Schilddrüsenknoten und Migräne: Ein komplexer Zusammenhang

Kopfschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden, die fast jeder Mensch im Laufe seines Lebens erfährt. Die Ursachen für Kopfschmerzen sind vielfältig und umfassen Spannungskopfschmerzen, Migräne oder Sinuskopfschmerzen. Oft bleibt die genaue Ursache unklar, sodass Betroffene nach möglichen Auslösern suchen. In den letzten Jahren hat die Forschung begonnen, den Zusammenhang zwischen Schilddrüsenerkrankungen und Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, genauer zu untersuchen. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Erkenntnisse und versucht, die komplexen Zusammenhänge zu erklären.

Die Schilddrüse und ihre Bedeutung

Die Schilddrüse ist ein kleines, schmetterlingsförmiges Organ, das sich im Halsbereich befindet. Sie produziert Hormone, die eine Vielzahl von Körperfunktionen regulieren, darunter den Stoffwechsel, das Wachstum und die Entwicklung. Störungen der Schilddrüse, wie eine Überfunktion (Hyperthyreose) oder eine Unterfunktion (Hypothyreose), können daher zahlreiche Körperprozesse beeinträchtigen.

Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)

Eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) entsteht, wenn die Schilddrüse nicht genügend Hormone wie T3 (Trijodthyronin) und T4 (Thyroxin) produziert. Dies wird als primäre Hypothyreose bezeichnet. Die Anzeichen einer Schilddrüsenunterfunktion entwickeln sich oft langsam und können von Person zu Person unterschiedlich sein. Obwohl die Schilddrüse hauptsächlich den Stoffwechsel reguliert, können Probleme mit diesem Organ eine Vielzahl von Symptomen im gesamten Körper verursachen. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Allgemeine Schwäche und rasche Ermüdbarkeit
  • Ständiges Frieren
  • Konzentrationsschwäche und Interessenverlust
  • Trockene, schuppige Haut
  • Wassereinlagerungen (Ödeme) in Gesicht und Beinen
  • Herzbeschwerden
  • Kopfschmerzen
  • Durchblutungsstörungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Gewichtszunahme
  • Haarausfall
  • Verstopfung
  • Unregelmäßiger Menstruationszyklus

Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)

Eine Hyperthyreose ist eine Überfunktion der Schilddrüse, die laborchemisch und klinisch nachweisbar ist. Typische Symptome sind feuchte, warme Haut, Zittern, Herzrasen, schnelle Ermüdbarkeit und Unruhe.

Euthyreote Struma

Als euthyreote Struma bezeichnet man eine nicht entzündliche, nicht bösartige und nicht mit einer Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion einhergehende Schilddrüsenvergrößerung.

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Kopfschmerzen als Symptom von Schilddrüsenerkrankungen

Kopfschmerz ist ein häufiges Symptom der Schilddrüsenunterfunktion: davon sind etwa ein Drittel der Patienten betroffen. Studien zeigen, dass etwa 30 % der Menschen mit einer Schilddrüsenunterfunktion Kopfschmerzen haben, die auf diese zurückzuführen sein könnten (IHC, 2021).

Neuere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen Schilddrüsenerkrankungen, insbesondere der Hypothyreose, und Kopfschmerzen, insbesondere Migräne, gibt. Eine Metaanalyse (Spanou et al., 2019) deutet auf eine wechselseitige Beziehung zwischen Hypothyreose und Kopfschmerzen hin. Es gibt Hinweise darauf, dass ein Zusammenhang zwischen Hypothyreose und Kopfschmerzen besteht. Dennoch ist unklar, ob eine Schilddrüsenunterfunktion direkt Kopfschmerzen auslöst oder ob häufige Kopfschmerzen das Risiko für eine Hypothyreose erhöhen.

Studienlage zum Zusammenhang zwischen Schilddrüse und Migräne

DGP - Kopfschmerzexperten aus Athen ermittelten mit einer Studienübersicht, wie Kopfschmerz und Schilddrüsenunterfunktion zusammenhängen. Sie fanden deutliche Verbindungen besonders zwischen Migräne und zu geringer Leistung der Schilddrüse. Weitere Forschung wird die genauen Ursachen, Zusammenhänge und Folgen ermitteln müssen.

Neurologin Dr. Dazu durchsuchten sie die medizinwissenschaftliche Datenbank MEDLINE nach Studien zu den drei Erkrankungen. Von 640 identifizierten Artikeln konnten so schließlich 9 zur Analyse herangezogen werden. Die Forschung zum Thema zeigte eine große Bandbreite in Teilnehmergruppen, Studiendesign und Studienziel. Zwei Studien untersuchten Unterfunktions-assoziierten Kopfschmerz mit dem Schwerpunkt auf klinischen Eigenschaften des Kopfschmerzes wie Zeitpunkt des Auftretens, Lokalisation am Kopf, Qualität und Stärke, und ob der Kopfschmerz auf eine Behandlung mit Schilddrüsenhormon ansprach. Fünf weitere Studien untersuchten stattdessen speziell Migräne und Schilddrüsenerkrankungen als Begleiterkrankungen. In der Mehrzahl dieser Studien wurde eine positive Assoziation gefunden: Migräne und Schilddrüsenprobleme traten also gehäuft gemeinsam auf. Eine andere Studie untersuchte die Entwicklung von Schilddrüsenunterfunktion und fand, dass Kopfschmerz, speziell wieder die Migräne, offenbar die Entwicklung von Schilddrüsenproblemen begünstigte.

Die Kopfschmerzexperten schlossen aus der Studienübersicht, dass weiterhin die Forschung keine klaren Antworten ermöglicht. Eine zweigleisige Verbindung zwischen Kopfschmerz und Schilddrüsenerkrankungen, besonders zwischen Migräne und Schilddrüsenunterfunktion, scheint aber möglich: die Krankheiten könnten sich also gegenseitig begünstigen oder verstärken. Um die Zusammenhänge gezielter zu untersuchen, sind nun aber größere Multizentrenstudien erforderlich.

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Subklinische Hypothyreose und Migräne

DGP - Patienten mit unterschwelliger, subklinischer Schilddrüsenunterfunktion leiden nach einer neuen Untersuchung häufiger an Migräne als Kontrollpersonen mit gesunder Schilddrüse. Eine subklinische Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyroidismus) fällt bei den Untersuchungen beim Arzt nicht unbedingt auf, da sie den Schwellenwert für einen Behandlungsbedarf nicht erreicht. Studien zeigten, dass sowohl klinisch relevante (Behandlungsbedarf angezeigt) als auch subklinische Schilddrüsenunterfunktion und Migräne zusammenhängen.

Dazu luden sie 151 Patienten (im Durchschnitt 48 Jahre alt) zur Teilnahme ein, die bei mehreren Untersuchungen eine subklinische Schilddrüsenunterfunktion aufwiesen. Außerdem wurden 150 Kontrollteilnehmer (im Durchschnitt 50,86 Jahre alt) eingeladen. Bei allen Teilnehmern wurden Migränesymptome und -eigenschaften in einer Befragung geklärt. Außerdem wurde bei allen Patienten die Schilddrüsenaktivität gemessen, in dem das Thyroid-stimulierende Hormon (TSH), freies Triiodothyronin, freies Thyroxin und Antikörper gegen die Schilddrüse bestimmt wurden. Es zeigte sich, dass Migräne häufiger bei Patienten mit unterschwelliger Schilddrüsenunterfunktion (46 %) auftrat als bei den Kontrollen (13 %). Dies galt sowohl für Migräne mit als auch ohne Aura. Allerdings unterschieden sich Patienten mit Schilddrüsenunterfunktion mit und ohne Migräne nicht in ihrer Hormonlage und den Antikörpern gegen die Schilddrüse. Patienten mit unterschwelliger, subklinischer Schilddrüsenunterfunktion leiden demnach häufiger an Migräne als Kontrollpersonen mit gesunder Schilddrüse.

Kopfschmerzen als Risikofaktor für Hypothyreose

Einer neuen Studie zufolge haben Menschen mit Kopfschmerzen ein höheres Risiko, eine Schilddrüsenunterfunktion zu entwickeln. Die vorliegende Studie ist den Forschern zufolge eine der größten, die nahelege, dass Kopfschmerzen als Risikofaktor für eine zukünftige Schilddrüsenunterfunktion angesehen werden können, sagt der Hauptautor der Studie, Andrew Martin von der University of Cincinnati.

Personen, die unter Kopfschmerzen litten, hatten ein 21 Prozent erhöhtes Risiko, dass sich bei ihnen eine Unterfunktion der Schilddrüse entwickelte, berichten Martin und Kollegen in der Online-Edition der Fachzeitschrift Headache: The Journal of Head and Face Pain. Für Menschen mit Migränelag das Risiko sogar um 41 Prozent höher. Ihre Ergebnisse stünden im Einklang mit früheren Studien, in denen sich ebenfalls gezeigt habe, dass Schilddrüsenunterfunktionen bei Menschen mit Migräne oder anderen Kopfschmerz-Erkrankungen häufiger anzutreffen sind.

Mögliche Erklärungen für den Zusammenhang

Eine mögliche Erklärung für den gefundenen Zusammenhang könne sein, dass Kopfschmerzen das Immunsystem aktivieren und dies die Anfälligkeit für eine zukünftige Schilddrüsenunterfunktion erhöhe, vermuten die Forscher. Zudem könne der Stress, der durch Kopfschmerzen entstehe, hierbei eine Rolle spielen. Andere Umweltfaktoren oder genetische Faktoren seien ebenfalls denkbar. Unklar sei zudem, wie beide Erkrankungen miteinander interagierten. So sei es ebenfalls möglich, dass eine Schilddrüsenunterfunktion bei Kopfschmerzpatienten zu häufigeren Schmerzattacken führe.

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Hashimoto-Thyreoiditis und Migräne

MedWiss - Frühere Studien konnten bereits einen wechselseitigen Zusammenhang zwischen Migräne und einer Schilddrüsenunterfunktion aufzeigen. Die Hashimoto-Thyreoiditis (HT) ist heutzutage die Hauptursache für eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Die Prävalenz der Hashimoto-Thyreoiditis nimmt in der Allgemeinbevölkerung stetig zu. Bei der Erkrankung handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei welcher der Körper Antikörper gegen Schilddrüsenbestandteile bildet. In der Studie wurde die Prävalenz von Hashimoto-Thyreoiditis bei Migräne analysiert, zudem wurde untersucht, ob das Vorhandensein einer HT den Schweregrad der Migräne beeinflusst.

Die retrospektive, beobachtende Kohortenstudie umfasste Migränepatienten, die an einem polnischen Kopfschmerzzentrum in Behandlung waren. Es wurden 928 geeignete Migränepatienten in die Studie einbezogen, davon waren 88,7 % Frauen. Das Durchschnittsalter der Studienteilnehmer betrug 36,09 Jahre. Bei 592 Probanden (63,8 %) wurde eine episodische Migräne (EM) diagnostiziert, bei den übrigen Teilnehmern eine chronische Migräne (CM). Bei 258 Migränepatienten (27,8 %) wurde zusätzlich ein Medikamentenübergebrauchskopfschmerz dokumentiert.

Analyse über 928 Patienten: Jede 10. Bei 106 Teilnehmern (11,4 %) wurde eine Hashimoto-Thyreoiditis diagnostiziert, bei 148 (15,9 %) eine Schilddrüsenunterfunktion, während 84 Teilnehmer (9,05 %) beide Diagnosen hatten. Die statistische Auswertung zeigte, dass das Vorhandensein von chronischer Migräne positiv mit einer Hashimoto-Thyreoiditis (OR: 1,76; p = 0,045), Medikamentenübergebrauchskopfschmerz und der Migränedauer assoziiert war. Die Hashimoto-Thyreoiditis kommt bei Migränepatienten, insbesondere bei Frauen, sehr häufig vor und ist eine der häufigsten Begleiterkrankungen bei Migräne. Die Ergebnisse der Studie lassen darauf schließen, dass eine Hashimoto-Thyreoiditis den Verlauf einer Migräneerkrankung negativ beeinflusst und sogar zu deren Chronifizierung beitragen kann.

Diagnose und Behandlung

Ein Schilddrüsen-Bluttest ist die zuverlässigste Methode, um eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse zu diagnostizieren. Dieser Test kann entweder beim Hausarzt oder mithilfe eines Heimtests durchgeführt werden. Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihre Schilddrüse nicht richtig funktioniert, oder Symptome bemerken, die auf eine Schilddrüsenerkrankung hindeuten, ist es sinnvoll, Ihre Schilddrüsenhormone überprüfen zu lassen.

Eine Schilddrüsenunterfunktion lässt sich in der Regel gut mit Hormonersatzpräparaten behandeln. Die Behandlung zielt darauf ab, den Hormonmangel auszugleichen und die Symptome zu lindern.

Was tun bei Kopfschmerzen und Verdacht auf Schilddrüsenprobleme?

Ob Migräne, Spannungs- oder Cluster-Kopfschmerzen: Bei häufigen Kopfschmerzen könnte sich ein Blick auf die Schilddrüse lohnen. Wenn Sie regelmäßig unter Kopfschmerzen leiden, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, um die möglichen Ursachen zu klären.

Migräne: Ursachen, Auslöser und Behandlungsmöglichkeiten

Eine Migräneattacke kann mehrere Stunden, aber auch bis zu drei Tage andauern. Bei Migränepatienten ist das Gehirn besonders empfindlich gegenüber Reizen. Harmlose Umwelteinflüsse, zum Beispiel eine laute Geräuschkulisse, können bei Betroffenen bereits einen Anfall auslösen.

Häufige Auslöser von Migräne:

  • Wetterumschwung
  • Hormonschwankungen (z. B. während der Wechseljahre)
  • Stress
  • Veränderungen des gewohnten Tagesrhythmus (z. B. langes Ausschlafen am Wochenende)
  • Histaminreiche Nahrungsmittel (z. B. Rotwein, Hartkäse, Salami)
  • Hoher Kaffeekonsum oder plötzlicher Kaffeeentzug

Behandlungsmöglichkeiten bei Migräne

Seit den 1990er Jahren gibt es mit den Triptanen Arzneimittel, die die akuten Schmerzattacken deutlich verkürzen können, aber nicht zur Vorbeugung geeignet sind. Medikamente zur Vorbeugung werden dauerhaft eingenommen und sollen die Anfallsneigung insgesamt abschwächen. Eingesetzt werden dazu vor allem Beta-Blocker, das ursprünglich gegen Epilepsie entwickelte Topiramat und die Valproinsäure sowie der Kalziumantagonist Flunarazin oder das Antidepressivum Amitryptilin. Alle diese Mittel haben allerdings häufig starke Nebenwirkungen, zum Beispiel Müdigkeit, Benommenheit oder Schwindel. Deshalb setzen viele Betroffenen sie ab und nehmen dafür lieber die Migräneanfälle in Kauf.

Eine natürliche Alternative zur Migräneprophylaxe sind Vitaminkombinationen wie Migravent oder eine täglich durchgeführte 20 minütige Neurostimulation der Stirnhaut. Auch Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen sind geeignet, die Anfallshäufigkeit zu vermindern. Gut sind zudem Entspannungsverfahren oder Biofeedback.

Bei allen Maßnahmen, ob medikamentös oder nicht-medikamentös, ist die wichtigste Voraussetzung für Erfolg aber unbedingt eine regelmäßige Anwendung und Geduld. Erst nach mindestens 2 Monaten kann der Erfolg beurteilt werden. In 2 Studien wurden Erfolge mit dem Antidepressivum Venlafaxin und mit dem Blutdruckmittel Candesartan erzielt. Diese Medikamente dürfen Off-Label zur Migräneprophylaxe verschrieben werden.

In therapieresistenten Fällen werden seit längerem auch Botox-Injektionen (Onabotulinumtoxin A) erfolgreich eingesetzt.

Neue Wirkstoffe zur Prophylaxe von Migräne: CGRP-Hemmer

Seit Jahrzehnten warten Migränepatienten sehnlichst auf neue Medikamente, die sie von den qualvollen Schmerzen befreien. Jetzt ist der erste Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse auf dem Markt, der die Zahl der Attacken deutlich senkt. Die Zahl der Migräne-Tage wird fast halbiert. Dies könnte sich mit der jetzt neu eingeführten Wirkstoffklasse ändern. Neben dem schon zugelassenen Erenumab sind drei weitere ähnliche Mittel in der Erprobung.

Es handelt sich dabei um sogenannte CGRP-Hemmer. Das "Migräne-Peptid" CGRP ("calcitonin gene-related peptide") ist ein Schlüsselmolekül bei der Krankheitsentstehung. Dieser Eiweißstoff ist bei Migränepatienten erhöht - es wird angenommen, dass CGRP die Blutgefäße im Kopf weitet und dadurch die Schmerzattacken auslöst. Die neuen Medikamente sind künstliche Antikörper, die an das "Migräne-Peptid" oder ihren Rezeptor auf den Körperzellen binden und es so unschädlich machen. Erstmals wird also gezielt in den Entstehungsmechanismus der Migräne eingegriffen. Deshalb sind die neuen Mittel besser verträglich als die alten, die noch viele weitere Körperfunktionen beeinträchtigen.

Im November 2017 veröffentlichten Wissenschaftler des King's College in London die Ergebnisse ihrer Untersuchungen an 955 Migränepatienten. Diese litten im Schnitt an 8,3 Tagen pro Monat an Migräne. Durch Erenumab reduzierten sich die Schmerztage je nach Dosierung um 3,2 bis 3,7 Tage. Zwei weitere Studien ergaben in etwa dasselbe Ergebnis.

Wichtiges über Erenumab:

  • Der Wirkstoff Erenumab ist unter dem Handelsnamen Aimovig seit Mai 2018 in den USA auf dem Markt. In Deutschland wurde das Medikament im November 2018 zugelassen.
  • Er wird nicht im Akutfall eingesetzt, sondern dient dazu, die Häufigkeiten der Anfälle zu verringern.
  • Erenumab ist gedacht für Patienten, die mehr als vier Schmerzattacken pro Monat haben.
  • Es wird in Form einer Fertigspritze verabreicht. Nach einer Anleitung in der Arztpraxis können Sie es sich selbst einmal im Monat unter die Haut spritzen.
  • Das neue Mittel ist gut verträglich.
  • Mögliche Nebenwirkungen sind Schmerzen an der Injektionsstelle, Atemwegsinfektionen, Übelkeit, Verstopfung und Muskelkrämpfe.
  • Die Behandlung ist mit über 8.000 € pro Jahr sehr teuer. Die Behandlung muss deshalb von der Krankenkasse vorher genehmigt werden.

Auch die neuen Mittel können die Migräne nicht komplett verhindern. Doch sie haben deutlich weniger Nebenwirkungen. Als Migränepatient sollten Sie sich jedoch bei der Vorbeugung nicht nur auf - neue und alte - Medikamente verlassen.

Weitere Ursachen für Kopfschmerzen

Kopfschmerz-Ursachen wie Bluthochdruck sollten auf jeden Fall durch einen kompletten Gesundheitscheck ausgeschlossen werden. Auch Erkrankungen der Schilddrüse sind häufig der Grund für rezidivierende Kopfschmerzen. Insbesondere bei der autoimmunbedingten Schilddrüsenentzündung Hashimoto-Thyreoiditis sind Kopfschmerzen ein typisches Symptom. Schwankungen des Blutzuckers bei Diabetes mellitus können ebenfalls Kopfschmerzen auslösen.

Neben der medikamentösen Therapie können auch bestimmte Ernährungsgewohnheiten die Schilddrüsenfunktion unterstützen.

Einfluss von Schilddrüsenhormonen nach Schilddrüsen-OP

Nachdem die Schilddrüse (wegen C-Zell-Karzinom) komplett entfernt wurde und seitdem Thyroxin eingenommen wird, kann es in erschreckender Häufigkeit zu Migräneanfällen kommen. Es gibt jedoch auch gegenteilige Erfahrungen, bei denen Migräne nach der Entfernung der Schilddrüse seltener auftritt.

Eine Erhöhung der Thyroxindosis kann ebenfalls Kopfschmerzen verursachen. Die Symptome wie Müdigkeit oder „Schlappheit“ können ebenfalls Kopfschmerzen verursachen.

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