet (z.B. durch Traumatisierung in Form von Gewalterfahrungen oder anderen stress-/ belastungsbezogenen Ereignissen).
  • Genetische Veranlagung: Einige Bernhardiner können aufgrund ihrer genetischen Veranlagung anfälliger für Nervosität sein.
  • Veränderungen in der Umgebung: Alltägliche Situationen wie Alleinsein, laute Geräusche oder Reisen können bei ängstlichen oder unsicheren Hunden problematisch sein.

Symptome von Nervosität beim Bernhardiner

Die Symptome von Nervosität können vielfältig sein und sich von Hund zu Hund unterscheiden. Einige häufige Anzeichen sind:

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  • Unruhe und Zittern: Der Hund wirkt unruhig, läuft umher oder zittert.
  • Hecheln und Speicheln: Vermehrtes Hecheln und Speicheln, auch ohne körperliche Anstrengung. Sei dir bewusst, dass Bernhardiner rassebedingt zum Sabbern neigen. Durch seine lose Haut und die großen Lefzen kann er, besonders nach dem Trinken oder bei Aufregung, viel Speichel verlieren.
  • Bellverhalten: Vermehrtes Bellen oder Jaulen, oft ohne erkennbaren Grund.
  • Zerstörungswut: Zerstören von Gegenständen, insbesondere wenn der Hund alleine gelassen wird.
  • Appetitlosigkeit oder Futterverweigerung: Der Hund frisst weniger oder verweigert das Futter ganz.
  • Verändertes Schlafverhalten: Schlafstörungen oder ein unruhiger Schlaf.
  • Aggressives Verhalten: In seltenen Fällen kann Nervosität auch zu aggressivem Verhalten führen.
  • Rückzug: Der Hund zieht sich zurück und vermeidet den Kontakt zu Menschen oder anderen Tieren.
  • Übermäßiges Lecken oder Knabbern: Der Hund leckt oder knabbert exzessiv an sich selbst, oft an den Pfoten oder Beinen.

Umgang mit Nervosität beim Bernhardiner

Es gibt zahlreiche Maßnahmen, mit denen Sie Ihrem Hund helfen können, Stress abzubauen. Zunächst ist es wichtig, die Ursache zu erkennen.Ein Schritt heraus aus einem nervlichen Tief kann es sein, sich dessen erst einmal aktiv bewusst zu werden. Nehmen Sie sich gezielte Auszeiten aus Ihrem Alltag: Unterbrechen Sie Ihre Tätigkeit für einige Minuten, atmen Sie tief ein und aus, lockern die Schultern, schließen vielleicht die Augen und versuchen, die Sorgen für einen Moment auszublenden.

1. Ursachenforschung

Der erste Schritt zur Behandlung von Nervosität ist die Identifizierung der Ursache. Beobachten Sie Ihren Hund genau, um herauszufinden, in welchen Situationen er nervös reagiert. Ein sicherer Rückzugsort ist für viele Hunde der erste Schritt zur Entspannung. Ein gemütliches Körbchen in einem ruhigen Raum kann Wunder wirken.

2. Management der Umgebung

Reduzieren Sie Stressfaktoren in der Umgebung des Hundes. Vermeiden Sie laute Geräusche, Hektik und unvorhersehbare Veränderungen.

3. Sozialisierung und Training

Eine gute Sozialisierung und ein konsequentes Training sind entscheidend, um dem Hund Sicherheit zu geben. Die Erziehung eines Bernhardiners erfordert Konsequenz, Geduld und positive Verstärkung. Sorge dafür, dass dein Bernhardinerwelpe von klein auf viele positive Erfahrungen mit anderen Hunden, Menschen und Umwelteinflüssen sammelt. Bernhardiner sind sensible Hunde, die auf sanfte, aber bestimmte Führung am besten reagieren. Schreien oder körperliche Bestrafung sind kontraproduktiv und können das Vertrauen deines Hundes nachhaltig stören. Angesichts seiner späteren Größe ist eine frühzeitige und gründliche Leinenführigkeitserziehung unerlässlich.

4. Bewegung und Auslastung

Regelmäßige Bewegung, insbesondere in ruhigen und naturbelassenen Gegenden, hilft ebenfalls, Stress abzubauen. Lange Spaziergänge und Spielzeiten im Garten sind ideal. Aufgrund seiner Größe und Hitzeempfindlichkeit sollte intensive körperliche Belastung an warmen Tagen vermieden werden.

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5. Ernährung

Eine ausgewogene Ernährung kann ebenfalls zur Beruhigung beitragen.

  • Das tierlieb Magenfit-Basenpulver enthält schleimbildende pflanzliche Zutaten und liefert aufgeschlossene und gut verwertbare Nährstoffe.
  • Reine, natürliche Bierhefe für die ergänzende Versorgung mit Proteinen, Spurenelementen und Vitaminen.
  • Mit dem natürlichen tierlieb Seealgenpulver kann der Bedarf an Jod gedeckt und einem Mangel vorgebeugt werden.

6. Nahrungsergänzungsmittel

Darüber hinaus können Nahrungsergänzungen wie die tierlieb Anti-Stress-Hunde-Tabletten unterstützend wirken. Für die innere Ausgeglichenheit und das Wohlbefinden ist eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen wichtig. Magnesium, Vitamin C und die B-Vitamine unterstützen eine normale, gesunde Funktion des Nervensystems und die Sinneswahrnehmung. Die Aminosäure Tryptophan ist Bestandteil von Enzymen und liefert die Grundlage für das Hormon Serotonin. Anti-Stress-Tabletten helfen, in belastenden Situationen die entscheidenden Nährstoffe zuzuführen und somit das Wohlbefinden des Hundes zu unterstützen.

7. Tierärztliche Beratung

Wenn die Nervosität des Hundes stark ausgeprägt ist oder plötzlich auftritt, sollte ein Tierarzt konsultiert werden, um mögliche organische Ursachen auszuschließen. Regelmäßige tierärztliche Kontrollen sind für Bernhardiner essentiell, um frühzeitig auf gesundheitliche Probleme reagieren zu können. Impfungen und regelmäßige Entwurmungen sind grundlegend.

8. Psychologische Unterstützung

In einigen Fällen kann eine Verhaltenstherapie oder die Beratung durch einen Tierpsychologen sinnvoll sein. Die psychotherapeutische Behandlung orientiert sich an den aktuellen wissenschaftlichen Standards. Den Patientinnen und Patienten kommen vor allem die Kenntnisse aus der psychologischen Schmerzforschung sowie aus der Verhaltensmedizin und Gesundheitspsychologie zugute. Die Ausrichtung unserer psychotherapeutischen Arbeit ist methodenübergreifend, wobei sowohl die kognitive Verhaltenstherapie, die systemische Therapie sowie auch die tiefenpsychologische Psychotherapie zum Einsatz kommen.

9. Entspannungstechniken

Autogenes Training oder Meditation wären weitere Möglichkeiten zur Förderung von mehr Entspannung im Alltag.

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10. Medikamentöse Behandlung

In schweren Fällen kann der Tierarzt Medikamente verschreiben, um die Nervosität des Hundes zu reduzieren.

Präventive Maßnahmen

Noch besser als die Behandlung von Stress ist dessen Vorbeugung. Präventive Maßnahmen wie eine ausgewogene Mischung aus Aktivität und Ruhe helfen Ihrem Hund, stressige Situationen besser zu bewältigen.

  • Frühzeitige Sozialisierung: Beginnen Sie frühzeitig mit der Sozialisierung des Welpen, um ihn an verschiedene Umgebungen, Menschen und Tiere zu gewöhnen.
  • Konsequente Erziehung: Eine konsequente Erziehung gibt dem Hund Sicherheit und Orientierung.
  • Stressfreie Umgebung: Schaffen Sie eine ruhige und stressfreie Umgebung für Ihren Hund.
  • Regelmäßige Bewegung: Sorgen Sie für ausreichend Bewegung und Auslastung, um Stress abzubauen.
  • Gesunde Ernährung: Achten Sie auf eine ausgewogene und gesunde Ernährung.

Gesundheitliche Aspekte beim Bernhardiner

Die Gesundheit des Bernhardiners kann durch eine Reihe von typischen Bernhardiner Krankheiten beeinträchtigt werden, die aufgrund ihrer Größe und genetischen Disposition besonders häufig auftreten. Eine der häufigsten Bernhardiner Krankheiten ist die Hüftgelenksdysplasie, eine schmerzhafte Erkrankung, die aufgrund der schnellen Wachstumsraten und des großen Körperbaus dieser Hunde oft vorkommt. Epilepsie zählt ebenfalls zu den Bernhardiner Krankheiten, die genetisch bedingt sein kann. Besonders bei Bernhardinern treten Krampfanfälle häufiger auf als bei vielen anderen Rassen. Ektropium, eine Augenerkrankung, bei der das Lid nach außen dreht, gehört ebenso zu den Bernhardiner Krankheiten, die sowohl Unbehagen als auch Infektionen verursachen können. Bernhardiner Krankheiten umfassen auch häufige Herzprobleme wie die dilatative Kardiomyopathie, eine Erkrankung, die das Herz vergrößert und seine Pumpfähigkeit reduziert. Zudem sind Bernhardiner anfällig für Hauterkrankungen, die durch ihre Falten und ihre Größe begünstigt werden können. Auch das Vorhandensein von Welpen mit angeborenen Bernhardiner Krankheiten wie Gehörlosigkeit oder Missbildungen sollte nicht außer Acht gelassen werden. Diese können die Lebensqualität des Hundes erheblich beeinträchtigen. Bernhardiner Krankheiten, die das Verdauungssystem betreffen, sind ebenfalls nicht selten. Dazu zählen neben der bereits erwähnten Magendrehung auch chronische Enteropathien, die zu Verdauungsproblemen führen können. Ein weiterer Aspekt der Bernhardiner Krankheiten ist die Hüftgelenksdysplasie, die nicht nur schmerzhaft ist, sondern auch die Lebensqualität des Hundes erheblich einschränken kann. Früherkennung und Management sind daher entscheidend.

Zusätzlich zur bereits diskutierten Bernhardiner Krankheiten gibt es eine Reihe weiterer Gesundheitsprobleme, die bei dieser Rasse beachtet werden sollten. Die Bernhardiner Krankheiten umfassen oft auch verschiedene Augenprobleme. Neben dem Ektropium kann der Bernhardiner an Entropium leiden, einer Zustand, bei dem sich die Augenlider nach innen rollen, was zu Reizungen und Verletzungen der Augen führt. Ein weiterer wichtiger Punkt in der Liste der Bernhardiner Krankheiten ist die Spondylose, eine degenerative Wirbelsäulenerkrankung, die besonders bei älteren Hunden auftritt. Zu den respiratorischen Bernhardiner Krankheiten gehört die Brachycephale Atemwegssyndrom, obwohl sie häufiger bei kurzsnauzigen Rassen vorkommt, können auch Bernhardiner aufgrund ihrer großen Masse und tiefen Brust Probleme mit eingeschränkter Atmung haben. Auch die Zahn- und Mundgesundheit darf nicht vernachlässigt werden, wenn man über Bernhardiner Krankheiten spricht. Zahnprobleme können zu schwerwiegenderen Gesundheitsproblemen führen, einschließlich Infektionen, die sich auf andere Körperteile ausbreiten können. Darüber hinaus können Bernhardiner anfällig für bestimmte metabolische Bernhardiner Krankheiten sein, wie Hypothyreose, eine Unterfunktion der Schilddrüse, die zu Gewichtszunahme, Lethargie und Hautproblemen führen kann. Ein umfassendes Verständnis all dieser Bernhardiner Krankheiten ist entscheidend für jeden Besitzer dieser beeindruckenden Hunde. Die vorbeugende Gesundheitspflege, eine angemessene Ernährung, regelmäßige Bewegung und die Einhaltung eines regelmäßigen tierärztlichen Untersuchungsplans sind essenziell, um die Gesundheit und das Wohlbefinden eines Bernhardiners zu gewährleisten.

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