Schlaganfall bei Katzen: Ursachen, Symptome und Behandlung

Neurologische Erkrankungen sind nicht nur beim Menschen ein Thema, sondern auch bei unseren geliebten Haustieren. Insbesondere bei älteren Hunden und Katzen können neurologische Probleme auftreten, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. In diesem Artikel werden wir uns auf den Schlaganfall bei Katzen konzentrieren, seine Ursachen, Symptome, Diagnose, Behandlung und Präventionsmaßnahmen beleuchten.

Neurologische Erkrankungen bei Katzen: Ein Überblick

Ähnlich wie Menschen können auch Katzen im Alter verschiedene neurologische Erkrankungen entwickeln. Es ist wichtig, die Anzeichen zu kennen und zu verstehen, warum sie auftreten können. Neurologische Erkrankungen zu erkennen und zu diagnostizieren, kann wie das Lösen eines Puzzles erscheinen. Oft sind es die Tierbesitzer, die feine Veränderungen im Verhalten ihrer Haustiere erkennen.

Die Bedeutung der Anamnese

Bei der Diagnostik von neurologischen Erkrankungen älterer Heimtiere ist eine gründliche Anamnese von unschätzbarem Wert. Oft sind es die Tierbesitzer, die feine Veränderungen im Verhalten ihrer Haustiere erkennen.

Häufige neurologische Erkrankungen bei älteren Katzen

  • Bewegungsstörungen: Mit dem Alter können Katzen Schwierigkeiten haben, sich so geschmeidig und leicht wie früher zu bewegen.
  • Tumoren: Leider können ältere Tiere anfälliger für die Entwicklung von Tumoren im Gehirn sein.
  • Schlaganfälle und Infarkte: Ja, auch Tiere können Schlaganfälle erleiden.
  • Demenz: Genau wie Menschen können auch Katzen Zeichen kognitiver Dysfunktion oder „tierischer Demenz“ zeigen.

Kann eine Katze einen Schlaganfall haben?

Um die Frage zu klären, ob Katzen einen Schlaganfall erleiden können, ist eine Definition des Leidens notwendig. Das Robert Koch Institut (RKI) definiert einen Schlaganfall wie folgt: „Der Begriff Schlaganfall bezeichnet einen ‚schlagartig‘ auftretenden Ausfall von Gehirnfunktionen. Schlaganfall ist der Oberbegriff für die akute Schädigung von Hirnarealen, die entweder infolge eines Gefäßverschlusses […] oder durch eine Hirnblutung […] entsteht. Die aktuelle Fachliteratur beschreibt allerdings kaum Fälle, in denen ein Schlaganfall bei der Katze beschrieben ist. Dennoch gibt es Lähmungserscheinungen, die einem Schlaganfall nahekommen.

Ursachen für Schlaganfälle bei Katzen

Das Gehirn einer Katze ist auf eine konstante Blutzufuhr angewiesen, um Organen wichtigen Sauerstoff und Nährstoffe zu liefern sowie Abfallprodukte zu entfernen. Ist die Durchblutung beeinträchtigt, kann es zu einem Schlaganfall kommen. Bei Katzen kommen typischerweise zwei Arten von "Schlaganfällen" vor:

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Hämorrhagischer Schlaganfall

Ist die Wand einer Arterie beschädigt, rufen die daraus erfolgenden Blutungen im Gehirn einen hämorrhagischen (zu Blutungen führenden) Schlaganfall hervor. Das Blut drückt auf das Gewebe und ruft dadurch eine Schädigung des betroffenen Gehirnareals hervor.

Ischämischer Schlaganfall

Ist eine zuleitende Arterie verstopft oder verengt, handelt es sich um einen ischämischen (schlecht oder nicht durchblutet) Schlaganfall. Dieser führt wiederum dazu, dass kein Blut mehr das Gehirn erreicht.

Weitere Ursachen

  • Tumore: Leider können ältere Tiere anfälliger für die Entwicklung von Tumoren im Gehirn sein.
  • Infektionen und Entzündungen: Manchmal können Infektionen oder Entzündungen des Gehirns (Enzephalitis) oder des Rückenmarks (Myelitis) neurologische Probleme auslösen.
  • Endokrine Erkrankungen: Probleme mit Drüsen, die Hormone produzieren.
  • Toxizität:
  • Kognitive Dysfunktion: Genau wie Menschen können auch ältere Hunde und Katzen Anzeichen von Demenz oder kognitiver Dysfunktion zeigen.
  • Vestibulär-Syndrom: Ein Vestibular-Syndrom wird oft fälschlicherweise für einen Schlaganfall gehalten. Dieser kommt aber bei Hunden und Katzen fast überhaupt nicht vor. Ein Tier mit vestibulärer Störung hält seinen Kopf zur Seite geneigt und kann auch das Ohr schief halten. Meist haben die Tiere beim Geradeauslaufen Schwierigkeiten, weshalb sie häufig wie betrunken erscheinen. Sehr schwer betroffene Tiere können eventuell nicht mehr aufstehen oder laufen im Kreis, bevor sie umfallen.

Arterielle Thrombosen sind eine häufige Begleiterscheinung bei Herzerkrankungen der Katze. Arterielle Thrombosen treten bei herzgesunden Tiere nahezu nicht auf. Beim Hund treten Thrombosen insgesamt selten auf, wenn dann stehen sie meist in Zusammenhang mit Tumoren, Blutvergiftung oder einer Überproduktion an Kortison (Cushing).

Symptome: Wie macht sich ein Schlaganfall bei Katzen bemerkbar?

Erste Anzeichen eines Schlaganfalls bei der Katze treten akut, also plötzlich auf. Abhängig vom Ausmaß des Anfalls können sich folgende Symptome zeigen:

  • Torkeln und Umkippen
  • Ungleich große Pupillen
  • Unkontrollierte Augenbewegungen
  • Neurologische Ausfälle
  • Lähmungserscheinungen
  • Veränderungen des Bewusstseins wie Teilnahmslosigkeit, Schläfrigkeit oder Koma
  • Desorientierung
  • Gleichgewichtsprobleme
  • Schmerzäußerung
  • Stolpern oder Lahmheit
  • Im Kreis laufen
  • Herunterhängen z.B. des Ohres, der Lippe
  • Schluck- oder Sehstörungen
  • Krampfhafte Anfälle

Diagnose: Wie wird ein Schlaganfall bei Katzen nachgewiesen?

Zeigt Ihre Katze neurologische Ausfälle, sollten Sie nicht warten und Ihren Tierarzt konsultieren. Da eine Vielzahl an Krankheiten (z. B. Vestibularsyndrom) zu solchen Symptomen führen kann, ist eine ausführliche Untersuchung der Katze erforderlich. Um die Ursachenfindung zu beschleunigen ist es wichtig, dass Sie Ihrem Tierarzt alle wichtigen Hinweise liefern. Stellen Sie sich daher auf Fragen ein wie:

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  • Wann sind die ersten Symptome aufgetreten?
  • Bekommt Ihre Katze Medikamente und, wenn ja, wann zuletzt?

Nach der allgemeinen Untersuchung führt Ihr Tierarzt weiterführende Untersuchungen durch. Dazu zählen:

  • Eine Blutuntersuchung
  • Kotuntersuchungen auf Parasiten
  • Urinanalysen
  • Bildgebende Verfahren wie die Computertomografie (CT) oder die Magnetresonanztomografie (MRT)

Weitere Diagnosemethoden

  • Klinische Untersuchung: Bevor spezifische Diagnosetests durchgeführt werden, beginnt alles mit einer gründlichen klinischen Untersuchung. Der Tierarzt oder die Tierärztin überprüft das allgemeine Verhalten, den Gang des Tieres und seine Reaktion auf verschiedene Reize.
  • Neurologische Untersuchung: Diese spezialisierte Untersuchung konzentriert sich auf das Nervensystem des Tieres.
  • Röntgen: Hiermit können vor allem knöcherne Strukturen, aber auch einige Weichteilstrukturen abgebildet werden.
  • Lumbalpunktion: Bei dieser Prozedur wird eine kleine Menge Liquor (Rückenmarksflüssigkeit) entnommen, die dann auf Anomalien untersucht wird.
  • Elektrodiagnostische Tests: Methoden wie die Elektromyographie (EMG) können die elektrische Aktivität in den Muskeln messen.
  • Biopsien:

Therapie: Wie wird ein Schlaganfall bei Katzen behandelt?

Hat Ihre Katze einen Schlaganfall erlitten, können Sie diesen mithilfe unterstützender Therapiemaßnahmen behandeln. Zusätzlich ist es wichtig, dass Sie auch die Grunderkrankung, die zum Schlaganfall geführt haben könnte, behandeln lassen. Nur so können Sie Ihre Katze auch langfristig vor weiteren Schäden schützen.

Die Behandlung eines Schlaganfalls bei Katzen hängt von der Ursache und der Schwere des Schlaganfalls ab. In Fällen von ischämischem Schlaganfall kann die Verabreichung von gerinnungshemmenden Medikamenten in Betracht gezogen werden, um die Durchblutung zu verbessern und weitere Thrombosen zu verhindern. Bei hämorrhagischen Schlaganfällen kann die Therapie darauf abzielen, den Blutdruck zu senken und Blutungen zu kontrollieren.

Weitere Therapieansätze

  • Medikamentöse Behandlung: Antiepileptika zur Kontrolle von Krampfanfällen.
  • Physiotherapie:
  • Chirurgische Eingriffe: Bei bestimmten Erkrankungen, wie z.B. Tumoren.
  • Ernährungsberatung:
  • Verhaltensmodifikation und Umgebungsanpassungen:
  • Lasertherapie:

Vestibularsyndrom Therapie

Kann diese behoben werden bzw. handelt es sich um die idiopathische Form, sind Kreislauf unterstützende und durchblutungsfördernde Maßnahmen indiziert. Ebenso kommen Medikamente gegen Übelkeit, Erbrechen und Schwindelgefühl zum Einsatz. Vitamingaben in Kombination mit viel Ruhe und Pflege können den Heilungsprozess des Vierbeiners positiv unterstützen.

Prognose: Wie stehen die Heilungschancen?

Aufgrund der schlechten Datenlage stehen nur wenige Informationen zur Prognose eines Schlaganfalls bei der Katze zur Verfügung. Zusätzlich ist die Einschätzung der Heilungschance deshalb erschwert, da wichtige Faktoren wie die Lokalisation der Schäden im Gehirn oder die Grunderkrankung eine wichtige Rolle spielen. Grundsätzlich gilt aber: Umso früher Sie Ihre Katze zum Tierarzt bringen, desto besser ist die Prognose!

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Die Prognose für Katzen nach einem Schlaganfall variiert stark und hängt von der Schwere des Ereignisses, der betroffenen Gehirnregion und der Geschwindigkeit sowie der Art der durchgeführten Behandlung ab. Generell ist die Prognose besser, wenn die Behandlung schnell eingeleitet wird. Langfristige Überwachung und Pflege sind oft erforderlich, um die Lebensqualität der betroffenen Katzen zu erhalten und mögliche Rückfälle oder Komplikationen zu verhindern.

Vorbeugung: Ist es möglich, Katzen vor einem Schlaganfall zu schützen?

Nicht direkt. Sie können aber mit einer ausgewogenen Ernährung und ausreichend Bewegung dafür sorgen, dass Ihre Katze eine gesunde Basis hat. Nehmen Sie zudem regelmäßige Kontrolltermine bei Ihrem Tierarzt wahr, um Grunderkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Auch ein gutes Parasitenmanagement kann helfen.

Um das Risiko eines Schlaganfalls bei Katzen zu minimieren, ist es wichtig, auf eine ausgewogene Ernährung und ein gesundes Körpergewicht zu achten. Regelmäßige tierärztliche Untersuchungen sind entscheidend, um potenzielle Gesundheitsprobleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Prävention ist die Kontrolle von Parasiten, da einige Infektionen das Risiko von Gefäßerkrankungen erhöhen können. Fördern Sie außerdem regelmäßige Bewegung, um die Durchblutung zu verbessern und das Herz-Kreislauf-System Ihrer Katze zu unterstützen. Schließlich ist es wichtig, Stress bei Ihrer Katze zu minimieren.

Aktuelle Forschungen zum Thema Neurologische Erkrankungen bei Hunden & Katzen

  • Stammzelltherapie: Stammzelltherapien werden immer populärer, um eine Vielzahl von Erkrankungen bei Hunden und Katzen zu behandeln, einschließlich neurologischer Erkrankungen.
  • Genetische Untersuchungen: Die Genetik spielt eine immer wichtigere Rolle bei der Identifizierung von Risikofaktoren für bestimmte Erkrankungen.
  • Erweiterte Bildgebung:
  • Neuroprotektive Medikamente: Diese Medikamente zielen darauf ab, die Nervenzellen vor Schäden zu schützen und ihre Funktion zu fördern.
  • Es gibt zunehmendes Interesse an der Untersuchung kognitiver Dysfunktionen bei älteren Tieren, ähnlich der Alzheimer-Krankheit beim Menschen.

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